Auf Wiedersehen.

Als ich anfing zu twittern, schwor ich mir, die Größe meiner Timeline stets in einem erträglichen Rahmen zu halten. Zu Beginn sah ich als größtmögliche Zahl derer, denen ich folgen wollte, die 100 an. Es kam, wie es kommen musste: Diese Zahl wurde mir schnell zu klein, denn ich bemerkte, dass es weit mehr tolle Menschen als nur diese popeligen 100 Leute gibt, deren Tweets ich lesen möchte. Die nächsten Grenzen, die ich mir setzte, waren 200, später 250 Menschen bzw. Accounts.

Inzwischen bin ich bei 435 Accounts gelandet.

Nun gehöre ich zu der Sorte Twitter-User, die noch ganz oldschool „von unten nach oben“ liest. Allerdings lese ich Tweets, die ich verpasst habe, nicht nach. (Ok: Bei einigen wenigen Twitterern kommt es vor, dass ich explizit auf deren Seiten schaue, ob ich einen wichtigen Tweet versäumt habe, weil ich gerade geschlafen oder gearbeitet oder sonstwas getan habe.) Will heißen: Ich verpasse eine ganze Menge interessanter Tweets.

Da ich nicht vorhabe, mein Twitterverhalten zu ändern – mir irgendwelche Listen anzulegen, Tweetdeck zu benutzen, etc. – muss und möchte ich nun einen Schnitt machen und mich von vielen Twitterern verabschieden. Wobei „verabschieden“ in diesem Fall heißt, dass ich Ihnen nicht mehr folgen werde, jedoch nichts dagegen habe, wenn man mir ihre Tweets in meine Timeline spült. Und selbstverständlich habe ich auch nichts dagegen, wenn wir weiter miteinander kommunizieren. Im Gegenteil, es gab ja einen Grund, warum ich diesen Menschen gefolgt bin.

Es gibt aber auch einen Grund, warum ich nun entfolge: Ich möchte weniger Tweets von den Twitterern verpassen, die mir – wie soll ich es sagen – noch mehr am Herzen liegen als die, denen ich jetzt entfolge.

Ich weiß, dass ich aufgrund dieses „Großreinemachens“ (das ist ein denkbar schlechter Ausdruck, bitte verzeiht) auch viele Follower verlieren werde. Es ist eine oftmals verständliche Reaktion, zu entfolgen, wenn man bemerkt, dass man entfolgt wurde. Aber um eine bestimmte Zahl an Followern geht es mir nicht. Es geht mir darum, dass ich nicht länger das Gefühl haben möchte, zu viel verpasst zu haben, wenn ich mal nicht zehn Minuten in meine Timeline geschaut habe.

Nachfolgend liste ich die Accounts auf, denen ich nun nicht mehr folge. Ich werde versuchen, so oft es geht eine Begründung zu liefern. Manchmal beschreibe ich die Menschen aber auch nur. Nehmt diese Aufzählung als riesige #ff-Liste, den jeder Account ist auf seine Weise besonders.

Ich verabschiede mich von:

@11Freunde_Red
Interaktionen fanden bislang kaum statt. Und ich bekomme die wichtigen Tweets eh andauernd in die Timeline gespült. Und außerdem folge ich @11Freunde_de.

@americanarena
Jürgen Kalwa ist ein großartiger Kollege, dessen jahrelang geführtes Blog mir sehr geholfen hat, den US Sport in all‘ seinen Facetten besser zu verstehen. Inzwischen haben wir aber seit mehreren Jahren keinen Austausch mehr.

@InfostradaLive
Ich bekomme inzwischen von vielen anderen Seiten und über sehr viele andere Kanäle Statistiken.

@Mahqz
Markus und ich haben jahrelang ohne jeden Kontakt nebenhergetwittert.

@Wollekarolle
Er ist HSV-Fan wie ich. Mehr weiß ich nicht über ihn.

@oli_isoaho
Ein Twitterer mit einem derart schönen Namen sollte in jede Timeline gehören. Leider ist auch hier der Kontakt gänzlich eingeschlafen.

@RC_KH
Ich gestehe, dass ich nicht mal mehr weiß, wann ich den letzten Tweet von Christoph bewusst als „seinen“ wahrgenommen habe.

@bsagt
Leider kenne ich den Menschen hinter diesem Account nicht. Nicht mal seine Vorlieben oder seinen Lieblingsverein.

