Der HSV-Kader (5)

Au revoir, Jacques Zoua.

Deine Zeit beim HSV stand unter keinem guten Stern.

Zur Saison 2013/14 kamst Du für 1,5 Millionen Euro vom FC Basel zu uns, womöglich erdrückten Dich die Summe und auch die Vorschusslorbeeren, mit denen Dich Dein Trainer Thorsten Fink und Dein Sportdirektor Oliver Kreuzer geschmückt haben. Letzterer wusste, dass Du trotz Deines jungen Alters – 21 seinerzeit – schon „viele Erfahrungen in der Super League gesammelt“ hast, Ersterer hielt Dich gar für einen „Schnapper“ und sagte über Dich: „Ich weiß, was er kann. Ich habe ihn zweieinhalb Jahre als Spieler gehabt.“

Was immer Fink und Kreuzer in Dir gesehen oder zu sehen geglaubt haben – Du konntest es nicht zeigen. Technisch bist und warst Du irgendwo zwischen Jürgen Klinsmann und Artjoms Rudnevs einzuordnen, vom Esprit her wohl auch. Nach einer Saison, in der Du auf 27 Einsätze gekommen bist und in der Dir zwei Treffer geglückt waren, verlieh Dich der HSV in der Saison 2014/15 an den türkischen Klub Kayseri Erciyesspor. Dort hattest Du am Ende des Engagements respektable acht Tore in 23 Spielen vorzuweisen.

Beim HSV, zu dem Du anschließend zurückkehrtest, gab man Dir dennoch keine Chance mehr. Zurecht, wie ich leider konstatiere. Die Konkurrenz (siehe unten) ist für Dich schlicht zu groß. Aber ich freue mich, dass es einen Markt für Dich gibt: Ich las vom Interesse mehr als eines Vereins. Nun wechselst Du in die französische Ligue 1, zum Aufsteiger GFC Ajaccio. Nach „Abfindungen kassieren und kurz darauf einen neuen Verein präsentieren“ sind „Wechsel zu Aufsteigern in die höchste Spielklasse“ offensichtlich der neue heiße Scheiß – siehe van der Vaart und wohl auch Westermann.

Ich wünsche Dir viel Erfolg, dass Du Dich weiterentwickelst und Deinem neuen Team zu dem verhilfst, was es sich erträumt.

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel, Andreas Hirzel

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Gojko Kacar, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic, Albin Ekdal

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Michael Gregoritsch, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Batuhan Altintas, Sven Schipplock

Startaufstellungsentscheidungsfindung

Das 1:1 gegen den SC Freiburg hat uns kein Stück weitergebracht.

Es war ein unentschieden der Kategorie „verdient“. Zwar hatte der HSV über die gesamten 90 Minuten mehr investiert als Freiburg, doch die Gäste spielten verdammt clever. Geschickt nahmen sie immer wieder das Tempo aus dem Spiel, um im Zweifelsfall aber rasend schnelle Konter zu fahren. Beide Tore waren eher Glücks- als herausgespielte Treffer. Es ist müßig darüber nachzudenken, ob wir mit einem Hakan Calhanoglu gewonnen hätten. (Natürlich hätten wir. Aber er war nun mal gesperrt.)

Meine persönliche Erkenntnis dieses Spiels ist: Rafael van der Vaart in dieser Verfassung hilft dem HSV kein Stück weiter. Einmal mehr lief das Spiel an unserem Kapitän vorbei. Einzig bei Standards war er überhaupt zu sehen – aufgrund der Tatsache, dass er der einzige Spieler war, dem man so etwas wie eine Idee bei ruhenden Bällen zutraut. Aber um ehrlich zu sein: Sämtliche Freistöße von ihm waren schlecht. Genau wie seine erbärmlichen Versuche, Schiedsrichter Deniz Aytekin zu verdeutlichen, dass er (also: van der Vaart) soeben unrechtmäßig vom Ball getrennt wurde. Ehrlich: Selbst ich habe seinerzeit in der D-Jugend bessere Schwalben hinbekommen.

