Gut gemacht, Beiersdorfer

Nun ist es also soweit: Der HSV – Dietmar Beiersdorfer – hat sich von Sportdirektor Oliver Kreuzer getrennt. Wenn wir ehrlich sind: Das war abzusehen. Manch einer fragt sich, ob gestern Abend der richtige Zeitpunkt gewesen sei. Ich meine: Es gibt keine richtigen oder falschen Zeitpunkte. Nicht in dieser Hinsicht. Die Entscheidung war zu treffen, Beiersdorfer hat sie getroffen. Fertig.

Ja, Oliver Kreuzer hat ein paar Dinge gut oder sogar sehr gut hinbekommen. Die Vertragsverlängerung Jonathan Tahs zum Beispiel, auch die Hakan Calhanoglus. Und dass er sich keine Kaufoption für Per Skjelbred hat andrehen lassen, dürfte dem HSV auch noch ein paar Taler bringen – oder aber einen guten Spieler im Kader halten.

Grundsätzlich ist die Geschichte „Kreuzer beim HSV“ aber doch sehr unglücklich verlaufen. Der Versuch Kreuzers, sich einen Ruf als harter Hund aufzubauen, ist grandios gescheitert. Zu oft hat er sich zu weit aus dem Fenster gelehnt (man erinnere seinen Umgang mit den Spielern Rajkovic, Kacar, Mancienne, etc.), zu oft musste er zurückrudern. Darüber hinaus hat er nicht weniger oft zu viel an die Presse weitergegeben – und sich damit unbewusst sein eigenes Grab geschaufelt.

Der neue HSV – die HSV AG, meinetwegen – möchte diesen Typ Sportdirektor nicht mehr, sondern einen, der Transfers ohne die Bekanntgabe von Verhandlungszwischenständen abschließt. Einen, der einen respektableren Umgang mit den Spielern pflegt. Insofern ist die Entscheidung in meinen Augen vollkommen nachzuvollziehen und ok, zumal mit Dietmar Beiersdorfer eh ein besserer Verhandler vorhanden ist, als es Kreuzer je werden wird.

Der geschätzte Sven schreibt, dass der HSV für Oliver Kreuzer zwei bis drei Nummern zu groß gewesen sei – ich glaube, er hat Recht.

Natürlich werden wieder viele HSV-Anhänger und auch -Kritiker sagen: Was das wieder kostet! Ja, ein Rausschmiss verursacht Kosten. Ich glaube aber, dass ein Nichtrausschmiss den HSV viel mehr kosten würde. Kreuzers Gehalt, die Chancen, gute oder talentierte Spieler zu erträglichen Kosten zu bekommen, am Ende eventuell sogar den Verbleib in der Bundesliga. Also, worüber reden wir?

Dietmar Beiersdorfer hat einen verdammt guten Start beim HSV hingelegt. Ich wünsche mir, dass er weiterhin und noch lange Zeit gute Entscheidungen für den HSV treffen wird.

Nachtrag 9.42 Uhr: So schnell holt einen die Gegenwart ein. Kaum habe ich meinen Beitrag online gestellt, heißt es, der HSV habe Bernhard Peters als „Direktor Sport“ verpflichtet. Dazu möchte ich gratulieren. Peters gehört der Kategorie „Fachmann und Leisetreter“ an. Das mag ich. Bei der TSG 1899 Hoffenheim war Peters vorrangig   für die Nachwuchsförderung verantwortlich, baute das dortige Nachwuchsleistungszentrum (mit) auf. Mir scheint, der HSV habe sich etwas mit dieser Verpflichtung gedacht.

Das war es dann.

Grundsätzlich bin ich Optimist.

Doch nach der Niederlage im Auswärtsspiel gegen Borussia Mönchengladbach bin ich mir nun vollends sicher, dass der HSV den bitteren Weg in die zweite Liga antreten muss. Wobei ich ja behaupten darf, dass ich es schon viel früher habe kommen sehen, um genau zu sein: am 1. Februar.

Gegen die Gladbacher kann man auf dem Papier durchaus verlieren, gar keine Frage.

An diesem Sonntagnachmittag trafen wir allerdings auf eine Fohlenelf, die weit unter ihren Möglichkeiten blieb. Die ihr sonst so gewohntes Offensivspiel zunächst nicht wirklich aufzog, die irgendwie mit angezogener Handbremse zu spielen schien. Die schlagbar war.