@keysersozi
Ein flüchtiger Blick auf sein Avatar sagt mir: Sankt Pauli. Aha. Das ist mehr, als ich je über ihn gewusst habe. Wir hatten nie Kontakt.

@optimistisch
Auch einer dieser vielen HSVer, die ich leider nie kennengelernt habe.

@Maxk88
Ich habe viel über ihn gelesen, und viel Schlimmes: eine Trennung, einen Trauerfall. Zuletzt, und damit meine ich etwa die letzten sechs Monate, aber nur „Ich bleibe noch im Bett liegen“- oder „Ich spiele jetzt ein Konsolenspiel“-Tweets (sinngemäß). Sei mir nicht böse, Max.

@ZeMadl
Ein mir unbekannter HSV-Fan.

@DonnerBella
Eine Frau mit viel Rückgrat und einer Meinung, die sie nicht hinterm Berg hält. Das mag ich. Leider haben wir in all‘ den Jahren nicht wirklich zueinander gefunden.

@Zani187
Bayern-Fan. Das ist aber kein Ausschlusskriterium.

@daltner
Ich kenne Dario leider nicht.

@pelu27
HSV-Fan – klar, bei dem Namen. Aber auch wir kennen uns im Grunde gar nicht.

@In_den_Knick
Lauras Bruder und ich haben, glaube ich, nie kommuniziert.

@ankegroener
Ich gestehe, dass unsere Interessen und die damit verbundenen Tweets auseinandergehen. Ihr Buch und das betreffende Thema sind aber toll!

@WWEForever8
Wir teilen das Interesse fürs Wrestling. Immerhin.

@immnski
Ich kann mich an keinen Tweetdialog zwischen uns erinnern.

@gawd668
„this is a private cccount.“ Ich werde nie verstehen, warum man diesen oder ähnliche Sätze schreibt.

@Alibipass
Wir haben keinen Kontakt.

@HSVSchnuppen
Organ eines HSV-Fanclubs – leider haben wir uns nie besser kennengelernt.

@sldis_welt
Sportbild-Journalist, wenn die Vita noch stimmt. Es ergab sich kein ernsthafter Kontakt.

@anTTraXX
Toller Avatar – aber es ist in all‘ der Zeit nicht dazu gekommen, dass man sich mal vernünftig austauscht oder eine Gemeinsamkeit entdeckt.

@HopfingerDE
Mehr als seinen morgendlicher Gruß lese ich leider nicht (bewusst) von ihm. Und das Schlimme ist: Ich frage mich auch nicht, ob da noch etwas anderes ist.

@09091893
Stuttgartern entfolge ich immer sehr ungern.

@DrPhelbs
Wer einen Bayern-Fan in seiner TL braucht: bitte sehr. #tpmuc’ler. Wir fanden kaum zusammen.

@TobiasKroeger
Ein Kollege – von dem ich nicht mehr weiß, wer ihn mir empfohlen hatte.

@DaWagla
Bei seinem Avatar denke ich – wenn ich es denn sehe – immer an Madagascar. I like to move it, move it.

@jensatmuc
Ein Bayern-Fan und zukünftiger Physik-Nobelpreisträger. Das habe ich von seiner Bio abgeschrieben.

@fofuball
Das gibt’s ja leider so nicht mehr. Ich bin sicher, dass mir meine Timeline Bescheid geben wird, wenn es Fokus Fußball doch wieder geben sollte.

@HONDOHSV
Wir kennen uns leider nicht.

@Koenig_Mirko
Mag den HSV – unter anderem. Viel mehr weiß ich von Mirko nicht.

@Uckmann_Heise
Schalke-Fan und Vater.

@hulza
Ich habe keine Ahnung, ob wir jemals Kontakt hatten. Das tut mir leid.

@s_kesselhut
Wie so häufig: Ich kenne diesen Account nicht besonders gut. Vielleicht hat er mal einen für mich tollen Tweet abgesetzt und ich wollte ihn „ausprobieren“.

@Albrecht1887
Schöner Name. Sehr schöner Name.

@FrauBausM
Mehr als Ihr Haupthaar habe ich nicht von ihr kennengelernt.

@1887Musik
Gefühlt habe ich noch keinen einzigen Tweet von diesem wunderschön klingenden Account gelesen.

@DrJohnWeb
Ein Sitzkissenfraktionär, den ich leider nicht kenne.

