Traumelf, meine

Neulich saß ich mit Kollegen zusammen, wie man nun mal so mit Kollegen zusammensitzt. Wir schwelgten in Erinnerung bzw. dachten laut darüber nach, welche Spieler denn schon für den HSV die Stiefel geschnürt hatten. Nicht die Klingbeils, Tesches und Sassens, sondern die richtigen, die Guten, die absoluten Topeinkäufe. Da kamen schon wirklich ein paar ganz interessante Namen zusammen, eine illustre Liste von Spielern, die in Ihrer Hochzeit absolutes Weltklasseniveau, wenigstens aber gehobenes Bundesligaformat hatten.

Das Problem war oft: Diese Hochzeiten hatten die Spieler meist nicht, als sie für den HSV spielten.

Sei’s drum. Ich habe mir die Transfers der vergangenen zehn Jahre angesehen und hieraus meine ganz persönliche HSV-Traumelf zusammengebastelt. Und wären die genannten Akteure ausnahmslos zur selben Zeit beim HSV gewesen, und jeder von ihnen auf dem Zenit seines Schaffens: Der HSV wäre Meister geworden. Locker. Mit 15 Punkten Vorsprung vor dem Zweiten. Und zwar mit folgender Elf:

Torwart:
Rene Adler
Kam 12/13 ablösefrei von Bayer Leverkusen

Rechter Verteidiger:
Jerome Boateng
Kam 07/08 für 1,1 Mio. von Hertha BSC

Innverteidiger:
Vincent Kompany
Kam 06/07 für 10,5 Mio. vom RSC Anderlecht

Innenverteidiger:
Daniel van Buyten
Kam 04/05 für 3,8 Mio. von Olympique Marseille

Linker Verteidiger:
Juan Pablo Sorin
Kam 06/07 für 3 Mio. vom FC Villareal

Defensives Mittelfeld:
Nigel de Jong
Kam 05/06 für 1,5 Mio. von Ajax Amsterdam

Rechtes Mittelfeld:
Sidney Sam
Kam 07/08 ablösefrei aus der U23

Zentrales Mittelfeld:
Rafael van der Vaart
Kam 05/06 für 5,1 Mio. von Ajax Amsterdam und 12/13 für 13 Mio. von Tottenham Hotspur

Linkes Mittelfeld:
Zé Roberto
Kam 09/10 für 4 Mio. von Nacional Montevideo

Sturm:
Mladen Petric
Kam 08/09 für 7,3 Mio. von Borussia Dortmund

Sturm:
Ruud van Nistelrooy
Kam 09/10 ablösefrei von Real Madrid

Bei fünf Spielern war der HSV eine Durchgangsstation auf dem Weg zum Weltruhm: Jerome Boateng, Vincent Kompany, Daniel van Buyten, Nigel de Jong und Rafael van der Vaart spielten danach bei Weltklassevereinen.

Für drei Spieler war der HSV eine gute Gelegenheit, auf die alten Tage noch mal so richtig abzukassieren. Unabhängig davon, ob sie hier anständige Leistungen brachten oder eher durch Verletzungen oder schlechte Spiele glänzten: Juan Pablo Sorin, Zé Roberto, Ruud van Nistelrooy.

Für die restlichen drei Spieler ist und war der HSV mehr oder minder eine ganz normale Station in der Karriere: Rene Adler ist dem Klub sicher auf eine Weise dankbar, dass dieser den Mut hatte, ihn zu verpflichten; Sidney Sam hatte bei jeder seiner weiteren Stationen mehr Spaß als beim HSV und ist inzwischen Nationalspieler; Mladen Petric erlebte seine beste Zeit hier und denkt sicher oft mit Wehmut an die schöne Zeit zurück – ihm würde ich aus dieser kompletten Riege als einzigem glauben, sagte er so etwas wie: „Der HSV ist eine Herzensangelegenheit.“

Vielleicht ist meine kleine Auflistung ja Anlass für Euch, werte Leser, Eure Traumelf aus den Transfers ver vergangenen zehn Jahre hier in die Kommentare abzulegen. Ich würde mich freuen.

Nur der HSV.