Die egalste Pleite der Saison

Nein, Pleiten sind nie schön. Nichtmal gegen den FC Bayern, einen Gegner, bei dem man durchaus damit rechnen kann, dass es eine Pleite geben kann.

Doch obwohl der HSV mit 0:8 unter die Räder gekommen ist und im Vorbeigehen die höchste Niederlage (im Torverhältnis) seiner Bundesligageschichte kassiert hat, halte ich es für übertrieben, den Trainer, die Mannschaft, die AG in Frage zu stellen und rollende Köpfe zu fordern.

Ja, der HSV hat sich blamiert. Nicht wegen acht kassierter Tore, sondern wegen der Art und Weise, wie man sich in München hat an die Wand spielen lassen. Da war kein Ehrgeiz zu sehen, einen phasenweise kleinen Rückstand ausgleichen zu wollen. Da war viel Alibi- und wenig Fußball dabei. Spielerisch ist der HSV – sind wir – nicht besser als ein Viertligist. Gleichwohl behaupte ich aber, dass an diesem Tag viele Teams der Bundesliga drei oder vier Tore gegen diese Bayern kassiert hätten. Sie haben einfach großartig gespielt. Zum ersten Mal in diesem Kalenderjahr – dumm, dass das gegen den HSV passieren musste.

Für die Höhe – und das betone ich nochmals – ist aber allein der HSV verantworlich, der oftmals erstarrte wie das berühmte Kaninchen vor der Schlange. Auf Twitter habe ich von einem Kollegen gelesen, dass der einzige Gewinner dieses Duells Julian Green sei. Das halte ich für so dämlichen Quatsch, dass ich das nicht weiter kommentieren werde. Was diese 90 Minuten in München aber deutlich gezeigt haben ist, dass es beim HSV Spieler gibt, die schlicht nicht mehr bundesligareife Qualitäten besitzen.

Zum einen ist da Marcell Jansen. Nach zwei respektablen Spielen gegen Paderborn und Hannover (merkt Ihr selber, oder?) stellt sich der Mann in den Boulevard und spricht offen darüber, dass er die EM 2016 nicht abgehakt hat und er ja bis kurz vor der WM 2014 noch im engeren Kreis der Nationalmannschaft war, ehe er sich verletzte. Meine große Befürchtung ist, dass Marcell Jansen tatsächlich selbst glaubt, was er da sagt. Und das ist sein größtes Problem: diese gnadenlose Selbstüberschätzung.

Dann ist da Heiko Westermann. Ja, er ist ein emsiger Rackerer, der sich zerreißt und alles gibt. Letzteres sollte doch aber Standard sein. Wenn das schon ein Kriterium ist, um einen Sammplatz beim HSV zu bekommen: Gute Nacht. Ich mag Westermann mit seinen Fehlpässen und mit seinem schlechten Stellungsspiel nicht mehr sehen. Es war eine falsche Entscheidung, dass Joe Zinnbauer seinetwegen Boban Rajkovic auf der Innenverteidigerposition geopfert hat.

Schließlich ist da noch unser Capitano, der kleine Engel, der van der Vaart. Ab und zu hat er einen Geistesblitz. Alle paar Monate. Dazwischen fällt er auf dem Platz nur noch dadurch auf, dass ihm nichts gelingt und er dies durch Nebenhertraben zu kompensieren versucht. Und durch übertrieben dummes Zweikampfverhalten mit anschließendem Meckern gegen alles und jeden, weshalb er ständig hinausstellungsgefährdet ist. Nein, so verhält sich kein Profi, schon gar kein Kapitän und Nationalspieler mit mehr als 100 Länderspielen.

Wenn eine Mannschaft drei solche Spieler auf dem Platz mitschleppen muss, zumal gegen Bayern München, ist es nicht verwunderlich, dass sie keine Punkte holt. Die Verträge aller eben genannten „Fußballer“ laufen zum Saisonende aus. Ich hoffe, die HSV-Führung macht keine Dummheiten.

Neben diesem Trio liefen mit dem diesmal völlig überforderten Ronny Marcos (aber hey: Wer ist denn bitte gegen Arjen Robben nicht überfordert?) und Ashton Götz zwei Youngster auf gegen den FC Bayern entscheidenden Positionen auf. Davon abgesehen, dass ich von den beiden viel halte (sie aber eben noch nicht in der Lage sind, vorauszugehen), ist es ein Armutszeugnis, dass wir keine besseren Spieler auf ihren Positionen zur Verfügung haben. Rechts hinten wäre die Alternative Heiko Westermann (Leistung: siehe oben) gewesen – Dennis Diekmeier ist ja wieder mal schwerer verletzt. Und links hinten schafft es der hochgelobte Matthias Ostrzolek nicht, sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Das haben sich wohl alle anders erhofft.