@Grantlhuawa
Ich habe gemerkt, dass ich ohne seine Tweets auskomme. Das muss für Euch aber nicht gelten.

@hamburg_hsv
Ich weiß, wer dahintersteckt. Er wird es verschmerzen können.

@sillcherno
Leider fällt mir nichts zu diesem Account ein.

@aufmplatz
Ich weiß: das ist wichtig. Leider aber nicht (mehr) für mich. Bitte nicht böse sein.

@rantfuller
Er macht ja leider nichts mehr. Dem Original bleibe ich aber treu, auch wenn ich das Gefühl nicht loswerde, er könne darauf verzichten.

@0li_beck
Ein Radiomoderator, den ich leider nirgends hörte. Ein Fußballreporter, den ich leider nie las. Bitte nicht falsch verstehen und nicht böse sein.

@HeideJensinger
Zu seinem Bruder habe ich guten Kontakt. Zu ihm leider gar keinen.

@MonaBraun
Headhunterin.

@franmawa
Ein kurzes Kopfnicken, das „Hallo“ bedeutete. Mehr war da nicht. Leider.

@1904kiki
Viele Tweets von ihr mag ich. Viele aber auch nicht. Zuletzt kamen deutlich mehr von letzteren. Sorry, Du wirst es verschmerzen.

 

 

 

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Kleine Tippelschritte.

Das Schicksal will es, dass ich wieder erst sehr spät dazu komme, meine Gedanken über ein Bundesligaspiel auf virtuelles Papier zu bringen. Im Grunde ist auch schon alles gesagt – teils von so überragend guten Bloggern wie Sven und Alex.

Deshalb möchte ich gar nicht mehr viele Worte verlieren. Außer diesen: Aus sportlicher Sicht war es das wohl schlechteste Nordderby, das ich je gesehen habe. Das ist mir aber ganz egal, denn wenn der HSV gegen die Kollegen aus Wokommendienochgleichher spielt, zählt nur das, was dabei herausspringt.

Der HSV hat die Punkte verdient, weil er engagierter war als der andere Verein, weil er sich nicht einigelte, um eventuell einen Punkt mitzunehmen. Dass der Schiedsrichter der Partie einen schlechten Tag erwischt hat, steht auf einem anderen Blatt. Diesmal war er eben tendenziell eher auf unserer Seite – es gab auch schon andere Zeiten. Fragt nach bei Tim Wiese und Ivica Olic.

Ich freue mich auch deshalb sehr über den Sieg, weil Joe Zinnbauer seiner Linie treu bleibt. Bei seiner Antritts-PK erwähnte er so etwas wie: „Wenn ich sehe, dass die Spieler nicht mitziehen, nehme ich eben die Jungs aus der U23.“ Dass Zinnbauer das durchzieht, finde ich grandios. Was dabei herauskommen kann, sah man einmal mehr.

Die untere meiner beiden kleinen Statistiken halte ich für die wichtigere: Sie zeigt an, wie wir gegen die selben Gegner im Vergleich zur vergangenen Saison abgeschnitten haben. Nach dem Spiel gegen Heiner Bremer haben wir erstmals mehr Punkte als 2013/14 – das macht Hoffnung. Genauso wie die Tatsache, dass wenn der HSV auch nur noch zwei Pünktchen aus den verbliebenen fünf Spielen der Hinrunde holt, er hochgerechnet dennoch mehr als 27 Punkte sammeln wird.

Es geht voran. Wenn auch mit kleinen Tippelschritten.

Sp.    Gegner 2013/14          Ergebnis                   Gegner 2014/15         Ergebnis

1        Schalke 04 (A)             3:3 (1 Punkt)            1. FC Köln (A)             0:0 (1 Punkt)
2        Hoffenheim (H)          1:5 (0 Punkte)          SC Paderborn (H)      0:3 (0 Punkte)
3        Hertha BSC (A)           0:1 (0 Punkte)          Hannover 96 (A)        0:2 (0 Punkte)
4        Braunschweig (H)      4:0 (3 Punkte)          FC Bayern (H)            0:0 (1 Punkt)
5        Dortmund (A)             2:6 (0 Punkte)          M’gladbach (A)          0:1 (o Punkte)
6        Bremen (H)                  0:2 (0 Punkte)          Frankfurt (H)             1:2 (0 Punkte)
7        Frankfurt (A)               2:2 (1 Punkt)           Dortmund (A)             1:0 (3 Punkte)
8        Nürnberg (A)               5:0 (3 Punkte)         Hoffenheim (H)          1:1 (1 Punkt)
9        Stuttgart (H)                3:3 (1 Punkt)           Berlin (A)                     0:3 (0 Punkte)
10      Freiburg (A)                 3:0 (3 Punkte)        Leverkusen (H)           1:0 (3 Punkte)
11      Gladbach (H)                0:2 (0 Punkte)        Wolfsburg (A)             0:2 (0 Punkte)
12      Leverkusen (A)            3:5 (0 Punkte)        Heiner Bremer (H)    2:0 (3 Punkte)

