Der HSV-Kader (4)

Nichts ist älter als der Blogeintrag von gestern. Habe ich mich damals dazu hinreißen lassen, nach Tagen Pause mal wieder etwas über den HSV-Kader zu schreiben, war der Text schon Stunden nach Veröffentlichung hoffnungslos veraltet. Dank eines kleinen Austausches mit dem Übersteiger, der sich sicher freut, in einem HSV-Blog erwähnt zu werden, möchte ich zunächst erwähnen, dass ich im gestrigen Eintrag einen kleinen Zusatz zu Michael Gregoritsch eingebaut habe, den ich aber hier nochmal wiederhole: Möge er in den vergangenen Jahren charakterlich gereift sein. Und noch etwas: Gestern hatte ich Gregoritsch noch als Mittelfeldspieler eingestuft. Offiziell ist er aber wohl Stürmer.

Der eigentliche Grund meines erneuten Bloggens ist aber Sven Schipplock, der als nächster Neuzugang vorgestellt wurde. Was mich bei diesem Transfer über alle Maßen freut: Kein Experte hat ihn vorausgesehen, niemand hat etwas „gerochen“. Jüngst hatten alle Jörg Schmadtke völlig zu Recht dafür gelobt, dass er Leonardo Bittencourt ohne Nebengeräusche von Hannover zum 1. FC Köln lotste. Der Transfer Schipplocks zum HSV lief ganz ähnlich und ich zolle Sportdirektor Peter Knäbel meinen Respekt dafür. Das erste Pflichtspiel, das ich in der vergangenen Saison live gesehen habe – und hier gilt mein besonderer Dank dem werten Julian – war die DFB-Pokal-Erstrundenpartie USC Paloma vs. 1899 Hoffenheim, die 0:9 endete. Ich stand in der Gästekurve, musste aus nächster Nähe teils widerliche Sprüche tumber und besoffener Paloma-Fans auch über mich ergehen lassen und sah, wie Schipplock fünf Tore schoss. Zwar haben fünf gegen einen Amateurklub erzielte Treffer nur bedingt Aussagekraft hinsichtlich der Qualität eines Stürmers. In diesem Fall habe ich mich aber für den Spieler mitgefreut, galt er doch – zumindest habe ich dies stets so empfunden – in seiner Hoffenheimer Zeit nie als gesetzter Stürmer. Hier schoss er sich nun einen eventuellen Frust von der Seele und legte die Basis für seinen ersten persönlichen Titel: Mit insgesamt sechs Treffern im Wettbewerb wurde er (gemeinsam mit Stefan Kießling von Bayer Leverkusen) Torschützenkönig des Wettbewerbs. Rückblickend viel wichtiger für mich: Ab da hatte ich – wenn man so will – ein besonderes Auge auf Schipplock, fragte mich hier und da, ob er nicht öfter hätte spielen können, zumal mich die Leistungen seiner Konkurrenten nicht immer vom Hocker rissen. Nun ist Sven Schipplock hier, und darüber freue ich mich. Ich weiß nicht, ob er nun die neue Nummer eins im Zentrum wird. Aber das Angriffsspiel des HSV wird variabler, Bruno Labadia hat mehr Möglichkeiten.

Wie geht es nun weiter? Ich finde: Bevor es weitere neue Spieler geben soll (und ich bin nicht mal der Meinung, dass diese unbedingt vonnöten sind), sollte der Kader verkleinert werden. Stand jetzt haben wir 33 Mann – das ist viel. Ich hoffe, dass beispielsweise Jacques Zoua und Artjoms Rudnevs neue Klubs finden. Nicht, dass ich irgendetwas gegen diese Spieler hätte. Ich glaube nur nicht mehr daran, dass sie Chancen auf Einsätze haben. Die Spieler Mickel, Hirzel, Götz, Marcos, Cigerci und Philipp Müller verstärken wohl eher die U23. Somit stehen wir am Ende noch immer bei 25 Akteuren für elf Plätze. Ein, zwei weitere Verkäufe außer den eben genannten wären aus meiner Sicht notwendig. Insofern bin ich gespannt, ob sich beispielsweise bei Petr Jiracek etwas tut.

