Tach, Roger

Zurzeit tut sich ja nicht wirklich viel auf dem Transfermarkt, die Zeit der Testspiele ist auch fast vorüber. Das ist die Gelegenheit für mich, einen der Neuen willkommen zu heißen, den ich bislang mit Missachtung strafte: Roger Stilz.

Roger wer? Das mögen einige von Euch vor ein paar Wochen gedacht haben. Was mich angeht: Ich kenne ihn seit Jahren, den Roger. Wobei „kennen“ nicht persönlich gemeint ist, vielmehr ist es so, dass ich seinen Werdegang seit vielen Jahren verfolge. Nicht, weil ich ein Stalker bin, sondern weil man, wenn man sich für die Hamburger Amateurfußballszene interessiert, gar nicht an ihm vorbeikommt. (Übrigens ist es sogar so, dass wir tatsächlich auch schon einige wenige Worte miteinander wechselten. Wir standen mal für ein paar Minuten bei einem Käffchen nebeneinander, weil wir einen gemeinsamen Bekannten haben. Aber das, meine ich, zählt nicht so richtig.)

Wo war ich? Ach ja: Beim verfolgen seines Werdegangs. Ich sah ihn bei Altona 93 spielen, später jahrelang beim SC Victoria, und immer war er einer der besseren seiner jeweiligen Mannschaft. Und ein Vorbild in Sachen Einsatz. Zwischenzeitlich erfuhr ich, dass er, bevor er nach Deutschland kam, 130 Spiele in der zweithöchsten schweizerischen Spielklasse absolvierte. Respekt! Neben dem Platz fiel Roger mir auch auf: einerseits, weil er denselben Beruf ergriffen hatte wie ich. Wisst Ihr, dass, als sein Landsmann Raphael Wicky beim HSV spielte, er dessen Homepage gepflegt und bearbeitet hatte? Andererseits, weil er sich nebenher als Model verdingt hatte, unter anderem für IKEA und wenn ich mich recht entsinne für irgendein Abführmittel.

Wer immer auf die Idee gekommen ist, Roger Stilz als Co-Trainer zu verpflichten: Man sollte ihm dafür auf die Schulter klopfen. Roger Stilz hat jahrelang hart dafür gearbeitet, in den professionellen Trainerbereich zu gelangen und bringt alle fachlichen Voraussetzungen mit, um die Mannschaft weiterzuentwickeln. Seine Art, Fußball zu leben – aus einer gewissen Distanz betrachtet – ist eine, für die ich mich sehr erwärmen kann. Zudem sollte man nicht außer Acht lassen: Roger kennt die oberen Regionen der Hamburger Amateurszene und die des Hamburger Umlandes wie kaum ein zweiter. Ich würde mich nicht wundern, wenn sein Wort beim HSV mitzählen würde, wenn es darum geht, (endlich mal wieder) Talente aus der Region in die Profimannschaft oder zumindest in die U23 einzubauen. Darüber hinaus sehe ich in seiner Verpflichtung auch ein kleines Zeichen, dass der HSV gesetzt hat: Seht her! Wir verpflichten nicht nur altgediente Co’s mit bekanntem Namen, sondern geben auch dem Nachwuchs eine Chance beziehungsweise glauben daran, dass dieser Nachwuchs uns weiterbringt. Aus Hamburg, für Hamburg.

Ich wünsche Roger Stilz alles erdenklich Gute. Möge er beweisen, dass der HSV mit seiner Verpflichtung den richtigen Weg gegangen ist. (Und wenn er dann noch Zeit findet, kann er mir ja gern meine XING-Nachricht beantworten…)

Nur der HSV!