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12                                           26:29 (12 Punkte)                                            6:14 (12 Punkte)

 

Vergleich: Der HSV steht aktuell 3 Punkte und neun Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

 

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 14
2014/15: 15

Veränderung: ein Platz schlechter

 

Sp.    Mannschaft                                2013/14                    2014/15

1         Nürnberg/Köln* (A)                      5:0 (3 Punkte)           0:0 (1 Punkt)
2         Braunschweig/Paderb.* (H)       4:0 (3 Punkte)            0:3 (0 Punkte)
3         Hannover 96 (A)                            1:2 (0 Punkte)            0:2 (0 Punkte)
4         FC Bayern (H)                                 1:4 (0 Punkte)            0:0 (1 Punkt)
5         M’gladbach (A)                               1:3 (0 Punkte)            0:1 (0 Punkte)
6         Frankfurt (H)                                  1:1 (1 Punkt)              1:2 (0 Punkte)
7         Dortmund (A)                                 2:6 (0 Punkte)            1:0 (3 Punkte)
8         Hoffenheim (H)                              1:5 (0 Punkte)            1:1 (1 Punkt)
9         Berlin (A)                                         0:1 (0 Punkte)            0:3 (0 Punkte)
10       Leverkusen (H)                              2:1 (3 Punkte)             1:0 (3 Punkte)
11       Wolfsburg (A)                                 1:1 (1 Punkt)               0:2 (0 Punkte)
12       Heiner Bremer (H)                        0:2 (0 Punkte)             2:0 (3 Punkte)

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12                                                              19:26 (11 Punkte)          6:14 (12 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht aktuell 1 Punkt besser und 1 Tor schlechter da als in der vorigen Saison.

 

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.

Genervt

Der HSV hat beim VfL Wolfsburg verloren und befindet sich wieder in der Abstiegszone. Hinzu kommt, dass er es wieder einmal nicht geschafft hat, einem Spiel seinen Stempel aufzudrücken.

Das sind die Fakten.

Und ja, der HSV schießt verdammt nochmal zu wenig Tore, was dazu führt, dass er zu wenig punktet – auch das lässt sich nicht von der Hand weisen. Aber bitte, liebe selbsternannte Experten: Die bisher erzielten Tore auf die Saison hochzurechnen und aufgrunddessen Horrorszenarien aufzumalen – ist das Euer Ernst? Nach nur wenigen Spielen den Trainer in Frage zu stellen (ja, auch das habe ich gelesen) – und ich soll mit Euch darüber ernsthaft diskutieren und kostbare Freizeit verschwenden? Und „Als AG läuft’s auch nicht besser, habe ich ja gleich gesagt“? Ehrlich? Ich habe seit dem Wochenende so viel Quatsch gelesen, dass ich – und das finde ich wirklich schlimm – langsam die Lust verliere, mich zum HSV zu äußern. Ich lasse mich „gern“ von Fans anderer Klubs zutexten, weil die den HSV doof finden, weil der HSV verloren hat, warum auch immer. Das ist vollkommen in Ordnung. Aber wenn Leute aus dem eigenen Lager anfangen, Milchmädchenrechnungen aufzumalen und um des Meckerns Willen meckern, geht mir die Hutschnur hoch. Das sind im übrigen fast immer die Leute, die nach einem Sieg vom Europapokal träumen.

Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, sondern auch grau. Und das in vielen Nuancen.

