Toller Trainer, frommer Wunsch

Der letzte Eintrag hier ist ja schon wieder ein Weilchen her. Im Internet-Zeitalter sind runde zwei Wochen eine gefühlte Ewigkeit.

In „Zu wenig„, meinem Beitrag über das Spiel gegen Hertha BSC, sprach ich an, dass es beim HSV an vielen Dingen fehle, unter anderem auch an einem wirklich guten Trainer. Es gehörte nicht sonderlich viel Mut dazu zu behaupten, dass es Joe Zinnbauer schwer haben dürfte, seinen Posten zu behalten. Und so wurde er folgerichtig und wie von mir zart erwünscht: rasiert. Danach war klar, dass schnell etwas passieren musste. Und tatsächlich hat der Fußballgott uns einen wirklich guten und kompetenten Mann zukommen lassen. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um Peter Knäbel. (Die Entscheidung, ihn zum Chefcoach zu machen halte ich – positiv ausgedrückt – für ein großes Wagnis. Aber hey: Der Mann hat noch kein Bundesligaspiel als Cheftrainer verloren!) Nein, die Rede ist von Peter Hermann.

Hermann. Bei dem N(achn)amen treibt es  einem als HSV-Fan ja schon ein wenig Pipi in die Augen.

Über die Tatsache, dass Peter Hermann sich uns anschließt – wenn auch nur für einen kurzen Zeitraum – freue ich mich. Er ist ein Ex-HSVer, er kennt das Bundesligageschäft als Spieler und er hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte einen Ruf als kompetenter wie loyaler Co-Trainer erarbeitet. Unter anderem trug Hermann als Sidekick von Jupp Heynckes zum Triple der Bayern in der Saison 2012/13 bei.

Wie ich gelesen habe, versuchte der HSV, Hermann schon in der Winterpause von Schalke loszueisen – dieser Versuch scheiterte an einer Verletzung Hermanns, von der er sich erst erholen musste. Wahrscheinlich hätte ich das Duo Zinnbauer/Hermann auch sehr gut gefunden – der Alte hätte dem Neuen eine ganze Menge beibringen können.

Nun ist es eben Knäbel, der das Zepter schwingt – und dem eine Menge beigebracht wird.

Ich hoffe, dass unser Sportdirektor die Größe hat, auf die hoffentlich vielen guten Ratschläge und Einwürfe Hermanns zu hören und nicht auf Teufel komm‘ raus seinen eigenen Willen durchsetzen möchte. Der HSV hat nur noch wenige Möglichkeiten zu punkten. Acht, um genau zu sein, und wenn ich ehrlich bin, zähle ich die Partie gegen – AUSGERECHNET – Bayer Leverkusen nicht unbedingt dazu. Und auch die darauf folgenden Gegner sind nicht unbedingt kleinere Kaliber: Wolfsburg, Werder. Das sind Teams, an denen wir uns derzeit nicht wirklich messen können. Natürlich hätte ich nichts dagegen, dennoch Punkte mitzunehmen.

Aber: Die nächsten drei Spiele bzw. die Trainingszeit um diese Spiele herum sollen Knäbel und Hermann bitte nutzen, um aus dem müden Haufen eine Mannschaft zu formen, die in den dann kommenden Begegnungen punkten soll: gegen ein zurzeit er schwächelndes Augsburg sowie in Mainz, gegen Freiburg und in Stuttgart werden die Big Points verteilt. Hier mit rund neun Punkten herauszugehen – das wäre mein Wunsch. (Und ja, ich weiß: er ist fromm.)

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2 Gedanken zu “Toller Trainer, frommer Wunsch

  1. […] 11. Was durch Länderspiele und das tägliche Tuchel-Gerücht fast in Vergessenheit geriet: Nachdem der HSV zuletzt unter Zinnbauer und seinen Vorgängern oft wirkte, als trainiere er unter der Woche gar keinen Fußball mehr, hat der HSV nun jemanden zum Coach gemacht, der seit 15 Jahren unter der Woche nicht mehr trainiert hat. Das klingt logisch, ist aber ein großes Risiko. Herr Knäbel steht nun vor der ersten Bewährungsprobe und Sascha Rebiger harrt der Dinge, die da kommen (140+). […]

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