Hallo, hier ist B.!

Wer den Blog meines Papis einigermaßen regelmäßig liest, hat es wahrscheinlich mitbekommen: Ich war heute zum ersten Mal im HSV-Stadion.

Aufgeregt war ich schon viele Stunden vorher. Schon gestern Abend beim Schlafengehen habe ich Papa gesagt, dass ich mich schon sehr auf den Tag freue. Entsprechend früh war ich wach. Sagte zumindest Papa. Was meint Ihr, ist 6.00 Uhr an einem Sonntag nicht ok? Von Montag bis Freitag würden meine Eltern sich freuen, wenn ich um diese Uhrzeit aus den Federn käme. Verstehe einer die Alten.

Die Zeit bis zum Spiel habe ich mir dann mit Fußballspielen vertrieben. Logisch. Irgendwann, es muss so in der 32145. Spielminute gewesen sein, kam der Schlusspfiff durch Papa: Es ging los.

Mit dem Auto ging’s ab nach Stellingen, von dort mit ’nem coolen Bus-Shuttle zur Arena. Mann, ist mir das Stadion riesig vorgekommen. Ich hatte es mal im Miniaturwunderland gesehen, da war es deutlich kleiner. Bis zu unserem Block hatten wir einen kleinen Fußmarsch vor uns, auf dem ich versucht habe, die Menschen mit HSV-Trikots zu zählen. (Papa und ich gehörten auch zu den Trikotträgern, ist doch klar.) Ich muss gestehen, dass ich es nicht geschafft habe, es waren einfach zu viele.

Als wir es endlich bis zu unserem Block geschafft haben und unsere Plätze suchten, bekam ich ein Kribbeln im Bauch. Das Stadion sah von innen noch riesiger aus als von außen. Und es war voller Menschen, die sangen, jubelten und tranken. Ich übrigens auch: Bitte verratet meiner Mami nicht, dass ich so viel von der Cola getrunken habe, die Papa gekauft hat.

Als der Schiedsrichter das Spiel angepfiffen hatte, hielt mich nichts mehr in meiner Sitzschale. Ich fieberte mit dem HSV mit, als hätte ich nie etwas anderes gemacht. Dabei bin ich gerade erst sieben Jahre alt. Ich feuerte meine Mannschaft an, jubelte über die vielen Glanzparaden von Jaroslav Drobny, ärgerte mich über Fouls der Wolfsburger und über den Schiedsrichter, der viel zu oft gegen den HSV gepfiffen hat. Einmal hat ein Wolfsburger den Ball mit der Hand berührt. Das habe ich gesehen, der Schiedsrichter aber nicht. Schade, denn hätte er gepfiffen, hätten die Wolfsburger ihr Tor vielleicht nicht erzielt. Gott sei Dank hatte der HSV da schon geführt: Ganz kurz vor dem Ende der ersten Halbzeit hat Heiko Westermann einen Kopfball rein gemacht. Das war das allererste Tor, das ich live gesehen habe! Mann, was haben Papa und ich gefeiert!

Dass der HSV nicht gewonnen hat, fand ich erst doof, aber später war das gar nicht mehr so schlimm. Denn eigentlich war Wolfsburg ganz schön gut und hatte viele Torchancen. Wir hätten also auch verlieren können. Aber Drobny hat echt viele Bälle gehalten und abgewehrt. Für Papa war er der Spieler des Tages.

Was mir besonders gut gefallen hat, waren die HSV-Fans, die vor dem Spiel immer den Nachnamen der Spieler geschrien haben, wenn der Sprecher die Vornamen gesagt hat. Und, dass so viele gute Lieder gespielt wurden: HSV forever, Hamburg meine Perle und ganz wichtig: die Star-Wars-Melodie! In der nächsten Saison will ich auf jeden Fall auch wieder mit Papa ins Stadion. Wer dann der Gegner ist, ist mir egal. Denn für mich zählt:

NUR DER HSV!