Welcher Klub bist Du und was hast Du mit dem HSV gemacht?

DAS war Balsam auf die Seelen leidgeplagter HSV-Fans: Endlich gab es mal wieder ein Tor zu sehen. Halt: nicht nur ein Tor, sondern gleich drei – zum ersten Mal in einem Heimspiel dieser Saison. Und das Schönste daran: Der Gegner hat weniger Tore geschossen.

Natürlich kam das erste Tor durch Ivica Olic glücklich zustande, sehr glücklich. Aber das spielt keine Rolle, und im Abstiegskampf schon gar nicht. Dieses – Entschuldigung – Scheißtor ließ beim HSV scheinbar die Nervosität und die Angst vorm Versagen verschwinden. In der Folgezeit sah ich eine Mannschaft, die den Abstiegskampf zumindest für diese 90 Minuten gegen den FC angenommen hat und die sogar versucht hat, ein vernünftiges Kombinationsspiel aufzuziehen. Hinzu kamen offensive Eins-zu-eins-Situationen. All‘ das habe ich in der Form lange nicht mehr gesehen. Kurzum: Gemessen an dem, was wir bisher in dieser Saison gezeigt haben, war das eine sehr gute HSV-Partie, die am Ende nicht unverdient gewonnen wurde. Wie groß der Anteil Bruno Labbadias an diesem letztlich nicht unverdienten Erfolg ist, durch den wir es nun endlich geschafft haben, den Punktestand aus der vergangenen Saison zu übertreffen, lässt sich schwer beurteilen. Auffallend war aber, dass in meinen Augen besonders die Spieler positiv aufgefallen sind, die bei Labbadias Vorgängern schon aussortiert waren und die (eigentlich) keine Zukunft beim HSV mehr haben. Und wenn Peter Knäbel neulich nach dem Spiel gegen Leverkusen sagte, er habe gesehen, auf wen er sich verlassen könne, dann dürfte und müsste er sich nach diesem guten Spiel gegen Augsburg die Namen Westermann, Kacar und Ilicevic ins Heftchen geschrieben haben.

Trainer Labbadia sprach vor der Partie davon, dass „die Heimspiele das Faustpfand“ seien und diese gewonnen werden müssen. Diesen Worten haben er und seine Mannschaft, die sich über weite Strecken auch als eine solche präsentierte, nun erste Taten folgen lassen. Das macht Mut im Hinblick auf die kommenden Aufgaben. Man sollte bei aller Euphorie aber auch bedenken, dass der Gegner eben nur Augsburg war. Ja, der FCA gehört tabellarisch zum oberen Drittel der Bundesliga. In der Rückrunde hat mich der Verein, der mich sonst über alle Maßen begeistert, aber noch nicht sonderlich beeindruckt. Und vor der Partie in Hamburg hatte er bereits viermal in Folge auswärts verloren.

Aber ich möchte den Erfolg des HSV auch nicht kleinreden. Aufopferungsvoller Kampf in der Abwehr, teils kreatives Spiel in der Offensive und ein Torjäger, der da steht, wo er stehen muss, führen zu verdienten Punkten. Entscheidender Mann auf dem Feld war für mich Zoltan Stieber, dem nicht nur das erste Tor zu 90% zugeschrieben werden müsste, sondern auch vor dem dritten Tor eine hervorragende Vorlage ablieferte. Es gab nicht wenige, die den Mann schon vor Saisonbeginn als Fehleinkauf abstempelten. „Was wollen wir denn mit dem?“ war eine oft gestellte Frage. Die Antwort darauf hat er spätestens in dieser Partie gegeben.

Nachtrag: Was mir ausnehmend gut gefallen hat war, dass der verletzte Dennis Diekmeier und der gesperrte Lewis Holtby mindestens zeitweilig inmitten der Fans auf der Nordtribüne gestanden und von dort aus mitgefiebert haben. In diesem Zusammenhang werfe ich mal die Frage in den Raum: Wo war der gesperrte Valon Behrami?

