Es ist Fußballzeit.

Nun also endlich. Alle Testspiele sind vorüber, die erste DFB-Pokalrunde, die für viele auch eher unwichtig ist, da der eigene Verein entweder rausfliegt oder man diese nur als Zwischenstation zum Finale sieht, liegt ebenfalls hinter uns. Kurzum: Jetzt gilt’s. Für mich einmal mehr: in doppelter Hinsicht.

Da wäre einerseits der HSV. Ihr wisst schon: Der HSV, der mich seit Jahren so unpfleglich behandelt, mich immer wieder kopfschüttelnd zurücklässt, auch mal enttäuscht. Er wird wieder eine Grottensaison abliefern. Vermutlich werde ich irgendwann im April 2016 mehr oder minder ausufernd erklären, warum er diesmal tatsächlich absteigt. Um mich im Mai darüber zu freuen, dass ich Unrecht hatte.

Ich werde den HSV auch in der kommenden Saison bloggend begleiten. Allerdings wird es diesbezüglich eine Veränderung geben. Wie diese Änderung genau aussehen wird? Darüber sage ich jetzt noch nichts.

Was ich aber unbedingt vor dem ersten Spiel loswerden möchte: Meine Prognose zur Aufstellung. Wochenlang habe ich gemutmaßt und geraten, nun lege ich mich für die Partie gegen den FC Bayern fest. Beginnen wird folgende Elf:

Adler – Sakai, Djourou, Spahic, Ostrzolek – Diaz, Ekdal, Holtby, Ilicevic, Olic – Lasogga

Das ist nicht unbedingt meine Lieblingsstartelf, aber die, die ich erwarte.

Andererseits ist da meine kicker-Managerliga. Ich habe in dieser Saison wieder die alte „kick&tweet“-Liga aufleben lassen. Was soll ich sagen? Sie ist proppevoll geworden, was mich sehr freut. 100 Menschen, von denen die meisten hier aufgeführt sind, messen sich in der „Interactive“-Variante miteinander, spielen Trainer und Sportdirektor in Personalunion. Mein Kader sieht übrigens so aus:

Bildschirmfoto 2015-08-13 um 17.26.16

Für den HSV wie für die Managerliga gilt: Ich freue mich, dass es endlich wieder losgeht. Blut, Schweiß, Tränen werden fließen, es wird gepöbelt, geliebt, geschrien, gestreichelt und gefeiert. Es wird analysiert, kolportiert, demontiert. Es wird… ach, Ihr wisst schon:

Es ist Fußballzeit.

Der HSV-Kader (4)

Nichts ist älter als der Blogeintrag von gestern. Habe ich mich damals dazu hinreißen lassen, nach Tagen Pause mal wieder etwas über den HSV-Kader zu schreiben, war der Text schon Stunden nach Veröffentlichung hoffnungslos veraltet. Dank eines kleinen Austausches mit dem Übersteiger, der sich sicher freut, in einem HSV-Blog erwähnt zu werden, möchte ich zunächst erwähnen, dass ich im gestrigen Eintrag einen kleinen Zusatz zu Michael Gregoritsch eingebaut habe, den ich aber hier nochmal wiederhole: Möge er in den vergangenen Jahren charakterlich gereift sein. Und noch etwas: Gestern hatte ich Gregoritsch noch als Mittelfeldspieler eingestuft. Offiziell ist er aber wohl Stürmer.

