Wenige Worte zum #fubacamp

Wer in seiner Twittertimeline auch nur einen Fußballbegeisterten hat, konnte es nicht überlesen: Am vergangenen Wochenende fand in Hamburg das fubacamp statt. Das Event: eine Premiere im doppelten Sinn – weder gab es in Deutschland jemals zuvor ein reines Barcamp zum Thema Fußball, noch habe ich je ein Barcamp besucht.

 

Völlig vorurteilsfrei nahm ich also teil und darf sagen: Für mich hat es sich gelohnt.

 

Ich…

… hörte zu, wie ein Vogel aus dem Nähkästchen eines Bezahlsenders plauderte – ohne dabei freilich zu viel zu verraten.

… erfuhr, wie es geschehen kann, dass ein Gärtner Moderator einer Fußballshow wird.

… wurde von WerderFans in die Geheimnisse der Spielermarktwertberechnung einer einschlägigen Plattform eingeweiht.

… sah aus nächster Nähe, wie ein Bademantel-Fan in höflicher Form ein zukünftiges Weltunternehmen niederbügelte.

… lauschte dem Meister der Spielverlagerung, der mich binnen weniger Sekunden schlauer als Béla Réthy werden ließ.

… trug einen (denkbar geringen, aber immerhin) Anteil am Gelingen einer Livesession bei.

… fühlte mit einem von zu hohen Eintrittspreisen geplagtem Paderborner mit.

… sorgte dafür, dass Werder Bremen in der kommenden Saison keinen einstelligen Tabellenplatz erreicht.

 

Davor, dazwischen und danach gab es leckeres Essen, noch wochschmeckendere Getränke, jede Menge guter Gespräche mit tollen Menschen (Beispiele, die vorher nicht erwähnt wurden: a, aa, b, c, d, e, f, g, h, i, j, k, l, m, n, o, p, q, r, s, t, u, v, w, x, y, und, ja, auch z. Und außerdem – sorry, das Alphabet zu wenige Buchstaben – 1, 2, 3, 4 und 5), kurzum: Mein Wochenende hätte nicht besser laufen können. Ermöglicht haben mir dieses Erlebnis Gerhard (der selbstverständlich auch schon in meiner Auflistung der tollen Menschen hätte Platz finden müssen) und seine Mitstreiter, aber auch die Sponsoren und Partner wie transfermarkt.de, meinsportradio.de, 1337mate, socialmediawall.me, die hochschule macromedia und wahrscheinlich noch so einige andere, die ich eventuell vergessen haben mag. Euch allen: Vielen Dank. Und: Bis zum nächsten Mal.

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Es ist doch nur Fußball.

Mit den Menschen, und dazu zähle ich auch die durchaus besondere Gattung „Fußball-Fans“ und die weitaus besonderere Gattung „Twitterer“ und im ganz speziellen ihre Schnittmenge, ist es zuweilen so: Sie hören und lesen etwas und verstehen es. Und zwar so, wie sie es wollen.

Neulich war ich dankenswerterweise Gast in einem Fußballpodcast und sagte darin, angesprochen auf die nicht eben unprekäre Situation, in der sich der HSV gerade befindet: „Es ist doch nur Fußball.“

Was hatte ich damit nur angestellt? Fortan musste ich mir einige Dinge anhören. Nicht im Podcast, aber auf Twitter und anderen sozialen Medien. Unter anderem: Ich sei kein richtiger Fan (Wer mag das schon beurteilen? Oder, frei nach Herbert Grönemeyer: Wann ist ein Fan ein Fan?). Ich dürfe dann auch keine Emotionen zeigen (zum Beispiel zu twittern, dass ich ob eines bevorstehenden Relegationsspiels nervös sei.).

Es gibt diesen wunderbaren Satz, der besagt, dass es nicht reicht, Texte nur zu lesen – man müsse sie auch genau lesen. Gleiches gilt für mich für das gesprochene Wort: Man sollte es nicht nur hören, sondern eben auch genau hinhören. Und womöglich sogar darüber nachdenken, was derjenige denn damit gemeint haben könnte. Und im Zweifel: fragen.

