Abschluss der Hinrunde: Mainz sang und lachte.

Meine Miniatur-Analyse zum Mainz-Spiel kommt spät, man möge mir dies gerade zur (Post-)Weihnachtszeit nachsehen. Was soll ich schreiben, was nicht schon geschrieben oder gesagt wurde? Eine Heimpleite tut weh, besonders, wenn bereits geführt wurde beziehungsweise der zwischenzeitliche Rückstand wieder egalisiert werden konnte.

Wenn man diesen Ausgleich, den man elf Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit erzielt hat, aber nicht zu halten versteht, weil man sich durch eine dumme Gelb-Rote Karte dezimiert, zudem deutlich vor Schlusspfiff stehend k.o. ist, der Gegner aber noch laufen kann und demzufolge (und wegen böser Stellungsfehler unsererseits) doch noch den Siegtreffer erzielen kann, hat man eben keine Punkte verdient.

So blieb es nach 17 Spielen bei 16 Punkten, die wir allerdings auch schon am 14. Spieltag hatten. Drei Niederlagen in Folge sind ein deutliches Zeichen, dass der HSV die Winterpause dringend benötigt hat. Ich hoffe und wünsche mir, dass Bert van Marwijk die Vorbereitungszeit nutzt und den Spielern weiter sein System eintrichtert – und diese es umsetzen können.

Das Schöne ist: Es gibt auch in dieser Saison schlechtere Mannschaften als den HSV. Nicht viele, aber ausreichend viele. Wenn in der Rückrunde gegen diese Teams gewonnen wird, bekommen wir nichts mit dem Abstieg zu tun (nicht, dass ich überhaupt davon ausgehe, dass wir könnten…). Gewinnen wir gegen Braunschweig, Freiburg, Hannover, Nürnberg und Frankfurt, haben wir 31 Zähler. Selbst wenn wir den Rest verlören (und gegen Bremen gewinnen wir ja auch noch), würde dies in dieser Saison reichen.

Vor diesem Hintergrund würde ich mich freuen, wenn Bert van Marwijk in der Rückrunde noch mehr auf die Jugend setzt. Lassen Sie, Trainer, Lasse Sobiech regelmäßig spielen. Und Tolgay Arslan. Und ab und zu vielleicht sogar Kerem Demirbay, Matti Steinmann, Valmir Nafiu und am Ende sogar Florian Stritzel. Damit würden Sie a) sich selbst ein Denkmal und b) gegenüber den Youngstern ein wichtiges Zeichen setzen, das für die Zukunft des HSV maßgeblich sein könnte.

Saison 12/13:
1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)
14. Spieltag: FC Schalke 04 (H) 3:1, 20 Punkte (-2)
15. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 21 Punkte (-2)
16. Spieltag: 1899 Hoffenheim (H) 2:0, 24 Punkte (0)
17. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 0:3, 24 Punkte (-3)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)
14. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 16 Punkte (-1)
15. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 16 Punkte (-2)
16. Spieltag: FC Bayern (A), 1:3, 16 Punkte (-4)
17. Spieltag: FSV Mainz (H) 2:3, 16 Punkte (-5)

Veränderung: Acht Punkte schlechter (zwei Tore schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 10
2013/14: 14

Veränderung:
Vier Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 9:2
Hamburger SV – FSV Mainz 1:0
22 Punkte, 20:29 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 3:1
Hamburger SV – FSV Mainz 2:3
16 Punkte, 33:38 Tore

Veränderung:
Sechs Punkte schlechter, zwei Tore besser

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

HSV unter van Marwijk immer noch ungeschlagen.

Neue Besen kehren gut. Dieser alte, ausgelutschte Spruch hat sich zumindest beim HSV in diesen Tagen bewahrheitet. Auch im zweiten Spiel unter Bert van Marwijk, dem zweiten Auswärtsspiel wohlgemerkt, blieb der HSV ungeschlagen. Mehr noch: es reichte sogar zum Sieg. Der 5:0-Erfolg beim 1. FC Nürnberg war Balsam auf die Seelen leidgeplagter HSV-Fans, sollte jedoch auch nicht überbewertet werden. Gewinnen ist schön, fünf Tore zu sehen ist grandios. Doch der Gegner war halt auch nur der 1. FC Nürnberg, und zwar ein 1. FC Nürnberg in einer unsagbar schlechten Verfassung. Gut, dass hier dreifach gepunktet wurde, denn falls nicht, wäre das rückblickend schon irgendwie blamabel gewesen.

Nun ist erst einmal Länderspielpause, im Anschluss daran erlebt Bert van Marwijk seine Heimpremiere als HSV-Trainer gegen den VfB Stuttgart. Angesichts der jüngsten Spielergebnisse dürften ihm ein warmes Willkommen sicher sein. Und vorab von mir: Ich danke Ihnen, lieber Bert, dass Sie vielen HSV-Fans zehn Tage lang ein wohliges Gefühl in die Bäuche legen. So lange ungeschlagen zu sein, kennen wir nicht mehr. Ich will ja gar keinen Druck aufbauen, aber: Machen Sie gern so weiter. Ein Sieg gegen die Stuttgarter, und wir sind im Grunde schon wieder auf Augenhöhe mit den Schalkern. 