Der eigentliche Grund meines erneuten Bloggens ist aber Sven Schipplock, der als nächster Neuzugang vorgestellt wurde. Was mich bei diesem Transfer über alle Maßen freut: Kein Experte hat ihn vorausgesehen, niemand hat etwas „gerochen“. Jüngst hatten alle Jörg Schmadtke völlig zu Recht dafür gelobt, dass er Leonardo Bittencourt ohne Nebengeräusche von Hannover zum 1. FC Köln lotste. Der Transfer Schipplocks zum HSV lief ganz ähnlich und ich zolle Sportdirektor Peter Knäbel meinen Respekt dafür. Das erste Pflichtspiel, das ich in der vergangenen Saison live gesehen habe – und hier gilt mein besonderer Dank dem werten Julian – war die DFB-Pokal-Erstrundenpartie USC Paloma vs. 1899 Hoffenheim, die 0:9 endete. Ich stand in der Gästekurve, musste aus nächster Nähe teils widerliche Sprüche tumber und besoffener Paloma-Fans auch über mich ergehen lassen und sah, wie Schipplock fünf Tore schoss. Zwar haben fünf gegen einen Amateurklub erzielte Treffer nur bedingt Aussagekraft hinsichtlich der Qualität eines Stürmers. In diesem Fall habe ich mich aber für den Spieler mitgefreut, galt er doch – zumindest habe ich dies stets so empfunden – in seiner Hoffenheimer Zeit nie als gesetzter Stürmer. Hier schoss er sich nun einen eventuellen Frust von der Seele und legte die Basis für seinen ersten persönlichen Titel: Mit insgesamt sechs Treffern im Wettbewerb wurde er (gemeinsam mit Stefan Kießling von Bayer Leverkusen) Torschützenkönig des Wettbewerbs. Rückblickend viel wichtiger für mich: Ab da hatte ich – wenn man so will – ein besonderes Auge auf Schipplock, fragte mich hier und da, ob er nicht öfter hätte spielen können, zumal mich die Leistungen seiner Konkurrenten nicht immer vom Hocker rissen. Nun ist Sven Schipplock hier, und darüber freue ich mich. Ich weiß nicht, ob er nun die neue Nummer eins im Zentrum wird. Aber das Angriffsspiel des HSV wird variabler, Bruno Labadia hat mehr Möglichkeiten.

Wie geht es nun weiter? Ich finde: Bevor es weitere neue Spieler geben soll (und ich bin nicht mal der Meinung, dass diese unbedingt vonnöten sind), sollte der Kader verkleinert werden. Stand jetzt haben wir 33 Mann – das ist viel. Ich hoffe, dass beispielsweise Jacques Zoua und Artjoms Rudnevs neue Klubs finden. Nicht, dass ich irgendetwas gegen diese Spieler hätte. Ich glaube nur nicht mehr daran, dass sie Chancen auf Einsätze haben. Die Spieler Mickel, Hirzel, Götz, Marcos, Cigerci und Philipp Müller verstärken wohl eher die U23. Somit stehen wir am Ende noch immer bei 25 Akteuren für elf Plätze. Ein, zwei weitere Verkäufe außer den eben genannten wären aus meiner Sicht notwendig. Insofern bin ich gespannt, ob sich beispielsweise bei Petr Jiracek etwas tut.

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel, Andreas Hirzel

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Gojko Kacar, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic, Albin Ekdal

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Michael Gregoritsch, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Jacques Zoua, Batuhan Altintas, Sven Schipplock

Der HSV-Kader (3)

Dass sich Torwart Tom Mickel einen Vertrag erkämpft hat, hatte ich beim letzten Mal schon in einem kleinen Nachtrag erwähnt. Hier aber nochmal: Herzlich willkommen zurück!

Auf derselben Position gab es außerdem einen weiteren Zugang, nämlich den Schweizer Andreas Hirzel. Dessen bisherige Vereinshistorie ist bemerkenswert: Hirzel ist 22 Jahre alt, hat im Herrenbereich aber bereits für neun verschiedene Klubs gespielt. Beziehungsweise: nicht immer gespielt. Nach acht Partien für das Team Aargau, laut Wikipedia einem „Zusammenschluss zur Talentförderung der drei Verein FC Aarau, FC Baden und FC Wohlen“, das in der fünften Liga angesiedelt war, wurde er, um Spielpraxis zu bekommen (Ein für Torhüter kein unbekanntes Leid: mangelnde Spielpraxis.), zum SC Zofingen verliehen. 2012 zu seinem Stammverein FC Aarau (nicht verwechseln mit Team Aargau) zurückgekehrt, verlieh ihn auch dieser ganze vier Mal, ehe sich Hirzel 2014 dem liechtensteinischen FC Vaduz anschloss – der ihn zwischenzeitlich wiederum an den FC Tuggen (3. Liga) auslieh. Ich hoffe, dass diese ganze Verleiherei ein Ende gefunden hat und Andreas Hirzel nun seine sportliche Heimat gefunden hat. Auch Dir sein ein herzlicher Willkommensgruß entgegengebracht, lieber Andreas.