Man kann mich dafür geißeln und mir jegliches Fantum absprechen, aber: Ich kann den Fußball nicht so nah an mich heranlassen, dass es mir seelische oder gar körperliche Schmerzen zufügt, wenn mein Verein verliert oder in Abstiegsnöte gerät. Und noch weniger werde ich deshalb anderen Menschen bewusst seelische oder körperliche Schmerzen zufügen. (Von den berühmten „Frotzeleien“ abgesehen, die selbstverständlich dazugehören.) Ich gehöre nicht zu der Gattung Fan, die nachts schlecht oder gar nicht schläft, weil es meiner Lieblingsmannschaft sportlich, finanziell oder sonstwie schlecht geht. Ich definiere mich auch nicht über meinen Verein und fühle mich nicht als ein besserer oder schlechterer Mensch als ein Fan eines anderen Vereins, nur weil mein Verein besser oder schlechter dasteht als seiner, oder weil mein Verein seinen zufällig gerade geschlagen hat.

Unabhängig davon ärgere ich mich über Niederlagen, freue ich mich über Siege und fiebere, bange und hoffe mit meinem Verein vor, während und nach Spielen mit. Weil ich Fußball-Fan bin, weil ich HSV-Fan bin. Nur offensichtlich einer der entspannten Sorte, für den es auch noch andere, weitaus wichtigere Dinge im Leben gibt.

Das meine ich mit „Es ist doch nur Fußball“.

 

 

Welcher Klub bist Du und was hast Du mit dem HSV gemacht?

DAS war Balsam auf die Seelen leidgeplagter HSV-Fans: Endlich gab es mal wieder ein Tor zu sehen. Halt: nicht nur ein Tor, sondern gleich drei – zum ersten Mal in einem Heimspiel dieser Saison. Und das Schönste daran: Der Gegner hat weniger Tore geschossen.

Natürlich kam das erste Tor durch Ivica Olic glücklich zustande, sehr glücklich. Aber das spielt keine Rolle, und im Abstiegskampf schon gar nicht. Dieses – Entschuldigung – Scheißtor ließ beim HSV scheinbar die Nervosität und die Angst vorm Versagen verschwinden. In der Folgezeit sah ich eine Mannschaft, die den Abstiegskampf zumindest für diese 90 Minuten gegen den FC angenommen hat und die sogar versucht hat, ein vernünftiges Kombinationsspiel aufzuziehen. Hinzu kamen offensive Eins-zu-eins-Situationen. All‘ das habe ich in der Form lange nicht mehr gesehen. Kurzum: Gemessen an dem, was wir bisher in dieser Saison gezeigt haben, war das eine sehr gute HSV-Partie, die am Ende nicht unverdient gewonnen wurde. Wie groß der Anteil Bruno Labbadias an diesem letztlich nicht unverdienten Erfolg ist, durch den wir es nun endlich geschafft haben, den Punktestand aus der vergangenen Saison zu übertreffen, lässt sich schwer beurteilen. Auffallend war aber, dass in meinen Augen besonders die Spieler positiv aufgefallen sind, die bei Labbadias Vorgängern schon aussortiert waren und die (eigentlich) keine Zukunft beim HSV mehr haben. Und wenn Peter Knäbel neulich nach dem Spiel gegen Leverkusen sagte, er habe gesehen, auf wen er sich verlassen könne, dann dürfte und müsste er sich nach diesem guten Spiel gegen Augsburg die Namen Westermann, Kacar und Ilicevic ins Heftchen geschrieben haben.