Des weiteren möchte ich eine Lanze für Jacques Zoua brechen. Sicher gehört er nicht zur Creme de la Creme der Bundesliga; aber bei den teils sehr kritischen Fans des HSV hat Zoua meiner Meinung nach zu wenig Kredit. Gegen Freiburg hat er sich aufgerieben, war stets anspielbar und hat viele Bälle vorn festgemacht. Zoua ist erst 22 Jahre alt; vielleicht schafft es Mirko Slomka ja, ihm noch ein bisschen mehr Torgefährlichkiet anzutrainieren. Und ein wenig mehr Selbstvertrauen zu geben. Dann könnten wir noch eine Menge Spaß an und mit ihm haben, davon bin ich überzeugt.

Angesichts der prekären Tabellensituation und der mageren Ergebnisse gegen die direkte Konkurrenz (siehe unten) muss der HSV endlich mal einen Überraschungscoup landen. Den schafft man eventuell mit einer Überraschung in der Startaufstellung. Daher wünsche ich mir, das folgende Spieler in Gladbach von Beginn an auflaufen:

Adler – Diekmeier, Mancienne, Djourou, Westermann – Arslan, Rincon – Jiracek, Calhanoglu, Zoua– Lasogga

Mirko Slomka soll – ginge es nach mir – Rafael van der Vaart auf die Bank setzen. Eine Pause tut dem kleinen Engel ihm wahrscheinlich gut; auf jeden Fall täte sie der Mannschaft gut. Zumal sein „Nachfolger“ wieder bereitsteht: Hakan Calhanoglu hat seine Gelb/Rot-Sperre abgesessen und darf wieder ran. Ich glaube allerdings nicht daran, dass der Kapitän aussetzen muss. Eine für mich denkbare Option wäre daher, ihn statt Rincon auf der Sechs für den gelbgesperrten Badelj spielen zu lassen. Auch das wäre irgendwie überraschend. Und: Ich traue van der Vaart das durchaus zu, zudem hätte ein paar Meter weiter vorn Calhanoglu keinen Hemmschuh mehr neben sich, um die Offensive anzukurbeln.

Vielleicht ist folgender Fakt ja der Startaufstellungsentscheidungsfindung Herrn Slomkas zuträglich: In dieser Saison fehlte Rafael van der Vaart in fünf Spielen – es gab zwei Siege, zwei Unentschieden und nur eine Niederlage.

Saison 12/13:

1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)
14. Spieltag: FC Schalke 04 (H) 3:1, 20 Punkte (-2)
15. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 21 Punkte (-2)
16. Spieltag: 1899 Hoffenheim (H) 2:0, 24 Punkte (0)
17. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 0:3, 24 Punkte (-3)
18. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 1:1, 25 Punkte (-3)
19. Spieltag: Bremen (H) 3:2, 28 Punkte (-2)
20. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 0:2, 28 Punkte (-4)
21. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 4:1, 31 Punkte (-1)
22. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (H) 1:0, 34 Punkte (0)
23. Spieltag: Hannover 96 (A), 1:5, 34 Punkte (-4)
24. Spieltag: Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth 1:1, 35 Punkte (-4)
25. Spieltag: VfB Stuttgart – Hamburger SV 0:1, 38 Punkte (-3)
26. Spieltag: Hamburger SV – FC Augsburg 0:1, 38 Punkte (-4)
27. Spieltag: FC Bayern – Hamburger SV 9:2, 38 Punkte (-11)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)
14. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 16 Punkte (-1)
15. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 16 Punkte (-2)
16. Spieltag: FC Bayern (A), 1:3, 16 Punkte (-4)
17. Spieltag: FSV Mainz (H) 2:3, 16 Punkte (-5)
18. Spieltag: Schalke 04 (H) 0:3, 16 Punkte (-8)
19. Spieltag: 1899 Hoffenheim (A) 0:3, 16 Punkte (-11)
20. Spieltag: Hertha BSC (H) 0:3, 16 Punkte (-14)
21. Spieltag: Eintracht Braunschweig (A) 2:4, 16 Punkte (-16)
22. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:0, 19 Punkte (-13)
23. Spieltag: Heiner Bremer (A) 0:1, 19 Punkte (-14)
24. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 1:1, 20 Punkte (-14)
25. Spieltag: 1. FC Nürnberg (H) 2:1, 23 Punkte (-13)
26. Spieltag: VfB Stuttgart (A) 0:1, 23 Punkte (-14)
27. Spieltag: SC Freiburg (H) 1:1, 24 Punkte (-14)

