Gut gemacht, Beiersdorfer

Nun ist es also soweit: Der HSV – Dietmar Beiersdorfer – hat sich von Sportdirektor Oliver Kreuzer getrennt. Wenn wir ehrlich sind: Das war abzusehen. Manch einer fragt sich, ob gestern Abend der richtige Zeitpunkt gewesen sei. Ich meine: Es gibt keine richtigen oder falschen Zeitpunkte. Nicht in dieser Hinsicht. Die Entscheidung war zu treffen, Beiersdorfer hat sie getroffen. Fertig.

Ja, Oliver Kreuzer hat ein paar Dinge gut oder sogar sehr gut hinbekommen. Die Vertragsverlängerung Jonathan Tahs zum Beispiel, auch die Hakan Calhanoglus. Und dass er sich keine Kaufoption für Per Skjelbred hat andrehen lassen, dürfte dem HSV auch noch ein paar Taler bringen – oder aber einen guten Spieler im Kader halten.

Grundsätzlich ist die Geschichte „Kreuzer beim HSV“ aber doch sehr unglücklich verlaufen. Der Versuch Kreuzers, sich einen Ruf als harter Hund aufzubauen, ist grandios gescheitert. Zu oft hat er sich zu weit aus dem Fenster gelehnt (man erinnere seinen Umgang mit den Spielern Rajkovic, Kacar, Mancienne, etc.), zu oft musste er zurückrudern. Darüber hinaus hat er nicht weniger oft zu viel an die Presse weitergegeben – und sich damit unbewusst sein eigenes Grab geschaufelt.

Der neue HSV – die HSV AG, meinetwegen – möchte diesen Typ Sportdirektor nicht mehr, sondern einen, der Transfers ohne die Bekanntgabe von Verhandlungszwischenständen abschließt. Einen, der einen respektableren Umgang mit den Spielern pflegt. Insofern ist die Entscheidung in meinen Augen vollkommen nachzuvollziehen und ok, zumal mit Dietmar Beiersdorfer eh ein besserer Verhandler vorhanden ist, als es Kreuzer je werden wird.

Der geschätzte Sven schreibt, dass der HSV für Oliver Kreuzer zwei bis drei Nummern zu groß gewesen sei – ich glaube, er hat Recht.

Natürlich werden wieder viele HSV-Anhänger und auch -Kritiker sagen: Was das wieder kostet! Ja, ein Rausschmiss verursacht Kosten. Ich glaube aber, dass ein Nichtrausschmiss den HSV viel mehr kosten würde. Kreuzers Gehalt, die Chancen, gute oder talentierte Spieler zu erträglichen Kosten zu bekommen, am Ende eventuell sogar den Verbleib in der Bundesliga. Also, worüber reden wir?

Dietmar Beiersdorfer hat einen verdammt guten Start beim HSV hingelegt. Ich wünsche mir, dass er weiterhin und noch lange Zeit gute Entscheidungen für den HSV treffen wird.

Nachtrag 9.42 Uhr: So schnell holt einen die Gegenwart ein. Kaum habe ich meinen Beitrag online gestellt, heißt es, der HSV habe Bernhard Peters als „Direktor Sport“ verpflichtet. Dazu möchte ich gratulieren. Peters gehört der Kategorie „Fachmann und Leisetreter“ an. Das mag ich. Bei der TSG 1899 Hoffenheim war Peters vorrangig   für die Nachwuchsförderung verantwortlich, baute das dortige Nachwuchsleistungszentrum (mit) auf. Mir scheint, der HSV habe sich etwas mit dieser Verpflichtung gedacht.

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Das war es dann.

Grundsätzlich bin ich Optimist.

Doch nach der Niederlage im Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach bin ich mir nun vollends sicher, dass der HSV den bitteren Weg in die zweite Liga antreten muss. Wobei ich ja behaupten darf, dass ich es schon viel früher habe kommen sehen, um genau zu sein: am 1. Februar.

Gegen die Gladbacher kann man auf dem Papier durchaus verlieren, gar keine Frage.

An diesem Sonntagnachmittag trafen wir allerdings auf eine Fohlenelf, die weit unter ihren Möglichkeiten blieb. Die ihr sonst so gewohntes Offensivspiel zunächst nicht wirklich aufzog, die irgendwie mit angezogener Handbremse zu spielen schien. Die schlagbar war.

Es fing auch ganz gut an. Wir präsentierten uns kampfstark, und Hakan Calhanoglu zeigte mit seiner Freistoßtorvorlage einmal mehr, warum man ihn in Hamburg so liebt. Dass Jacques Zoua unser Tor erzielt hat, freute mich besonders. Ich hoffe, dass er dadurch bei den kritischen HSV-Fans an Kredit gewonnen hat.

Als Pierre-Michel Lasogga verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, hat man gesehen, was das große Problem des HSV ist: Wir haben nicht genügend gute Spieler, und wenn einer ausfällt, haben wir keine Möglichkeiten mehr, das zu kompensieren. Das ist zum großen Teil die Schuld unseres Sportdirektors Oliver Kreuzer.

Klar, er kann nichts dafür, wenn sich Spieler verletzen, teils sogar so schwer, dass sie lange ausfallen (Beister, Lasogga, Rajkovic, Jansen, Diekmeier, habe ich jemanden vergessen?). Ein Sportdirektor muss dieses aber entweder im Wintertransferfenster auffangen können oder aber nicht noch weitere Optionen verbbauen, in dem er Spieler mit einer gewissen Qualität verkauft. Ich kann keinen Artjoms Rudnevs verkaufen, wenn ich dann keinen (wirklichen) Stürmer mehr im Kader habe, falls sich PML verletzen sollte. Das geht nicht. Und angesichts der im Winter dünnen Spielerdecke darf ich im Grunde auch keinen Gojko Kacar verleihen, der im Notfall auch in der Innenverteidigung hätte eingesetzt werden können. 3 Euro fünfzig Leihgebühr hin oder her. Und was im Winter kam, ist schlicht nicht bundesligatauglich. Wenn Ola John laut transfermarkt.de einen Marktwert von 8 Millionen Euro hat, muss ich mich ernsthaft fragen, ob diese sonst so gern von mir angesteuerte Seite diesen Wert eventuell ausgewürfelt hat. Und Oausim Bouy? Ist 20 Jahre alt und kam in einer unterklassigen Liga Italiens nicht zum Zug. Und das soll dann für den HSV und die Bundesliga reichen?

Nein, das tut es nicht. Und deshalb steigt der HSV ab.

Das süße Nichtstun ist für Oliver Kreuzer nun vorbei. Ab jetzt muss er zusehen, dass er möglichst viel Ballast gewinnbringend verkauft. Jansen muss gehen, van der Vaart wohl auch, Badelj, vielleicht sogar ein Diekmeier und ein Jiracek. Ein Adler sowieso. Die Ausgeliehenen Bouy, John, Lasogga, Djourou werden Lebewohl sagen. Bleiben müssen bitte Drobny (bitte!), Mancienne (so er mag), Tah (eh klar), Sobiech, Arslan, Calhanoglu, Zoua. Und zurückkehren werden Skjelbred aus Berlin und Beister aus der Reha. Und vielleicht ist Demirbay endlich verletzungsfrei und kann angreifen. Um sie herum muss Kreuzer eine Truppe herumbauen, die in der 2. Liga um den Aufstieg mitspielt. Das wäre mein Wunsch.

Oder gibt es doch noch ein Wunder und wir siegen noch zwei-, dreimal? Ich kann es mir nicht vorstellen. Leider.

Saison 12/13:

1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)
14. Spieltag: FC Schalke 04 (H) 3:1, 20 Punkte (-2)
15. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 21 Punkte (-2)
16. Spieltag: 1899 Hoffenheim (H) 2:0, 24 Punkte (0)
17. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 0:3, 24 Punkte (-3)
18. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 1:1, 25 Punkte (-3)
19. Spieltag: Bremen (H) 3:2, 28 Punkte (-2)
20. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 0:2, 28 Punkte (-4)
21. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 4:1, 31 Punkte (-1)
22. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (H) 1:0, 34 Punkte (0)
23. Spieltag: Hannover 96 (A), 1:5, 34 Punkte (-4)
24. Spieltag: SpVgg Greuther Fürth (H) 1:1, 35 Punkte (-4)
25. Spieltag: VfB Stuttgart (A) 0:1, 38 Punkte (-3)
26. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 38 Punkte (-4)
27. Spieltag: FC Bayern (A) 9:2, 38 Punkte (-11)
28. Spieltag: SC Freiburg (H) 0:1, 38 Punkte (-12)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)
14. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 16 Punkte (-1)
15. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 16 Punkte (-2)
16. Spieltag: FC Bayern (A), 1:3, 16 Punkte (-4)
17. Spieltag: FSV Mainz (H) 2:3, 16 Punkte (-5)
18. Spieltag: Schalke 04 (H) 0:3, 16 Punkte (-8)
19. Spieltag: 1899 Hoffenheim (A) 0:3, 16 Punkte (-11)
20. Spieltag: Hertha BSC (H) 0:3, 16 Punkte (-14)
21. Spieltag: Eintracht Braunschweig (A) 2:4, 16 Punkte (-16)
22. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:0, 19 Punkte (-13)
23. Spieltag: Heiner Bremer (A) 0:1, 19 Punkte (-14)
24. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 1:1, 20 Punkte (-14)
25. Spieltag: 1. FC Nürnberg (H) 2:1, 23 Punkte (-13)
26. Spieltag: VfB Stuttgart (A) 0:1, 23 Punkte (-14)
27. Spieltag: SC Freiburg (H) 1:1, 24 Punkte (-14)
28. Spieltag: Bor. Mönchengladbach (A) 1:3, 24 Punkte (-16)

Veränderung: 14 Punkte schlechter (vier Tore schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 11
2013/14: 17

Veränderung: Sechs Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 9:2
Hamburger SV – FSV Mainz 1:0
Hamburger SV – Schalke 04 3:1
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Fortuna Düsseldorf 2:1
Greuther Fürth – Hamburger SV 0:1
Hamburger SV – Borussia Dortmund  3:2
Heiner Bremer – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 0:2
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 0:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 0:1
Hamburger SV – SC Freiburg 0:1
Bor. Mönchengladbach – Hamburger SV 2:2

41 Punkte, 36:42 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 3:1
Hamburger SV – FSV Mainz 2:3
Hamburger SV – Schalke 04 0:3
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hertha BSC* 0:3
Eintracht Braunschweig* – Hamburger SV 4:2
Hamburger SV – Borussia Dortmund 3:0
Heiner Bremer – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 1:1
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 2:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – SC Freiburg 1:1
Bor. Mönchengladbach – Hamburger SV 3:1

24 Punkte, 43:59 Tore

Veränderung: 17 Punkte schlechter, zehn Tore schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

 

 

Du redest zu viel.

„Nicklas Bendtner ist kein Thema.“ (19.6.)

„Es ist ein guter Spieler. Ich verlasse mich ganz auf die Aussage von Thorsten Fink. Der hat ihn zweieinhalb Jahre in Basel trainiert. Der kann die Qualitäten am besten einschätzen.“ (18.6.)

„Roque ist ein sehr interessanter Spieler, da muss ich kein Geheimnis draus machen.“ (17.6.)

„Natürlich kann man in Wolfsburg gutes Geld verdienen, aber auch beim HSV wird niemand arm.“ (15.6.)

„Ein interessanter Spieler. Wenn so ein Mann auf dem Markt ist, sollte man sich darum kümmern.“ (12.6.)

„Der HSV ist ein schlafender Riese“ (6.6.)

„Es wäre schön, mal wieder die Schale hochzuheben.“ (4.6.)

Oliver, Du redest zu viel.