Trainer Labbadia sprach vor der Partie davon, dass „die Heimspiele das Faustpfand“ seien und diese gewonnen werden müssen. Diesen Worten haben er und seine Mannschaft, die sich über weite Strecken auch als eine solche präsentierte, nun erste Taten folgen lassen. Das macht Mut im Hinblick auf die kommenden Aufgaben. Man sollte bei aller Euphorie aber auch bedenken, dass der Gegner eben nur Augsburg war. Ja, der FCA gehört tabellarisch zum oberen Drittel der Bundesliga. In der Rückrunde hat mich der Verein, der mich sonst über alle Maßen begeistert, aber noch nicht sonderlich beeindruckt. Und vor der Partie in Hamburg hatte er bereits viermal in Folge auswärts verloren.

Aber ich möchte den Erfolg des HSV auch nicht kleinreden. Aufopferungsvoller Kampf in der Abwehr, teils kreatives Spiel in der Offensive und ein Torjäger, der da steht, wo er stehen muss, führen zu verdienten Punkten. Entscheidender Mann auf dem Feld war für mich Zoltan Stieber, dem nicht nur das erste Tor zu 90% zugeschrieben werden müsste, sondern auch vor dem dritten Tor eine hervorragende Vorlage ablieferte. Es gab nicht wenige, die den Mann schon vor Saisonbeginn als Fehleinkauf abstempelten. „Was wollen wir denn mit dem?“ war eine oft gestellte Frage. Die Antwort darauf hat er spätestens in dieser Partie gegeben.

Nachtrag: Was mir ausnehmend gut gefallen hat war, dass der verletzte Dennis Diekmeier und der gesperrte Lewis Holtby mindestens zeitweilig inmitten der Fans auf der Nordtribüne gestanden und von dort aus mitgefiebert haben. In diesem Zusammenhang werfe ich mal die Frage in den Raum: Wo war der gesperrte Valon Behrami?

 

Sp. Gegner 2013/14 Ergebnis Gegner 2014/15 Ergebnis
1 Schalke 04 (A) 3:3 (1 Punkt) 1. FC Köln (A) 0:0 (1 Punkt)
2 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) SC Paderborn (H) 0:3 (0 Punkte)
3 Hertha BSC (A) 0:1 (0 Punkte) Hannover 96 (A) 0:2 (0 Punkte)
4 Braunschweig (H) 4:0 (3 Punkte) FC Bayern (H) 0:0 (1 Punkt)
5 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) M’gladbach (A) 0:1 (0 Punkte)
6 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) Frankfurt (H) 1:2 (0 Punkte)
7 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) Dortmund (A) 1:0 (3 Punkte)
8 Nürnberg (A) 5:0 (3 Punkte) Hoffenheim (H) 1:1 (1 Punkt)
9 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) Berlin (A) 0:3 (0 Punkte)
10 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) Leverkusen (H) 1:0 (3 Punkte)
11 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) Wolfsburg (A) 0:2 (0 Punkte)
12 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) Heiner Bremer (H) 2:0 (3 Punkte)
13 Hannover (H) 3:1 (3 Punkte) Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte)
14 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) Mainz 05 (H) 2:1 (3 Punkte)
15 FC Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) Freiburg (A) 0:0 (1 Punkt)
16 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) Stuttgart (H) 0:1 (0 Punkte)
17 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) Schalke 04 (A) 0:0 (1 Punkt)
18 Schalke 04 (H) 0:3 (0 Punkte) 1. FC Köln (H) 0:2 (0 Punkte)
19 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) Paderborn (A) 3:0 (3 Punkte)
20 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) Hannover 96 (H) 2:1 (3 Punkte)
21 Braunschweig (A) 2:4 (0 Punkte) FC Bayern (A) 0:8 (0 Punkte)
22 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) Gladbach (H) 1:1 (1 Punkt)
23 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) Frankfurt (A) 1:2 (0 Punkte)
24 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) Dortmund (H) 0:0 (1 Punkt)
25 Nürnberg (H) 2:1 (3 Punkte) Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte)
26 Stuttgart (A) 0:1 (0 Punkte) Hertha BSC (H) 0:1 (0 Punkte)
27 Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt) Leverkusen (A) 0:4 (0 Punkte)
28 Gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) Wolfsburg (H) 0:2 (0 Punkte)
29 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte)
30 Hannover (A) 1:2 (0 Punkte) Augsburg (H) 3:2 (3 Punkte)
Gesamt 46:62 (27 Punkte) 19:46 (28 Punkte)