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel, Andreas Hirzel

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Gojko Kacar, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic, Albin Ekdal

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Michael Gregoritsch, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Jacques Zoua, Batuhan Altintas, Sven Schipplock

Der HSV-Kader (3)

Dass sich Torwart Tom Mickel einen Vertrag erkämpft hat, hatte ich beim letzten Mal schon in einem kleinen Nachtrag erwähnt. Hier aber nochmal: Herzlich willkommen zurück!

Auf derselben Position gab es außerdem einen weiteren Zugang, nämlich den Schweizer Andreas Hirzel. Dessen bisherige Vereinshistorie ist bemerkenswert: Hirzel ist 22 Jahre alt, hat im Herrenbereich aber bereits für neun verschiedene Klubs gespielt. Beziehungsweise: nicht immer gespielt. Nach acht Partien für das Team Aargau, laut Wikipedia einem „Zusammenschluss zur Talentförderung der drei Verein FC Aarau, FC Baden und FC Wohlen“, das in der fünften Liga angesiedelt war, wurde er, um Spielpraxis zu bekommen (Ein für Torhüter kein unbekanntes Leid: mangelnde Spielpraxis.), zum SC Zofingen verliehen. 2012 zu seinem Stammverein FC Aarau (nicht verwechseln mit Team Aargau) zurückgekehrt, verlieh ihn auch dieser ganze vier Mal, ehe sich Hirzel 2014 dem liechtensteinischen FC Vaduz anschloss – der ihn zwischenzeitlich wiederum an den FC Tuggen (3. Liga) auslieh. Ich hoffe, dass diese ganze Verleiherei ein Ende gefunden hat und Andreas Hirzel nun seine sportliche Heimat gefunden hat. Auch Dir sein ein herzlicher Willkommensgruß entgegengebracht, lieber Andreas.

Verabschieden müssen wir uns dagegen von Matti Steinmann. Der Mittelfeldspieler wird an den Drittligisten Chemnitzer FC verliehen. Aus dieser Personalie werde ich nicht ganz schlau. Natürlich werde ich sowieso nicht mehr schlau, aber was ich meine, ist: Der 20-jährige Steinmann spielt, seit er 14 Jahre alt ist, beim HSV, durchlief von der U15 bis zur U20 sämtliche DFB-Nationalmannschaften – und man kann einen solchen Mann dennoch nicht im Kader gebrauchen? Verdient er so viel Geld, dass man ihn nicht einfach behalten und ihm endlich eine faire Chance geben kann, sondern ihn verleihen muss, damit er woanders Spielpraxis sammeln soll? Die Spielpraxis kann er auch hier in der U23 bekommen – wenn man denn nach all den Jahren immer noch unsicher ist, ob er den Bundesligakader bereichert oder nicht. Oder andersrum: Wenn man ihm das tatsächlich noch nicht zutraut – was soll dann eine Leihe, und warum verkauft man ihn nicht gleich? Andere mögen anders denken, selbstverständlich. Tschüß, Matti, komm‘ bald wieder.

Endlich durch ist der Wechsel von Michael Gregoritsch vom VfL Bochum zu uns. Prima, dass es sich sämtliche Verantwortlichen nicht doch noch anders überlegt haben. Über die genauen Ablosemodalitäten herrscht noch Uneinigkeit, nichts Genaues weiß man nicht. Da muss ich mich erst noch informieren. Unabhängig davon: Ich heiße Michael herzlich willkommen und freue mich auf einen jungen, entwicklungsfähigen Linksfuß für die Offensive. (Zusatz, 23.7., nachmittags: Möge er in den vergangenen Jahren charakterlich gereift sein.)

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel, Andreas Hirzel

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Gojko Kacar, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Michael Gregoritsch, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic, Albin Ekdal

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Jacques Zoua, Batuhan Altintas

Der HSV-Kader (2)

Neulich hatte ich ja hier schon mal etwas zu den bis dato feststehenden Neuzugängen geschrieben.