Vorn musste Olic frühzeitig vom Platz, ich hoffe, er ist nichts Ernstes. Den Alleinunerhalter im Sturm musste fortan Artjoms Rudnevs spielen. Tja.

Mit dieser Truppe ist der HSV mit einem 0:8 fast noch gut bedient.

Das Schöne an dieser Niederlage ist: Sie ist egal, da eingeplant. Klar, acht Gegentore tun weh, und ebenso, dass mal wieder keine Treffer erzielt wurden. Aber auch in diesem Spiel ging es nur um drei Punkte, die, wie gesagt, nicht einkalkuliert waren. Und angesichts der letzten HSV-Ergebnisse in München kann man schon fast von „Business as usual“ sprechen.

Wichtig ist das, was jetzt noch kommt. Der HSV hat weiterhin 23 Punkte. Mit den Gladbachern, Frankfurt und Dortmund stehen schwere Gegner an. Ich bin gespannt, wie wir diese Partien überstehen und wo wir uns danach auf dem Tableau wiederfinden werden. Sollten wir danach noch immer außerhalb der Abstiegszone stehen, ist alles gut. Schwer genug wird’s.

 

Sp. Gegner 2013/14 Ergebnis Gegner 2014/15 Ergebnis
1 Schalke 04 (A) 3:3 (1 Punkt) 1. FC Köln (A) 0:0 (1 Punkt)
2 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) SC Paderborn (H) 0:3 (0 Punkte)
3 Hertha BSC (A) 0:1 (0 Punkte) Hannover 96 (A) 0:2 (0 Punkte)
4 Braunschweig (H) 4:0 (3 Punkte) FC Bayern (H) 0:0 (1 Punkt)
5 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) M’gladbach (A) 0:1 (0 Punkte)
6 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) Frankfurt (H) 1:2 (0 Punkte)
7 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) Dortmund (A) 1:0 (3 Punkte)
8 Nürnberg (A) 5:0 (3 Punkte) Hoffenheim (H) 1:1 (1 Punkt)
9 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) Berlin (A) 0:3 (0 Punkte)
10 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) Leverkusen (H) 1:0 (3 Punkte)
11 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) Wolfsburg (A) 0:2 (0 Punkte)
12 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) Heiner Bremer (H) 2:0 (3 Punkte)
13 Hannover (H) 3:1 (3 Punkte) Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte)
14 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) Mainz 05 (H) 2:1 (3 Punkte)
15 FC Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) Freiburg (A) 0:0 (1 Punkt)
16 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) Stuttgart (H) 0:1 (0 Punkte)
17 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) Schalke 04 (A) 0:0 (1 Punkt)
18 Schalke 04 (H) 0:3 (0 Punkte) 1. FC Köln (H) 0:2 (0 Punkte)
19 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) Paderborn (A) 3:0 (3 Punkte)
20 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) Hannover 96 (H) 2:1 (3 Punkte)
21 Braunschweig (A) 2:4 (0 Punkte) FC Bayern (A) 0:8 (0 Punkte)
Gesamt 35:51 (16 Punkte) 14:30 (23 Punkte)

 

Vergleich: Der HSV steht aktuell 7 Punkte und null Tore besser bzw. schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

 

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 17
2014/15: 13

Veränderung: Der HSV steht aktuell 4 Plätze besser da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

 

Sp. Mannschaft 2013/14 2014/15
1 Nürnberg/Köln* (A) 5:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
2 Braunschweig/Paderb.* (H) 4:0 (3 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
3 Hannover 96 (A) 1:2 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
4 FC Bayern (H) 1:4 (0 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
5 M’gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
6 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
7 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
8 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
9 Berlin (A) 0:1 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
10 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
11 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) 0:2 (0 Punkte)
12 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) 2:0 (3 Punkte)
13 Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte) 1:3 (0 Punkte)
14 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
15 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
16 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) 0:1 (0 Punkte)
17 Schalke (A) 3:3 (1 Punkt) 0:0 (1 Punkt)
18 Nürnberg/Köln* (H) 2:1 (3 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
19 Braunschweig/Paderb.* (A) 2:4 (0 Punkte) 3:0 (3 Punkte)
20 Hannover 96 (H) 3:1 (3 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
21 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) 0:8 (0 Punkte)
Gesamt 39:47 (22 Punkte) 14:30 (23 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht im Direktvergleich aktuell 1 Punkt besser und 8 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

 

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.

