Luft holen.

Als HSV-Fan ist man Kummer seit jeher gewohnt. Seit zwei Jahren gesellt sich zur außersportlichen Stümperhaftigkeit, die – man kann es Saison für Saison beobachten – ganz offensichtlich beliebig gesteigert werden kann, das, was auf dem Rasen gezeigt oder eben nicht gezeigt wird. Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass viele Mannschaften uns links und rechts überholt haben – mit deutlich weniger finanziellem Aufwand.

Umso schöner ist es, wenn es, wie nun geschehen, zu einem versöhnlichen Saisonteilabschluss kommt. Ja, es ist peinlich, dass wir aus den Fehlern vergangener Zeiten nichts gelernt zu haben scheinen. Ja, fraglos hätten es andere Vereine durchaus mehr verdient, die Relegation spielen zu dürfen als der HSV – so behaupteten es viele. Und dennoch freue ich mich sehr darüber, dass wir noch immer die Chance haben, die Klasse zu halten.

Ich darf und möchte gestehen, dass ich lange Zeit nicht damit gerechnet habe, dass der HSV überhaupt noch mal die direkten Abstiegsränge verlassen würde. Dann kam Bruno Labbadia. Man kann über ihn sagen, was man will. Man muss ihn nicht mögen. Aber: Labbadia hat dem müden Haufen neues Leben eingehaucht, hat nach misslungenem Start in Bremen das Leistungsprinzip eingeführt und in der Folge auf die richtigen Pferde gesetzt. Bruno Labbadia hat bei seinem Amtsantritt gesagt, dass er in den letzten sechs Spielen zehn Punkte holen möchte. Das ist ihm gelungen, und dafür gebührt ihm höchster Respekt.

Die letzten drei dieser zehn Zähler holte der HSV gegen die einzige Bundesligamannschaft, die ich zurzeit noch sonderbarer finde als uns selbst: Schalke 04. Es ist Wahnsinn, welches Potenzial diese Truppe verschenkt und ich hoffe, das nie jemand aus der Führungsriege dieses Vereins zu uns stoßen wird. Doch um Schalke soll es hier nicht gehen. Ich bin der Meinung, dass der HSV an diesem Tag gegen fast alle Mannschaften aus der Bundesliga gewonnen hätte. Weil seine Spieler den Willen zeigten, Zweikämpfe anzunehmen und keinen Zentimeter Platzherrschaft abzugeben. Weil jeder für den anderen lief – weil der HSV sich als Mannschaft präsentierte. Als eine teils ungestüm wirkende und oft limitierte, aber als eine Mannschaft. Das fehlte so häufig.

Es war schön und traurig zugleich zu sehen, wozu die Mannschaft in der Lage ist. Denn so sehr ich mich freute, dass mein HSV eine solch engagierte Leistung abgerufen hat: Tragisch ist, dass er es so oft nicht gezeigt hat.

Wir müssen also nachsitzen. Wieder. Im Gegensatz zur vergangenen Saison gehe ich aber deutlich entspannter in die Relegation. Weil der HSV vielleicht noch rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt hat. Und weil er – auch hier geht ein Dank an den Trainer – wieder einigermaßen torgefährlich geworden ist. 1,5 Tore erzielten wir im Schnitt pro Spiel unter Brunos Leitung. Das ist eine zufriedenstellende Quote. Und deshalb kann ich nach vielen bangen Wochen endlich einmal wieder: Luft holen.