 

Sp. Gegner 2013/14 Ergebnis Gegner 2014/15 Ergebnis
1 Schalke 04 (A) 3:3 (1 Punkt) 1. FC Köln (A) 0:0 (1 Punkt)
2 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) SC Paderborn (H) 0:3 (0 Punkte)
3 Hertha BSC (A) 0:1 (0 Punkte) Hannover 96 (A) 0:2 (0 Punkte)
4 Braunschweig (H) 4:0 (3 Punkte) FC Bayern (H) 0:0 (1 Punkt)
5 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) M’gladbach (A) 0:1 (0 Punkte)
6 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) Frankfurt (H) 1:2 (0 Punkte)
7 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) Dortmund (A) 1:0 (3 Punkte)
8 Nürnberg (A) 5:0 (3 Punkte) Hoffenheim (H) 1:1 (1 Punkt)
9 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) Berlin (A) 0:3 (0 Punkte)
10 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) Leverkusen (H) 1:0 (3 Punkte)
11 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) Wolfsburg (A) 0:2 (0 Punkte)
12 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) Heiner Bremer (H) 2:0 (3 Punkte)
13 Hannover (H) 3:1 (3 Punkte) Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte)
14 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) Mainz 05 (H) 2:1 (3 Punkte)
15 FC Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) Freiburg (A) 0:0 (1 Punkt)
16 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) Stuttgart (H) 0:1 (0 Punkte)
17 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) Schalke 04 (A) 0:0 (1 Punkt)
18 Schalke 04 (H) 0:3 (0 Punkte) 1. FC Köln (H) 0:2 (0 Punkte)
19 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) Paderborn (A) 3:0 (3 Punkte)
20 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) Hannover 96 (H) 2:1 (3 Punkte)
21 Braunschweig (A) 2:4 (0 Punkte) FC Bayern (A) 0:8 (0 Punkte)
22 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) Gladbach (H) 1:1 (1 Punkt)
23 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) Frankfurt (A) 1:2 (0 Punkte)
24 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) Dortmund (H) 0:0 (1 Punkt)
25 Nürnberg (H) 2:1 (3 Punkte) Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte)
26 Stuttgart (A) 0:1 (0 Punkte) Hertha BSC (H) 0:1 (0 Punkte)
27 Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt) Leverkusen (A) 0:4 (0 Punkte)
28 Gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) Wolfsburg (H) 0:2 (0 Punkte)
29 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte)
30 Hannover (A) 1:2 (0 Punkte) Augsburg (H) 3:2 (3 Punkte)
Gesamt 46:62 (27 Punkte) 19:46 (28 Punkte)

Vergleich: Der HSV steht aktuell 1 Punkt besser und 11 Tore schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 16
2014/15: 16

Veränderung: Der HSV steht aktuell keinen Platz besser oder schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

Sp. Mannschaft 2013/14 2014/15
1 Nürnberg/Köln* (A) 5:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
2 Braunschweig/Paderb.* (H) 4:0 (3 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
3 Hannover 96 (A) 1:2 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
4 FC Bayern (H) 1:4 (0 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
5 M’gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
6 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
7 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
8 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
9 Berlin (A) 0:1 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
10 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
11 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) 0:2 (0 Punkte)
12 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) 2:0 (3 Punkte)
13 Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte) 1:3 (0 Punkte)
14 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
15 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
16 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) 0:1 (0 Punkte)
17 Schalke (A) 3:3 (1 Punkt) 0:0 (1 Punkt)
18 Nürnberg/Köln* (H) 2:1 (3 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
19 Braunschweig/Paderb.* (A) 2:4 (0 Punkte) 3:0 (3 Punkte)
20 Hannover 96 (H) 3:1 (3 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
21 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) 0:8 (0 Punkte)
22 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
23 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
24 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
25 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
26 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
27 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) 0:4 (0 Punkte)
28 Wolfsburg (H) 1:3 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
29 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
30 Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) 3:2 (3 Punkte)
Gesamt 48:68 (26 Punkte) 19:46 (28 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht im Direktvergleich aktuell 2 Punkte besser und 7 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.

