Meine kleine Bundesligavorschau: Zieleinlauf

Nachdem der VfL Wolfsburg bekanntgegeben hatte, Lord Bendtner verpflichtet zu haben, hatte ich kurzzeitig überlegt, meine diesem Verein zugetane Platzierung noch einmal zu überdenken und die Wolfsburger nicht auf Platz zwei zu tippen. Nach reiflicher, sekundenlanger Überlegung kam ich zu dem Entschluss, dass ich den Deal zwar für ein deutliches Anzeichen dafür halte, dass Thomas Klaus Allofs bald wieder zu alter (und letzter) Bremenform aufläuft, aber selbst Bendtner es nicht schaffen kann, für so viel Unruhe zu sorgen, dass Wolfsburg nicht Zweiter wird.

In der vergangenen Zeit war ich unter anderem damit beschäftigt, meine kicker-Interactive-Kader zusammenzustellen. Hierbei fiel mir immer wieder auf, wie gut der VfL Wolfsburg auf vielen Positionen besetzt ist. Max Grün ist ein guter Vertreter Diego Benaglios im Kasten, in der Abwehr reihen sich Namen wie Naldo, Rodriguez, Jung und Knoche aneinander. Fällt davon jemand aus, stehen arrivierte Kräfte wie Träsch, Ochs, Schäfer und Klose bereit. Oder andersrum. Prunkstück der Wolfsburger ist das Mittelfeld: Arnold, De Bruyne, Hunt, Luiz Gustavo, Vierinha. Perisic, Junior Malanda, Caligiuri. Es gibt Schlimmeres. Und vorn? Ja, Bendtner. Aber auch Olic, den gefühlt 25-Jährigen. Naja, und Dost. Alles in allem sehe ich nur wenige Kader in der Bundesliga, die in punkto Ausgeglichenheit mithalten können.

Fazit: Ich glaube an eine Überraschung und tippe Wolfburg auf Platz zwei.

Zwei Positionen darunter reiht sich Schalke 04 ein, und ich weiß jetzt schon, dass allein diese Aussage dafür sorgen wird, dass mir der eine oder andere Gelsenkirchener Fan mindestens attestieren wird, dass ich keine Ahnung vom Fußball habe. Stimmt womöglich sogar. Aber ich sehe es nunmal so: Schalke hinter Bayern, Wolfsburg und ja, sogar Dortmund.

Ein Torwartproblem werden die Schalker nicht bekommen: Giefer und Wetklo kamen, gut eingekauft, fertig. Aber der Rest? Ich halte Maxim Choupo-Moting nicht für so stark, dass er Schalke qualitativ verbessern kann. Ebenso Sidney Sam. Nein, da spricht keine verletzte HSV-Seele, ich empfinde das einfach so. Für mich stellen sie Bundesligamittelmaß dar, wenngleich sie beide bereits Länderspiele absolviert haben. Der (vorübergehende Verlust) eines Kyriakos Papadopoulos wiegt in meinen Augen schwer. Wer ersetzt ihn? Santana? Matip? Ich weiß es nicht, und ich bin gespannt, ob Trainer Keller eine Antwort parat hält.

Fazit: Alles in allem finde ich den Kader Schalkes – auch nach dem Wechsel Adam Szalais nach Hoffenheim – etwas schwächer als zuvor, deshalb geht es runter. Ist natürlich alles „Jammern auf hohem Niveau“.

Auch beim nächtsten KLub werden mir wahrscheinlich einige vorwefen, ich sehe das Ganze zu sehr durch die HSV-Brille. Aber: Ich halte den Kader des SV Werder Bremen für schwach. Sehr schwach. Fast so schwach wie den des HSV der vergangenen Saison, wobei ich glaube, dass der 16. der kommenden Saison mehr als 27 Punkte holen wird. Sebastian Mielitz ist weg, und das halte ich grundsätzlich für gar nicht so übel aus Bremer Sicht: Das Problem: Wolf ist da, und der ist meines Erachtens auch eher unteres Bundesliganiveau. Die Stützen der Abwehr sind Sebastian Prödl und Kapitän Clemens Fritz – auch das sagt einiges über die Qualität der Hintermannschaft aus. Garcia, Caldirola: laufen mit, ich halte sie ebenfalls nicht herausragend. Im Mittelfeld tummeln sich die beiden Königstransfers: Izet Hajrovic, von dem ich bis jetzt nur sein großes Selbstbewusstein kennengelernt habe, und der mich nicht nur wegen seiner Namensendung an Herrn Arnautovic erinnert. Und, hust, Fin Bartels. Daneben werden sich nach dem Wechsel von Aaron Hunt Spieler wie Kroos (der Kleine), Junuzovic (immerhin), Aycicek, Yildirim, Obraniak, Gebre Selassie, van Haacke, Makiadi oder Bargfrede gesellen. Angst macht mir das nicht, und wenn, dann höchstens um Werder. Und der Sturm? Da ging es qualitativ nach oben – weil Akpala weg ist. Elia wird kein Topstürmer mehr. Allerdigs gestehe ich, dass ich Petersen, di Santo und Selke, auf den ich sehr gespannt bin, als Mix gut finde.

Fazit: Vorn wird’s das eine oder andere Mal klingeln, ja. Hinter aber noch öfter. Bremen wird’s schwer haben und am Ende – auch, weil ich Robin Dutt und einen nur wenig bundesligareifen Trainer halte – den Platz einnehmen, den wir 2013/14 hatten. Viel Spaß in der Relegation gegen Greuther Fürth.

Kommen wir zum HSV.

Platzierungstechnisch erwarte ich keine große Steigerung, siehe unten. Erhoffen tue ich mir natürlich eine ganze Menge. Vom HSV und vom Umfeld. Unter anderem, dass wir mit einem erkennbaren System spielen, dass sich die Spieler den Allerwertesten aufreißen und dass „von außen“ Ruhe einkehrt.

Der HSV ist finanziell nicht auf Rosen gebettet (eine kühne Behauptung, ich weiß), gemessen daran finde ich die Neuzugänge gut, womöglich sogar sehr gut. Mit Matthias Ostrzolek kommt ein bissiger Linksverteidiger aus Augsburg, der schon Weltklasseszenen gegen den FC St. Pauli hatte und deshalb grundsympathisch ist. Sollte er Jansen nicht hinten links beerben, so wird er ihm zumindest Feuer unterm Hintern machen. Passt. Valon Behrami wurde, das habe ich zumindest gelesen, halb Europa angeboten, und landete beim HSV. Was das über die Qualität des Spielers aussagt, wird sich zeigen. Mir gefiel er bei den wenigen Auftritten, die ich gesehen habe (zugegebenermaßen in unwichtigen Testspielen), gut. Eventuell hat man den Schweizer im Vorfeld eines möglichen Transfers Milan Badeljs irgendwohin verpflichtet. Das fände ich schade, denn ich freue mich auf die gemeinsame Doppelsechs mit den beiden. Im Gegensatz zu Arslan hat Behrami – so meine ich – seine Nerven im Griff und verfügt über ein hohes Maß an Routine. Das sind nicht die schlechtesten Voraussetungen. Zoltan Stieber muss seine Bundesligatauglichkeit dauerhaft unter Beweis stellen. Ich mag aber seine Skills: Er ist schnell und trickreich, tendenziell ein Instinktfußballer. Nicolai Müller ist meiner Meinung nach eine große Verstärkung. Auch er ist technisch versiert und hat nicht nur eine schnelle Auffassungsgabe, sondern ebensolche Beine. Ich freue mich auch ihn und hoffe, dass er nicht so viele kleine Nicklichkeiten bekommen wird, die ihn zu Pausen zwingen. So wie aktuell. Neulich bei n-tv sprach ich mich für folgende Stammstartelf aus: Adler – Diekmeier, Djourou, Tah, Ostrzolek – Behrami, Badelj – Jansen, van der Vaart, Müller – Lasogga. Momentan spielt Tah keine große Rolle, daher ersetze ich ihn durch – hmpf – Westermann.

Fazit: Diese Elf (und ihre restlichen Mannschaftsmitglieder) werden stark genug sein, am Ende vor Werder und vor allem besser als in der vorigen Saison dazustehen. Wenn auch nicht viel: Platz 15 traue ich uns zu, wenngleich mit rund zwölf bis fünfzehn Punkten mehr als 2013/14.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.VfL Wolfsburg
3. Borussia Dortmund
4. Schalke 04
5.  Borussia Mönchengladbach
6. Bayer Leverkusen
7. 1899 Hoffenheim
8. SC Freiburg
9.   1. FSV Mainz 05
10. 1. FC Köln
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15. Hamburger SV
16. Heiner Bremer
17. VfB Stuttgart
18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: SC Freiburg, 1. FC Köln

Allmählich geht’s in den Endspurt meiner kleinen Bundesligavorschau. Von nun an werde ich meinen Senf zu jeweils zwei Teams abgeben. Heute über ausgewiesene Sympathmänner unter den Vereinen.