Verabschieden müssen wir uns dagegen von Matti Steinmann. Der Mittelfeldspieler wird an den Drittligisten Chemnitzer FC verliehen. Aus dieser Personalie werde ich nicht ganz schlau. Natürlich werde ich sowieso nicht mehr schlau, aber was ich meine, ist: Der 20-jährige Steinmann spielt, seit er 14 Jahre alt ist, beim HSV, durchlief von der U15 bis zur U20 sämtliche DFB-Nationalmannschaften – und man kann einen solchen Mann dennoch nicht im Kader gebrauchen? Verdient er so viel Geld, dass man ihn nicht einfach behalten und ihm endlich eine faire Chance geben kann, sondern ihn verleihen muss, damit er woanders Spielpraxis sammeln soll? Die Spielpraxis kann er auch hier in der U23 bekommen – wenn man denn nach all den Jahren immer noch unsicher ist, ob er den Bundesligakader bereichert oder nicht. Oder andersrum: Wenn man ihm das tatsächlich noch nicht zutraut – was soll dann eine Leihe, und warum verkauft man ihn nicht gleich? Andere mögen anders denken, selbstverständlich. Tschüß, Matti, komm‘ bald wieder.

Endlich durch ist der Wechsel von Michael Gregoritsch vom VfL Bochum zu uns. Prima, dass es sich sämtliche Verantwortlichen nicht doch noch anders überlegt haben. Über die genauen Ablosemodalitäten herrscht noch Uneinigkeit, nichts Genaues weiß man nicht. Da muss ich mich erst noch informieren. Unabhängig davon: Ich heiße Michael herzlich willkommen und freue mich auf einen jungen, entwicklungsfähigen Linksfuß für die Offensive. (Zusatz, 23.7., nachmittags: Möge er in den vergangenen Jahren charakterlich gereift sein.)

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel, Andreas Hirzel

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Gojko Kacar, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Michael Gregoritsch, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic, Albin Ekdal

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Jacques Zoua, Batuhan Altintas

Der HSV-Kader (2)

Neulich hatte ich ja hier schon mal etwas zu den bis dato feststehenden Neuzugängen geschrieben.

Binnen weniger Tage hat sich unser Kader stark verändert. Valon Behrami hat sich dem FC Watford angeschlossen, Jonathan Tah wechselt zu Bayer Leverkusen. Natürlich schmerzt der Abgang Tahs. Wie ich diesen aber schlussendlich bewerte, lässt sich hier ablesen. Mit dem Verkauf dieser beiden Spieler, die zusammen 38 Spiele für den HSV bestritten haben, hat Sportdirektor Peter Knäbel ordentlich Platz im Kader geschaffen und – viel wichtiger – den Spieleretat immens entlastet. Nicht zuletzt dadurch konnten weitere Nägel mit Köpfen gemacht werden. Ein gewisser Salifu Seidu, über den ich nichts, aber auch gar nichts sagen kann, ist da. Herzlich willkommen, lieber Salifu. Auf welcher Position spielst Du? (Kleiner Scherz, ich habe es aber nachsehen müssen.)

