Auf Wiedersehen.

Als ich anfing zu twittern, schwor ich mir, die Größe meiner Timeline stets in einem erträglichen Rahmen zu halten. Zu Beginn sah ich als größtmögliche Zahl derer, denen ich folgen wollte, die 100 an. Es kam, wie es kommen musste: Diese Zahl wurde mir schnell zu klein, denn ich bemerkte, dass es weit mehr tolle Menschen als nur diese popeligen 100 Leute gibt, deren Tweets ich lesen möchte. Die nächsten Grenzen, die ich mir setzte, waren 200, später 250 Menschen bzw. Accounts.

Inzwischen bin ich bei 435 Accounts gelandet.

Nun gehöre ich zu der Sorte Twitter-User, die noch ganz oldschool „von unten nach oben“ liest. Allerdings lese ich Tweets, die ich verpasst habe, nicht nach. (Ok: Bei einigen wenigen Twitterern kommt es vor, dass ich explizit auf deren Seiten schaue, ob ich einen wichtigen Tweet versäumt habe, weil ich gerade geschlafen oder gearbeitet oder sonstwas getan habe.) Will heißen: Ich verpasse eine ganze Menge interessanter Tweets.

Da ich nicht vorhabe, mein Twitterverhalten zu ändern – mir irgendwelche Listen anzulegen, Tweetdeck zu benutzen, etc. – muss und möchte ich nun einen Schnitt machen und mich von vielen Twitterern verabschieden. Wobei „verabschieden“ in diesem Fall heißt, dass ich Ihnen nicht mehr folgen werde, jedoch nichts dagegen habe, wenn man mir ihre Tweets in meine Timeline spült. Und selbstverständlich habe ich auch nichts dagegen, wenn wir weiter miteinander kommunizieren. Im Gegenteil, es gab ja einen Grund, warum ich diesen Menschen gefolgt bin.

Es gibt aber auch einen Grund, warum ich nun entfolge: Ich möchte weniger Tweets von den Twitterern verpassen, die mir – wie soll ich es sagen – noch mehr am Herzen liegen als die, denen ich jetzt entfolge.

Ich weiß, dass ich aufgrund dieses „Großreinemachens“ (das ist ein denkbar schlechter Ausdruck, bitte verzeiht) auch viele Follower verlieren werde. Es ist eine oftmals verständliche Reaktion, zu entfolgen, wenn man bemerkt, dass man entfolgt wurde. Aber um eine bestimmte Zahl an Followern geht es mir nicht. Es geht mir darum, dass ich nicht länger das Gefühl haben möchte, zu viel verpasst zu haben, wenn ich mal nicht zehn Minuten in meine Timeline geschaut habe.

Nachfolgend liste ich die Accounts auf, denen ich nun nicht mehr folge. Ich werde versuchen, so oft es geht eine Begründung zu liefern. Manchmal beschreibe ich die Menschen aber auch nur. Nehmt diese Aufzählung als riesige #ff-Liste, den jeder Account ist auf seine Weise besonders.

Ich verabschiede mich von:

@11Freunde_Red
Interaktionen fanden bislang kaum statt. Und ich bekomme die wichtigen Tweets eh andauernd in die Timeline gespült. Und außerdem folge ich @11Freunde_de.

@americanarena
Jürgen Kalwa ist ein großartiger Kollege, dessen jahrelang geführtes Blog mir sehr geholfen hat, den US Sport in all‘ seinen Facetten besser zu verstehen. Inzwischen haben wir aber seit mehreren Jahren keinen Austausch mehr.

@InfostradaLive
Ich bekomme inzwischen von vielen anderen Seiten und über sehr viele andere Kanäle Statistiken.

@Mahqz
Markus und ich haben jahrelang ohne jeden Kontakt nebenhergetwittert.

@Wollekarolle
Er ist HSV-Fan wie ich. Mehr weiß ich nicht über ihn.