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Ganz kurz, ganz knapp.

Nein, es liegt nicht an der Form oder gar an den Ergebnissen des HSV, dass ich mich kurz halte. Es ist nur so: Ich hatte Urlaub, habe jetzt aber keinen Urlaub mehr und dementsprechend erstmal ein bisschen zu tun – liegengebliebenes will bearbeitet werden.

Außerdem ist es so, dass ich die Partien gegen Wolfsburg und Heiner Bremer nicht sehen konnte – etwaige Versuche von Analysen fallen damit auch aus.

Tja, und was den HSV im Allgemeinen und das, was seine Oberen und auch die laufenden Angestellten so geliefert und abgeliefert haben, angeht: Das ist alles schon geschrieben worden. Und zwar von Sven.

Sp. Gegner 2013/14 Ergebnis Gegner 2014/15 Ergebnis
1 Schalke 04 (A) 3:3 (1 Punkt) 1. FC Köln (A) 0:0 (1 Punkt)
2 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) SC Paderborn (H) 0:3 (0 Punkte)
3 Hertha BSC (A) 0:1 (0 Punkte) Hannover 96 (A) 0:2 (0 Punkte)
4 Braunschweig (H) 4:0 (3 Punkte) FC Bayern (H) 0:0 (1 Punkt)
5 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) M’gladbach (A) 0:1 (0 Punkte)
6 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) Frankfurt (H) 1:2 (0 Punkte)
7 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) Dortmund (A) 1:0 (3 Punkte)
8 Nürnberg (A) 5:0 (3 Punkte) Hoffenheim (H) 1:1 (1 Punkt)
9 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) Berlin (A) 0:3 (0 Punkte)
10 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) Leverkusen (H) 1:0 (3 Punkte)
11 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) Wolfsburg (A) 0:2 (0 Punkte)
12 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) Heiner Bremer (H) 2:0 (3 Punkte)
13 Hannover (H) 3:1 (3 Punkte) Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte)
14 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) Mainz 05 (H) 2:1 (3 Punkte)
15 FC Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) Freiburg (A) 0:0 (1 Punkt)
16 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) Stuttgart (H) 0:1 (0 Punkte)
17 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) Schalke 04 (A) 0:0 (1 Punkt)
18 Schalke 04 (H) 0:3 (0 Punkte) 1. FC Köln (H) 0:2 (0 Punkte)
19 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) Paderborn (A) 3:0 (3 Punkte)
20 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) Hannover 96 (H) 2:1 (3 Punkte)
21 Braunschweig (A) 2:4 (0 Punkte) FC Bayern (A) 0:8 (0 Punkte)
22 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) Gladbach (H) 1:1 (1 Punkt)
23 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) Frankfurt (A) 1:2 (0 Punkte)
24 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) Dortmund (H) 0:0 (1 Punkt)
25 Nürnberg (H) 2:1 (3 Punkte) Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte)
26 Stuttgart (A) 0:1 (0 Punkte) Hertha BSC (H) 0:1 (0 Punkte)
27 Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt) Leverkusen (A) 0:4 (0 Punkte)
28 Gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) Wolfsburg (H) 0:2 (0 Punkte)
29 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte)
Gesamt 45:60 (27 Punkte) 16:44 (25 Punkte)

 

Vergleich: Der HSV steht aktuell 2 Punkte und 13 Tore schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

 

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 16
2014/15: 18

Veränderung: Der HSV steht aktuell zwei Plätze schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

 