Für die wichtigere Personalie halte ich Albin Ekdal. Auch dieser Mann war mir bis vor ein paar Wochen unbekannt, das gebe ich gern zu. Und der einzige Albin, den ich vorher kannte, sprang Wasser. Aber ich habe mich informiert. Und nun weiß ich: Albin Ekdal sieht nicht nur unverschämt gut aus, sondern hatte aufgrund seiner Spielanlage schon im Jugendalter ein Angebot des FC Chelsea, das er aber ausschlug. Als 19-Jähriger konnte er der Verlockung Juventus Turin nicht widerstehen und verließ seine Heimat. Auch wenn er bei diesem Spitzenklub kein Fuß fasste: In den Folgejahren setzte er sich bei anderen Vereinen in der Serie A durch und wurde ein gestandener Profi, der im Mittelfeld flexibel einsetzbar ist. Ekdal ist Schwede – für Hater und sonstige Beobachter ist das Grund genug, Vergleiche zu Marcus Berg zu ziehen, einem der größten Fehleinkäufe des HSV der vergangenen Jahre. Was soll ich davon halten? Vielleicht entgegne ich mit: Wir hatten auch schon mal deutsche Fehleinkäufe, viele sogar – und dennoch haben wir immer wieder deutsche Spieler verpflichtet, die einschlugen. So what?

So ganz offiziell ist der Wechsels Ekdals zum HSV nicht. Aber: Der Klub hat via Twitter mitgeteilt, dass der Spieler morgen zum Medizincheck erwartet wird. Das reicht mir erstmal, um auch ihn herzlich willkommen zu heißen.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht – ein paar Taler, um Michael Gregoritsch vom VfL Bochum loszueisen, hat der HSV ja nun noch in der Tasche.

*** Nachtrag: Am 16.7. hat Tom Mickel einen Einjahresvertrag unterschrieben. Schön, dass Du wieder da bist, Tom. ***

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Gojko Kacar, Matti Steinmann, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic, Saifu Seidu, Albin Ekdal

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Jacques Zoua, Batuhan Altintas

Der HSV-Kader

In der letzten Zeit ist es etwas stiller hier geworden, was der eine oder andere eventuell bemerkt hat. Und wenn nicht, ist es auch nicht schlimm. Im Gegenteil: nichts wäre schlimmer, als Leser, die sich darüber ärgern, dass es nichts zu lesen gibt. Insofern: Schön, wenn niemand bemerkt hat, dass ich eine längere Zeit gar nicht gebloggt habe.

Aus HSV-Sicht betrachtet gab es auch längere Zeit gar nichts, über das man sich hätte auslassen können. Querelen und Analysen über Unfähigkeiten innerhalb des Vorstands können andere deutlich besser als ich, und auch die üblichen Tiraden über Geschäftsmodelle unseren maroden Klubs erspare ich mir. Wer tumbes Draufhauen haben möchte und hochnäsiges Gewäsch, der surfe und lese bitte woanders – man weiß ja, wo.

Seit ein paar Tagen gibt es einen Grund, warum ich hier wieder ein paar Worte loswerden möchte: unsere Neuzugänge. Auch wenn es den Anschein erwecken musste: Ich gehe nicht davon aus, dass unser Sportvorstand in den vorherigen Wochen Däumchen gedreht hat. Ich bin sicher, er hat hart gearbeitet und tut dies noch jetzt. Gab es in den Wochen zuvor keine Ergebnisse, wurde in den vergangenen Tagen ordentlich geliefert. Zumindest in der Quantität.

Um es vorweg zu nehmen: Die Spieler Ivo Ilicevic, Gojko Kacar, Kerem Demirbay, Jacques Zoua, Lewis Holtby, Ronny Marcos, Mohamed Gouaida und Jonathan Tah ordne ich aus verschiedenen Gründen nicht als Neuzugänge ein. Nein, hier geht es nur um die „richtig Neuen“, die zuvor noch nicht beim HSV spielten.