Der HSV gegen die Bayern

Für all‘ das Leid, dass uns HSV-Fans in den vergangenen Monaten, sogar Jahren zugefügt wurde – und zwar seitens der Vereinsführung, des Trainerstabs, der Mannschaft, sind wir im Spiel gegen die Bayern über alle Gebühr entschädigt worden. Danke für das torlose Remis, liebe HSVer, es hat Spaß gemacht, Euch zuzusehen. Und auch, wenn wir nun nach vier Spieltagen noch immer ohne ein geschossenes Tor da- und auf einem Abstiegsplatz stehen, freue ich mich auf die kommenden Spiele.

Trainer Joe Zinnbauer scheint die Truppe gut eingestimmt zu haben, hat wenigstens mich, wahrscheinlich aber auch ein paar andere Fußballbegeisterte und ein wenig auch die Bayern überrascht.

Aufgrund des Einsatzes und der Entschlossenheit, die der HSV an den Tag legte, halte ich das Remis für gerecht. Darauf lässt sich aufbauen. Was ich sicher nicht tun werde, ist, in Lobeshymnen zu verfallen. Ja, Zinnbauer hatte einen guten Einstand, und das Spiel des HSV hat mir gefallen – für ein Team, das auch in dieser Saison nur gegen den Abstieg spielt. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.

Ich hoffe, dass keiner beim HSV jetzt nachlässt und sich auf dieser Leistung ausruht. Sollten wir diese in den nächsten 13 Punktspielen mindestens zehn weitere Male gezeigt haben – das eine oder andere schwächere Spiel sei erlaubt – gehe ich eine Idee beruhigter in die Rückrunde. Doch das gelingt nur dann, wenn man sich beim HSV auf das Wesentliche konzentriert und nicht glaubt, dass man nun auf Augenhöhe mit den Bayern ist.

Sp.    Gegner 2013/14     Ergebnis                 Gegner 2014/15     Ergebnis

1        Schalke 04 (A)             3:3 (1 Punkt)            1. FC Köln (A)             0:0 (1 Punkt)
2        Hoffenheim (H)          1:5 (0 Punkte)          SC Paderborn (H)      0:3 (0 Punkte)
3        Hertha BSC (A)           0:1 (0 Punkte)          Hannover 96 (A)        0:2 (0 Punkte)
4        Braunschweig (H)      4:0 (3 Punkte)          FC Bayern (H)            0:0 (1 Punkt)

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4                                                8:9 (4 Punkte)                                                 0:5 (2 Punkte)

Vergleich: Der HSV steht aktuell 2 Punkte und 4 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

 

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 12
2014/15: 17

Veränderung: fünf Plätze schlechter

 

Sp.    Mannschaft                                2013/14                    2014/15

1         Nürnberg/Köln* (A)                      5:0 (3 Punkte)           0:0 (1 Punkt)
2         Braunschweig/Paderborn (H)    4:0 (3 Punkte)           0:3 (0 Punkte)
3         Hannover 96 (A)                            1:2 (0 Punkte)            0:2 (0 Punkte)
4         FC Bayern (H)                                1:4 (0 Punkte)            0:0 (1 Punkt)

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4                                                                  10:6 (6 Punkte)            0:5 (2 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht aktuell 4 Punkte und 9 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

 

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.

 

Meine kleine Bundesligavorschau: FC Bayern

Na, was habt Ihr denn gedacht?

Natürlich werden die Bayern Meister. Nicht mit einem solchen Vorsprung wie in der Saison 2013/14. Aber die Hand dürfte ansatzweise am Köcher für das Fernglas nesteln. Die Gründe für die erneute Übermacht der Bayern: Pep Guardiola, Manuel Neuer, Dante, Rafinha, Jerome Boateng, Philipp Lahm, David Alaba, eventuell Holger Badstuber, Thiago, Franck Ribery, Javi Martinez, Arjen Robben, Xherdan Shaqiri, Mario Götze, Bastian Schweinsteiger, Robert Lewandowski, Thomas Müller. Und ein paar weitere. Bungt.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3.
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6.
7.
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11.
12. Hertha BSC
13.
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17.
18. SC Paderborn

Das glaubt Ihr nicht? Dann kommentiert meine kleine Vorschau gern und gebt mir Saures.

Egal.

