Meine kleine Bundesligavorschau: Eintracht Frankfurt

Was hatte Thomas Schaaf nicht alles für Angebote. Das Ausland lockte, und zwar mit Nationalmannschaften und renommierten Teams. Schaaf entschied sich für Eintracht Frankfurt – warum, weiß ich nicht. In Bremen hatte Schaaf alles, was er wollte: eine überschaubare Presselandschaft und ein im Laufe der Jahre aufgebautes Königreich, das er regierte. Leider blieb der Erfolg aus. Erst ein wenig, dann ein wenig mehr. Bis es irgendwann am besten für alle war, einen Schnitt zu machen.

Ob sich Schaaf mit der Eintracht einen Gefallen getan hat, wird sich zeigen. Zunächst glaube ich nicht daran. In meinen Augen will das nicht passen: der knurrige, eher wortkarge Schaaf, der am liebsten in Ruhe gelassen werden will, und die Eintracht, die – meinem HSV ähnlich – immer (ein Stück) weiter nach oben will, als sie kann. In der vergangenen Saison führte sie zum Schluss das letzte Tabellendrittel an. Damit blieb sie deutlich hinter den Erwartungen zurück, die die Leistungen in der Saison 2012/13 geweckt hatten, als Frankfurt als Aufsteiger im Europapokal landete.

Die Abgänge, die die Hessen zu verzeichnen haben, tun weh: Joselu muss nach seiner Leihe zurück nach Hoffenheim und nimmt Pirmin Schwegler mit, dazu wechselte Sebastian Jung zum VfL Wolfsburg. Und Sebastian Rode geht zu den Bayern. Männer, die für ein Team wie Frankfurt nur schwer zu ersetzen sind. Dagegen stehen die Neuzugänge Timothy Chandler vom 1. FC Nürnberg, der Sebastian Jung ersetzen soll, Makoto Hasebe und Aleksandar Ignjovski. Hasebe muss beweisen, dass er nach seinem Meniskusriss an alte Wolfsburger Zeiten anknüpfen kann – in Nürnberg hat er nicht viel Gelegenheit gehabt, dies zu zeigen. Aleksandr Ignjovski, der von Werder Bremen kam, war dort allenfalls Ergänzungsspieler. Vieles hängt davon ab, ob Alex Meier das erneut aufrufen kann, was er in den vergangenen Jahren gezeigt hat. Falls nicht, könnte das Kapitel Eintracht Frankfurt für Thomas Schaaf ein ganz düsteres werden.

Fazit: Es geht abwärts, wenn auch nicht sonderlich weit. Die Frankfurter Eintracht wird gegenüber der Vorsaison einen Platz einbüßen. Damit dürften zumindest die Offiziellen zufrieden sein.

War ja klar: Minuten, nachdem ich diesen Text veröffentlicht habe, begrüßt Frankfurt einen Neuzugang. Lucas Piazon wird für ein jahr vom FC Chelsea ausgeliehen. Leihspieler aus Chelsea sind nicht immer die beste Entscheidung, sage ich da mal als HSV-Fan.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1.
2.
3.
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6.
7.
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11.
12. Hertha BSC
13.
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17.
18. SC Paderborn

Das glaubt Ihr nicht? Dann kommentiert meine kleine Vorschau gern und gebt mir Saures.

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6 Gedanken zu “Meine kleine Bundesligavorschau: Eintracht Frankfurt

  1. Zunächst vorweg: Schönes Format,
    Deine Saisonvorschau, macht Spaß, zu lesen.

    Die Hertha schätze ich eine ganze Schippe schlechter ein. Die letzte Rückrunde war katastrophal und ohne Ramos wird es richtig eng. Luhukay ist in der Tat ein Guter, aber er wird sich nach ein paar Niederlagen zu Beginn auch nicht lange halten können. Hertha landet zwischen 15-17, sach ich mal.

  2. Auch von mir erstmal ein Danke für das schöne, übersichtliche Format. Weiter so!

    Ich glaube aber, dass viel davon abhängen wird, ob Schaaf aus der Eintracht ein Team machen kann. Meier alleine kann und wird die Eintracht nicht zum Erfolg führen. Zudem sollte auf jeden Fall noch ein Stürmer geholt werden, der wenigstens annähernd konstant, gute Leistungen zeigt und regelmäßig trifft.

    Es wird wohl eine sehr lange Saison gegen den Abstieg für Frankfurt, aber ein Platz 14 am Ende klingt auch für mich sehr realistisch. Wir werden sehen… Frankfurt ist wie jedes Jahr eine Überraschungstüte bei der man sich nie sicher sein kann, was am Ende dabei herauskommt. ;-)

  3. Ich bin auf Schaaf sehr gespannt.
    Es gab kaum einen Trainer, den ich so geschätzt habe, wie ihn.
    Es hat mit ihm und Werder sehr gut und vor allem seeeehr lange funktioniert.
    Leider befürchte ich, dass es in Frankfurt nicht so lange und vermutlich auch nicht so gut funktionieren wird.

    Zu dem habe ich (ehrlich gesagt) nicht damit gerechnet ihn jemals im Leben in einem anderen Trikot, einer anderen Farbe und bei einem anderen Verein zu sehen….

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