Meine kleine Bundesligavorschau: Bayer Leverkusen

Nein, Bayer Leverkusen gehört nicht zu meinen Lieblingsmannschaften in der Bundesliga. Eine Zeit lang fand ich den Klub mal ganz knorke, es muss Ende der 80er Jahre gewesen sein, als Tita und Konsorten dort spielten und Calli noch nicht platzte. Eventuell auch, als Christoph Daum dort Trainer war undbevor er so wurde, wie er ist. Ach, und apropos Veränderung: Früher war Rudi Völler für mich ein echter Sympathmann; als Spieler eh, als Teamchef der Nationalmannschaft zunächst auch. In Leverkusen (was nicht bedeuten muss, dass der Klub etwas damit zu tun hat) muss irgendetwas mit ihm passiert sein. Inzwischen halte ich Rudi Völler für einen unsympathischen, ewig nörgelnden Fatzke. Was das mit meiner Bundesligavorschau zu tun hat? Nichts. Ich wollte es nur loswerden. :-)

Leverkusen also. 2013/14 ist der Werksklub Vierter geworden, in der kommenden Saison reicht es meines Erachtens nur noch für die Europa League. Das liegt nicht etwa am neuen Trainer. Ich halte Roger Schmidt für einen ausgezeichneten Fachmann, dem ich durchaus zutraue, auch mit Stars umgehen zu können. Schmidt holte eine Menge aus dem SC Paderborn heraus und bewies seine Klasse auch beim FC Salzburg. In seinen beiden Jahren in Österreich brach er Rekorde mit den Roten Bullen.

Nein, das Umfeld ist schuld am „Absturz“. Scoutingpapst Michael Reschke durfte zu den Bayern gehen, stattdessen bleibt Geschäftsführer Schade – ein Insider hat ihn mir gegenüber kürzlich als dumm, eitel und ahnungslos bezeichnet, was ich mal so stehen lassen möchte. Das ist schlecht für Leverkusen. Die Führungsetage ist deutlich geschwächt, und was das bedeuten kann, weiß niemand besser als ein HSV-Fan. Klar wird es die Leverkusener nicht dahin führen, wo der HSV herumkrebst – dafür muss mehr, viel mehr passieren. Aber eben: nach unten.

Immerhin: Gut eingekauft haben die Leverkusener. Als Hamburger bedanke ich mich herzlich für 14 Millionen Euro für einen zwar sehr talentierten, aber doch sehr einfach gestrickten Spieler, der zudem kein wirklicher Teamplayer ist und darüberhinaus weiß, wie man sich Freunde schafft: Über sein Gebaren beim HSV möchte ich keine Worte mehr verlieren, doch auch nach dem Transfer zu Bayer äußerte sich Hakan Calhanoglu dahingehend, dass er „zwei, drei Jahre“ hier bleiben möchte – wie gesagt: kurz nach seiner Unterschrift unter einen Fünfjahresvertrag. Viel Spaß, Bayer. Die Transfers von Josip Drmic (vom 1. FC Nürnberg) und Wendell (Gremio Porto Alegre) finde ich allerdings stark. Darüberhinaus spielt Kyriakos Papadopoulos leihweise für ein Jahr bei Bayer. Auch stark.

Die Abgänge dürften zu verschmerzen sein: Emre Can konnte sich aus der Ferne betrachtet nie als der starke Zugang präsentieren, als den man ihn eingeplant hat. Er geht für viele, viele Millionen zum FC Liverpool. Darüber hinaus gehen Sidney Sam (Schalke) und Jens Hegeler (Hertha BSC). Auch von diesen beiden Spielern hat man sich weit mehr versprochen.

Fazit: An den Transfers liegt es nicht, dass Leverkusen abrutscht. Ein Mix aus Bauchgefühl und Erfahrung als Fan eines Vereins, der seit Ewigkeiten führungsschwach ist (bzw. war), sagt mir, dass es zwei Plätze nach unten geht. Das ist ja aber immer noch viel mehr als andere Vereine schaffen werden. Also Kopf hoch, ihr Leverkusener. Sortiert Euch wieder in der Führungsetage, dann geht’s wieder weiter nach oben.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3. Borussia Dortmund
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6. Bayer Leverkusen
7.
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17.
18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: Borussia Dortmund

Auch für Borussia Dortmund wird es in der kommenden Saison abwärts gehen. Nicht entscheidend, nämlich nur einen Platz: Statt Rang zwei qualifizieren sich die Schwarz-Gelben nun eben dank Position drei direkt für die Champions League. Alles in allem schmerzt der Weg nach unten also nicht. Und doch: Die Saison wird für Dortmunder Verhältnisse unbefriedigend. Das liegt vor allem an der Personalie Robert Lewandowski.

Der polnische Stürmer ist ein Fußballsöldner vor dem Herrn und verfolgt einen strikten Karriereplan. Weil er da jedoch nie einen Hehl draus gemacht hat und zudem seine Leistung stets stimmte, haben ihn die Dortmunder Fans in ihr Herz geschlossen oder ihn wenigstens respektiert.