Von einer Partie gegen den FC Bayern wird ja gern mal behauptet, sie sei das egalste Spiel der Saison. Rückblickend auf den 33., gerade abgelaufenen Spieltag und im Hinblick auf die Resultate darf man aus HSV-Sicht wohl zweifelsfrei behaupten: es stimmt!

Sicher: Hätte es zu einem Sieg gegen den FCB gelangt, wäre es bei weitem nicht das egalste Spiel der Saison gewesen. Der HSV hätte Tabellenplatz 16 und die damit verbundene Relegation vorzeitig gesichert. Und damit das vorletzte der vielen gesetzten Saisonziele erreicht. Aber bei allem Respekt vor unserem Kader und vor den elf bis dreizehn Menschen, die da gegen die Münchener spielten: Ich hatte zu keinem Zeitpunkt des Spiels ernsthaft daran geglaubt, dass wir mit etwas Zählbarem vom Platz gehen werden. Die Anfangsphase, vielleicht sogar die gesamte erste Halbzeit, war nicht schlecht, vielleicht sogar gut. Aber eben auch nicht so gut, dass ich die Hoffnung hätte hegen können, hier ginge etwas.

Und wie es aussieht, wenn man einmal nicht zu 100% bei der Sache ist, ließ sich am 0:1 wunderbar ausmachen. Milan Badelj und Michael Mancienne waren den entscheidenden Tick – kopfmäßig und körperlich – langsamer als Mario Götze, der nicht nur eine brillante Idee hatte, sondern auch einen Mitspieler und die technischen Fertigkeiten, diese Idee dann auch in ein Tor zu verwandeln.

Ich möchte aber davon absehen, einzelne Spieler zu sehr zu kritisieren, beziehungsweise negativ hervorzuheben. Das hätten sie trotz einiger schlechter, wirklich schlechter Szenen nicht verdient. Man muss das Ganze nämlich im Kontext sehen: Da spielte eine verunsicherte Mannschaft gegen das mit Abstand beste Team Deutschlands. Da passieren Fehler zwangsläufig, und das dürfen sie auch.

Viel lieber möchte ich positive Dinge hervorheben. Zum Beispiel, dass Rafael van der Vaart Zeichen setzen wollte, in dem er Toni Kroos einfach mal einen mitgibt, obwohl der Ball längst weg war. (Natürlich heiße ich es nicht grundsätzlich gut, dass wir solcherlei Fouls begehen. Aber Ihr wisst schon: Anderswo werden solche Spieler, die ihren Kollegen zeigen, dass man auch mal böse sein muss, um eventuell zum Ziel zu kommen, Leitwölfe genannt und hochgelobt.) Oder das sich Ivo Ilicevic, den ich gern und meines Erachtens immer zurecht kritisiere, aufgerieben hat, sehr oft anspielbar war und niemals aufgesteckt hat. Oder dass Trainer Mirko Slomka Jonathan Tah eingewechselt hat und ihn im letzten Heimspiel der Saison nochmal den Fans präsentiert hat. Und da bin ich auch schon beim wichtigsten Punkt der Kategorie „positive Dinge hervorheben“ angekommen: bei den Fans auf den Rängen.

Wie sie unseren HSV supportet, in die Kabine begleitet, aus der Pause empfangen, weiter supportet und am Ende gefeiert haben: Das war allererste Sahne, vor allem angesichts der prekären Situation, in der sich die Mannschaft und letztlich auch der Verein befinden. Ich ziehe meinen Hut vor Euch, Freunde.

Da sich auch der 1. FC Nürnberg und Eintracht Braunschweig Niederlagen einfingen, hat sich an der Ausgangsposition für den 34. Spieltag nichts geändert. Der HSV hat es selbst in der Hand, sein Schicksal zu gestalten. EIn Sieg in Mainz, und die Relegation ist fix. Bei allen anderen Ergebnissen muss gerechnet, gehofft und gebangt werden. Nur: Andere Ergebnisse als ein Sieg zählen einfach nicht. Auswärtsfluch hin oder her: Mit der Einstellung, die die HSVer auf dem Feld und auf den Rängen gegen den FCB an den Tag gelegt haben, liegt ein dreifacher Punktgewinn durchaus im Bereich des Möglichen.

(Anmerkung: Von den Geschehnissen rund um das dusselige Banner und die darauf folgende, nicht minder dusselige Reaktion, erfuhr ich erst nach Fertigstellung des Blogeintrags. Ich bleibe dabei, dass ich den Support großartig fand.)