Binnen weniger Tage hat sich unser Kader stark verändert. Valon Behrami hat sich dem FC Watford angeschlossen, Jonathan Tah wechselt zu Bayer Leverkusen. Natürlich schmerzt der Abgang Tahs. Wie ich diesen aber schlussendlich bewerte, lässt sich hier ablesen. Mit dem Verkauf dieser beiden Spieler, die zusammen 38 Spiele für den HSV bestritten haben, hat Sportdirektor Peter Knäbel ordentlich Platz im Kader geschaffen und – viel wichtiger – den Spieleretat immens entlastet. Nicht zuletzt dadurch konnten weitere Nägel mit Köpfen gemacht werden. Ein gewisser Salifu Seidu, über den ich nichts, aber auch gar nichts sagen kann, ist da. Herzlich willkommen, lieber Salifu. Auf welcher Position spielst Du? (Kleiner Scherz, ich habe es aber nachsehen müssen.)

Für die wichtigere Personalie halte ich Albin Ekdal. Auch dieser Mann war mir bis vor ein paar Wochen unbekannt, das gebe ich gern zu. Und der einzige Albin, den ich vorher kannte, sprang Wasser. Aber ich habe mich informiert. Und nun weiß ich: Albin Ekdal sieht nicht nur unverschämt gut aus, sondern hatte aufgrund seiner Spielanlage schon im Jugendalter ein Angebot des FC Chelsea, das er aber ausschlug. Als 19-Jähriger konnte er der Verlockung Juventus Turin nicht widerstehen und verließ seine Heimat. Auch wenn er bei diesem Spitzenklub kein Fuß fasste: In den Folgejahren setzte er sich bei anderen Vereinen in der Serie A durch und wurde ein gestandener Profi, der im Mittelfeld flexibel einsetzbar ist. Ekdal ist Schwede – für Hater und sonstige Beobachter ist das Grund genug, Vergleiche zu Marcus Berg zu ziehen, einem der größten Fehleinkäufe des HSV der vergangenen Jahre. Was soll ich davon halten? Vielleicht entgegne ich mit: Wir hatten auch schon mal deutsche Fehleinkäufe, viele sogar – und dennoch haben wir immer wieder deutsche Spieler verpflichtet, die einschlugen. So what?

So ganz offiziell ist der Wechsels Ekdals zum HSV nicht. Aber: Der Klub hat via Twitter mitgeteilt, dass der Spieler morgen zum Medizincheck erwartet wird. Das reicht mir erstmal, um auch ihn herzlich willkommen zu heißen.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht – ein paar Taler, um Michael Gregoritsch vom VfL Bochum loszueisen, hat der HSV ja nun noch in der Tasche.

*** Nachtrag: Am 16.7. hat Tom Mickel einen Einjahresvertrag unterschrieben. Schön, dass Du wieder da bist, Tom. ***

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Gojko Kacar, Matti Steinmann, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic, Saifu Seidu, Albin Ekdal

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Jacques Zoua, Batuhan Altintas

Der HSV-Kader

In der letzten Zeit ist es etwas stiller hier geworden, was der eine oder andere eventuell bemerkt hat. Und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Im Gegenteil: nichts wäre schlimmer, als Leser, die sich darüber ärgern, dass es nichts zu lesen gibt. Insofern: Schön, wenn niemand bemerkt hat, dass ich eine längere Zeit gar nicht gebloggt habe.

Aus HSV-Sicht betrachtet gab es auch längere Zeit gar nichts, über das man sich hätte auslassen können. Querelen und Analysen über Unfähigkeiten innerhalb des Vorstands können andere deutlich besser als ich, und auch die üblichen Tiraden über Geschäftsmodelle unseren maroden Klubs erspare ich mir. Wer tumbes Draufhauen haben möchte und hochnäsiges Gewäsch, der surfe und lese bitte woanders – man weiß ja, wo.

Seit ein paar Tagen gibt es einen Grund, warum ich hier wieder ein paar Worte loswerden möchte: unsere Neuzugänge. Auch wenn es den Anschein erwecken musste: Ich gehe nicht davon aus, dass unser Sportvorstand in den vorherigen Wochen Däumchen gedreht hat. Ich bin sicher, er hat hart gearbeitet und tut dies noch jetzt. Gab es in den Wochen zuvor keine Ergebnisse, wurde in den vergangenen Tagen ordentlich geliefert. Zumindest in der Quantität.

