Wir dürfen weitermurksen.

Der HSV hat es tatsächlich geschafft und mit Nachsitzen und viel, viel Glück die Klasse gehalten.

Wie ich nach dem Hinspiel schon schrieb: Das einzig Positive an ebenjenem Hinspiel war die Tatsache, dass wir zu Null gespielt haben – das sollte sich nun als Trumpf herauskristalisieren.

Ich empfinde es übrigens als besonders großen Wink der Ironie, dass unser Treffer – Kopfball Lasogga nach einer van-der-Vaart-Ecke – bei einer Standardsituation fiel. Wo hier doch die Truppe mit der schlechtesten Abwehr nach Standards auf ausgewiesene Experten des ruhenden Balles traf.

Im Gegensatz zum Hinspiel war der HSV diesmal von Anfang an wach. Das hat mich sehr gefreut, denn das war in dieser Saison nun wahrlich keine Selbstverständlichkeit. Dementsprechend wenig gelang den Fürthern zu Beginn. Das war für mich letztlich spielentscheidend. Nicht auszudenken, wie das Spiel gelaufen wäre, hätte es ein frühes Gegentor gegeben.

Ich kenne den Kader der Fürther nicht sehr gut, bin aber der Meinung, dass Trainer Kramer einen taktischen Fehler begangen hat, in dem er Baba hinten links spielen ließ. Der Mann hat am Donnerstag so viel Dampf im Mittelfeld gemacht. Und nun wurde er hinten „verschenkt“. Mir soll es recht sein. So hatten wir phasenweise sogar spielerisches Übergewicht. Wir!

Großartig anzusehen war einmal mehr Milan Badelj. Ich habe selten einen Spieler gesehen, der seinen Gegnern so geschickt und so elegant die Bälle abnimmt. Und als er zum taktischen Mittel „Jarolim-Gedächtnis-Faller“ griff, musste ich herzlich lachen. Da war sie wieder, unsere 14.

Die von vielen so gehasste und von mir seit jeher nur als nette Randnotiz zur Kenntnis genommene Uhr tickt also weiter. Und über ein neues Maskottchen müssen wir uns auch noch keine Gedanken machen. Sorry, werte HSV-Hasser. Macht Euch eine Flasche Holsten auf und spült Euren Frust damit herunter. Wir haben den Abstieg verschoben. Stolz bin ich auf das Gezeigte nicht, aber der Fakt, dass wir weiter in der Bundesliga spielen dürfen, macht mich froh.

Ab sofort kann es für unseren Sportdirektor nur ein Motto geben: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Herr Kreuzer muss am Kader für die nächste Saison feilen, und zwar mit Hochdruck. Wenn schon ein Pierre-Michel Lasogga gehen muss, dann sorgen sie schnell und zielgerichtet für Ersatz, Kreuzer! Auf der Gegenseite lief ein gewisser Azemi herum, der gefiel mir ganz gut. Aber ich will gar nicht groß ins Detail gehen, welche Spieler nun bleiben sollen, gehen müssen oder kommen dürfen. Im Endeffekt soll eine homogene Mannschaft gefunden werden, mit genügend Ersatzleuten auf den Außenverteidigerpositionen und im Sturm.

Den Rest erledigt der Trainer dann schon, an den ein großer Dank geht: Mirko Slomka hat eine wunderbar unaufgeregte Art, egal ob auf dem Trainingsplatz, an der Seitenlinie oder auf Pressekonferenzen. Das ist alles sehrhübsch anzusehen. Deshalb wünsche ich mir, dass wir noch viel von Ihnen haben werden, Herr Slomka.

 

Auf ein weiteres Jahr Bundesliga. Wie immer dabei:

NUR DER HSV!

 

PS: Johan Djourou soll eine Gehirnerschütterung davongetragen haben. Gute Besserung, lieber Johan.

PPS: Hat Stephan Fürstner eigentlich nochmal „Buh“ zu Rafael van der Vaart gesagt?

Advertisements

Mehr nicht.

Zu Null.

Damit wären die positiven Dinge aus dem Relegationshinspiel des HSV gegen die SpVgg Greuther Fürth erwähnt.

 

Schade, dumm und/oder schlecht ist, dass…

… wir kein Tor geschossen haben.
… der Gegner uns in allen Belangen überlegen war.
… weder Spieler noch Funktionäre dies nach Schlusspfiff erkannt haben.

Die Fürther haben sich hinten reingestellt, Herr Lasogga? Nein. Sie haben aus einer gestärkten Defensive heraus ihr Spiel gespielt. Ein schnelles, technisch ansprechendes, im übrigen.

Wir haben Sonntag noch alle Chancen, Herr van der Vaart? Ja. Aber die hatten sie gegen Bremen, Hannover und Augsburg auch. Und gegen Hertha, Frankfurt und Mainz auch. Ich könnte weitere Beispiele nennen. Immer blieb unterm Strich zu wenig.

