Meine kleine Bundesligavorschau: FC Augsburg

Ich darf es gleich vorwegnehmen: Der FC Augsburg gehört in meinen Augen zu den Mannschaften, die sich tabellarisch im Vergleich zur Vorsaison am meisten verändern.

In diesem Falle heißt das: Es geht nach unten, und zwar deutlich.

15 Siege, 52 Punkte, nur einen Zähler am internationalen Geschäft vorbei: Der FC Augsburg hat in der vergangenen Saison alle überrascht. Auch mich. Trainer Markus Weinzierl ließ einen schnellen, technisch hochklassigen Ball spielen, das sah alles gut aus. Meine große Befürchtung ist aber: Das lässt sich diesmal nicht wiederholen. Die bisherige Spielweise des FCA ist nun bundesligaweit bekannt. Zudem ist das Spielermaterial (wenn ich dieses schreckliche Wort einmal verwenden darf) nicht mehr vorhanden, um das System so perfekt wie in der abgelaufenen Saison herunterzuspielen.

Die wichtigsten Stützen des Korsetts sind Augsburg im Sommer weggebrochen: André Hahn wechselte zu Borussia Mönchengladbach, