Viel Lärm um nichts.

Ich weiß nicht so recht, was ich von Herrn Gernandt halten soll. Der designierte Aufsichtsrats-Chef ist ein Freund klarer Worte – so weit, so gut. Das Problem: Er trägt immer wieder Dinge nach außen, die besser intern besprochen werden sollten. Eine HSV-Krankheit, so scheint es, die leider auch Herrn Gernandt befallen hat.

„Wenn man nicht die gleichen Ziele hat, muss man den Mut haben und Entscheidungen treffen“, diktierte er der schreibenden Zunft in die Blöcke und meinte damit, dass man sich nicht sicher sei, ob Mirko Slomka (noch) der richtige Trainer sei.

Ich teile diese Meinung – also: die mit dem Mut und den Entscheidungen -, frage mich aber, warum zum Henker Fußballdeutschland über jeden, wirklich jeden Gedankengang informiert werden muss. Vielleicht arbeitet Herr Gernandt schon zu lange im Unternehmen des Sonnenkönigs Kühne, der ja auch nicht gerade mit seiner Meinung hinterm Berg hält.

Ich freue mich darauf, dass Dietmar Beiersdorfer ab Juli voll ins Geschehen eingreift. Früher war er mir ein bisschen zu verschlossen, vielleicht langweilig. Heute schätze ich seine unaufgeregte Art.

Jüngst führte Beiersdorfer ein längeres Gespräch mit Mirko Slomka, und siehe da: Es ist alles gut, Slomka ist in den Augen des Vorstandsvorsitzenden durchaus der geeignete Mann für den Trainerposten des HSV.

Am Ende bleibt hängen: Einmal mehr wurde ohne Not ein riesiges Fass aufgemacht und der Trainer geschwächt. Großes Kino. Ach, HSV.