Erster Neuzugang war der Japaner Gotoku Sakai. Das war zwar ein sehr später, aber meines Erachtens guter Start. In seinem ersten Jahr beim VfB Stuttgart hat mir Sakai außerordentlich gut gefallen. Ich glaubte, einen gewissen Esprit und Spielverständnis ausgemacht zu haben. Danach zeigte seine Leistungskurve nach unten – Sakai konnte nie mehr an die Leistungen der ersten Saison anknüpfen. Und genau deshalb  freue ich mich so sehr über ihn: Am stärksten war er unter seinem zukünftigen Trainer Bruno Labbadia. Im Allgemeinen werde ich das Gefühl nicht los, als scheine Labbadia die Fähigkeit zu besitzen, aus gewissen Spielern mehr herausholen zu können als andere Trainer. Als jüngste Beispiele seien hier Ilicevic und Kacar genannt, die regelrecht unter ihm aufblühten. Ilicevic nicht zum ersten Mal – das „Duo“ funktionierte auch schon damals in der Regionalliga bei Darmstadt 98 und in der Zweiten Liga bei der SpVgg Greuther Fürth. Meine Hoffnung ist groß, dass auch Sakai unter Labbadia aufblüht. Sakai ist jung (24), spricht deutsch und ist beidfüßig und somit sowohl als Rechts- als auch als Linksverteidiger einsetzbar.

Weiter ging es mit Batuhan Altintas. Monate vor der offiziellen Verkündung des Transfers posaunter der erst 19-Jährige seinen Wechsel dzum HSV schon mal via Instagram heraus. Ein klassischer Fehlstart in meinen Augen. Und auch die Tatsache, dass sein ehemaliger Verein Bursaspor ihn ein Jahr lang hat auf der Tribüne versauern lassen, machte mir diese Personalie nicht eben schmackhafter. Aber: „Batu“, wie ich ihn nennen möchte, weil der kleine, niedlich Sohn meiner türkischen Nachbarsfamilie genauso heißt, entspringt einer Fußballerdynastie. Der Opa war Profi, der Papa war Profi, der Onkel war Profi. Er wird etwas auf dem Kasten haben. Ich lasse mich überraschen, wieviel.

Mit der Verpflichtung von Emir Spahic setzt der HSV gleich mehrere liebgewonnene Traditionen fort: Nicht nur, dass wie bereits in der vorigen Transferperiode ein „Balkankicker“ in den Mittdreißigern verpflichtet wurde, nein, es handelt sich auch noch um einen behramischen Charakterkopf. Zumindest in der Außendarstellung. Ich möchte Spahic nicht Unrecht tun und kenne ihn nicht persönlich, schon gar nicht näher – deshalb kann ich mir kein Urteil über Intellekt und Sympathiefaktor erlauben. Als Spieler vermittelte er mir den Eindruck eines Kompromisslosen, der lieber einmal zu viel als zu wenig den Ellbogen ausfährt; der zwar eine gute Spieleröffnung, aber seine Nerven nicht immer im Griff hat. Tja, und dann ist da noch die Sache mit dem Ordner. Ich bin nicht begeistert von diesem Transfer. Was für ein Zeichen ist es für beispielsweise Cleber Reis, wenn ein Platz in der Innenverteidigung eh durch den zukünftigen Kapitän (da lege ich mich mal fest) besetzt ist und Spahic von Labbadia als „wichtiger Bestandteil unserer Achse“ bezeichnet wird?

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Jonathan Tah, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Valon Behrami, Gojko Kacar, Matti Steinmann, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Jacques Zoua, Batuhan Altintas

 

Tah.

Beim HSV scheint sich in Sachen Transfers und Kaderplanung endlich etwas zu bewegen. Leider ganz anders, als ich es mir erhofft habe. Jonathan Tah, so heißt es, möchte zu Bayer Leverkusen wechseln. So bitter dies auch ist: Alle Seiten würden profitieren, insofern hoffe ich, dass der Wechsel möglichst schnell vollzogen wird.