Es fing auch ganz gut an. Wir präsentierten uns kampfstark, und Hakan Calhanoglu zeigte mit seiner Freistoßtorvorlage einmal mehr, warum man ihn in Hamburg so liebt. Dass Jacques Zoua unser Tor erzielt hat, freute mich besonders. Ich hoffe, dass er dadurch bei den kritischen HSV-Fans an Kredit gewonnen hat.

Als Pierre-Michel Lasogga verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste, hat man gesehen, was das große Problem des HSV ist: Wir haben nicht genügend gute Spieler, und wenn einer ausfällt, haben wir keine Möglichkeiten mehr, das zu kompensieren. Das ist zum großen Teil die Schuld unseres Sportdirektors Oliver Kreuzer.

Klar, er kann nichts dafür, wenn sich Spieler verletzen, teils sogar so schwer, dass sie lange ausfallen (Beister, Lasogga, Rajkovic, Jansen, Diekmeier, habe ich jemanden vergessen?). Ein Sportdirektor muss dieses aber entweder im Wintertransferfenster auffangen können oder aber nicht noch weitere Optionen verbbauen, in dem er Spieler mit einer gewissen Qualität verkauft. Ich kann keinen Artjoms Rudnevs verkaufen, wenn ich dann keinen (wirklichen) Stürmer mehr im Kader habe, falls sich PML verletzen sollte. Das geht nicht. Und angesichts der im Winter dünnen Spielerdecke darf ich im Grunde auch keinen Gojko Kacar verleihen, der im Notfall auch in der Innenverteidigung hätte eingesetzt werden können. 3 Euro fünfzig Leihgebühr hin oder her. Und was im Winter kam, ist schlicht nicht bundesligatauglich. Wenn Ola John laut transfermarkt.de einen Marktwert von 8 Millionen Euro hat, muss ich mich ernsthaft fragen, ob diese sonst so gern von mir angesteuerte Seite diesen Wert eventuell ausgewürfelt hat. Und Oausim Bouy? Ist 20 Jahre alt und kam in einer unterklassigen Liga Italiens nicht zum Zug. Und das soll dann für den HSV und die Bundesliga reichen?

Nein, das tut es nicht. Und deshalb steigt der HSV ab.

Das süße Nichtstun ist für Oliver Kreuzer nun vorbei. Ab jetzt muss er zusehen, dass er möglichst viel Ballast gewinnbringend verkauft. Jansen muss gehen, van der Vaart wohl auch, Badelj, vielleicht sogar ein Diekmeier und ein Jiracek. Ein Adler sowieso. Die Ausgeliehenen Bouy, John, Lasogga, Djourou werden Lebewohl sagen. Bleiben müssen bitte Drobny (bitte!), Mancienne (so er mag), Tah (eh klar), Sobiech, Arslan, Calhanoglu, Zoua. Und zurückkehren werden Skjelbred aus Berlin und Beister aus der Reha. Und vielleicht ist Demirbay endlich verletzungsfrei und kann angreifen. Um sie herum muss Kreuzer eine Truppe herumbauen, die in der 2. Liga um den Aufstieg mitspielt. Das wäre mein Wunsch.

Oder gibt es doch noch ein Wunder und wir siegen noch zwei-, dreimal? Ich kann es mir nicht vorstellen. Leider.

Saison 12/13:

1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)
14. Spieltag: FC Schalke 04 (H) 3:1, 20 Punkte (-2)
15. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 21 Punkte (-2)
16. Spieltag: 1899 Hoffenheim (H) 2:0, 24 Punkte (0)
17. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 0:3, 24 Punkte (-3)
18. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 1:1, 25 Punkte (-3)
19. Spieltag: Bremen (H) 3:2, 28 Punkte (-2)
20. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 0:2, 28 Punkte (-4)
21. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 4:1, 31 Punkte (-1)
22. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (H) 1:0, 34 Punkte (0)
23. Spieltag: Hannover 96 (A), 1:5, 34 Punkte (-4)
24. Spieltag: SpVgg Greuther Fürth (H) 1:1, 35 Punkte (-4)
25. Spieltag: VfB Stuttgart (A) 0:1, 38 Punkte (-3)
26. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 38 Punkte (-4)
27. Spieltag: FC Bayern (A) 9:2, 38 Punkte (-11)
28. Spieltag: SC Freiburg (H) 0:1, 38 Punkte (-12)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)
14. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 16 Punkte (-1)
15. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 16 Punkte (-2)
16. Spieltag: FC Bayern (A), 1:3, 16 Punkte (-4)
17. Spieltag: FSV Mainz (H) 2:3, 16 Punkte (-5)
18. Spieltag: Schalke 04 (H) 0:3, 16 Punkte (-8)
19. Spieltag: 1899 Hoffenheim (A) 0:3, 16 Punkte (-11)
20. Spieltag: Hertha BSC (H) 0:3, 16 Punkte (-14)
21. Spieltag: Eintracht Braunschweig (A) 2:4, 16 Punkte (-16)
22. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:0, 19 Punkte (-13)
23. Spieltag: Heiner Bremer (A) 0:1, 19 Punkte (-14)
24. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 1:1, 20 Punkte (-14)
25. Spieltag: 1. FC Nürnberg (H) 2:1, 23 Punkte (-13)
26. Spieltag: VfB Stuttgart (A) 0:1, 23 Punkte (-14)
27. Spieltag: SC Freiburg (H) 1:1, 24 Punkte (-14)
28. Spieltag: Bor. Mönchengladbach (A) 1:3, 24 Punkte (-16)

Veränderung: 14 Punkte schlechter (vier Tore schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 11
2013/14: 17

Veränderung: Sechs Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 9:2
Hamburger SV – FSV Mainz 1:0
Hamburger SV – Schalke 04 3:1
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Fortuna Düsseldorf 2:1
Greuther Fürth – Hamburger SV 0:1
Hamburger SV – Borussia Dortmund  3:2
Heiner Bremer – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 0:2
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 0:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 0:1
Hamburger SV – SC Freiburg 0:1
Bor. Mönchengladbach – Hamburger SV 2:2

41 Punkte, 36:42 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 3:1
Hamburger SV – FSV Mainz 2:3
Hamburger SV – Schalke 04 0:3
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hertha BSC* 0:3
Eintracht Braunschweig* – Hamburger SV 4:2
Hamburger SV – Borussia Dortmund 3:0
Heiner Bremer – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 1:1
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 2:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – SC Freiburg 1:1
Bor. Mönchengladbach – Hamburger SV 3:1

24 Punkte, 43:59 Tore

Veränderung: 17 Punkte schlechter, zehn Tore schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

 

 

Irgendwas mit Fußball.

Man sollte es kaum für möglich halten, aber tatsächlich neigt sich die Winterpause der Bundesliga ihrem Ende entgegen. Endlich. Als HSV-Fan freue ich mich besonders, dass wieder gespielt wird, lenken die Geschehnisse auf dem Rasen doch ein wenig vom Brimborium rund um die mögliche Ausgliederung der Fußballabteilung ab.

Die große Frage zum Sonntag ist: Wer spielt? René Adler ist immer noch nicht fit, Maxi Beister sowieso nicht. Auch der arme Kerem Demirbay, der in der Vorbereitung so dicht wie nie an der ersten 17 schnupperte, ist verletzt. Von Johan Djourou ganz zu schweigen. Und ganz nebenbei muss Trainer Bert van Marwijk gegen Schalke auch auf Tomas Rincon verzichten, der seine Sperre wegen der gelb-roten Karte gegen Mainz absitzen muss. Sowieso hat Rincon sich eine Entzündung am Arm eingefangen, wäre also eh ausgefallen. Ob Heiko Westermann nach seiner Knie-OP und Dennis Diekmeier nach seinem Fußbruch rechtzeitig für volle 90 Minuten fit werden, ist offen.

Im Tor wird also zweifelsohne Jaroslav Drobny stehen.

Und davor? Ich rechne mit einer Viererkette, die aus Dennis Diekmeier, Jonathan Tah, Heiko Westermann und Marcell Jansen besteht. So gern ich ihn auch mag und so leid es mir tut: Ich glaube nicht, dass Lasse Sobiech (einer der Torschützen aus dem Hinspiel übrigens) starten darf – van Marwijk wird beim kleinsten Zeichen Westermanns, dass es wohl gehen wird, auf ebendiesen vertrauen, und sei es nur für einen Teil der Gesamtspieldauer.