Der HSV hat eine schwache Partie abgeliefert, ohne Frage. Aber es ist, wie es ist: Er ist nunmal eine Mannschaft, die gegen den Abstieg spielt. Von einer solchen kann und werde ich nicht verlangen, dass sie in jedem Spiel den Gegner dominiert und mit einer Packung nach Hause schickt. Als eine gegen den Abstieg spielende Mannschaft verliert man in einer Saison rund 18 Partien. Wenn Du Glück hast, gewinnst Du ein paar, sagen wir: sieben. Die restlichen Partien gingen dann remis aus. So ist das nunmal. Niederlagen in einer größeren Zahl gehören somit zu einer ganz normalen Saison des HSV. Besonders, wenn es gegen Spitzenteams wie den VfL Wolfsburg geht. Und ich, dessen Verein in dieser Saison erst sechsmal verloren hat, also sich gerade mal ein Drittel aller eben errechneten Niederlagen abgeholt hat, soll mir diese Meinungen und Schwachsinnsparolen bis Mai (mindestens) noch zwölf weitere Male anhören und lesen müssen? Nein, da mache ich nicht mit.

Sollen die ewigen Nörgler und Besserwisser und Schwarzseher so weitermachen – dann aber ohne mich. Dann werde ich mich eben zukünftig in meinem stillen Kämmerlein über Siege des HSV freuen und mich über Niederlagen ärgern. Aber ich muss mir keine dümmlichen Kommentare auf Facebook, Twitter und auf Online-Seiten und in Gazetten mehr zu Gemüte führen. Schöner, aber auch utopischer, wäre: Sie hinterfragen ihre Nörgeleien. Als kleine Hilfestellung dient hierbei eventuell dieser Ansatz: Wie motiviert wäre ich selbst, wenn ich bei jedem Fehler aus jeder Richtung Dauerfeuer bekomme?

 

Sp.    Gegner 2013/14          Ergebnis                   Gegner 2014/15         Ergebnis

1        Schalke 04 (A)             3:3 (1 Punkt)            1. FC Köln (A)             0:0 (1 Punkt)
2        Hoffenheim (H)          1:5 (0 Punkte)          SC Paderborn (H)      0:3 (0 Punkte)
3        Hertha BSC (A)           0:1 (0 Punkte)          Hannover 96 (A)        0:2 (0 Punkte)
4        Braunschweig (H)      4:0 (3 Punkte)          FC Bayern (H)            0:0 (1 Punkt)
5        Dortmund (A)             2:6 (0 Punkte)          M’gladbach (A)          0:1 (o Punkte)
6        Bremen (H)                  0:2 (0 Punkte)          Frankfurt (H)             1:2 (0 Punkte)
7        Frankfurt (A)               2:2 (1 Punkt)           Dortmund (A)             1:0 (3 Punkte)
8        Nürnberg (A)               5:0 (3 Punkte)         Hoffenheim (H)          1:1 (1 Punkt)
9        Stuttgart (H)                3:3 (1 Punkt)           Berlin (A)                     0:3 (0 Punkte)
10      Freiburg (A)                 3:0 (3 Punkte)        Leverkusen (H)           1:0 (3 Punkte)
11      Gladbach (H)                0:2 (0 Punkte)        Wolfsburg (A)             0:2 (0 Punkte)

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11                                           23:24 (12 Punkte)                                            4:14 (9 Punkte)

 

Vergleich: Der HSV steht aktuell 3 Punkte und neun Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

 

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 14
2014/15: 17

Veränderung: drei Plätze schlechter

 

Sp.    Mannschaft                                2013/14                    2014/15

1         Nürnberg/Köln* (A)                      5:0 (3 Punkte)           0:0 (1 Punkt)
2         Braunschweig/Paderb.* (H)       4:0 (3 Punkte)            0:3 (0 Punkte)
3         Hannover 96 (A)                            1:2 (0 Punkte)            0:2 (0 Punkte)
4         FC Bayern (H)                                 1:4 (0 Punkte)            0:0 (1 Punkt)
5         M’gladbach (A)                               1:3 (0 Punkte)            0:1 (0 Punkte)
6         Frankfurt (H)                                  1:1 (1 Punkt)              1:2 (0 Punkte)
7         Dortmund (A)                                 2:6 (0 Punkte)            1:0 (3 Punkte)
8         Hoffenheim (H)                              1:5 (0 Punkte)            1:1 (1 Punkt)
9         Berlin (A)                                         0:1 (0 Punkte)            0:3 (0 Punkte)
10       Leverkusen (H)                              2:1 (3 Punkte)             1:0 (3 Punkte)
11       Wolfsburg (A)                                 1:1 (1 Punkt)               0:2 (0 Punkte)

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11                                                              18:24 (11 Punkte)          4:14 (9 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht aktuell 2 Punkte und 4 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

 

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.