 

Sp. Gegner 2013/14 Ergebnis Gegner 2014/15 Ergebnis
1 Schalke 04 (A) 3:3 (1 Punkt) 1. FC Köln (A) 0:0 (1 Punkt)
2 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) SC Paderborn (H) 0:3 (0 Punkte)
3 Hertha BSC (A) 0:1 (0 Punkte) Hannover 96 (A) 0:2 (0 Punkte)
4 Braunschweig (H) 4:0 (3 Punkte) FC Bayern (H) 0:0 (1 Punkt)
5 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) M’gladbach (A) 0:1 (0 Punkte)
6 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) Frankfurt (H) 1:2 (0 Punkte)
7 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) Dortmund (A) 1:0 (3 Punkte)
8 Nürnberg (A) 5:0 (3 Punkte) Hoffenheim (H) 1:1 (1 Punkt)
9 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) Berlin (A) 0:3 (0 Punkte)
10 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) Leverkusen (H) 1:0 (3 Punkte)
11 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) Wolfsburg (A) 0:2 (0 Punkte)
12 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) Heiner Bremer (H) 2:0 (3 Punkte)
13 Hannover (H) 3:1 (3 Punkte) Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte)
14 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) Mainz 05 (H) 2:1 (3 Punkte)
15 FC Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) Freiburg (A) 0:0 (1 Punkt)
16 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) Stuttgart (H) 0:1 (0 Punkte)
17 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) Schalke 04 (A) 0:0 (1 Punkt)
18 Schalke 04 (H) 0:3 (0 Punkte) 1. FC Köln (H) 0:2 (0 Punkte)
19 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) Paderborn (A) 3:0 (3 Punkte)
20 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) Hannover 96 (H) 2:1 (3 Punkte)
21 Braunschweig (A) 2:4 (0 Punkte) FC Bayern (A) 0:8 (0 Punkte)
22 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) Gladbach (H) 1:1 (1 Punkt)
23 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) Frankfurt (A) 1:2 (0 Punkte)
24 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) Dortmund (H) 0:0 (1 Punkt)
25 Nürnberg (H) 2:1 (3 Punkte) Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte)
26 Stuttgart (A) 0:1 (0 Punkte) Hertha BSC (H) 0:1 (0 Punkte)
27 Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt) Leverkusen (A) 0:4 (0 Punkte)
28 Gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) Wolfsburg (H) 0:2 (0 Punkte)
29 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte)
30 Hannover (A) 1:2 (0 Punkte) Augsburg (H) 3:2 (3 Punkte)
31 Wolfsburg (H) 1:3 (0 Punkte) Mainz 05 (A) 2:1 (3 Punkte)
32 Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte) Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt)
33 FC Bayern (H) 1:4 (0 Punkte) Stuttgart (A) 1:2 (0 Punkte)
34 Mainz 05 (A) 2:3 (0 Punkte) Schalke (H) 2:0 (3 Punkte)
Gesamt 51:75 (27 Punkte) 25:50 (35 Punkte)

Vergleich: Der HSV steht aktuell 8 Punkte besser und 1 Tor schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 16
2014/15: 16

Veränderung: Der HSV steht auf dem selben Platz wie am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

Sp. Mannschaft 2013/14 2014/15
1 Nürnberg/Köln* (A) 5:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
2 Braunschweig/Paderb.* (H) 4:0 (3 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
3 Hannover 96 (A) 1:2 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
4 FC Bayern (H) 1:4 (0 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
5 M’gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
6 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
7 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
8 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
9 Berlin (A) 0:1 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
10 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
11 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) 0:2 (0 Punkte)
12 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) 2:0 (3 Punkte)
13 Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte) 1:3 (0 Punkte)
14 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
15 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
16 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) 0:1 (0 Punkte)
17 Schalke (A) 3:3 (1 Punkt) 0:0 (1 Punkt)
18 Nürnberg/Köln* (H) 2:1 (3 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
19 Braunschweig/Paderb.* (A) 2:4 (0 Punkte) 3:0 (3 Punkte)
20 Hannover 96 (H) 3:1 (3 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
21 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) 0:8 (0 Punkte)
22 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
23 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
24 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
25 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
26 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
27 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) 0:4 (0 Punkte)
28 Wolfsburg (H) 1:3 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
29 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
30 Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) 3:2 (3 Punkte)
31 Mainz 05 (A) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
32 Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt) 1:1 (1 Punkt)
33 Stuttgart (A) 0:1 (0 Punkte) 1:2 (0 Punkte)
34 Schalke (H) 0:3 (0 Punkte) 2:0 (3 Punkte)
Gesamt 51:75 (27 Punkte) 25:50 (35 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht im Direktvergleich aktuell 8 Punkte besser und 1 Tor schlechter da als in der vorigen Saison.