Veränderung: 14 Punkte schlechter (drei Tore schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 9
2013/14: 16

Veränderung: Sieben Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 9:2
Hamburger SV – FSV Mainz 1:0
Hamburger SV – Schalke 04 3:1
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Fortuna Düsseldorf 2:1
Greuther Fürth – Hamburger SV 0:1
Hamburger SV – Borussia Dortmund  3:2
Heiner Bremer – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 0:2
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 0:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 0:1
Hamburger SV – SC Freiburg 0:1

40 Punkte, 34:40 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 3:1
Hamburger SV – FSV Mainz 2:3
Hamburger SV – Schalke 04 0:3
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hertha BSC* 0:3
Eintracht Braunschweig* – Hamburger SV 4:2
Hamburger SV – Borussia Dortmund 3:0
Heiner Bremer – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 1:1
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 2:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – SC Freiburg 1:1

24 Punkte, 42:56 Tore

Veränderung: 16 Punkte schlechter, acht Tore schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

Irgendwas mit Fußball.

Man sollte es kaum für möglich halten, aber tatsächlich neigt sich die Winterpause der Bundesliga ihrem Ende entgegen. Endlich. Als HSV-Fan freue ich mich besonders, dass wieder gespielt wird, lenken die Geschehnisse auf dem Rasen doch ein wenig vom Brimborium rund um die mögliche Ausgliederung der Fußballabteilung ab.

Die große Frage zum Sonntag ist: Wer spielt? René Adler ist immer noch nicht fit, Maxi Beister sowieso nicht. Auch der arme Kerem Demirbay, der in der Vorbereitung so dicht wie nie an der ersten 17 schnupperte, ist verletzt. Von Johan Djourou ganz zu schweigen. Und ganz nebenbei muss Trainer Bert van Marwijk gegen Schalke auch auf Tomas Rincon verzichten, der seine Sperre wegen der gelb-roten Karte gegen Mainz absitzen muss. Sowieso hat Rincon sich eine Entzündung am Arm eingefangen, wäre also eh ausgefallen. Ob Heiko Westermann nach seiner Knie-OP und Dennis Diekmeier nach seinem Fußbruch rechtzeitig für volle 90 Minuten fit werden, ist offen.

Im Tor wird also zweifelsohne Jaroslav Drobny stehen.

Und davor? Ich rechne mit einer Viererkette, die aus Dennis Diekmeier, Jonathan Tah, Heiko Westermann und Marcell Jansen besteht. So gern ich ihn auch mag und so leid es mir tut: Ich glaube nicht, dass Lasse Sobiech (einer der Torschützen aus dem Hinspiel übrigens) starten darf – van Marwijk wird beim kleinsten Zeichen Westermanns, dass es wohl gehen wird, auf ebendiesen vertrauen, und sei es nur für einen Teil der Gesamtspieldauer.

Und davor? Milan Badelj und – Obacht – Petr Jiracek werden auf der Doppelsechs spielen. Der Tscheche soll sich im Trainingslager nicht allzu dumm angestellt haben. Außerdem bin ich, warum auch immer, ein kleiner Jira-Fan und ein bisschen spielt in dieser meiner Vorhersage auch einfach der Wunsch mit, ihn spielen zu sehen.

Und davor? Da spielen Rafael van der Vaart, Hakan Calhanoglu und Ola John. Sicher hätte Ivo Ilicevic es auch verdient, von Beginn an loszulegen, an den beiden Erstgenannten kommt er aber nicht vorbei. Und Herr John genießt den Bonus des „Neuen, der sofort helfen soll“. Ich bin gespannt auf den Mann, denn bisher habe ich ihn noch nicht spielen sehen.

Und davor? Darf Jacques Zoua von draußen zusehen, wie sich Pierre-Michel Lasogga einen Wolf läuft, kratzt, beißt, spuckt und hoffentlich trifft. Eine Zeit lang sah es so as, als würde Zoua der große Gewinner der Vorbereitung werden. Doch PML, den ich in Anlehnung an meinen liebsten Fußballer aller Zeiten einfach mal „Das Phänomen“ nenne, ist wieder fit, und für Zoua bleibt somit nur der Platz auf der Bank.