Der HSV verliert ein Talent. Jonathan Tah ist 19 Jahre alt. Er hat uns, als er in der Saison 2014/15 mehrfach eingesetzt wurde, Hoffnung gemacht. Hoffnung darauf, dass die Abwehr zukünftig weniger wackeln wird. Und Hoffnung darauf, dass der HSV eben doch imstande ist, Spieler aus der eigenen Jugend hochziehen zu können – eine Qualität, die dem Verein lange Zeit abging. Als ich ihn haben spielen sehen, habe ich mich auf die Zukunft mit ihm gefreut und dachte kurzfristig daran, mir ein Trikot mit seinem Namenszug zu kaufen. Daran änderten auch diverse Fehler, die zu Gegentoren führten, nichts. Junge Leute müssen Fehler machen dürfen. Auf die Umstände, die zu der Ausleihe nach Düsseldorf führten, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Wohl aber auf seine dortigen Leistungen. Die sollen erst den Erwartungen entsprechend, dann aber höchstens noch solide gewesen sein. Fernab aller mir unbekannten Dinge, die in seinem Umfeld passieren und mit denen er, der 19-Jährige, sich womöglich zu sehr beschäftigt, um seine gewohnten Qualitäten abrufen zu können, bleibt zu konstatieren, dass Stand heute niemand sagen kann, ob und in welchem Maße der Spieler Tah sich weiter entwickeln kann.

Leverkusen macht da weiter, wo es vor ein paar Jahren angefangen hat: Junge Spieler mit großem Potenzial vom HSV loszueisen. Damit das nicht falsch verstanden wird: Leverkusen hat das Recht dazu und darf das, und zu solchen Deals gehören immer mehrere Parteien. Sagt der HSV nein, wechselt der Spieler nicht. Sagt der Spieler nein, wechselt er auch nicht. Und da auch bei den Transfers von Heung-Min Son, Hakan Calhanoglu und Levin Öztunali alle Parteien ja gesagt haben, sollte sich niemand über auch nur einen dieser Deals als solchen beschweren. Bayer Leverkusen wildert im übrigen auch nicht bewusst beim HSV, um uns zu ärgern. Die Scoutingabteilung und Entscheider prüfen, welche Spieler den Verein weiterbringen. Dass dies in der jüngsten Vergangenheit Spieler des HSV betroffen hat, ist Zufall. (Ich glaube übrigens nicht, dass die Zwote vom FC Chelsea vor ein paar Jahren über uns gemosert hat, weil wir bei denen „gewildert“ haben.)

Jonathan Tah ist ein Hamburger Jung. Aber: Er ist auch Fußballprofi. Und warum sollte er in Hamburg bleiben, nur weil er hier geboren wurde und seine ersten Erfahrungen hier gemacht hat? Bei einem Verein, der ihn zwar mit einem guten Vertrag ausgestattet hat, dem – was man so liest und hört – die Personalie Tah in der Zeit, in der sich der Junge in Düsseldorf aufhielt, aber auch ziemlich egal gewesen sein soll? Welche Gründe sollten aus seiner Sicht ausschlaggebend sein, dass Tah lieber beim HSV bleibt, statt „den nächsten Schritt“ bei einem Verein zu machen, der international spielt, bei dem junge Spieler nicht weggeschoben, sondern eingesetzt werden und der zudem fürstlich zahlt?

Der HSV ist ein Ausbildungsverein. Dafür hat er in den vergangenen Jahren einiges getan. Insofern täte er gut daran, Jonathan Tah gehen zu lassen und dafür eine Summe X zu kassieren. Das Geld kann man sehr gut gebrauchen und ist derzeit wichtiger als das starre Festhalten an einem Talent, von dem man sich – siehe oben – nicht sicher sein kann, wie es sich entwickelt. Und wenn man ehrlich ist: Ein Ersatz wäre schnell gefunden, verhandelte man mit Boban Rajkovic einfach einen neuen Vertrag aus.

Der HSV nach der völlig berechtigten Niederlage gegen Stuttgart.