Der HSV gegen Leverkusen

Wenn man aus einer Partie, die so geführt wurde, wie das Spiel HSV gegen Leverkusen eben geführt wurde, als Sieger hervorgeht, dann sagt man wohl so etwas wie: „Das war mal eine kampfbetonte Partie“ oder eventuell auch „So macht Fußball Spaß“. Bayer-Trainer Roger Schmidt und -Sportdirektor Rudi Völler hatten andere Worte gefunden. „Am Ende der ersten Hälfte war es mehr Treibjagd als Fußball. Wie Hamburg hier spielen wollte, war von der ersten Sekunde an klar zu sehen. In den ersten fünf Minuten waren schon Fouls dabei, die überaus aggressiv waren, die durchgewunken wurden“, sagte Schmidt. „Von der ersten Minute war das nicht nur ein Spießrutenlaufen für Hakan, der Schiri hätte uns besser schützen müssen“, erzürnte sich Völler.

Abgesehen davon, dass ich Schmidt bezüglich seiner Aussage, dass von der ersten Sekunde an klar zu sehen war, wie der HSV hier spielen wollte (nämlich so, dass die Punkte in Hamburg bleiben und einem Abstiegskandidaten entsprechend eher kampfbetont als mit spielerischen Mitteln zum Ziel kommen wollend – was erwartet der Herr denn?) zustimme, bin ich persönlich anderer Meinung, nämlich der, dass es weniger eine Treibjagd als eine von beiden Seiten kompromisslos geführte Partie gewesen ist. Und was Rudi Völler angeht: Diesen Menschen verstehe ich schon längst nicht mehr. Rudi war früher ein Vorbild, ein Idol, einer, wegen dem man als Kind abends heimlich aus dem Zimmer geschlichen ist und durch einen Türspalt hindurch und unbemerkt von den Eltern ein paar Minuten Deutschland geguckt hat. Eben, weil Rudi mitgespielt hat. Heute kann ich mich für diesen Mann nur noch fremdschämen. Wenn ich höre, dass „der Schiri uns besser schützen müsste“, frage ich mich wo er hingesehen hat, als Toprak Lasogga in den Rücken gesprungen ist, als Spahic in die Knöchel diverser HSV-Spieler sprang. Oder war es umgekehrt? Und ganz nebenbei: Wer einen Mann wie Donati in seinen Reihen hat, der mehrere Sekunden nach dem Schiedsrichterpfiff wie ein wildgewordener Ochse einen Gegner umpflügt, sollte sich nicht über harte Gangarten beschweren, sondern zunächst einmal sein eigenes Treiben hinterfragen. Das aber wiederum ist nun wirklich keine Eigenschaft, die man Rudi Völler zuschreiben kann. Schön insofern, dass er sich nicht verbiegt und sich stattdessen treu bleibt.

Darüber hinaus müssen sich Schmidt und Völler fragen, welchen Anteil ihr Verein an einer eventuell vergifteten Atmosphäre auf den Rängen und womöglich auch auf dem Feld hat. Als Stichworte werfe ich da mal das gesamte Gebahren bei den Transfers von Levin Öztunali und Hakan Calhanoglu in den Raum (wobei nahezu jeder HSVer betont hat, dass es kein „Rache wegen Calhanoglu“-Spiel war, sondern einzig darum ging, drei Punkte in Hamburg zu behalten, es Spielern und Trainer also vollkommen egal war, ob der Gegner nun Leverkusen oder Klein-Kleckersdorf hieß).

Leverkusen hat verloren, weil das gesamte Team an diesem Tag keine Eier in der Hose hatte. Weil es den Kampf nicht angenommen hat, wie es einer Spitzenmannschaft würdig gewesen wäre. Und weil beim HSV Einstellung und Tagesform passten – ein seltenes Gut in dieser Saison.