Und davor? Milan Badelj und – Obacht – Petr Jiracek werden auf der Doppelsechs spielen. Der Tscheche soll sich im Trainingslager nicht allzu dumm angestellt haben. Außerdem bin ich, warum auch immer, ein kleiner Jira-Fan und ein bisschen spielt in dieser meiner Vorhersage auch einfach der Wunsch mit, ihn spielen zu sehen.

Und davor? Da spielen Rafael van der Vaart, Hakan Calhanoglu und Ola John. Sicher hätte Ivo Ilicevic es auch verdient, von Beginn an loszulegen, an den beiden Erstgenannten kommt er aber nicht vorbei. Und Herr John genießt den Bonus des „Neuen, der sofort helfen soll“. Ich bin gespannt auf den Mann, denn bisher habe ich ihn noch nicht spielen sehen.

Und davor? Darf Jacques Zoua von draußen zusehen, wie sich Pierre-Michel Lasogga einen Wolf läuft, kratzt, beißt, spuckt und hoffentlich trifft. Eine Zeit lang sah es so as, als würde Zoua der große Gewinner der Vorbereitung werden. Doch PML, den ich in Anlehnung an meinen liebsten Fußballer aller Zeiten einfach mal „Das Phänomen“ nenne, ist wieder fit, und für Zoua bleibt somit nur der Platz auf der Bank.

So sieht’s also aus gegen Schalke: Drobny – Diekmeier, Tah, Westermann, Jansen – Badelj, Jiracek – van der Vaart, Calhanoglu, John – Lasogga.

Ein anderes Thema:
Weil beim HSV inzwischen ja nur noch ver- und ausgeliehen wird, habe ich vor ein paar Tagen (oder gestern?) eine Kaufpersonalie ins Spiel gebracht. Christian Fuchs soll angeblich Schalke verlassen müssen. Meiner Meinung nach ist das ein Mann, der dem HSV gut zu Gesicht stünde. Kann man den nicht mit Dennis Aogo verrechnen? Wenn dann auch noch Marcell Jansen verkauft würde und Oliver Kreuzer einen Nachwuchsmann als Backup holte, würde der HSV rund sieben Millionen Euro generieren (Fünf Millionen Ablöse plus eingespartes Jansen-Gehalt minus kleines Gehalt für den Backup). Was sich damit alles anstellen ließe… Was meint Ihr?

Gute Nacht, John, Bouy.

Eines kann man unserem HSV wirklich nicht nachsagen: dass es mit ihm langweilig wird.

Die Fan- und Funktionärslager zerreißen sich im Hinblick auf die am Sonntag stattfindende Mitgliederversammlung gegenseitig, fürchten eine etwaige Fremdbestimmung – einige Fans wollen eventuell gar nicht mehr ins Stadion; Günter Netzer spricht von jahrelangen Versäumnissen in der Führungsetage; Carl-Edgar Jarchow ist trotz der mehr als angespannten finanziellen Lage guter Dinge; Pierre-Michel Lasogga sagt, er sei kein Muttersöhnchen, zeitgleich wird Mama Lasogga im Wolfsburger Hotel gesichtet; Jos Luhukay hatte PML sowieso schon immer lieb. Tah hat Schnupfen und Djourou ’nen Muskelfaserriss, Maxi Beister holt sich einen Kreuzbandriss; Kerem Demirbay trumpft erst auf, dann reißt er sich die Bänder; Jansen könnte für fünf Millionen weg – wovon Herr Kreuzer nichts weiß – während Schalke 2,5 Millionen für Aogo zuviel sind; ein Finanzsenator schlägt Alarm, der HSV könne das Steuerrecht verletzen; Tolgay Arslan wird für unverkäuflich erklärt. Und das war nur ein kleines Resümee der vergangenen paar Tage.

Seit heute lässt sich hinzufügen: Der HSV hat auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Zuerst eisten wir Ola John von Benfica Lissabon los, dann Ouasim Bouy von Juventus Turin, dem Klub, mit dem ein grün-weißer Bundesligaverein vor weniger als zwei Monaten stolz verkündete, man habe eine Kooperation mit ihm vereinbart. Hihi.