Wie ich neulich schon schrieb: Derzeit fehlen mir die Zeit für ausufernde Spielanalysen (die aber andere eh besser können als ich) und andere Gedanken zum HSV. Deshalb schließt dieser Blogeintrag jetzt. Allerdings nicht ohne die Spieltagsstatistik: 

Saison 12/13:
1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)

Veränderung: Zwei Punkte schlechter (torgleich)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 10
2013/14: 15

Veränderung:
Fünf Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
11 Punkte, 14:14 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
8 Punkte, 17:19 Tore

Veränderung:
Drei Punkte weniger, zwei Tore schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

Bert und die Jungen.

Aus der Sicht eines HSV-Fans waren die vergangenen Tage wohl die angenehmsten der bisherigen Saison. Der Verein hat die nächste Runde im DFB-Pokal erreicht, ein Investor vermeldet öffentlich (hihi), dass er jetzt gar nichts mehr sagt. Und da in Sachen Trainerwahl schnell Nägel mit Köpfen gemacht wurden und Bert van Marwijk ohne große Possen verpflichtet werden konnte, schoss sich die gesamte Presselandschaft auf ihn ein. Porträtierte ihn. Lichtete ihn in schickem Gewand ab. Lies ehemalige Spielerfrauen dies bewerten. Kurzum: Es gab nichts wirklich spannendes zu schreiben.

Ungeachtet der Tatsache, dass mir, wäre ich Schreiber einer lokalen Tageszeitung, zwei Tage nach einem erfolgreich absolvierten Pflichtspiel sehr wohl mehr einfiele als zu schreiben, dass dem neuen Trainer Kaschmir gut stünde, gefiel mir das. Denn es bedeutete auch, dass sich endlich mal nicht das – Entschuldigung – Maul über den HSV zerrissen wurde.

Mal sehen, wie lange die positive Grundstimmung anhält. Schließlich steht nun das erste Pflichtspiel Mark van Bertwijks vor der Tür. Samstagabend steht er an der Linie, wenn der HSV bei Eintracht Frankfurt antritt. Ich muss gestehen: nach längerer Zeit habe ich endlich mal wieder kein Bauchgrummeln, wenn ich an einen anstehenden Kick denke. Der neue Trainer kann mit jungen Spielern – dieser Ruf eilt ihm voraus, und irgendwo las ich zudem, dass er im Spiel gegen die Hessen der Elf vertrauen wird, die auch im DFB-Pokalspiel gegen Greuther Fürth startete. Das bedeutet: Mit Tah (17), Calhanoglu (19) und Lasogga (21) werden drei Youngster rangelassen und dürfen sich einmal mehr beweisen. Darauf freue ich mich, ungeachtet des Ergebnisses, das wir mit dem Trio erzielen werden (wobei ich nicht falsch verstanden werden möchte: Ich traue diesen Spielern viel zu – es kann aber sein, dass es aufgrund fehlender Erfahrung noch zu den einen oder anderen Schnitzern kommen wird).

Zudem ist die HSV-Bilanz gegen Eintracht Frankfurt nicht die schlechteste: Von 88 Spielen in der Bundesliga gewannen wir 41, nur 27-mal gingen wir als Verlierer vom Platz. Zweimal allein in der vergangenen Saison – da haben die Jungs einiges gutzumachen.

Wie gesagt: Ich freue mich auf den Kick. Dank Bert, dank Jonathan, dank Hakan und dank Pierre-Michel. Hoffen wir mal, dass ich trotz Marcell oder Tolgay oder Rafael danach immer noch so gut drauf bin.

Nur der HSV.

Tach, Bert

Nun ist es also fix: Der HSV hat Bert van Marwijk als neuen Cheftrainer verpflichtet.

Ich begrüße diesen Schritt aus mehreren Gründen.

1. Es war eine schnelle Entscheidung und kein „HSV sucht den Supertrainer“-Casting, das mit medialer Häme begleitet wurde. Der Verein hat zügig gehandelt, sich auf wenige (oder vielleicht auch nur diesen einen) Namen konzentriert und Nägel mit Köpfen gemacht.

2. „Experten“ haben wildeste Theorien aufgestellt, welcher freie Trainer aus welchen Gründen ein „Kumpel“ Oliver Kreuzers und damit prädestiniert für den Job sei. Franco Foda sollte kommen, Lothar Matthäus, Markus Babbel. Am Ende wurde es ein ganz anderer, und van Marwijk und Kreuzer haben keine Schnittmenge.

3. Bert van Marwijk ist seit 30 Jahren Trainer, seit 23 Jahren im Herrenbereich. 2002 gewann er den Uefa-Pokal mit Feyenoord. Er hat aber auch schon negative Zeiten erlebt, zuletzt mit der Nationalmannschaft der Niederlande. Er hat Erfahrung und kennt Höhen und Tiefen des Geschäfts.

4. Er hat ein Händchen für Nachwuchsspieler. Er zog Nuri Sahin aus der Jugend Borussia Dortmunds in die Herrenmannschaft hoch, er entdeckte und entwickelte den jungen Ebi Smolarek.

5. Bert van Marwijk sehe ich in der Lage, der Mannschaft ein System vermitteln zu können. Er bevorzugt ein 4-3-3 mit schnellen Außenstürmern. Ein System, das ich mag und von dem ich überzeugt bin, dass es Artjoms Rudnevs entgegenkommt. Mit etwas Glück haben wir unseren Zwölf-Tore-Stürmer zurück!

Ich freue mich, dass Du, Lambertus, da bist. Führe den HSV aus dem Keller heraus nach oben – dorthin, wo er hingehört. Nur der HSV.