Ich möchte keinen Zweckoptimismus und keine Durchhalteparolen. Ich will Leistung. Für die Putzfrauen und Büroangestellten, für die Zeugwarte und Busfahrer, die unter einer Zäsur deutlich mehr leiden müssten als die Herren Spieler. Für die Fans, die bedingungslos hinter der Mannschaft stehen und für die der Verein viel mehr bedeutet als manchem Spieler. Ich möchte, dass Ihr alles in Eurer Macht stehende tut, um den Abstieg zu verhindern. Dass Ihr einen Meter mehr lauft als sonst, ein Kopfballduell mehr bestreitet und einen Zweikampf mehr gewinnt. Und mindestens genauso viele Tore schießt wie die SpVgg Greuther Fürth.

Mehr nicht.

Für eine halbe Stunde Fan der SpVgg Greuther Fürth*

Ach, herrje.

Die SpVgg Greuther Fürth hat mehr als eine ganze Saison lang gezeigt, wie man es nicht macht: Schon im Vorwege ging einiges schief, und zwar in der Personalplanung. Trotz des Aufstiegs konnten weder Stürmer Olivier Occean noch Arbeitsbiene Stephan Schröck gehalten werden. Auch Dani Schahin ging, der in Düsseldorf zunächst leistungsexplodierte. Ersetzt wurden diese Spieler mit grauestem Mittelmaß: Edu kam von Schalke, und der zweitteuerste Einkauf Djiby Fall vom KSC Lokeren. Hinzu kam immerhin auch Zoltan Stieber aus Mainz, der aber im Grunde nur in der Hinrunde zur Verfügung stand, ehe er sich schwer verletzte und quasi für den Rest der Saison ausfiel. Edu stand ganze zehnmal auf dem Platz und traf einmal, Fall ganze zweimal.

Diese drei Spieler waren die namhaftesten Verstärkungen. Insgesamt war der Kader somit alles andere als erstklassig besetzt. Das spiegelte sich auch in den Leistungen wider. Als einzige Mannschaft blieben die Fürther ohne Heimsieg. Darüber hinaus schossen sie nur 26 Tore und waren das harmloseste Team der ganzen Liga. Hinten klingelte es dafür umso öfter: 60 Gegentore – nur Hannover (62), Heiner Bremer (66) und Hoffenheim (67) waren noch schlechter.

Der Hauptgrund, warum man aus Fansicht mit der abgelaufenen Saison so gar nicht zufrieden sein kann, ist allerdings nicht die sportliche Misere. Denn die – bei allem Respekt – hatte man erwartet. Schlimm war deshalb, dass es auch bei der SpVgg Greuther Fürth niemand verstand, souverän und abgeklärt mit der Tatsache umzugehen, dass man nun mal den schwächsten Kader aller 18 Bundesligisten hat. Statt sich hinter den Trainer zu stellen, der die Mannschaft nur wenige Monate zuvor sensationellerweise aus der 2. Liga in die Beletage gehievt hatte, wurde Mike Büskens geschasst. Nach dem 22. Spieltag, mit zwölf Zählern auf dem Konto. Haben Präsident Helmut Hack und seine Schergen tatsächlich geglaubt, dass U23-Trainer Ludwig Preis den Karren aus dem Dreck ziehen kann? Oder Frank Kramer, der zuvor nur für zwei Spiele Interimstrainer Hoffenheims war und ansonsten keine Meriten im Profibereich vorzuweisen hatte? Schade.

Immerhin einen Grund zur Freude gab es: Im Derby gegen den 1. FC Nürnberg im April siegte Fürth mit 1:0. Das hatte etwas vom FC St. Pauli, der vor ein paar Jahren auch nichts zustande brachte außer einem Sieg gegen den HSV. Leider ist die SpVgg Greuther Fürth nicht halb so kultig wie der Hamburger St. Adtteilverein. Deshalb droht sie nun, da in der 2. Liga ein Neuaufbau gestartet werden muss, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Aktuell:
1. FC Nürnberg > HSV
FC Augsburg > HSV
HSV > Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen > HSV
HSV > VfL Wolfsburg
HSV > Hannover 96
Schalke 04 > HSV
HSV > Borussia Dortmund
HSV > Fortuna Düsseldorf
HSV > SpVgg Greuther Fürth

Hier noch einmal die Links zu meinen bisherigen Fanstationen:
1. FC Nürnberg
Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
Bayer Leverkusen
VfL Wolfsburg
Hannover 96
Schalke 04
Borussia Dortmund
Fortuna Düsseldorf

(*In loser Reihenfolge frage ich mich seit ein paar und in den nächsten Wochen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)