Wie gut die beiden jungen Niederländer sind bzw. wie gut sie dem HSV helfen können, weiß ich nicht. Dennoch begrüße ich sie herzlich und freue mich darüber, dass sie den Weg in die schönste Stadt der Welt gefunden haben. Bert van Marwijk wird die Spieler kennen, und da unser Trainer sagte, er wolle nur Spieler, die dem HSV weiterhelfen können, vertraue ich ihm und den Jungs mal.

Ein bisschen Sorge macht mir die Dauer der bislang festgelegten Wirkzeit. Sowohl John als auch Bouy bleiben erstmal nur bis Saisonende. Bei John ist inzwischen bekannt, dass der HSV keine Kaufoption besitzt; ich könnte mir vorstellen, dass bei Bouy ähnlich verhandelt wird. Leider. Wer läuft denn dann überhaupt noch mit der Raute auf der Brust herum? Das Schreckensszenario zum 30.6. sähe so aus: John, Bouy und Lasogga kehren zu ihren Vereinen zurück (oder wohin auch immer), Beister ist weiter verletzt, Hannover kauft Rudnevs, und mit Aogo und Jansen fehlt uns die linke Defensive. Klingt gar nicht mal so toll.

Machen Sie was, Herr Kreuzer. Vor allen Dingen: Lassen Sie das mal mit diesem Verzicht auf Kaufoptionen. Sonst heißt es bald: Gute Nacht.

Remis, Engel, Drittliga-Manager

Alles in allem war es doch so schlecht nicht, dass der HSV einen Punkt aus Wolfsburg mitnehmen konnte. Vor der Partie wäre ich mit dieser Ausbeute zufrieden gewesen, insofern möchte ich mich auch danach nicht darüber beschweren. Klar, es ist Pech, wenn man in der Schlussphase des Spiels nur Aluminium trifft. Es ist aber auch Glück, wenn man in dieser verhaltenen Anfangsphase, die der HSV gezeigt hat, nicht schon von den Wolfsburgern überrollt wird. So what. (Tiefer gehende und bessere Analysen gibt es, da bin ich sicher, bei Tim und Florian).

Dass Hakan Calhanoglu der HSV-Torschütze des Tages war, hat mich besonders gefreut. Er hat mit diesem Treffer untermauert, wie gefährlich seine Freistöße sind – ganz gleich, ob der Ball nun direkt oder per Benaglio-Kopfball die Linie überquerte. Drin ist drin, und wenn Calhanoglu die Freistöße trifft, gilt Alarmstufe Rot.

Das ist besonders wichtig vor dem Hintergrund, dass Rafael van der Vaart wohl deutlich früher ins Team zurückkehrt als von mir (und einigen anderen „Experten“) erwartet. Ich bin nach seiner Verletzung felsenfest davon ausgegangen, ihn erst im Jahr 2014 wieder spielen zu sehen. Nun soll es schon am kommenden Wochenende so weit sein. Und so sehr ich mich darüber freue, dass van der Vaart wieder gesund ist: Ich hätte Calhanoglu gern noch drei Spiele ohne ihn spielen sehen. Nun wird es wohl höchstens noch beim DFB-Pokalsieg gegen den 1. FC Köln der Fall sein.

In der Winterpause werde ich sicher noch einen Blogeintrag zur Causa Oliver Kreuzer verfassen. Schon jetzt und an dieser Stelle möchte ich unserem Sportdirektor aber ein Lob aussprechen. Trotz und gerade wegen der Kritik, die er von vielen Seiten einstecken musste. Aus meiner Sicht hat er einen verdammt guten Job gemacht. Hoffentlich geht das im kommenden Jahr so weiter. Und auch, wenn wir in den folgenden Tabellen schlechter dastehen als im Vergleich zu 2012/13, so habe ich doch ein besseres Gefühl als damals. Auch ein Verdienst des Drittliga-Managers.

Saison 12/13:
1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)
14. Spieltag: FC Schalke 04 (H) 3:1, 20 Punkte (-2)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)
14. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 16 Punkte (-1)

Veränderung: Vier Punkte schlechter (ein Tor besser)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 8
2013/14: 11

Veränderung:
Drei Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
19 Punkte, 17:19 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
16 Punkte, 30:31 Tore

Veränderung:
Drei Punkte schlechter, ein Tor besser

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.