Vergleich: Der HSV steht aktuell 1 Punkt besser und 11 Tore schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 16
2014/15: 16

Veränderung: Der HSV steht aktuell keinen Platz besser oder schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

Sp. Mannschaft 2013/14 2014/15
1 Nürnberg/Köln* (A) 5:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
2 Braunschweig/Paderb.* (H) 4:0 (3 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
3 Hannover 96 (A) 1:2 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
4 FC Bayern (H) 1:4 (0 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
5 M’gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
6 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
7 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
8 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
9 Berlin (A) 0:1 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
10 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
11 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) 0:2 (0 Punkte)
12 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) 2:0 (3 Punkte)
13 Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte) 1:3 (0 Punkte)
14 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
15 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
16 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) 0:1 (0 Punkte)
17 Schalke (A) 3:3 (1 Punkt) 0:0 (1 Punkt)
18 Nürnberg/Köln* (H) 2:1 (3 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
19 Braunschweig/Paderb.* (A) 2:4 (0 Punkte) 3:0 (3 Punkte)
20 Hannover 96 (H) 3:1 (3 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
21 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) 0:8 (0 Punkte)
22 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
23 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
24 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
25 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
26 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
27 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) 0:4 (0 Punkte)
28 Wolfsburg (H) 1:3 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
29 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
30 Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) 3:2 (3 Punkte)
Gesamt 48:68 (26 Punkte) 19:46 (28 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht im Direktvergleich aktuell 2 Punkte besser und 7 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.

Andererseits.

Wie einige von Euch eventuell bemerkt haben, bin ich in den vergangenen Tagen nicht dazu gekommen, zu bloggen.

Auch aktuell habe ich nicht wirklich die Zeit, die ich gern hätte, um mich so um mein Blog zu kümmern, wie ich es gern tun würde.

Einerseits ist es glücklicherweise die Arbeit, die mich davon abhält.

Andererseits, ebenso glücklicherweise: das hier.

Ich könnte nun schreiben, wie das Ganze zustande gekommen ist. Wenn es aber überhaupt „für Außenstehende“ eine interessante Geschichte ist, so, da bin ich sicher, kann er sie viel besser erzählen. Und ganz nebenbei: Es gebührt ihm auch.

Nun denn.

Wenn Ihr Fußball, die WM und Reime mögt – das muss nicht zwangsläufig in diesem Maße sein, wie Herr K. und ich das tun – dann schaut doch mal bei der Doppelfuenf rein. Ich würde mich freuen.

Irgendwas mit Fußball.

Man sollte es kaum für möglich halten, aber tatsächlich neigt sich die Winterpause der Bundesliga ihrem Ende entgegen. Endlich. Als HSV-Fan freue ich mich besonders, dass wieder gespielt wird, lenken die Geschehnisse auf dem Rasen doch ein wenig vom Brimborium rund um die mögliche Ausgliederung der Fußballabteilung ab.

Die große Frage zum Sonntag ist: Wer spielt? René Adler ist immer noch nicht fit, Maxi Beister sowieso nicht. Auch der arme Kerem Demirbay, der in der Vorbereitung so dicht wie nie an der ersten 17 schnupperte, ist verletzt. Von Johan Djourou ganz zu schweigen. Und ganz nebenbei muss Trainer Bert van Marwijk gegen Schalke auch auf Tomas Rincon verzichten, der seine Sperre wegen der gelb-roten Karte gegen Mainz absitzen muss. Sowieso hat Rincon sich eine Entzündung am Arm eingefangen, wäre also eh ausgefallen. Ob Heiko Westermann nach seiner Knie-OP und Dennis Diekmeier nach seinem Fußbruch rechtzeitig für volle 90 Minuten fit werden, ist offen.