Der SC Freiburg qualifizierte sich mit Rang fünf in der Saison 2012/13 für die darauffolgende Europa League. Die Fans werden sich seinerzeit gefreut haben, Trainer Christian Streich sah das ganz anders. Er befürchtete und bezweifelte ob des logistischen Aufwandes der kommenden Donnerstagsspiele, dass man nicht mehr und ob man überhaupt noch vernünftig trainieren könne. Er sollte Recht behalten. Erst am 11. Spieltag gelang den Freiburgern der erste Sieg in der Bundesliga, die gesamte Saison lang ging es auch deshalb gegen den Abstieg. Die Doppelbelastung tat dem SCF einfach nicht gut: Als er aus dem internationalen Wettbewerb ausgeschieden war, lief es deutlich besser. Mit 22 Punkten in der Rückrunde rettete sich Freiburg klar und sicher vor dem Exitus.

Doppelbelastung gibt es diesmal keine (naja, eventuell im DFB-Pokal). Insofern glaube ich daran, dass der SC Freiburg eine deutlich bessere Rolle spielen wird als in der Saison 2013/14. Klar, der starke Keeper Oliver Baumann ist nicht mehr da, Weltmeister Matthias Ginter auch nicht. Aber Christian Streich, von dem ich von Berufs wegen viel halte, wenn er mir mit seiner Art auch mehr und mehr auf die Nerven geht, wird schon wieder für eine vernünftige Defensive sorgen, da bin ich sicher. Zur Not sind ja immer noch ein paar Taler da, die als Ablöse für die eben genannten Spieler kassiert wurden. Man spricht von rund 17 Millionen Euro. Ein Teil davon ist für die feste Vepflichtung Admir Mehmedis draufgegangen – eine gute Investition, wie ich meine. Gespannt bin ich auf Sascha Riether, der mit 31 Jahren nicht nur aus Fulham kommt, sondern auch in einem Alter ist, in dem er eine Mannschaft führen können sollte. Kann er das?

Fazit: Insgesamt halte ich die Freiburger Mannschaft für sehr homogen und traue ihr einen einstelligen Platz zu.

Was Köln angeht, muss ich zugeben: Es hat seine Platzierung abbekommen, weil diese schlicht und einfach übrig war. Ich wusste nicht genau, wo ich die Kölner einsortieren sollte. Zu gut (und zu sympathisch) für den Abstieg, zu schlecht für einstellige Plätze. Tja, das kam dabei raus.

Es gibt Leute, die Yuya Osako und Dusan Svento für talentiert und sogar bundesligareif halten – dazu kann ich nichts sagen, ich weiß es nicht. Ich habe aber Stimmen aus dem 1860er-Umfeld gehört, die Osako durchaus eine Träne hinterherweinten. Simon Zoller, der von Lautern kam, halte ich für einen guten Mann, ich bin gespannt, ob seine Entwicklungskurve weiter nach oben führen wird. Mit Kevin Vogt vom FC Augsburg kommt ein routinierter Defensivspezialist an den Rhein. Ach, und Mergim Mavraj (Greuther Fürth) halte ich auch nicht für den schlechtesten Innenverteidiger der Welt. Alles in allem hat Sportdirektor Jörg Schmadtke da wohl einen ganz guten Job gemacht. Auch, weil ich unter den Abgängen keinen wirklich wichtigen Spieler entdecken kann. Tja, lieber HSV, diesen Sportdirektor hättest Du auch haben können…

Fazit: Köln hält die Liga, egal, auf welchem Platz. Hier in meiner Aufrechnung eben auf dem zehnten.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3. Borussia Dortmund
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6. Bayer Leverkusen
7. 1899 Hoffenheim
8. SC Freiburg
9.   1. FSV Mainz 05
10. 1. FC Köln
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17. VfB Stuttgart
18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: VfB Stuttgart

Ihr hättet es Euch denken können, oder? Wegen eines einzelnen Herrn in besonderer Form. Unabhängig davon: Mit unschönem Ende.

 

Labbadia und später Herr Schneider
trugen erstmal des Headcoaches Kleider.
Lage spitzte sich zu:
Stevens kam noch hinzu.
Nun ist Veh da (und viele so: leider).

Der Wechsel von I. Traoré
zu den Fohlen tat einigen weh.
Hlousek spielt auch gern links,
doch wohl nicht so – hier, dings –
offensiv. Denn das kann er nicht. Nee.

Ist ’n Kracher, doch recht oft verletzt:
Ginczek hat schon sehr häufig genetzt.
Doch so sehr er sich müht
und im Training aufblüht:
Ganz weit vorn ist der Ibi gesetzt.

Und dann sind da noch zwei für die Breite.
Romeu sucht aus Chelsea das Weite.
Von den Bullen kam Klein,
ja, wie kann das denn sein?
Sind die nicht eher was für die Zweite?

Fazit:
Man mag mir mein Urteil verzeihen.
Mancher VfB-Fan wird wohl speien.
Dank Veh und den Neuen
– mög‘ ich es bereuen –
wird’s Unterhaus sich Stuttgart „leihen“.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3. Borussia Dortmund
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6. Bayer Leverkusen
7. 1899 Hoffenheim
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17. VfB Stuttgart
18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: 1899 Hoffenheim

Ihr mögt die Hoffenheimer ja alle nicht (Ausnahmen gibt es natürlich immer). Ich bin da ein wenig anders. Ich stehe dem Verein neutral gegenüber. Als HSVer habe ich eh inzwischen das Gefühl, dass ich mich über das Geschäftsmodell der Hoffenheimer nicht mehr beschweren darf. Und dafür, dass der Verein noch keine in dem Maße gewachsene Fankultur wie „die guten“ Vereine der Bundesliga hat, können die aktuellen Trainer und Spieler nichts. Meine ich.

In der vergangenen Saison kassierte Hoffenheim 70 Tore. Nur eine Mannschaft war in dieser Statistik noch schlechter, Ihr wisst, welche. Damit die Abwehr sattelfester wird, investierte die TSG den einen oder anderen Euro in die Defensive. Der Königstransfer: Torwart Oliver Baumann wurde für sieben Millionen Euro vom SC Freiburg losgeeist. Desweiteren kamen der Südkoreaner Jin-Su Kim für hinten links aus Japan und WM-Teilnehmer Ermin Bicakcic vom Absteiger Eintracht Braunschweig für die Innenverteidigung. Eine Kröte mussten die Hoffenheimer Abwehrreihe allerdings schlucken: Fabian Johnson wechselte ablösefrei nach Gladbach.

Etwas weiter vorn verstärkt Pirmin Schwegler das defensive Mittelfeld, in dem mit Eugen Polanski 2013/14 ein für mich überraschend starker Akteur aufdrehte. Und für ganz vorn hat 1899 bei Schalke 04 ins Einkaufsregal gegriffen: Edeljoker Adam Szalai, der in Gelsenkirchen nie richtig Fuß fassen konnte, kam für sechs Millionen Euro. Ich glaube, dass der Junge eine sehr gute Ergänzung zu Roberto Firmino sein kann. Überhaupt, Firmino: Was hat der Mann für eine überragende Saison gespielt? Gut für Hoffenheim, dass er noch bleibt. Mal sehen, wie lang. Ein Spieler seiner Klasse dürfte auch für Hoffenheim trotz Vertrags bis 2017 nur schwer zu halten sein. Und dann ist dann ja auch noch Kevin Volland. Heidewitzka, die Hoffenheimer Offensive zählt wohl zu den fünf besten der Liga.

Fazit: Die eben erwähnte Offensive und der Glaube daran, dass Hoffenheim nicht noch einmal 70 Tore einfangen wird, lässt mich glauben, dass die TSG zwei Plätze nach oben rutscht und am Ende auf Rang sieben landen wird.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3. Borussia Dortmund
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6. Bayer Leverkusen
7. 1899 Hoffenheim
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17.
18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: Bayer Leverkusen

Nein, Bayer Leverkusen gehört nicht zu meinen Lieblingsmannschaften in der Bundesliga. Eine Zeit lang fand ich den Klub mal ganz knorke, es muss Ende der 80er Jahre gewesen sein, als Tita und Konsorten dort spielten und Calli noch nicht platzte. Eventuell auch, als Christoph Daum dort Trainer war undbevor er so wurde, wie er ist. Ach, und apropos Veränderung: Früher war Rudi Völler für mich ein echter Sympathmann; als Spieler eh, als Teamchef der Nationalmannschaft zunächst auch. In Leverkusen (was nicht bedeuten muss, dass der Klub etwas damit zu tun hat) muss irgendetwas mit ihm passiert sein. Inzwischen halte ich Rudi Völler für einen unsympathischen, ewig nörgelnden Fatzke. Was das mit meiner Bundesligavorschau zu tun hat? Nichts. Ich wollte es nur loswerden. :-)

Leverkusen also. 2013/14 ist der Werksklub Vierter geworden, in der kommenden Saison reicht es meines Erachtens nur noch für die Europa League. Das liegt nicht etwa am neuen Trainer. Ich halte Roger Schmidt für einen ausgezeichneten Fachmann, dem ich durchaus zutraue, auch mit Stars umgehen zu können. Schmidt holte eine Menge aus dem SC Paderborn heraus und bewies seine Klasse auch beim FC Salzburg. In seinen beiden Jahren in Österreich brach er Rekorde mit den Roten Bullen.

Nein, das Umfeld ist schuld am „Absturz“. Scoutingpapst Michael Reschke durfte zu den Bayern gehen, stattdessen bleibt Geschäftsführer Schade – ein Insider hat ihn mir gegenüber kürzlich als dumm, eitel und ahnungslos bezeichnet, was ich mal so stehen lassen möchte. Das ist schlecht für Leverkusen. Die Führungsetage ist deutlich geschwächt, und was das bedeuten kann, weiß niemand besser als ein HSV-Fan. Klar wird es die Leverkusener nicht dahin führen, wo der HSV herumkrebst – dafür muss mehr, viel mehr passieren. Aber eben: nach unten.

Immerhin: Gut eingekauft haben die Leverkusener. Als Hamburger bedanke ich mich herzlich für 14 Millionen Euro für einen zwar sehr talentierten, aber doch sehr einfach gestrickten Spieler, der zudem kein wirklicher Teamplayer ist und darüberhinaus weiß, wie man sich Freunde schafft: Über sein Gebaren beim HSV möchte ich keine Worte mehr verlieren, doch auch nach dem Transfer zu Bayer äußerte sich Hakan Calhanoglu dahingehend, dass er „zwei, drei Jahre“ hier bleiben möchte – wie gesagt: kurz nach seiner Unterschrift unter einen Fünfjahresvertrag. Viel Spaß, Bayer. Die Transfers von Josip Drmic (vom 1. FC Nürnberg) und Wendell (Gremio Porto Alegre) finde ich allerdings stark. Darüberhinaus spielt Kyriakos Papadopoulos leihweise für ein Jahr bei Bayer. Auch stark.

Die Abgänge dürften zu verschmerzen sein: Emre Can konnte sich aus der Ferne betrachtet nie als der starke Zugang präsentieren, als den man ihn eingeplant hat. Er geht für viele, viele Millionen zum FC Liverpool. Darüber hinaus gehen Sidney Sam (Schalke) und Jens Hegeler (Hertha BSC). Auch von diesen beiden Spielern hat man sich weit mehr versprochen.

Fazit: An den Transfers liegt es nicht, dass Leverkusen abrutscht. Ein Mix aus Bauchgefühl und Erfahrung als Fan eines Vereins, der seit Ewigkeiten führungsschwach ist (bzw. war), sagt mir, dass es zwei Plätze nach unten geht. Das ist ja aber immer noch viel mehr als andere Vereine schaffen werden. Also Kopf hoch, ihr Leverkusener. Sortiert Euch wieder in der Führungsetage, dann geht’s wieder weiter nach oben.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3. Borussia Dortmund
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6. Bayer Leverkusen
7.
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17.
18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: Borussia Dortmund

Auch für Borussia Dortmund wird es in der kommenden Saison abwärts gehen. Nicht entscheidend, nämlich nur einen Platz: Statt Rang zwei qualifizieren sich die Schwarz-Gelben nun eben dank Position drei direkt für die Champions League. Alles in allem schmerzt der Weg nach unten also nicht. Und doch: Die Saison wird für Dortmunder Verhältnisse unbefriedigend. Das liegt vor allem an der Personalie Robert Lewandowski.

Der polnische Stürmer ist ein Fußballsöldner vor dem Herrn und verfolgt einen strikten Karriereplan. Weil er da jedoch nie einen Hehl draus gemacht hat und zudem seine Leistung stets stimmte, haben ihn die Dortmunder Fans in ihr Herz geschlossen oder ihn wenigstens respektiert.

Ein Stürmer der Klasse Lewandowskis wird den Borussen nun fehlen, und ich glaube, dass sie es erst merken werden, wenn es zu spät ist, sich noch anständigen Ersatz zu besorgen. Ciro Immobile kann Lewandowski nicht ersetzen. Das hat selbst Jürgen Klopp bemerkt. „Ciro hat das Gefühl, in jedem Moment vom Trainerteam und von der Presse eingeschätzt zu werden“, sagt er und will dem Italiener so zentnerschwere Lasten von den Schultern nehmen, die dieser sich auch selbst aufgebürdet hat. Vergleichen mit seinem Vorgänger kann er aber nunmal nicht standhalten, gibt es doch auf dem gesamten Erdball nur eine Handvoll Stürmer, die dies könnten. Auch, wenn Immobile als amtierender Torschützenkönig der Serie A zum BVB wechselt. Was heißt das schon? Die Serie A ist eine Bonbonliga mit maximal vier guten Mannschaften – da fällt es leichter, Tore zu erzielen.

Und sonst?

Adrian Ramos kam aus Berlin – der Wechsel dürfte der Hertha eher geschadet haben als Dortmund genützt. Bitte nicht falsch verstehen: Ramos ist ein klasse Stürmer. Aber es bleibt abzuwarten, in welche Richtung seine Form- und Bockkurve zeigt, wenn er nicht mehr der unangefochtene Star einer Truppe ist, sondern nur einer von vielen guten Kickern. Die wertvollsten Neuzugänge kommen von „kleineren“ Vereinen: Weltmeister Matthias Ginter wechselte vom SC Freiburg zum BVB und wird sich mit Sokratis und Neven Subotic um den freien Platz in der Innenverteidigung streiten – das riecht nach dem „WM-Duo“ Ginter und Hummels. Vom FC Augsburg kommt der offensiv variable Dong-Won Ji, den ich vor Jahren schon beim HSV sehen wollte. Der wird den Dortmundern Spaß machen.

Fazit: Dortmund hat gut eingekauft, doch für Lewandowski kann immer nur EIN anderer spielen. Deshalb leidet die Qualität der ersten Elf ein wenig, und es geht minimal bergab. Eine nette Saison mit vielen Toren und schön anzusehendem Fußball wird’s dennoch geben.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3. Borussia Dortmund
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6.
7.
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17.
18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: Hannover 96

Es geht bergab – nur einen Platz im Vergleich zur vergangenen Saison, aber immerhin.

Ich habe es nicht überprüft, aber es kommt mir so vor, als hätte Hannover 96 nie zuvor so viel Geld auf dem Transfermarkt ausgegeben. Für 5 Millionen Euro kam Joselu aus Hoffenheim – ein Stürmer, den ich für einen der besseren in der Bundesliga halte. Mittelfeldspieler Hiroshi Kiyotake kam vom 1. FC Nürnberg, und hier möchte ich den Franken gratulieren: Wenn man 4,3 Millionen Euro für einen Spieler bekommt, der weder in der abgelaufenen Saison noch bei der anschließenden WM auch nur annähernd an- und der Ablöse entsprechende gezeigt ha, ist das aller Ehren wert. Zudem kommt mit Linksverteidiger Miiko Albornoz für 1,5 Millionen aus Malmö ein unbeschriebenes Blatt. 10,8 Millionen Euro Ausgaben, und nur ein wirklich guter Kicker – das finde ich zu wenig. Was der ablösefreie, defensive Mittelfeldspieler Ceyhun Gülselam von Galatasaray kann, weiß ich leider nicht.

Dagegen stehen drei wichtige Abgänge: Szabolcs Huszti wird zukünftig in China kicken, Didier Ya Konan in Saudi-Arabien und Mame Diouf in England. Für diese drei Offensivkräfte bekam Hannover 96 gerade mal 1,5 Millionen Euro. Tja. Ich weiß weder, ob das besonders gut gedealt war, noch ob Hannover diese Abgänge und zudem die von Stürmer Artjoms Rudnevs und Verteidiger Sebastien Pocognoli so gut verkraften kann.

Meine Befürchtung ist: Die 96er schaffen es nicht. Außerdem halte ich Trainer Tayfun Korkut für überschätzt. Zu Beginn seiner Amtszeit kehrte der Besen noch gut, als der Alltag einkehrte, lief es nicht sonderlich rund. Ich fand den Schritt, ihn zu installieren, seinerzeit mutig. Weiter auf Korkut zu setzen, finde ich übermütig.

Fazit: Wie gesagt, Hannover kann die Platzierung der Vorsaison nicht halten. Ein Happy-End gibt es dennoch, denn da sind noch eine ganze Reihe schlechterer Mannschaften in der Liga…

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3.
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6.
7.
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17.
18. SC Paderborn

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