So sieht’s also aus gegen Schalke: Drobny – Diekmeier, Tah, Westermann, Jansen – Badelj, Jiracek – van der Vaart, Calhanoglu, John – Lasogga.

Ein anderes Thema:
Weil beim HSV inzwischen ja nur noch ver- und ausgeliehen wird, habe ich vor ein paar Tagen (oder gestern?) eine Kaufpersonalie ins Spiel gebracht. Christian Fuchs soll angeblich Schalke verlassen müssen. Meiner Meinung nach ist das ein Mann, der dem HSV gut zu Gesicht stünde. Kann man den nicht mit Dennis Aogo verrechnen? Wenn dann auch noch Marcell Jansen verkauft würde und Oliver Kreuzer einen Nachwuchsmann als Backup holte, würde der HSV rund sieben Millionen Euro generieren (Fünf Millionen Ablöse plus eingespartes Jansen-Gehalt minus kleines Gehalt für den Backup). Was sich damit alles anstellen ließe… Was meint Ihr?

Tach, Jacques

Nun ist es also amtlich: Der HSV hat seinen ersten Neuzugang, für den der aktuelle Oliver Kreuzer verantwortlich zeichnet, vermeldet. Es handelt sich um keinen Geringeren als… Trommelwirbel… Jacques Zoua.

Ähm: Wer?

Noch vor zwei Wochen kannte ich diesen Namen nicht, und wahrscheinlich wäre dieser Mann mir weiter im Verborgenen geblieben, wenn nicht Oliver Kreuzer sondern noch immer Frank Arnesen Sportdirektor beim HSV gewesen wäre. Nun, da alles in trockenen Tüchern ist, ist es für mich oberste Pflicht, mich mit dieser Personalie zu beschäftigen.

Videos schaue ich seit Eljero Elia nicht mehr, beziehungsweise messe ich diesen keinen Wert mehr bei. Was war ich damals begeistert! Habe gedacht, wir kriegen einen Spieler, um den uns die halbe Liga beneiden wird. Nun ja, das Ende ist bekannt.

Also versuche ich, Zouas nackte Zahlen zu bewerten.

Zoua ist Kameruner, bald 22 Jahre alt und laut www.transfermarkt.de Mittelstürmer. Mit 1,86 Metern keine riesige Kante, aber auch nicht zu klein. Einen athletischen Körperbau hat er allemal. In der abgelaufenen Saison kam er beim FC Basel in 24 Spielen zum Einsatz, traf dabei genau ein Mal und gab eine Torvorlage. Das soll unser neuer Mittelstürmer sein? In diesen 24 Partien hat er genau 961 Minuten absolviert, wurde 17-mal eingewechselt. Offensichtlich kam er nicht am Kapitän Marco Streller und an Alexander Frei vorbei. Sein Marktwert berägt eine Million Euro, dies hat der HSV in etwa bezahlt.

Kurzum: Ich bin skeptisch. Wie immer ist mein Vertrauen in das Scouting (hust…) und in den Sportdirektor des HSV zu Saisonbeginn groß. Irgendetwas wird Herr Zoua haben, was die Herren Fink und Kreuzer überzeugt hat. Das bloße Auffüllen des Kaders kann nicht die Prioriät gewesen sein. Und immerhin ist Zoua inzwischen auch Nationalspieler seines Landes. Ich gehe davon aus, dass er in seinem ersten Bundesligajahr in etwa auch dieselbe Zahl von Einsätzen kommen wird, wie zuletzt in Basel. Dass er Artjoms Rudnevs hier und da ersetzen und sich an die Liga gewöhnen soll.

Ich hoffe, dass dieser Plan aufgeht.

Ich bin sehr gespannt, heiße Jacques Zoua als ersten Neuzugang der Ära Kreuzer herzlich willkommen und wünsche ihm viel Erfolg. (Wer noch nicht weiß, wie der Neue ausgesprochen wird, möge hier klicken. Hihi.)