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.

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Meine kleine Bundesligavorschau: Zieleinlauf

Nachdem der VfL Wolfsburg bekanntgegeben hatte, Lord Bendtner verpflichtet zu haben, hatte ich kurzzeitig überlegt, meine diesem Verein zugetane Platzierung noch einmal zu überdenken und die Wolfsburger nicht auf Platz zwei zu tippen. Nach reiflicher, sekundenlanger Überlegung kam ich zu dem Entschluss, dass ich den Deal zwar für ein deutliches Anzeichen dafür halte, dass Thomas Klaus Allofs bald wieder zu alter (und letzter) Bremenform aufläuft, aber selbst Bendtner es nicht schaffen kann, für so viel Unruhe zu sorgen, dass Wolfsburg nicht Zweiter wird.

In der vergangenen Zeit war ich unter anderem damit beschäftigt, meine kicker-Interactive-Kader zusammenzustellen. Hierbei fiel mir immer wieder auf, wie gut der VfL Wolfsburg auf vielen Positionen besetzt ist. Max Grün ist ein guter Vertreter Diego Benaglios im Kasten, in der Abwehr reihen sich Namen wie Naldo, Rodriguez, Jung und Knoche aneinander. Fällt davon jemand aus, stehen arrivierte Kräfte wie Träsch, Ochs, Schäfer und Klose bereit. Oder andersrum. Prunkstück der Wolfsburger ist das Mittelfeld: Arnold, De Bruyne, Hunt, Luiz Gustavo, Vierinha. Perisic, Junior Malanda, Caligiuri. Es gibt Schlimmeres. Und vorn? Ja, Bendtner. Aber auch Olic, den gefühlt 25-Jährigen. Naja, und Dost. Alles in allem sehe ich nur wenige Kader in der Bundesliga, die in punkto Ausgeglichenheit mithalten können.

Fazit: Ich glaube an eine Überraschung und tippe Wolfburg auf Platz zwei.

Zwei Positionen darunter reiht sich Schalke 04 ein, und ich weiß jetzt schon, dass allein diese Aussage dafür sorgen wird, dass mir der eine oder andere Gelsenkirchener Fan mindestens attestieren wird, dass ich keine Ahnung vom Fußball habe. Stimmt womöglich sogar. Aber ich sehe es nunmal so: Schalke hinter Bayern, Wolfsburg und ja, sogar Dortmund.

Ein Torwartproblem werden die Schalker nicht bekommen: Giefer und Wetklo kamen, gut eingekauft, fertig. Aber der Rest? Ich halte Maxim Choupo-Moting nicht für so stark, dass er Schalke qualitativ verbessern kann. Ebenso Sidney Sam. Nein, da spricht keine verletzte HSV-Seele, ich empfinde das einfach so. Für mich stellen sie Bundesligamittelmaß dar, wenngleich sie beide bereits Länderspiele absolviert haben. Der (vorübergehende Verlust) eines Kyriakos Papadopoulos wiegt in meinen Augen schwer. Wer ersetzt ihn? Santana? Matip? Ich weiß es nicht, und ich bin gespannt, ob Trainer Keller eine Antwort parat hält.

Fazit: Alles in allem finde ich den Kader Schalkes – auch nach dem Wechsel Adam Szalais nach Hoffenheim – etwas schwächer als zuvor, deshalb geht es runter. Ist natürlich alles „Jammern auf hohem Niveau“.

Auch beim nächtsten KLub werden mir wahrscheinlich einige vorwefen, ich sehe das Ganze zu sehr durch die HSV-Brille. Aber: Ich halte den Kader des SV Werder Bremen für schwach. Sehr schwach. Fast so schwach wie den des HSV der vergangenen Saison, wobei ich glaube, dass der 16. der kommenden Saison mehr als 27 Punkte holen wird. Sebastian Mielitz ist weg, und das halte ich grundsätzlich für gar nicht so übel aus Bremer Sicht: Das Problem: Wolf ist da, und der ist meines Erachtens auch eher unteres Bundesliganiveau. Die Stützen der Abwehr sind Sebastian Prödl und Kapitän Clemens Fritz – auch das sagt einiges über die Qualität der Hintermannschaft aus. Garcia, Caldirola: laufen mit, ich halte sie ebenfalls nicht herausragend. Im Mittelfeld tummeln sich die beiden Königstransfers: Izet Hajrovic, von dem ich bis jetzt nur sein großes Selbstbewusstein kennengelernt habe, und der mich nicht nur wegen seiner Namensendung an Herrn Arnautovic erinnert. Und, hust, Fin Bartels. Daneben werden sich nach dem Wechsel von Aaron Hunt Spieler wie Kroos (der Kleine), Junuzovic (immerhin), Aycicek, Yildirim, Obraniak, Gebre Selassie, van Haacke, Makiadi oder Bargfrede gesellen. Angst macht mir das nicht, und wenn, dann höchstens um Werder. Und der Sturm? Da ging es qualitativ nach oben – weil Akpala weg ist. Elia wird kein Topstürmer mehr. Allerdigs gestehe ich, dass ich Petersen, di Santo und Selke, auf den ich sehr gespannt bin, als Mix gut finde.

Fazit: Vorn wird’s das eine oder andere Mal klingeln, ja. Hinter aber noch öfter. Bremen wird’s schwer haben und am Ende – auch, weil ich Robin Dutt und einen nur wenig bundesligareifen Trainer halte – den Platz einnehmen, den wir 2013/14 hatten. Viel Spaß in der Relegation gegen Greuther Fürth.

Kommen wir zum HSV.

Platzierungstechnisch erwarte ich keine große Steigerung, siehe unten. Erhoffen tue ich mir natürlich eine ganze Menge. Vom HSV und vom Umfeld. Unter anderem, dass wir mit einem erkennbaren System spielen, dass sich die Spieler den Allerwertesten aufreißen und dass „von außen“ Ruhe einkehrt.

Der HSV ist finanziell nicht auf Rosen gebettet (eine kühne Behauptung, ich weiß), gemessen daran finde ich die Neuzugänge gut, womöglich sogar sehr gut. Mit Matthias Ostrzolek kommt ein bissiger Linksverteidiger aus Augsburg, der schon Weltklasseszenen gegen den FC St. Pauli hatte und deshalb grundsympathisch ist. Sollte er Jansen nicht hinten links beerben, so wird er ihm zumindest Feuer unterm Hintern machen. Passt. Valon Behrami wurde, das habe ich zumindest gelesen, halb Europa angeboten, und landete beim HSV. Was das über die Qualität des Spielers aussagt, wird sich zeigen. Mir gefiel er bei den wenigen Auftritten, die ich gesehen habe (zugegebenermaßen in unwichtigen Testspielen), gut. Eventuell hat man den Schweizer im Vorfeld eines möglichen Transfers Milan Badeljs irgendwohin verpflichtet. Das fände ich schade, denn ich freue mich auf die gemeinsame Doppelsechs mit den beiden. Im Gegensatz zu Arslan hat Behrami – so meine ich – seine Nerven im Griff und verfügt über ein hohes Maß an Routine. Das sind nicht die schlechtesten Voraussetungen. Zoltan Stieber muss seine Bundesligatauglichkeit dauerhaft unter Beweis stellen. Ich mag aber seine Skills: Er ist schnell und trickreich, tendenziell ein Instinktfußballer. Nicolai Müller ist meiner Meinung nach eine große Verstärkung. Auch er ist technisch versiert und hat nicht nur eine schnelle Auffassungsgabe, sondern ebensolche Beine. Ich freue mich auch ihn und hoffe, dass er nicht so viele kleine Nicklichkeiten bekommen wird, die ihn zu Pausen zwingen. So wie aktuell. Neulich bei n-tv sprach ich mich für folgende Stammstartelf aus: Adler – Diekmeier, Djourou, Tah, Ostrzolek – Behrami, Badelj – Jansen, van der Vaart, Müller – Lasogga. Momentan spielt Tah keine große Rolle, daher ersetze ich ihn durch – hmpf – Westermann.

Fazit: Diese Elf (und ihre restlichen Mannschaftsmitglieder) werden stark genug sein, am Ende vor Werder und vor allem besser als in der vorigen Saison dazustehen. Wenn auch nicht viel: Platz 15 traue ich uns zu, wenngleich mit rund zwölf bis fünfzehn Punkten mehr als 2013/14.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.VfL Wolfsburg
3. Borussia Dortmund
4. Schalke 04
5.  Borussia Mönchengladbach
6. Bayer Leverkusen
7. 1899 Hoffenheim
8. SC Freiburg
9.   1. FSV Mainz 05
10. 1. FC Köln
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15. Hamburger SV
16. Heiner Bremer
17. VfB Stuttgart
18. SC Paderborn

Das glaubt Ihr nicht? Dann kommentiert meine kleine Vorschau gern und gebt mir Saures.

Irgendwas mit Fußball.

Man sollte es kaum für möglich halten, aber tatsächlich neigt sich die Winterpause der Bundesliga ihrem Ende entgegen. Endlich. Als HSV-Fan freue ich mich besonders, dass wieder gespielt wird, lenken die Geschehnisse auf dem Rasen doch ein wenig vom Brimborium rund um die mögliche Ausgliederung der Fußballabteilung ab.

Die große Frage zum Sonntag ist: Wer spielt? René Adler ist immer noch nicht fit, Maxi Beister sowieso nicht. Auch der arme Kerem Demirbay, der in der Vorbereitung so dicht wie nie an der ersten 17 schnupperte, ist verletzt. Von Johan Djourou ganz zu schweigen. Und ganz nebenbei muss Trainer Bert van Marwijk gegen Schalke auch auf Tomas Rincon verzichten, der seine Sperre wegen der gelb-roten Karte gegen Mainz absitzen muss. Sowieso hat Rincon sich eine Entzündung am Arm eingefangen, wäre also eh ausgefallen. Ob Heiko Westermann nach seiner Knie-OP und Dennis Diekmeier nach seinem Fußbruch rechtzeitig für volle 90 Minuten fit werden, ist offen.

Im Tor wird also zweifelsohne Jaroslav Drobny stehen.

Und davor? Ich rechne mit einer Viererkette, die aus Dennis Diekmeier, Jonathan Tah, Heiko Westermann und Marcell Jansen besteht. So gern ich ihn auch mag und so leid es mir tut: Ich glaube nicht, dass Lasse Sobiech (einer der Torschützen aus dem Hinspiel übrigens) starten darf – van Marwijk wird beim kleinsten Zeichen Westermanns, dass es wohl gehen wird, auf ebendiesen vertrauen, und sei es nur für einen Teil der Gesamtspieldauer.

Und davor? Milan Badelj und – Obacht – Petr Jiracek werden auf der Doppelsechs spielen. Der Tscheche soll sich im Trainingslager nicht allzu dumm angestellt haben. Außerdem bin ich, warum auch immer, ein kleiner Jira-Fan und ein bisschen spielt in dieser meiner Vorhersage auch einfach der Wunsch mit, ihn spielen zu sehen.

Und davor? Da spielen Rafael van der Vaart, Hakan Calhanoglu und Ola John. Sicher hätte Ivo Ilicevic es auch verdient, von Beginn an loszulegen, an den beiden Erstgenannten kommt er aber nicht vorbei. Und Herr John genießt den Bonus des „Neuen, der sofort helfen soll“. Ich bin gespannt auf den Mann, denn bisher habe ich ihn noch nicht spielen sehen.

Und davor? Darf Jacques Zoua von draußen zusehen, wie sich Pierre-Michel Lasogga einen Wolf läuft, kratzt, beißt, spuckt und hoffentlich trifft. Eine Zeit lang sah es so as, als würde Zoua der große Gewinner der Vorbereitung werden. Doch PML, den ich in Anlehnung an meinen liebsten Fußballer aller Zeiten einfach mal „Das Phänomen“ nenne, ist wieder fit, und für Zoua bleibt somit nur der Platz auf der Bank.

So sieht’s also aus gegen Schalke: Drobny – Diekmeier, Tah, Westermann, Jansen – Badelj, Jiracek – van der Vaart, Calhanoglu, John – Lasogga.

Ein anderes Thema:
Weil beim HSV inzwischen ja nur noch ver- und ausgeliehen wird, habe ich vor ein paar Tagen (oder gestern?) eine Kaufpersonalie ins Spiel gebracht. Christian Fuchs soll angeblich Schalke verlassen müssen. Meiner Meinung nach ist das ein Mann, der dem HSV gut zu Gesicht stünde. Kann man den nicht mit Dennis Aogo verrechnen? Wenn dann auch noch Marcell Jansen verkauft würde und Oliver Kreuzer einen Nachwuchsmann als Backup holte, würde der HSV rund sieben Millionen Euro generieren (Fünf Millionen Ablöse plus eingespartes Jansen-Gehalt minus kleines Gehalt für den Backup). Was sich damit alles anstellen ließe… Was meint Ihr?

Für eine halbe Stunde Fan von Schalke 04*

Schalke ist Chaos, Chaos ist Schalke. Das war schon in den frühen 80ern so, als ich mich für Fußball zu interessieren begann. Und das ist auch heute noch so. Chaos muss natürlich nicht immer etwas negatives sein.

Im Falle von Chaos Schalke 04 verlief die Saison einmal mehr alles andere als in geregelten Bahnen. Unter Huub Stevens starteten die Gelsenkirchener furios in die Liga. Sechs Siege in den ersten neun Partien, der beste Saisonstart seit 41 Jahren – Schalke-Herz, was willst Du mehr?

Nun: Etwas mehr Stabilität vielleicht. Raúl, der große Raúl, war zwar nicht mehr da, statt seiner zauberten, rannten und kämpften nun Draxler und Holtby. Doch auch diese Jungstars vermochten den Absturz der Schalker zum Ende der Hinserie nicht abzuwenden. Magere zwei Punkte gab es in den letzten sechs Spielen, und in der Tabelle stürzte Schalke auf Platz sieben ab.

Für die Verantwortlichen unverständlicherweise Anlass genug zum Handeln. Stevens musste weg – obwohl die Gruppenphase in der Champions League trotz den starken Gegnern FC Arsenal, Montpellier und Piräus als Erster abgeschlossen wurde.

Wenn man keine Probleme hat, macht man sich halt welche.

„Wir hatten nicht mehr das Vertrauen, in dieser Konstellation eine Wende (in der Bundesliga) herbeiführen zu können“, sagte Horst Heldt. Für den Startrainer installierte der Manager den blassen Jens Keller. Ein Schritt, der vielerorts auf Unverständnis stieß. Dieser Mann sollte den Karren wieder aus dem Dreck ziehen?

Zunächst sah es nicht danach aus. Kellers erstes Pflichtspiel hing in die Hose: Im DFB-Pokal-Achtelfinale gab es eine Heimpleite gegen Mainz. Dann ging es in die Winterpause. Im Trainingslager bezog Schalke dann richtig Prügel: Ein Testspiel gegen die Bayern endete 0:5, in Gelsenkirchen regierte die blanke Angst. Das änderte sich erst recht nicht, als man nach einem 5:4-Erfolg über Hannover bis Mitte Februar, inzwischen ohne den zu Tottenham abgewanderten Holtby, vier Spiele sieglos blieb. Niederlagen gegen Greuther Fürth und die Bayern – diesmal nur mit 0:4 – ließen das Minimalziel Platz vier in weite Ferne rücken.

Das Rückspiel gegen den BVB mag so etwas wie eine Initialzündung gewesen sein. Julian Draxler machte das Spiel seines Lebens, Schalke siegte 2:1 (wie im Hinspiel übrigens) und schöpfte neue Hoffnung im Kampf um Rang vier. Es sollte sich lohnen. Am letzten Spieltag kam es zum Showdown mit dem SC Freiburg, Schalke siegte und sicherte sich den CL-Quali-Platz.

Fazit: Läuft außerhalb des Platzes alles in geregelten Bahnen, ist Schalke offenbar auf dem Grün nicht zu gebrauchen. Das Chaos nimmt man als Fan daher gern mit. Und weil das Saisonziel erreicht wurde, und weil es zwei Derbysiege gab, und weil es auf Schalke Stars wie Draxler, Farfan, Bastos und Huntelaar zu sehen gibt, wäre ich in dieser Serie sicher zufriedener gewesen als beim HSV.

Aktuell:
1. FC Nürnberg > HSV
FC Augsburg > HSV
HSV > Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen > HSV
HSV > VfL Wolfsburg
HSV > Hannover 96
Schalke 04 > HSV

Hier noch einmal die Links zu meinen bisherigen Fanstationen:
1. FC Nürnberg
Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
Bayer Leverkusen
VfL Wolfsburg
Hannover 96

(*In loser Reihenfolge frage ich mich seit ein paar und in den nächsten Wochen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)

Nennt mich den Propheten.

Mein lieber Herr Murphy.

Wenn das so weitergeht, wird Ihr Gesetz bald umbenannt, und man wird stattdessen meinen Namen verwenden.

Was habe ich mich am vergangenen Freitag hier verbal beziehungsweise tastaturtippenderweise aus dem Fenster gelehnt! Habe aus dem unguten Gefühl heraus, meine Lieblingsmannschaft werde gegen die beste Truppe der vergangenen beiden Spielzeiten nicht nur verlieren, sondern dabei auch noch jede Menge Treffer kassieren, noch die Ausgänge zweier weiterer Bundesligapartien prophezeit. Und nichts davon ist wahr geworden.

So richtig schlimm finde ich das natürlich nicht.

Ich prognostizierte, dass die Keller-Mannschaft Schalke bei den Bayern gewönne. Nun, knapp daneben ist auch vorbei. Die Knappen – ein Name, der so gar nichts mit dem Resultat des Tages zu tun hatte – gingen mit 0:4 unter, und so langsam muss man sich wohl mit dem Gedanken vertraut machen, dass bei der oben verwendeten Bezeichnung „Keller-Mannschaft“ der Bindestrich gestrichen werden muss.

Was die Partie Gladbach gegen Leverkusen angeht, lag ich zumindest in Sachen Spielführung richtig: Bayer dominierte die Partie. Dass sie entgegen meiner Prognose nicht mit einem Leverkusener Sieg, sondern 3:3 ausging, hat mit Glück, Pech, Unvermögen und Klasse zu tun.

Die größte Fehleinschätzung leistete ich mir bei der Partie BVB – HSV. Drei, vier Gegentore hätte ich für normal empfunden. Es wurde nur eins, dafür trafen meine Jungs viermal. An diesen Sieg und vor allem in die Art und Weise, wie er zustande kam, werde ich mich noch oft und dann stets gern erinnern. Analysen lasse ich aus, die liest man im kicker oder sonstwo nach. Nur eine Sache möchte ich loswerden: Jürgen Klopp ist der unsympathischste Bundesligatrainer aller Zeiten. Auch der, die noch kommen werden. Offensichtlich ist ihm der Erfolg der vergangenen Jahre zu Kopf gestiegen. Anders kann ich mir seine Arroganz und Hochnäsigkeit nicht erklären. Schade.

Eigentlich ging es aber um etwas ganz anderes, nämlich meine Unfähigkeit, Spielausgänge vorherzusagen. Wenn Ihr also Tipps benötigt: Fragt mich, und tippt anschließend das Gegenteil. Im Extremfall könnte es Euch sehr, sehr reich machen.