Im Tor wird also zweifelsohne Jaroslav Drobny stehen.

Und davor? Ich rechne mit einer Viererkette, die aus Dennis Diekmeier, Jonathan Tah, Heiko Westermann und Marcell Jansen besteht. So gern ich ihn auch mag und so leid es mir tut: Ich glaube nicht, dass Lasse Sobiech (einer der Torschützen aus dem Hinspiel übrigens) starten darf – van Marwijk wird beim kleinsten Zeichen Westermanns, dass es wohl gehen wird, auf ebendiesen vertrauen, und sei es nur für einen Teil der Gesamtspieldauer.

Und davor? Milan Badelj und – Obacht – Petr Jiracek werden auf der Doppelsechs spielen. Der Tscheche soll sich im Trainingslager nicht allzu dumm angestellt haben. Außerdem bin ich, warum auch immer, ein kleiner Jira-Fan und ein bisschen spielt in dieser meiner Vorhersage auch einfach der Wunsch mit, ihn spielen zu sehen.

Und davor? Da spielen Rafael van der Vaart, Hakan Calhanoglu und Ola John. Sicher hätte Ivo Ilicevic es auch verdient, von Beginn an loszulegen, an den beiden Erstgenannten kommt er aber nicht vorbei. Und Herr John genießt den Bonus des „Neuen, der sofort helfen soll“. Ich bin gespannt auf den Mann, denn bisher habe ich ihn noch nicht spielen sehen.

Und davor? Darf Jacques Zoua von draußen zusehen, wie sich Pierre-Michel Lasogga einen Wolf läuft, kratzt, beißt, spuckt und hoffentlich trifft. Eine Zeit lang sah es so as, als würde Zoua der große Gewinner der Vorbereitung werden. Doch PML, den ich in Anlehnung an meinen liebsten Fußballer aller Zeiten einfach mal „Das Phänomen“ nenne, ist wieder fit, und für Zoua bleibt somit nur der Platz auf der Bank.

So sieht’s also aus gegen Schalke: Drobny – Diekmeier, Tah, Westermann, Jansen – Badelj, Jiracek – van der Vaart, Calhanoglu, John – Lasogga.

Ein anderes Thema:
Weil beim HSV inzwischen ja nur noch ver- und ausgeliehen wird, habe ich vor ein paar Tagen (oder gestern?) eine Kaufpersonalie ins Spiel gebracht. Christian Fuchs soll angeblich Schalke verlassen müssen. Meiner Meinung nach ist das ein Mann, der dem HSV gut zu Gesicht stünde. Kann man den nicht mit Dennis Aogo verrechnen? Wenn dann auch noch Marcell Jansen verkauft würde und Oliver Kreuzer einen Nachwuchsmann als Backup holte, würde der HSV rund sieben Millionen Euro generieren (Fünf Millionen Ablöse plus eingespartes Jansen-Gehalt minus kleines Gehalt für den Backup). Was sich damit alles anstellen ließe… Was meint Ihr?

Vorfreude.

Gut, dass der @herzi so ein Elefantengedächtnis hat.

Irgendwann, es mag so etwa ein halbes Jahr her sein, äußerte ich mich auf Twitter dahingehend, dass ich dem Beiwohnen des so genannten kleinen Derbys hier in unserer Stadt nicht abgeneigt sei. Vor zwei Tagen, mittags, war es dann soweit: Der Herr frug mich, ob das Interesse denn nicht nur geheuchelt wäre, sondern tatsächlich bestünde.

Einer Fügung und meiner lieben Frau sei Dank habe ich sogar am Spieltermin Zeit. Und nun fiebere ich dem Samstagmittag entgegen. Ein paar Tage noch, dann treffen sich @herzi, @timbotania, @sitzkissenfrakt, eventuell sogar @abknicker und ich uns, um der Regionalligapartie HSV – FC Ihrwisstschon zu frönen. Und um den Tag komplett zu machen, geht es danach noch in die Raute, um unsere großen Jungs im Mainz zu bestaunen.

