Tah.

Beim HSV scheint sich in Sachen Transfers und Kaderplanung endlich etwas zu bewegen. Leider ganz anders, als ich es mir erhofft habe. Jonathan Tah, so heißt es, möchte zu Bayer Leverkusen wechseln. So bitter dies auch ist: Alle Seiten würden profitieren, insofern hoffe ich, dass der Wechsel möglichst schnell vollzogen wird.

Der HSV verliert ein Talent. Jonathan Tah ist 19 Jahre alt. Er hat uns, als er in der Saison 2014/15 mehrfach eingesetzt wurde, Hoffnung gemacht. Hoffnung darauf, dass die Abwehr zukünftig weniger wackeln wird. Und Hoffnung darauf, dass der HSV eben doch imstande ist, Spieler aus der eigenen Jugend hochziehen zu können – eine Qualität, die dem Verein lange Zeit abging. Als ich ihn haben spielen sehen, habe ich mich auf die Zukunft mit ihm gefreut und dachte kurzfristig daran, mir ein Trikot mit seinem Namenszug zu kaufen. Daran änderten auch diverse Fehler, die zu Gegentoren führten, nichts. Junge Leute müssen Fehler machen dürfen. Auf die Umstände, die zu der Ausleihe nach Düsseldorf führten, möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen. Wohl aber auf seine dortigen Leistungen. Die sollen erst den Erwartungen entsprechend, dann aber höchstens noch solide gewesen sein. Fernab aller mir unbekannten Dinge, die in seinem Umfeld passieren und mit denen er, der 19-Jährige, sich womöglich zu sehr beschäftigt, um seine gewohnten Qualitäten abrufen zu können, bleibt zu konstatieren, dass Stand heute niemand sagen kann, ob und in welchem Maße der Spieler Tah sich weiter entwickeln kann.

Leverkusen macht da weiter, wo es vor ein paar Jahren angefangen hat: Junge Spieler mit großem Potenzial vom HSV loszueisen. Damit das nicht falsch verstanden wird: Leverkusen hat das Recht dazu und darf das, und zu solchen Deals gehören immer mehrere Parteien. Sagt der HSV nein, wechselt der Spieler nicht. Sagt der Spieler nein, wechselt er auch nicht. Und da auch bei den Transfers von Heung-Min Son, Hakan Calhanoglu und Levin Öztunali alle Parteien ja gesagt haben, sollte sich niemand über auch nur einen dieser Deals als solchen beschweren. Bayer Leverkusen wildert im übrigen auch nicht bewusst beim HSV, um uns zu ärgern. Die Scoutingabteilung und Entscheider prüfen, welche Spieler den Verein weiterbringen. Dass dies in der jüngsten Vergangenheit Spieler des HSV betroffen hat, ist Zufall. (Ich glaube übrigens nicht, dass die Zwote vom FC Chelsea vor ein paar Jahren über uns gemosert hat, weil wir bei denen „gewildert“ haben.)

Jonathan Tah ist ein Hamburger Jung. Aber: Er ist auch Fußballprofi. Und warum sollte er in Hamburg bleiben, nur weil er hier geboren wurde und seine ersten Erfahrungen hier gemacht hat? Bei einem Verein, der ihn zwar mit einem guten Vertrag ausgestattet hat, dem – was man so liest und hört – die Personalie Tah in der Zeit, in der sich der Junge in Düsseldorf aufhielt, aber auch ziemlich egal gewesen sein soll? Welche Gründe sollten aus seiner Sicht ausschlaggebend sein, dass Tah lieber beim HSV bleibt, statt „den nächsten Schritt“ bei einem Verein zu machen, der international spielt, bei dem junge Spieler nicht weggeschoben, sondern eingesetzt werden und der zudem fürstlich zahlt?

Der HSV ist ein Ausbildungsverein. Dafür hat er in den vergangenen Jahren einiges getan. Insofern täte er gut daran, Jonathan Tah gehen zu lassen und dafür eine Summe X zu kassieren. Das Geld kann man sehr gut gebrauchen und ist derzeit wichtiger als das starre Festhalten an einem Talent, von dem man sich – siehe oben – nicht sicher sein kann, wie es sich entwickelt. Und wenn man ehrlich ist: Ein Ersatz wäre schnell gefunden, verhandelte man mit Boban Rajkovic einfach einen neuen Vertrag aus.

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Und dann war da noch dies.

Die Bundesligasaison ist nun endgültig vorbei – höchste Zeit für diesen Blogeintrag. Denn eigentlich hätte er schon deutlich vor den Relegationsspielen erscheinen sollen. Aber: die Zeit, die fehlende.

Nun denn:

Zu Saisonbeginn trommelte ich managerspielliebender Mensch, der ich bin, 17 Gleichdenkende um mich. Ich wollte eine Bundesligasaison simulieren, in der jeder Fan eines Bundesligateams ebenjenes repräsentiert. In der kicker-Interactive-Variante. Wir waren: Die 18 Ahnungslosen. Eigentlich waren wir sogar 19 Ahnungslose, da die Leverkusener Fraktion zu zweit antrat. Familienbande.

Im Laufe der Saison musste ich erkennen, dass ich mich ein wenig übernommen habe. Will heißen: Ich konnte der kicker-Manager-Liga nicht so viel Beachtung schenken, wie ich vorgehabt hatte.

Gleichwohl möchte ich mein zu Beginn gegebenes Versprechen einlösen. Ehrensache. Ich stellte Gewinne für die drei besten Tipper in Aussicht. Apropos Tipper, diese waren:

Hage Hagaff für den FC Augsburg
Daniel für Hertha BSC
Joey für den SV Werder Bremen
Stefan für Borussia Dortmund
Marvin für Eintracht Frankfurt
Dan für den SC Freiburg
Meine Wenigkeit für den HSV
Tobi für Hannover 96
Julian für die TSG Hoffenheim
Thomas für den 1. FC Köln
Frank und Eliano für Bayer Leverkusen
Michael für den 1. FSV Mainz 05
Andreas für den FC Bayern München
Stephan für den SC Paderborn
Anto für den FC Schalke 04
Marcel für den VfB Stuttgart
Patrick für den VfL Wolfsburg
sowie
den HSV-Fan Sascha für Borussia Mönchengladbach – ich fand damals keinen echten Fohlen-Fan, der mitmachen wollte.

Um es nicht unnötig in die Länge zu ziehen: Julian setzte sich souverän durch, somit ist die TSG Hoffenheim mein ganz persönlicher kicker-Managerspielmeister der Saison 2014/15. Herzlichen Glückwunsch. Tatsächlich habe ich es geschafft, meinen HSV zum Vizemeister zu machen, Dritter wurde Stephan für den SC Paderborn. Die genaue Platzierung lässt sich hier ablesen.

Da ich, wie erwähnt, Zweiter wurde, kommt auch der Tabellenvierte in den „Genuss“ einer kleinen Belohnung. Wenn die Herren Julian, Stephan und Joey mir also alsbald ihre Adresse zukommen lassen würden, würde mich das freuen. Ich versuchte, so schnell wie möglich etwas von A nach B zu senden.

Mein Dank geht an alle Mitspieler.

(Zur neuen Saison werde ich sicher wieder eine kicker-Managerliga eröffnen. Jedoch eine, die nicht auf 18 Mitspieler begrenzt ist, sondern offen für alle Interessenten ist.)