 

Sp. Gegner 2013/14 Ergebnis Gegner 2014/15 Ergebnis
1 Schalke 04 (A) 3:3 (1 Punkt) 1. FC Köln (A) 0:0 (1 Punkt)
2 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) SC Paderborn (H) 0:3 (0 Punkte)
3 Hertha BSC (A) 0:1 (0 Punkte) Hannover 96 (A) 0:2 (0 Punkte)
4 Braunschweig (H) 4:0 (3 Punkte) FC Bayern (H) 0:0 (1 Punkt)
5 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) M’gladbach (A) 0:1 (0 Punkte)
6 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) Frankfurt (H) 1:2 (0 Punkte)
7 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) Dortmund (A) 1:0 (3 Punkte)
8 Nürnberg (A) 5:0 (3 Punkte) Hoffenheim (H) 1:1 (1 Punkt)
9 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) Berlin (A) 0:3 (0 Punkte)
10 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) Leverkusen (H) 1:0 (3 Punkte)
11 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) Wolfsburg (A) 0:2 (0 Punkte)
12 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) Heiner Bremer (H) 2:0 (3 Punkte)
13 Hannover (H) 3:1 (3 Punkte) Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte)
14 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) Mainz 05 (H) 2:1 (3 Punkte)
15 FC Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) Freiburg (A) 0:0 (1 Punkt)
16 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) Stuttgart (H) 0:1 (0 Punkte)
17 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) Schalke 04 (A) 0:0 (1 Punkt)
18 Schalke 04 (H) 0:3 (0 Punkte) 1. FC Köln (H) 0:2 (0 Punkte)
19 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) Paderborn (A) 3:0 (3 Punkte)
20 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) Hannover 96 (H) 2:1 (3 Punkte)
21 Braunschweig (A) 2:4 (0 Punkte) FC Bayern (A) 0:8 (0 Punkte)
22 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) Gladbach (H) 1:1 (1 Punkt)
23 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) Frankfurt (A) 1:2 (0 Punkte)
24 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) Dortmund (H) 0:0 (1 Punkt)
25 Nürnberg (H) 2:1 (3 Punkte) Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte)
26 Stuttgart (A) 0:1 (0 Punkte) Hertha BSC (H) 0:1 (0 Punkte)
27 Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt) Leverkusen (A) 0:4 (0 Punkte)
28 Gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) Wolfsburg (H) 0:2 (0 Punkte)
29 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte)
30 Hannover (A) 1:2 (0 Punkte) Augsburg (H) 3:2 (3 Punkte)
31 Wolfsburg (H) 1:3 (0 Punkte) Mainz 05 (A) 2:1 (3 Punkte)
32 Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte) Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt)
33 FC Bayern (H) 1:4 (0 Punkte) Stuttgart (A) 1:2 (0 Punkte)
Gesamt 49:72 (27 Punkte) 23:50 (32 Punkte)

Vergleich: Der HSV steht aktuell 5 Punkte besser und 4 Tore schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 16
2014/15: 17

Veränderung: Der HSV steht aktuell zeinen Platz schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

Sp. Mannschaft 2013/14 2014/15
1 Nürnberg/Köln* (A) 5:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
2 Braunschweig/Paderb.* (H) 4:0 (3 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
3 Hannover 96 (A) 1:2 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
4 FC Bayern (H) 1:4 (0 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
5 M’gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
6 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
7 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
8 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
9 Berlin (A) 0:1 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
10 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
11 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) 0:2 (0 Punkte)
12 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) 2:0 (3 Punkte)
13 Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte) 1:3 (0 Punkte)
14 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
15 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
16 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) 0:1 (0 Punkte)
17 Schalke (A) 3:3 (1 Punkt) 0:0 (1 Punkt)
18 Nürnberg/Köln* (H) 2:1 (3 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
19 Braunschweig/Paderb.* (A) 2:4 (0 Punkte) 3:0 (3 Punkte)
20 Hannover 96 (H) 3:1 (3 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
21 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) 0:8 (0 Punkte)
22 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
23 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
24 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
25 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
26 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
27 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) 0:4 (0 Punkte)
28 Wolfsburg (H) 1:3 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
29 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
30 Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) 3:2 (3 Punkte)
31 Mainz 05 (A) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
32 Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt) 1:1 (1 Punkt)
33 Stuttgart (A) 0:1 (0 Punkte) 1:2 (0 Punkte)
Gesamt 61:73 (27 Punkte) 23:50 (32 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht im Direktvergleich aktuell 5 Punkte besser und 5 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.