Um es vorweg zu nehmen: Die Spieler Ivo Ilicevic, Gojko Kacar, Kerem Demirbay, Jacques Zoua, Lewis Holtby, Ronny Marcos, Mohamed Gouaida und Jonathan Tah ordne ich aus verschiedenen Gründen nicht als Neuzugänge ein. Nein, hier geht es nur um die „richtig Neuen“, die zuvor noch nicht beim HSV spielten.

Erster Neuzugang war der Japaner Gotoku Sakai. Das war zwar ein sehr später, aber meines Erachtens guter Start. In seinem ersten Jahr beim VfB Stuttgart hat mir Sakai außerordentlich gut gefallen. Ich glaubte, einen gewissen Esprit und Spielverständnis ausgemacht zu haben. Danach zeigte seine Leistungskurve nach unten – Sakai konnte nie mehr an die Leistungen der ersten Saison anknüpfen. Und genau deshalb  freue ich mich so sehr über ihn: Am stärksten war er unter seinem zukünftigen Trainer Bruno Labbadia. Im Allgemeinen werde ich das Gefühl nicht los, als scheine Labbadia die Fähigkeit zu besitzen, aus gewissen Spielern mehr herausholen zu können als andere Trainer. Als jüngste Beispiele seien hier Ilicevic und Kacar genannt, die regelrecht unter ihm aufblühten. Ilicevic nicht zum ersten Mal – das „Duo“ funktionierte auch schon damals in der Regionalliga bei Darmstadt 98 und in der Zweiten Liga bei der SpVgg Greuther Fürth. Meine Hoffnung ist groß, dass auch Sakai unter Labbadia aufblüht. Sakai ist jung (24), spricht deutsch und ist beidfüßig und somit sowohl als Rechts- als auch als Linksverteidiger einsetzbar.

Weiter ging es mit Batuhan Altintas. Monate vor der offiziellen Verkündung des Transfers posaunter der erst 19-Jährige seinen Wechsel dzum HSV schon mal via Instagram heraus. Ein klassischer Fehlstart in meinen Augen. Und auch die Tatsache, dass sein ehemaliger Verein Bursaspor ihn ein Jahr lang hat auf der Tribüne versauern lassen, machte mir diese Personalie nicht eben schmackhafter. Aber: „Batu“, wie ich ihn nennen möchte, weil der kleine, niedlich Sohn meiner türkischen Nachbarsfamilie genauso heißt, entspringt einer Fußballerdynastie. Der Opa war Profi, der Papa war Profi, der Onkel war Profi. Er wird etwas auf dem Kasten haben. Ich lasse mich überraschen, wieviel.

Mit der Verpflichtung von Emir Spahic setzt der HSV gleich mehrere liebgewonnene Traditionen fort: Nicht nur, dass wie bereits in der vorigen Transferperiode ein „Balkankicker“ in den Mittdreißigern verpflichtet wurde, nein, es handelt sich auch noch um einen behramischen Charakterkopf. Zumindest in der Außendarstellung. Ich möchte Spahic nicht Unrecht tun und kenne ihn nicht persönlich, schon gar nicht näher – deshalb kann ich mir kein Urteil über Intellekt und Sympathiefaktor erlauben. Als Spieler vermittelte er mir den Eindruck eines Kompromisslosen, der lieber einmal zu viel als zu wenig den Ellbogen ausfährt; der zwar eine gute Spieleröffnung, aber seine Nerven nicht immer im Griff hat. Tja, und dann ist da noch die Sache mit dem Ordner. Ich bin nicht begeistert von diesem Transfer. Was für ein Zeichen ist es für beispielsweise Cleber Reis, wenn ein Platz in der Innenverteidigung eh durch den zukünftigen Kapitän (da lege ich mich mal fest) besetzt ist und Spahic von Labbadia als „wichtiger Bestandteil unserer Achse“ bezeichnet wird?

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Jonathan Tah, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Valon Behrami, Gojko Kacar, Matti Steinmann, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Jacques Zoua, Batuhan Altintas

 

Europa und die Neuen.