Sp. Mannschaft 2013/14 2014/15
1 Nürnberg/Köln* (A) 5:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
2 Braunschweig/Paderb.* (H) 4:0 (3 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
3 Hannover 96 (A) 1:2 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
4 FC Bayern (H) 1:4 (0 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
5 M’gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
6 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
7 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
8 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
9 Berlin (A) 0:1 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
10 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
11 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) 0:2 (0 Punkte)
12 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) 2:0 (3 Punkte)
13 Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte) 1:3 (0 Punkte)
14 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
15 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
16 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) 0:1 (0 Punkte)
17 Schalke (A) 3:3 (1 Punkt) 0:0 (1 Punkt)
18 Nürnberg/Köln* (H) 2:1 (3 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
19 Braunschweig/Paderb.* (A) 2:4 (0 Punkte) 3:0 (3 Punkte)
20 Hannover 96 (H) 3:1 (3 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
21 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) 0:8 (0 Punkte)
22 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
23 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
24 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
25 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
26 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
27 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) 0:4 (0 Punkte)
28 Wolfsburg (H) 1:3 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
29 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
Gesamt 48:67 (26 Punkte) 16:44 (25 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht im Direktvergleich aktuell 1 Punkt und 9 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.

Labbadia

Die Verpflichtung Bruno Labbadias trifft mich zur Unzeit: Ich befinde mich gerade im Urlaub und muss meine Zeilen nun mühsam ins Handy tippen, statt eine vernünftige Tastatur zu benutzen.

Finde ich es nun gut oder schlecht, dass Labbadia wieder da ist? Ich tendiere zu „gut“. Zunächst einmal begrüße ich es sehr, dass von dieser Personalentscheidung nichts zuvor nach außen gedrungen ist. Verpflichten, bekanntgeben, fertig. Prima. Außerdem finde ich gut, dass wir wieder einen Trainer haben, der zudem über Erfahrung im Abstiegskampf verfügt. Über Labbadias erstes Ende als HSV-Trainer heißt es, er sei an „Querulanten“ wie Ruud van Nistelrooy und Ze Roberto gescheitert. Fachlich sei wohl alles in Ordnung gewesen. Das macht Mut. 

Was Labbadia anzurechnen ist, dass er sich den HSV in dieser Situation antut. Immerhin könnte er als erster Trainer, der mit dem HSV absteigt, in die Geschichte eingehen. 

Deshalb erhält er von mir – Vergangenheit hin, amouröse Geschichten her – das, was jeder erhalten sollte: eine zweite Chance.

Ich begrüße den Pistolero also herzlich und wünsche ihm alles Gute. 

Zur Causa Tuchel möchte ich dies loswerden: Die HSV-Tuchel-Liebe war von Beginn an einseitig, irgendwelche (positiven) Statements von Tuchel gab es zu keinem Zeitpunkt. Es hätte wohl eh nicht gepasst und wäre spätestens in der ersten Krise zum Knall gekommen. Und ob Tuchel es geschafft hätte, den HSV wieder weiter nach oben zu führen, sei bei seinen bisherigen Meriten mal dahingestellt.

In dieser Liga haben wir nichts verloren.

Zur aktuellen Lage des HSV diesmal nur ein kurzer Kommentar:

Wer erwartet hat, dass unter dem neuen „Trainer“ Peter Knäbel alles besser wird – tut mir leid – dem schreibe ich jegliches Fußballwissen ab, und sei es „nur“ das Fußballwissen eines Fans.

Es war abzusehen, dass sich der HSV in Leverkusen abschlachten lässt. Dass er nicht in der Lage ist, den Abstiegskampf anzunehmen – so bitter es ist nach der Horrorsaison 2013/14 und nach den bisher absolvierten Spielen der laufenden Saison ist. Dass er spätestens nach dem ersten Gegentor einbricht. Kurzum: Dass er einmal mehr entäuscht.