Saison 12/13:

1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)
14. Spieltag: FC Schalke 04 (H) 3:1, 20 Punkte (-2)
15. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 21 Punkte (-2)
16. Spieltag: 1899 Hoffenheim (H) 2:0, 24 Punkte (0)
17. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 0:3, 24 Punkte (-3)
18. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 1:1, 25 Punkte (-3)
19. Spieltag: Bremen (H) 3:2, 28 Punkte (-2)
20. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 0:2, 28 Punkte (-4)
21. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 4:1, 31 Punkte (-1)
22. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (H) 1:0, 34 Punkte (0)
23. Spieltag: Hannover 96 (A), 1:5, 34 Punkte (-4)
24. Spieltag: SpVgg Greuther Fürth (H) 1:1, 35 Punkte (-4)
25. Spieltag: VfB Stuttgart (A) 0:1, 38 Punkte (-3)
26. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 38 Punkte (-4)
27. Spieltag: FC Bayern (A) 2:9, 38 Punkte (-11)
28. Spieltag: SC Freiburg (H) 0:1, 38 Punkte (-12)
29. Spieltag: Mainz 05 (A) 2:1, 41 Punkte (-11)
30. Spieltag: Fortuna Düsseldorf 2:1, 44 Punkte (-10)
31. Spieltag: Schalke 04 (A) 1:4, 44 Punkte (-13)
32. Spieltag: VfL Wolfsburg (H) 1:1, 45 Punkte (-13)
33. Spieltag: 1899 Hoffenheim (A) 4:1, 48 Punkte (-10)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)
14. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 16 Punkte (-1)
15. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 16 Punkte (-2)
16. Spieltag: FC Bayern (A), 1:3, 16 Punkte (-4)
17. Spieltag: FSV Mainz (H) 2:3, 16 Punkte (-5)
18. Spieltag: Schalke 04 (H) 0:3, 16 Punkte (-8)
19. Spieltag: 1899 Hoffenheim (A) 0:3, 16 Punkte (-11)
20. Spieltag: Hertha BSC (H) 0:3, 16 Punkte (-14)
21. Spieltag: Eintracht Braunschweig (A) 2:4, 16 Punkte (-16)
22. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:0, 19 Punkte (-13)
23. Spieltag: Heiner Bremer (A) 0:1, 19 Punkte (-14)
24. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 1:1, 20 Punkte (-14)
25. Spieltag: 1. FC Nürnberg (H) 2:1, 23 Punkte (-13)
26. Spieltag: VfB Stuttgart (A) 0:1, 23 Punkte (-14)
27. Spieltag: SC Freiburg (H) 1:1, 24 Punkte (-14)
28. Spieltag: Bor. Mönchengladbach (A) 1:3, 24 Punkte (-16)
29. Spieltag: Bayer Leverkusen (H) 2:1, 27 Punkte (-15)
30. Spieltag: Hannover 96 (A) 1:2, 27 Punkte (-16)
31. Spieltag: VfL Wolfsburg (H) 1:3, 27 Punkte, (-18)
32. Spieltag: FC Augsburg (A) 1:3, 27 Punkte (-20)
33. Spieltag: FC Bayern (H) 1:4, 27 Punkte (-23)

Veränderung: 18 Punkte schlechter (sieben Tore schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 7
2013/14: 16

Veränderung: Neun Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 9:2
Hamburger SV – FSV Mainz 1:0
Hamburger SV – Schalke 04 3:1
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Fortuna Düsseldorf 2:1
Greuther Fürth – Hamburger SV 0:1
Hamburger SV – Borussia Dortmund  3:2
Heiner Bremer – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 0:2
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 0:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 0:1
Hamburger SV – SC Freiburg 0:1
Bor. Mönchengladbach – Hamburger SV 2:2
Hamburger SV – Bayer Leverkusen 0:1
Hannover 96 – Hamburger SV 5:1
Hamburger SV –  VfL Wolfsburg 1:1
FC Augsburg – Hamburger SV 0:2
Hamburger SV – FC Bayern 0:3

45 Punkte, 40:52 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 3:1
Hamburger SV – FSV Mainz 2:3
Hamburger SV – Schalke 04 0:3
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hertha BSC* 0:3
Eintracht Braunschweig* – Hamburger SV 4:2
Hamburger SV – Borussia Dortmund 3:0
Heiner Bremer – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Frankfurt 1:1
Hamburger SV – 1. FC Nürnberg 2:1
VfB Stuttgart – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – SC Freiburg 1:1
Bor. Mönchengladbach – Hamburger SV 3:1
Hamburger SV – Bayer Leverkusen 2:1
Hannover 96 – Hamburger SV 2:1
Hamburger SV – VfL Wolfsburg 1:3
FC Augsburg – Hamburger SV
Hamburger SV – FC Bayern 1:4

27 Punkte, 49:72 Tore

Veränderung: 18 Punkte schlechter, elf Tore schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

Das egalste Spiel der Saison.