@oli_isoaho
Ein Twitterer mit einem derart schönen Namen sollte in jede Timeline gehören. Leider ist auch hier der Kontakt gänzlich eingeschlafen.

@RC_KH
Ich gestehe, dass ich nicht mal mehr weiß, wann ich den letzten Tweet von Christoph bewusst als „seinen“ wahrgenommen habe.

@bsagt
Leider kenne ich den Menschen hinter diesem Account nicht. Nicht mal seine Vorlieben oder seinen Lieblingsverein.

@keysersozi
Ein flüchtiger Blick auf sein Avatar sagt mir: Sankt Pauli. Aha. Das ist mehr, als ich je über ihn gewusst habe. Wir hatten nie Kontakt.

@optimistisch
Auch einer dieser vielen HSVer, die ich leider nie kennengelernt habe.

@Maxk88
Ich habe viel über ihn gelesen, und viel Schlimmes: eine Trennung, einen Trauerfall. Zuletzt, und damit meine ich etwa die letzten sechs Monate, aber nur „Ich bleibe noch im Bett liegen“- oder „Ich spiele jetzt ein Konsolenspiel“-Tweets (sinngemäß). Sei mir nicht böse, Max.

@ZeMadl
Ein mir unbekannter HSV-Fan.

@DonnerBella
Eine Frau mit viel Rückgrat und einer Meinung, die sie nicht hinterm Berg hält. Das mag ich. Leider haben wir in all‘ den Jahren nicht wirklich zueinander gefunden.

@Zani187
Bayern-Fan. Das ist aber kein Ausschlusskriterium.

@daltner
Ich kenne Dario leider nicht.

@pelu27
HSV-Fan – klar, bei dem Namen. Aber auch wir kennen uns im Grunde gar nicht.

@In_den_Knick
Lauras Bruder und ich haben, glaube ich, nie kommuniziert.

@ankegroener
Ich gestehe, dass unsere Interessen und die damit verbundenen Tweets auseinandergehen. Ihr Buch und das betreffende Thema sind aber toll!

@WWEForever8
Wir teilen das Interesse fürs Wrestling. Immerhin.

@immnski
Ich kann mich an keinen Tweetdialog zwischen uns erinnern.

@gawd668
„this is a private cccount.“ Ich werde nie verstehen, warum man diesen oder ähnliche Sätze schreibt.

@Alibipass
Wir haben keinen Kontakt.

@HSVSchnuppen
Organ eines HSV-Fanclubs – leider haben wir uns nie besser kennengelernt.

@sldis_welt
Sportbild-Journalist, wenn die Vita noch stimmt. Es ergab sich kein ernsthafter Kontakt.

@anTTraXX
Toller Avatar – aber es ist in all‘ der Zeit nicht dazu gekommen, dass man sich mal vernünftig austauscht oder eine Gemeinsamkeit entdeckt.

@HopfingerDE
Mehr als seinen morgendlicher Gruß lese ich leider nicht (bewusst) von ihm. Und das Schlimme ist: Ich frage mich auch nicht, ob da noch etwas anderes ist.

@09091893
Stuttgartern entfolge ich immer sehr ungern.

@DrPhelbs
Wer einen Bayern-Fan in seiner TL braucht: bitte sehr. #tpmuc’ler. Wir fanden kaum zusammen.

@TobiasKroeger
Ein Kollege – von dem ich nicht mehr weiß, wer ihn mir empfohlen hatte.

@DaWagla
Bei seinem Avatar denke ich – wenn ich es denn sehe – immer an Madagascar. I like to move it, move it.

@jensatmuc
Ein Bayern-Fan und zukünftiger Physik-Nobelpreisträger. Das habe ich von seiner Bio abgeschrieben.

@fofuball
Das gibt’s ja leider so nicht mehr. Ich bin sicher, dass mir meine Timeline Bescheid geben wird, wenn es Fokus Fußball doch wieder geben sollte.

@HONDOHSV
Wir kennen uns leider nicht.