Natürlich gibt es auch etwas, was mir beim HSV nicht gefiel. Hier muss und möchte ich Josef Zinnbauer nennen, der nach der Rudelbildung vor Ende der ersten Spielhälfte wie ein HB-Männchen herumsprang und in Richtung Roger Schmidt krakeelte. Zwar bin ich sicher, dass er allen Grund dazu gehabt hat, dennoch sollte er in einer solchen Situation – auch als Vorbild und Wegweiser für seine Spieler – seine Nerven besser im Griff haben, Emotionen hin oder her. Mit Aktionen wie solchen bringt er den HSV kein Stück weiter, noch wirkt er in irgendeiner Weise deeskalierend. Ein schlechter Schiedsrichter hätte ihn womöglich auf die Tribüne gesetzt, worüber sich Zinnbauer nicht hätte beschweren dürfen. Doch das war im Grunde alles, was mich störte. Und sowieso überwog die Freude darüber, dass Zinnbauer seine Mannschaft wieder saustark eingestellt hat und die richtige Taktik gewählt hat. Wenn sogar Spieler wie Marcell Jansen dahin gehen, wo es wehtut (und das letztlich zum Erfolg führt), hat er schon mehr geschafft als viele seiner Vorgänger. Das schwache Spiel bei der Hertha scheint doch nur ein Ausrutscher gewesen zu sein.

Gegen den FC Bayern, Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen – drei Teams, die sicher zu den sechs besten der Liga zählen – haben wir sieben Punkte geholt und sind dabei ohne Gegentor geblieben. Das ist Fakt und etwas, worauf sich aufbauen lässt. Jetzt gilt es, sich etwas gegen spielschwächere und auf Konter lauernde Teams einfallen zu lassen. Gelingt das, und eventuell sogar bald, könnte ich mir vorstellen, dass wir die Klasse in dieser Saison nicht erst im Rückspiel der Relegation halten werden.

 

Sp.    Gegner 2013/14          Ergebnis                   Gegner 2014/15         Ergebnis

1        Schalke 04 (A)             3:3 (1 Punkt)            1. FC Köln (A)             0:0 (1 Punkt)
2        Hoffenheim (H)          1:5 (0 Punkte)          SC Paderborn (H)      0:3 (0 Punkte)
3        Hertha BSC (A)           0:1 (0 Punkte)          Hannover 96 (A)        0:2 (0 Punkte)
4        Braunschweig (H)      4:0 (3 Punkte)          FC Bayern (H)            0:0 (1 Punkt)
5        Dortmund (A)             2:6 (0 Punkte)          M’gladbach (A)          0:1 (o Punkte)
6        Bremen (H)                  0:2 (0 Punkte)          Frankfurt (H)             1:2 (0 Punkte)
7        Frankfurt (A)               2:2 (1 Punkt)           Dortmund (A)             1:0 (3 Punkte)
8        Nürnberg (A)               5:0 (3 Punkte)         Hoffenheim (H)          1:1 (1 Punkt)
9        Stuttgart (H)                3:3 (1 Punkt)           Berlin (A)                     0:3 (0 Punkte)
10      Freiburg (A)                 3:0 (3 Punkte)        Leverkusen (H)           1:0 (3 Punkte)

————————————————————————————————————————————

10                                           23:22 (12 Punkte)                                            4:12 (9 Punkte)

 

Vergleich: Der HSV steht aktuell 3 Punkte und neun Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

 

Platzierung nach dem Spieltag:
2013/14: 12
2014/15: 14

Veränderung: zwei Plätze schlechter

 

Sp.    Mannschaft                                2013/14                    2014/15

1         Nürnberg/Köln* (A)                      5:0 (3 Punkte)           0:0 (1 Punkt)
2         Braunschweig/Paderb.* (H)       4:0 (3 Punkte)           0:3 (0 Punkte)
3         Hannover 96 (A)                            1:2 (0 Punkte)            0:2 (0 Punkte)
4         FC Bayern (H)                                 1:4 (0 Punkte)            0:0 (1 Punkt)
5         M’gladbach (A)                               1:3 (0 Punkte)            0:1 (0 Punkte)
6         Frankfurt (H)                                  1:1 (1 Punkt)              1:2 (0 Punkte)
7         Dortmund (A)                                 2:6 (0 Punkte)            1:0 (3 Punkte)
8         Hoffenheim (H)                              1:5 (0 Punkte)            1:1 (1 Punkt)
9         Berlin (A)                                         0:1 (0 Punkte)            0:3 (0 Punkte)
10       Leverkusen (H)                              2:1 (3 Punkte)             1:0 (3 Punkte)

————————————————————————————————————————-

10                                                              17:23 (10 Punkte)          4:12 (9 Punkte)

Veränderung: Der HSV steht aktuell 1 Punkt und 2 Tore schlechter da als in der vorigen Saison.

 

*Köln ersetzt in diesem Vergleich Nürnberg, Paderborn Braunschweig.