Der Trainer Knäbel hat schon jetzt auf ganzer Linie versagt. Er hat die Chance verpasst, etwas Neues auszuprobieren. Versprach er bei Amtsantritt noch vollmundig, „den Weg Joe Zinnbauers konsequent fortzuführen“, blieb davon spätestens bei Bekanntgabe der Startaufstellung gegen Bayer nichts mehr übrig. Junge Spieler wie Götz, Marcos, Gouaida: Fehlanzeige, sie standen nicht mal im Kader. Immerhin: Bei der Taktik blieb Knäbel konsequent – er ließ dasselbe System spielen, dass in den vergangenen eineinhalb Jahren schon nicht funktioniert hat. Doppelsechs, „kreatives“ dreiköpfiges, offensives Mittelfeld, eine Spitze. Wäre jetzt nicht mal die Gelegenheit gewesen, etwas Neues auszuprobieren? Und wenn nicht jetzt: wann dann? (Jetzt bitte nicht an Handball denken…) Das ist alles in allem so enttäuschend wie vorhersehbar.

Ich habe mich auch in der vergangenen Saison frühzeitig auf einen Abstieg festgelegt und war später im Unrecht. Insofern kann das diesmal auch passieren, klar. Aber ganz ehrlich: Dieser HSV ist in dieser Spielzeit nicht nur viel zu schwach, um die Klasse zu halten, er hätte es auch nicht verdient. Ich weiß, dass wieder einige denken (und sogar schreiben) werden: Wie kann man denn nicht bis zuletzt an seine Mannschaft glauben? Ganz einfach: Ich bin Realist. Und ich weiß, dass die Chance, dass eine derart leblose, ungefährliche und desinteressiert wirkende Interessengemeinschaft (ich finde das Wort „Mannschaft“ in diesem Zusammenhang unpassend) die Klasse hält, geringer ist als ein Sechser im Lotto. Ich sehe trotz des derzeitigen Tabellenstandes keine zwei Teams, die noch schwächer sind als mein HSV, so leid es mir tut. Natürlich ändert das nichts daran, dass ich weiter Fan dieser Truppe bin. Warum sollte es? Aber die Fakten sprechen nunmal für sich, und die lauten: Der HSV bricht in dieser Saison so ziemlich jeden Negativrekord und befindet sich in einer tiefen Krise, aus der ich ihm Stand jetzt nicht zutraue herauszufinden.

Ich kann mich zwar noch nicht recht mit dem Gedanken anfreunden, dass der HSV in der Saison 2015/16 nur noch in der Zweiten Liga spielt, aber das wird schon noch. Es ändert sich ja nicht so viel: Gegen München, Frankfurt und Berlin spielen wir weiterhin. Hinzu kommen Duelle gegen Traditionsclubs wie Fortuna Düsseldorf, VfL Bochum, 1. FC Nürnberg. Und wir haben eventuell auch die Chance, eine gewisse Schmach von 2011 auszumerzen. Es ist also nicht alles schlecht.

 

Sp. Gegner 2013/14 Ergebnis Gegner 2014/15 Ergebnis
1 Schalke 04 (A) 3:3 (1 Punkt) 1. FC Köln (A) 0:0 (1 Punkt)
2 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) SC Paderborn (H) 0:3 (0 Punkte)
3 Hertha BSC (A) 0:1 (0 Punkte) Hannover 96 (A) 0:2 (0 Punkte)
4 Braunschweig (H) 4:0 (3 Punkte) FC Bayern (H) 0:0 (1 Punkt)
5 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) M’gladbach (A) 0:1 (0 Punkte)
6 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) Frankfurt (H) 1:2 (0 Punkte)
7 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) Dortmund (A) 1:0 (3 Punkte)
8 Nürnberg (A) 5:0 (3 Punkte) Hoffenheim (H) 1:1 (1 Punkt)
9 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) Berlin (A) 0:3 (0 Punkte)
10 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) Leverkusen (H) 1:0 (3 Punkte)
11 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) Wolfsburg (A) 0:2 (0 Punkte)
12 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) Heiner Bremer (H) 2:0 (3 Punkte)
13 Hannover (H) 3:1 (3 Punkte) Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte)
14 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) Mainz 05 (H) 2:1 (3 Punkte)
15 FC Augsburg (H) 0:1 (0 Punkte) Freiburg (A) 0:0 (1 Punkt)
16 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) Stuttgart (H) 0:1 (0 Punkte)
17 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) Schalke 04 (A) 0:0 (1 Punkt)
18 Schalke 04 (H) 0:3 (0 Punkte) 1. FC Köln (H) 0:2 (0 Punkte)
19 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) Paderborn (A) 3:0 (3 Punkte)
20 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) Hannover 96 (H) 2:1 (3 Punkte)
21 Braunschweig (A) 2:4 (0 Punkte) FC Bayern (A) 0:8 (0 Punkte)
22 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) Gladbach (H) 1:1 (1 Punkt)
23 Heiner Bremer (A) 0:1 (0 Punkte) Frankfurt (A) 1:2 (0 Punkte)
24 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) Dortmund (H) 0:0 (1 Punkt)
25 Nürnberg (H) 2:1 (3 Punkte) Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte)
26 Stuttgart (A) 0:1 (0 Punkte) Hertha BSC (H) 0:1 (0 Punkte)
27 Freiburg (H) 1:1 (1 Punkt) Leverkusen (A) 0:4 (0 Punkte)
Gesamt 42:56 (24 Punkte) 16:41 (25 Punkte)

 

Vergleich: Der HSV steht aktuell 1 Punkt besser und elf Tore schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

 

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 16
2014/15: 16

Veränderung: Der HSV steht aktuell keinen Platz besser oder schlechter da als am gleichen Spieltag der vorigen Saison.

 

Sp. Mannschaft 2013/14 2014/15
1 Nürnberg/Köln* (A) 5:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
2 Braunschweig/Paderb.* (H) 4:0 (3 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
3 Hannover 96 (A) 1:2 (0 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
4 FC Bayern (H) 1:4 (0 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
5 M’gladbach (A) 1:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
6 Frankfurt (H) 1:1 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
7 Dortmund (A) 2:6 (0 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
8 Hoffenheim (H) 1:5 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
9 Berlin (A) 0:1 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
10 Leverkusen (H) 2:1 (3 Punkte) 1:0 (3 Punkte)
11 Wolfsburg (A) 1:1 (1 Punkt) 0:2 (0 Punkte)
12 Heiner Bremer (H) 0:2 (0 Punkte) 2:0 (3 Punkte)
13 Augsburg (A) 1:3 (0 Punkte) 1:3 (0 Punkte)
14 Mainz 05 (H) 2:3 (0 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
15 Freiburg (A) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
16 Stuttgart (H) 3:3 (1 Punkt) 0:1 (0 Punkte)
17 Schalke (A) 3:3 (1 Punkt) 0:0 (1 Punkt)
18 Nürnberg/Köln* (H) 2:1 (3 Punkte) 0:2 (0 Punkte)
19 Braunschweig/Paderb.* (A) 2:4 (0 Punkte) 3:0 (3 Punkte)
20 Hannover 96 (H) 3:1 (3 Punkte) 2:1 (3 Punkte)
21 FC Bayern (A) 1:3 (0 Punkte) 0:8 (0 Punkte)
22 Gladbach (H) 0:2 (0 Punkte) 1:1 (1 Punkt)
23 Frankfurt (A) 2:2 (1 Punkt) 1:2 (0 Punkte)
24 Dortmund (H) 3:0 (3 Punkte) 0:0 (1 Punkt)
25 Hoffenheim (A) 0:3 (0 Punkte) 0:3 (0 Punkte)
26 Hertha BSC (H) 0:3 (0 Punkte) 0:1 (0 Punkte)
27 Leverkusen (A) 3:5 (0 Punkte) 0:4 (0 Punkte)
Gesamt 47:63 (26 Punkte) 16:41 (25 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht im Direktvergleich aktuell 1 Punkt und 6 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.