@Koenig_Mirko
Mag den HSV – unter anderem. Viel mehr weiß ich von Mirko nicht.

@Uckmann_Heise
Schalke-Fan und Vater.

@hulza
Ich habe keine Ahnung, ob wir jemals Kontakt hatten. Das tut mir leid.

@s_kesselhut
Wie so häufig: Ich kenne diesen Account nicht besonders gut. Vielleicht hat er mal einen für mich tollen Tweet abgesetzt und ich wollte ihn „ausprobieren“.

@Albrecht1887
Schöner Name. Sehr schöner Name.

@FrauBausM
Mehr als Ihr Haupthaar habe ich nicht von ihr kennengelernt.

@1887Musik
Gefühlt habe ich noch keinen einzigen Tweet von diesem wunderschön klingenden Account gelesen.

@DrJohnWeb
Ein Sitzkissenfraktionär, den ich leider nicht kenne.

@Grantlhuawa
Ich habe gemerkt, dass ich ohne seine Tweets auskomme. Das muss für Euch aber nicht gelten.

@hamburg_hsv
Ich weiß, wer dahintersteckt. Er wird es verschmerzen können.

@sillcherno
Leider fällt mir nichts zu diesem Account ein.

@aufmplatz
Ich weiß: das ist wichtig. Leider aber nicht (mehr) für mich. Bitte nicht böse sein.

@rantfuller
Er macht ja leider nichts mehr. Dem Original bleibe ich aber treu, auch wenn ich das Gefühl nicht loswerde, er könne darauf verzichten.

@0li_beck
Ein Radiomoderator, den ich leider nirgends hörte. Ein Fußballreporter, den ich leider nie las. Bitte nicht falsch verstehen und nicht böse sein.

@HeideJensinger
Zu seinem Bruder habe ich guten Kontakt. Zu ihm leider gar keinen.

@MonaBraun
Headhunterin.

@franmawa
Ein kurzes Kopfnicken, das „Hallo“ bedeutete. Mehr war da nicht. Leider.

@1904kiki
Viele Tweets von ihr mag ich. Viele aber auch nicht. Zuletzt kamen deutlich mehr von letzteren. Sorry, Du wirst es verschmerzen.

 

 

 

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4 Gedanken zu “Auf Wiedersehen.

  1. Châpeau, der Herr, sich diese Arbeit zu machen, einzelne Accounts auch noch mit Begründung aufzuführen. Kommt da noch eine Fortsetzung? Oder werden die anderen stillschweigend entfolgt?

    Ein weiteres Châpeau für deine Konsequenz, wirklich nur noch die lesen zu wollen, die dir am Herz liegen. Ich schaffe es nicht. Miste zwar auch gerade aus, aber nur „Seiten“accounts. Die, die mir ganz, ganz doll am Herz liegen, sind in einer separaten Liste. Aber ansonsten verpasse ich fast alles, da ich nur früh am Morgen und spät nach Feierabend bei Twitter zu Besuch bin.

  2. Hallo Sascha,
    das Du mir nicht mehr folgst ist kein Grund für mich Dir nicht mehr zu folgen.Ich finde die Art wie Du es machst sehr schön, grosszügig und verbindlich. Aus sehr persönlichen Gründen habe ich mich fast gänzlich aus Twitter zurückgezogen. Mit dem Gedanken ganz abzumelden habe ich gespielt. Doch lese ich einfach noch zu gerne viele Twitterer.Nur selber schreiben: Das kann und will ich grad nicht. Höchstens auf eine Mention reagieren.Ansonsten nur lesen,schmunzeln und Gedanken machen.Auch Deinem Blog bleib ich treu.Und hör mal Sportradio. Da ich ja weiss, das Du Sympathien für den Clubb hegst: Falls Du mal ein Bier in Nürnberg trinken willst und den abgerissenen Kontakt aufleben lassen willst lass es mich wissen..Auf Wiedersehen.

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