Der potenzielle Sportdirektor im Fadenkreuz(er)

Weil ich aus seriöser (kicker.de) bzw. sicherer (meine Twittertimeline) Quelle mehrfach und unabhängig voneinander gelesen habe, dass Oliver Kreuzer angeblich der neue Sportchef des HSV werden soll, werde ich mal ein paar Zeilen dazu los:

Kreuzer also. Wenn ich mich recht erinnere, ist der Kreuzer als solcher die Unterteilung des Talers in Entenhausen. Ist dies ein Sinnbild dafür, dass beim HSV bei der Sportchef-Suche nicht viel Geld in die Hand genommen wurde? Ich möchte Oliver Kreuzer nicht in Misskredit bringen, aber ich mache auch keinen Hehl daraus, dass ich Jörg Schmadtke lieber hier gesehen hätte. Schmadtke, der unter anderem Abdellaoue und Mame Diouf zu Hannover 96 gelotst und ebendiesen Verein in die Europa League gebracht hat. Der aber wird den HSV-Machern zu teuer gewesen sein. Man hätte also Taler statt Kreuzer ausgeben müssen, aber Geld ist ja keines da. (Das war zumindest immer ein Argument beim HSV. Natürlich ist vor allem kein Geld da, weil Frank Arnesen und seine Entourage abgefunden werden müssen. Nun ja.)

Was hat Oliver Kreuzer als Funktionär auf die Beine gestellt? Er war laut transfermarkt.de als Sportlicher Leiter bei: FC Basel (2002-2005), Red Bull Salzburg (2006-2008), Sturm Graz (2008-2011) und Karlsruher SC (2011-2013). Was er 2005/06 gemacht hat, weiß ich nicht.

Ich habe mir mal die Transfers angesehen, die unter seiner Leitung abgewickelt worden sein müssten. Das erste Jahr seiner Anwesenheit habe ich dabei jeweils ausgelassen, da dürfte das Feld ja noch von anderen bestellt worden sein. Um es vorweg zu nehmen: Großartige Megakracher waren weder bei den Ein- noch bei den Verkäufen dabei. Aber immerhin ein paar bemerkenswerte Namen zumindest aus HSV-Sicht. So kaufte er für Basel zur Saison 2004/05 einen gewissen Mladen Petric für 1,7 Millionen Euro vom Grasshopper Club Zürich. Später wurde Petric für 3,5 Millionen Euro an Dortmund verkauft, da war Kreuzer allerdings schon nicht mehr beim FCB. Gehörig ins Klo gegriffen hat Kreuzer dagegen in der selben Saison wie beim Petric-Deal bei einem Spieler namens Cesar Carignano. Ein Stürmer, für den er 4,7 Millionen Euro an CA Colon in Argentinien überwiesen ließ. Zwei erfolglose Jahre später verlieh Basel den guten Mann irgendwohin, bis heute wurde Carignano weitere siebenmal transferiert – immer für kleines Geld.

Nochmal die selbe Saison: Da verkaufte Kreuzer für 4,5 Millionen Euro einen gewissen Timothee Atouba an Tottenham Hotspur. Ausgegeben hatte Basel irgendwann mal 400000 Euro. Nie mehr wurde für Atouba mehr ausgegeben. Gut gemacht, Herr Kreuzer.

Im Grunde war es das aber auch schon. Ich bin kein Fachmann und schon gar kein Insider, aber alle weiteren Namen, die unter Kreuzers Leitung ge- oder verkauft wurden, rissen mich nicht wirklich vom Hocker. Bis auf einen. Kreuzers vielleicht bester Deal lief als Verantwortlicher beim KSC: Dort sorgte er dafür, dass der HSV Hakan Calhanoglu für viel Geld kaufte und dennoch bereit war, den Spieler ein Jahr lang in Karlsruhe parken zu lassen. Das Ende ist bekannt: Der KSC stieg in die 2. Liga auf, Calhanoglu hatte maßgeblichen Anteil daran.

Abschließend noch zu erwähnen: Wo Kreuzer war, war Erfolg. „Unter seiner Leitung“ wurde Basel zweimal Meister, Red Bull Salzburg Meister und Zweiter, Sturm Graz zweimal Vierter, einmal Pokalsieger, abschließend Meister. Der KSC stieg zwar erst aus der 2. Liga ab, schaffte dann aber den sofortigen Wiederaufstieg.

Ich bin gespannt, ob Oliver Kreuzer tatsächlich der neue Sportchef wird. Wenn ja, wünsche ich ihm alles Gute. Und viel Glück. Bei diesem Aufsichtsrat wird er es brauchen.