Toller Trainer, frommer Wunsch

Der letzte Eintrag hier ist ja schon wieder ein Weilchen her. Im Internet-Zeitalter sind runde zwei Wochen eine gefühlte Ewigkeit.

In „Zu wenig„, meinem Beitrag über das Spiel gegen Hertha BSC, sprach ich an, dass es beim HSV an vielen Dingen fehle, unter anderem auch an einem wirklich guten Trainer. Es gehörte nicht sonderlich viel Mut dazu zu behaupten, dass es Joe Zinnbauer schwer haben dürfte, seinen Posten zu behalten. Und so wurde er folgerichtig und wie von mir zart erwünscht: rasiert. Danach war klar, dass schnell etwas passieren musste. Und tatsächlich hat der Fußballgott uns einen wirklich guten und kompetenten Mann zukommen lassen. Hierbei handelt es sich natürlich nicht um Peter Knäbel. (Die Entscheidung, ihn zum Chefcoach zu machen halte ich – positiv ausgedrückt – für ein großes Wagnis. Aber hey: Der Mann hat noch kein Bundesligaspiel als Cheftrainer verloren!) Nein, die Rede ist von Peter Hermann.

Hermann. Bei dem N(achn)amen treibt es  einem als HSV-Fan ja schon ein wenig Pipi in die Augen.

Über die Tatsache, dass Peter Hermann sich uns anschließt – wenn auch nur für einen kurzen Zeitraum – freue ich mich. Er ist ein Ex-HSVer, er kennt das Bundesligageschäft als Spieler und er hat sich im Laufe der vergangenen Jahrzehnte einen Ruf als kompetenter wie loyaler Co-Trainer erarbeitet. Unter anderem trug Hermann als Sidekick von Jupp Heynckes zum Triple der Bayern in der Saison 2012/13 bei.

Wie ich gelesen habe, versuchte der HSV, Hermann schon in der Winterpause von Schalke loszueisen – dieser Versuch scheiterte an einer Verletzung Hermanns, von der er sich erst erholen musste. Wahrscheinlich hätte ich das Duo Zinnbauer/Hermann auch sehr gut gefunden – der Alte hätte dem Neuen eine ganze Menge beibringen können.

Nun ist es eben Knäbel, der das Zepter schwingt – und dem eine Menge beigebracht wird.

Ich hoffe, dass unser Sportdirektor die Größe hat, auf die hoffentlich vielen guten Ratschläge und Einwürfe Hermanns zu hören und nicht auf Teufel komm‘ raus seinen eigenen Willen durchsetzen möchte. Der HSV hat nur noch wenige Möglichkeiten zu punkten. Acht, um genau zu sein, und wenn ich ehrlich bin, zähle ich die Partie gegen – AUSGERECHNET – Bayer Leverkusen nicht unbedingt dazu. Und auch die darauf folgenden Gegner sind nicht unbedingt kleinere Kaliber: Wolfsburg, Werder. Das sind Teams, an denen wir uns derzeit nicht wirklich messen können. Natürlich hätte ich nichts dagegen, dennoch Punkte mitzunehmen.

Aber: Die nächsten drei Spiele bzw. die Trainingszeit um diese Spiele herum sollen Knäbel und Hermann bitte nutzen, um aus dem müden Haufen eine Mannschaft zu formen, die in den dann kommenden Begegnungen punkten soll: gegen ein zurzeit er schwächelndes Augsburg sowie in Mainz, gegen Freiburg und in Stuttgart werden die Big Points verteilt. Hier mit rund neun Punkten herauszugehen – das wäre mein Wunsch. (Und ja, ich weiß: er ist fromm.)