Nein, ich werde nicht anfangen zu träumen.
Hier in Hamburg, beim HSV, ist es verboten, über „Europa“ nachzudenken. Und noch bin auch ich nicht so weit.  Ich würde frühestens darüber nachdenken, ob es eventuell tatsächlich klappen könnte, Platz sechs zu erreichen, wenn:
1.)  am kommenden Wochenende gegen Hannover 96 gewonnen wird.
2.)  am darauffolgenden Wochenende gegen Greuther Fürth gewonnen wird.
Dann nämlich hätte die Nummer eins im Norden vier Spiele hintereinander den Platz als Sieger verlassen – bei einer solchen Serie, einem damit herausgearbeiteten, kleinen Punktepolster auf den Siebtplatzierten und nur mehr zehn Spielen vor der Brust muss es zumindest theoretisch in Betracht gezogen werden dürfen, dass sich der HSV für das internationale Geschäft qualifiziert.
Zumal die Spieler selbst Blut geleckt haben. Der derzeit verletzte Innenverteidiger Michael Mancienne twitterte neulich so etwas wie „Europe, here we come“ – vor der Partie gegen Mönchengladbach, wohlgemerkt. Und Rafael van der Vaart verriet nach eben dieser Begegnung: „Natürlich schaue ich auf die Tabelle.“
Überhaupt macht es derzeit mal wieder richtig Spaß, HSV-Anhänger zu sein. Denn die Zukunft ist zwar nicht rosig, doch die nächste Saison verspricht jetzt schon einiges. Tolle „Neue“ zum Beispiel: Als Zugänge stehen schon vier Spieler fest, auf die ich mich freue. Paul Scharner kehrt von Wigan Athletic zurück und wird darum kämpfen, der Mann neben Heiko Westermann in der Innenverteidigung zu werden. Als seine Konkurrenten sehe ich Michael Mancienne und Slobodan Rajkovic. Dass Jeffrey Bruma noch eine Rolle beim HSV spielen wird, glaube ich nicht.  Seine Ausleihzeit läuft aus, und er hat sich in der jüngsten Vergangenheit nicht gerade für einen Vertrag beworben.
Jonathan Tah, dieser Bär von einem Mann mit gerade einmal 17 Lenzen, darf mit den Profis trainieren und erste Erfahrungen im Profibereich einholen. Eingesetzt werden soll der Innenverteidiger aber zunächst noch in er U23. Meine Prognose: Der wird mal einer. Vielleicht bekommt er in der Rückrunde ein paar Einsätze.
Kerem Demirbay kommt vom Dortmunder Nachwuchs und ist mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet worden. Es gibt einige, die behaupten, dass die Tatsache, dass man sich diesen Mann schnappen konnte, den BVB mehr geärgert hat als die beiden Niederlagen in der Bundesliga. Bei so viel Lob ist die Vorfreude groß, auch wenn ich noch nicht recht weiß, welchen Spieler aus dem aktuellen Kader Demirbay verdrängen soll.
Schließlich und endlich kommt Hakan Calhanoglu vom KSC zurück. Zurück? Ja. Eigentlich gehört der uns längst, wir haben ihn nur nochmal verliehen, damit er noch ein wenig reifen kann. Aber Achtung: Neulich hatte er eine Formkrise: In der Partie gegen Arminia Bielefeld war der offensive Mittelfeldspieler mal an keinem Tor beteiligt! Gibt’s doch nicht. Im Ernst: Der Spieler ist ein Juwel, vielen Dank, Herr Arnesen. (Ja, ich war schon immer davon überzeugt, dass die Arbeit Arnesens besser ist als ihr Ruf.)
Und wenn nun auch noch international gespielt werden darf… Ich kann es kaum erwarten, meinen Söhnen, die mit Ach und Krach die Bundesligatabelle kapiert haben, nun auch noch zu erzählen, „wie Europa geht“. Wie erwähnt: Es macht wieder Spaß, ein HSV-Fan zu sein.
Noch vor einem Jahr hätte ich nicht geglaubt, diesen Satz in einen Blog zu tippen. Und das liegt nicht daran, dass ich damals noch keinen hatte.