Was soll ich großartig schreiben? Vielleicht: nichts. Denn am Wochenende steht ein Spiel auf dem Programm, das mich im Grunde genommen nicht interessiert.

Naja, „nicht interessieren“ ist vielleicht falsch ausgedrückt. Sage ich es so: Falls der HSV am Wochenende gegen die Bayern verliert, hält sich mein Schmerz in Grenzen. Auswärts beim FCB – was um Himmels Willen soll es da schon anderes geben als eine Watsch’n?

Ich rechne mit einem klaren 3:0 oder eventuell sogar mit einem 4:0 für die Bayern. Warum? Weil wir zu viele Nationalspieler haben, die noch von den Länderspieleinsätzen ausgelaugt sind. Weil ich den HSV kenne.

Wenn es also anders kommen sollte, werde ich das zur Kenntnis nehmen, mich eventuell sogar darüber freuen – je nach Ergebnis. Aber überbewerten werde ich das Spiel ganz sicher nicht. Und zwar ganz egal, wie die Partie ausgeht.

Bin ich nun kein richtiger Fan? Nun, wenn man nur dann einer ist, wenn man schlaflose Nächte oder schlechte Laune wegen einer Niederlage bei den Bayern hat, dann bin ich keiner. Damit kann ich dann aber leben.

Für mich gilt: Es ist das egalste Spiel der Saison.

Nennt mich den Propheten.

Mein lieber Herr Murphy.

Wenn das so weitergeht, wird Ihr Gesetz bald umbenannt, und man wird stattdessen meinen Namen verwenden.

Was habe ich mich am vergangenen Freitag hier verbal beziehungsweise tastaturtippenderweise aus dem Fenster gelehnt! Habe aus dem unguten Gefühl heraus, meine Lieblingsmannschaft werde gegen die beste Truppe der vergangenen beiden Spielzeiten nicht nur verlieren, sondern dabei auch noch jede Menge Treffer kassieren, noch die Ausgänge zweier weiterer Bundesligapartien prophezeit. Und nichts davon ist wahr geworden.

So richtig schlimm finde ich das natürlich nicht.

Ich prognostizierte, dass die Keller-Mannschaft Schalke bei den Bayern gewönne. Nun, knapp daneben ist auch vorbei. Die Knappen – ein Name, der so gar nichts mit dem Resultat des Tages zu tun hatte – gingen mit 0:4 unter, und so langsam muss man sich wohl mit dem Gedanken vertraut machen, dass bei der oben verwendeten Bezeichnung „Keller-Mannschaft“ der Bindestrich gestrichen werden muss.

Was die Partie Gladbach gegen Leverkusen angeht, lag ich zumindest in Sachen Spielführung richtig: Bayer dominierte die Partie. Dass sie entgegen meiner Prognose nicht mit einem Leverkusener Sieg, sondern 3:3 ausging, hat mit Glück, Pech, Unvermögen und Klasse zu tun.

Die größte Fehleinschätzung leistete ich mir bei der Partie BVB – HSV. Drei, vier Gegentore hätte ich für normal empfunden. Es wurde nur eins, dafür trafen meine Jungs viermal. An diesen Sieg und vor allem in die Art und Weise, wie er zustande kam, werde ich mich noch oft und dann stets gern erinnern. Analysen lasse ich aus, die liest man im kicker oder sonstwo nach. Nur eine Sache möchte ich loswerden: Jürgen Klopp ist der unsympathischste Bundesligatrainer aller Zeiten. Auch der, die noch kommen werden. Offensichtlich ist ihm der Erfolg der vergangenen Jahre zu Kopf gestiegen. Anders kann ich mir seine Arroganz und Hochnäsigkeit nicht erklären. Schade.

Eigentlich ging es aber um etwas ganz anderes, nämlich meine Unfähigkeit, Spielausgänge vorherzusagen. Wenn Ihr also Tipps benötigt: Fragt mich, und tippt anschließend das Gegenteil. Im Extremfall könnte es Euch sehr, sehr reich machen.