Ein Stürmer der Klasse Lewandowskis wird den Borussen nun fehlen, und ich glaube, dass sie es erst merken werden, wenn es zu spät ist, sich noch anständigen Ersatz zu besorgen. Ciro Immobile kann Lewandowski nicht ersetzen. Das hat selbst Jürgen Klopp bemerkt. „Ciro hat das Gefühl, in jedem Moment vom Trainerteam und von der Presse eingeschätzt zu werden“, sagt er und will dem Italiener so zentnerschwere Lasten von den Schultern nehmen, die dieser sich auch selbst aufgebürdet hat. Vergleichen mit seinem Vorgänger kann er aber nunmal nicht standhalten, gibt es doch auf dem gesamten Erdball nur eine Handvoll Stürmer, die dies könnten. Auch, wenn Immobile als amtierender Torschützenkönig der Serie A zum BVB wechselt. Was heißt das schon? Die Serie A ist eine Bonbonliga mit maximal vier guten Mannschaften – da fällt es leichter, Tore zu erzielen.

Und sonst?

Adrian Ramos kam aus Berlin – der Wechsel dürfte der Hertha eher geschadet haben als Dortmund genützt. Bitte nicht falsch verstehen: Ramos ist ein klasse Stürmer. Aber es bleibt abzuwarten, in welche Richtung seine Form- und Bockkurve zeigt, wenn er nicht mehr der unangefochtene Star einer Truppe ist, sondern nur einer von vielen guten Kickern. Die wertvollsten Neuzugänge kommen von „kleineren“ Vereinen: Weltmeister Matthias Ginter wechselte vom SC Freiburg zum BVB und wird sich mit Sokratis und Neven Subotic um den freien Platz in der Innenverteidigung streiten – das riecht nach dem „WM-Duo“ Ginter und Hummels. Vom FC Augsburg kommt der offensiv variable Dong-Won Ji, den ich vor Jahren schon beim HSV sehen wollte. Der wird den Dortmundern Spaß machen.

Fazit: Dortmund hat gut eingekauft, doch für Lewandowski kann immer nur EIN anderer spielen. Deshalb leidet die Qualität der ersten Elf ein wenig, und es geht minimal bergab. Eine nette Saison mit vielen Toren und schön anzusehendem Fußball wird’s dennoch geben.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3. Borussia Dortmund
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6.
7.
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17.
18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: Hannover 96

Es geht bergab – nur einen Platz im Vergleich zur vergangenen Saison, aber immerhin.

Ich habe es nicht überprüft, aber es kommt mir so vor, als hätte Hannover 96 nie zuvor so viel Geld auf dem Transfermarkt ausgegeben. Für 5 Millionen Euro kam Joselu aus Hoffenheim – ein Stürmer, den ich für einen der besseren in der Bundesliga halte. Mittelfeldspieler Hiroshi Kiyotake kam vom 1. FC Nürnberg, und hier möchte ich den Franken gratulieren: Wenn man 4,3 Millionen Euro für einen Spieler bekommt, der weder in der abgelaufenen Saison noch bei der anschließenden WM auch nur annähernd an- und der Ablöse entsprechende gezeigt ha, ist das aller Ehren wert. Zudem kommt mit Linksverteidiger Miiko Albornoz für 1,5 Millionen aus Malmö ein unbeschriebenes Blatt. 10,8 Millionen Euro Ausgaben, und nur ein wirklich guter Kicker – das finde ich zu wenig. Was der ablösefreie, defensive Mittelfeldspieler Ceyhun Gülselam von Galatasaray kann, weiß ich leider nicht.

Dagegen stehen drei wichtige Abgänge: Szabolcs Huszti wird zukünftig in China kicken, Didier Ya Konan in Saudi-Arabien und Mame Diouf in England. Für diese drei Offensivkräfte bekam Hannover 96 gerade mal 1,5 Millionen Euro. Tja. Ich weiß weder, ob das besonders gut gedealt war, noch ob Hannover diese Abgänge und zudem die von Stürmer Artjoms Rudnevs und Verteidiger Sebastien Pocognoli so gut verkraften kann.

Meine Befürchtung ist: Die 96er schaffen es nicht. Außerdem halte ich Trainer Tayfun Korkut für überschätzt. Zu Beginn seiner Amtszeit kehrte der Besen noch gut, als der Alltag einkehrte, lief es nicht sonderlich rund. Ich fand den Schritt, ihn zu installieren, seinerzeit mutig. Weiter auf Korkut zu setzen, finde ich übermütig.

Fazit: Wie gesagt, Hannover kann die Platzierung der Vorsaison nicht halten. Ein Happy-End gibt es dennoch, denn da sind noch eine ganze Reihe schlechterer Mannschaften in der Liga…

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3.
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6.
7.
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11. Hannover 96
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17.
18. SC Paderborn

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