Nun eine Bitte: Liebe HSVer, versaut uns doch bitte nicht diesen Tag. Wir wollen Euch rennen, kämpfen und am besten nach Schlusspfiff jubeln sehen. Selbst, wenn letzteres nicht hinhaut: Die ersten beiden Punkte dieser kurzen Liste arbeitet Ihr bitteschön ab, ja? Es kann doch nicht so schwierig sein, sich 95 Minuten lang zu verausgaben, um am Ende sagen zu können: „Ja, ich habe alles gegeben.“ Wenn das dann nicht reicht, um am Ende des Spiels Punkte eingefahren zu haben: kein Problem.

Wenn ich aber sehe, dass Ihr ditschi-datschi spielt, dass Ihr Euch zu fein seid, Zweikämpfe anzunehmen und keine Wege für Eure Mitspieler lauft, werde ich böse. Das kann im Extremfall dazu führen, dass ich meinen Söhnen raten werde, sich für andere Vereine, die Spieler mit Herzblut in ihren Reihen haben, zu begeistern. Wollt Ihr das? Na also. Gebt Euch Mühe. Danke.

Warum das Fußballwochenende doch gut war.

Wer mich kennt, der weiß, dass ich einen bestimmten Bundesligaverein mehr mag als alle anderen.

Leider war es auch an diesem Wochenende so, dass mein Verein mal wieder weniger Tore geschossen hat als der Klub, gegen den er gespielt hat. Um genau zu sein: Er hat gar nicht getroffen, und der andere zweimal.

Nun bin ich seit jeher nicht der Fan, der sich davon einen schönen Tag vermiesen lässt. Vielleicht bin ich deshalb in den Augen anderer kein „richtiger“ Fan – doch dem Thema, was einen Fan ausmacht, widme ich mich anderntags. Wo war ich? Ach ja: Ich lasse mir von den Ergebnissen meines Klubs nicht den Tag vermiesen. Durchaus kann es aber sein, dass ich mich schon sehr über negative Spielausgänge ärgere. Dann lasse ich kurz ein bisschen Dampf ab, und alles ist wieder gut.

An diesem Wochenende brauchte es aber nicht mal das.

Freitag, in den Abendstunden, bekam mein älterer Stammhalter – er besucht die erste Klasse – nämlich eine Bundesliga-Magnettabelle in die Hände. Nach einer kurzen Erklärung meinerseits, was es mit einer Tabelle auf sich habe, verabredeten wir uns für den nächsten Morgen zum erstmaligen Stecken dieser Tabelle.

Und so pappte der kleine Mann kurz nach dem Frühstück alle achtzehn Wappen auf die von mir angewiesenen Plätze. Urteilte dabei über Stärken („Frankfurt ist aber gut“) und Schwächen („Greuther Fürth ist die schlechteste Mannschaft in Deutschland“) der Teams und sog dabei Informationen bzw. Korrekturen seiner eben getätigten Aussagen meinerseits („Die Eintracht bleibt nicht da oben, das ist nur eine Momentaufnahme“ und „Nein, es gibt noch viel schlechtere Mannschaften. St. Pauli zum Beispiel“) auf. Fußballfachsimpelei unter Männern.

Im Laufe des restlichen Wochenendes löcherte er mich immer wieder: „Wann sind die nächsten Spiele?“ „Um halb vier werden sie angepfiffen.“ „Verändert sich die Tabelle danach?“ „Klar, der HSV kann heute Fünfter werden.“

Nun – er wurde nicht. Was mir aber nur noch nebensächlich erschien. Was hätte mir denn Schöneres passieren können, als Zeuge zu werden, wie der kleine Mann seine Leidenschaft für Statistiken entdeckt und entwickelt?

Ich hatte ein schönes, ein perfektes Fußballwochenende. Und Ihr so?