Gute Besserung, Elkin Soto.

Wenn sich ein Spieler, ganz gleich, ob der eigenen oder der gegnerischen Mannschaft, sich eine derart schwere und schmerzende Verletzung zuzieht wie Elkin Soto, dann ist alles andere erstmal egal und der Anstand und die Erziehung gebieten es, ihm die ersten, wichtigsten Worte zu widmen. Deshalb wünsche ich Elkin Soto, der laut Vereinssprecherin Silke Bannick einen „Komplettschaden“ davongetragen hat, von Herzen alles Gute und eine schnelle und vollständige Genesung.

Die großartigste Szene der Partie gab es dann nach Schlusspfiff, als Mainz-Manager Christian Heidel vor laufenden Kameras unmissverständlich erklärte, dass Soto, dessen Vertrag eigentlich nicht nur ausläuft, sondern nicht verlängert werden sollte, nun doch ein weiteres Jahr in Mainz bleiben darf, wenn er denn möchte. Es käme gar nicht infrage, dass man ihm keinen neuen Vertrag anbiete, so etwas gäbe es in Mainz nicht, sagte Heidel, und: „Wir werden doch jetzt den Jungen nicht im Stich lassen!“ Gäbe es doch nur mehr Menschen seines Schlages.

Die Aktion, die zu dieser schweren Verletzung Sotos führte, erhitzte die Gemüter, vor allem drüben bei Twitter. Von einem durchgeknallten Irren war da die Rede (auch wenn diese Meinung später revidiert oder zurückgenomen wurde), und Rafael van der Vaart, der an dieser schlimmen Szene maßgeblichen Anteil hatte, musste noch viel mehr und viel schlimmere Bemerkungen über sich ergehen lassen, wenngleich er sie natürlich nicht gelesen haben dürfte. Dazu möchte ich dies loswerden: Ich bin gewiss kein Freund und Fürsprecher Rafael van der Vaarts. Aber ich habe mir die Szene mehrfach angesehen, aus verschiedenen Blickwinkeln und in verschiedenen Geschwindigkeiten und sage: Es war kein Foul. Im Gegenteil: Van der Vaart spielt sogar den Ball, wie man erkennen kann. Zugegebenermaßen in der Superzeitlupe, aber Geschwindigkeit hin oder her: es ist nunmal Fakt, dass er den Ball gespielt hat, während Soto van der Vaart traf – insofern kann man eher von einem Foulspiel Sotos ausgehen, gewiss einem unabsichtlichen.

Natürlich war diese Szene spielentscheidend. Das bis dahin gut spielende Mainz wirkte konsterniert, verständlicherweise waren die 05er in Gedanken bei ihrem verletzten Mitspieler. Wohl auch deshalb bekam Heiko Westermann nur wenige Minuten später auf der rechte Seite genug Zeit für eine Flanke, die der Mainzer Julian Baumgartlinger ins eigene Tor einköpfte. Der Rest ist schnell erzählt. In der zweiten Hälfte wurde Mainz stärker – so stark wie erwartet – und erspielte sich ein optisches Übergewicht, das dann irgendwann zwangsläufig zum Ausgleich führen musste. Doch der HSV unter Labbadia scheint Gegentore gut wegstecken zu können. Mit einer starken Moral und einem Schuss Glück sicherten wir uns doch noch drei sehr wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Und wie schon beim Sieg gegen den FC Augsburg in der vergangenen Woche waren es die Aussortierten, die letztlich wieder die entscheidenden Männer auf dem Feld waren: Heiko Westermann spielte auf der Position des rechten Verteidigers besser, als es Dennis Diekmeier je getan hat; Slobodan Rajkovic war ein zuverlässiger und, ja, souveräner Abräumer; Gojko Kacar überzeugte auf der Sechs und krönte seine ansprechende Leistung mit dem Siegtor. Dass der HSV nun auf Platz 14 steht und damit so gut wie seit dem 22. Spieltag nicht mehr, ist ein großes Verdienst dieses Trios, und ich bin gespannt, wie es mit ihm weitergeht, wenn es mit dem HSV so weitergeht. Der Fußball schreibt ja manchmal wundersame Geschichten.

 

Sp. Gegner 2013/14 Ergebnis Gegner 2014/15 Ergebnis
1 Schalke 04 (A) 3:3 (1 Punkt) 1. FC Köln (A) 0:0 (1 Punkt)
2 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) SC Paderborn (H) 0:3 (0 Punkte)
3 Hertha BSC (A) 0:1 (0 Punkte) Hannover 96 (A) 0:2 (0 Punkte)
4 Braunschweig (H) 4:0 (3 Punkte) FC Bayern (H) 0:0 (1 Punkt)
5 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) M’gladbach (A) 0:1 (0 Punkte)
6 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) Frankfurt (H) 1:2 (0 Punkte)
7 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) Dortmund (A) 1:0 (3 Punkte)
8 Nürnberg (A) 5:0 (3 Punkte) Hoffenheim (H) 1:1 (1 Punkt)
9 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) Berlin (A) 0:3 (0 Punkte)
10 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) Leverkusen (H) 1:0 (3 Punkte)
11 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) Wolfsburg (A) 0:2 (0 Punkte)
12 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) Heiner Bremer (H) 2:0 (3 Punkte)
13 Hannover (H) 3:1 (3 Punkte) Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte)
14 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) Mainz 05 (H) 2:1 (3 Punkte)
15 FC Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) Freiburg (A) 0:0 (1 Punkt)
16 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) Stuttgart (H) 0:1 (0 Punkte)
17 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) Schalke 04 (A) 0:0 (1 Punkt)
18 Schalke 04 (H) 0:3 (0 Punkte) 1. FC Köln (H) 0:2 (0 Punkte)
19 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) Paderborn (A) 3:0 (3 Punkte)
20 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) Hannover 96 (H) 2:1 (3 Punkte)
21 Braunschweig (A) 2:4 (0 Punkte) FC Bayern (A) 0:8 (0 Punkte)
22 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) Gladbach (H) 1:1 (1 Punkt)
23 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) Frankfurt (A) 1:2 (0 Punkte)
24 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) Dortmund (H) 0:0 (1 Punkt)
25 Nürnberg (H) 2:1 (3 Punkte) Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte)
26 Stuttgart (A) 0:1 (0 Punkte) Hertha BSC (H) 0:1 (0 Punkte)
27 Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt) Leverkusen (A) 0:4 (0 Punkte)
28 Gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) Wolfsburg (H) 0:2 (0 Punkte)
29 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte)
30 Hannover (A) 1:2 (0 Punkte) Augsburg (H) 3:2 (3 Punkte)
31 Wolfsburg (H) 1:3 (0 Punkte) Mainz 05 (A) 2:1 (3 Punkte)
Gesamt 47:65 (27 Punkte) 21:47 (31 Punkte)

Vergleich: Der HSV steht aktuell 4 Punkte besser und 8 Tore schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 16
2014/15: 14

Veränderung: Der HSV steht aktuell zwei Plätze besser da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

Sp. Mannschaft 2013/14 2014/15
1 Nürnberg/Köln* (A) 5:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
2 Braunschweig/Paderb.* (H) 4:0 (3 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
3 Hannover 96 (A) 1:2 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
4 FC Bayern (H) 1:4 (0 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
5 M’gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
6 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
7 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
8 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
9 Berlin (A) 0:1 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
10 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
11 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) 0:2 (0 Punkte)
12 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) 2:0 (3 Punkte)
13 Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte) 1:3 (0 Punkte)
14 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
15 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
16 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) 0:1 (0 Punkte)
17 Schalke (A) 3:3 (1 Punkt) 0:0 (1 Punkt)
18 Nürnberg/Köln* (H) 2:1 (3 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
19 Braunschweig/Paderb.* (A) 2:4 (0 Punkte) 3:0 (3 Punkte)
20 Hannover 96 (H) 3:1 (3 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
21 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) 0:8 (0 Punkte)
22 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
23 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
24 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
25 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
26 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
27 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) 0:4 (0 Punkte)
28 Wolfsburg (H) 1:3 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
29 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
30 Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) 3:2 (3 Punkte)
31 Mainz 05 (A) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
Gesamt 60:71 (26 Punkte) 21:47 (31 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht im Direktvergleich aktuell 5 Punkte besser und 15 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.

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2 Gedanken zu “Gute Besserung, Elkin Soto.

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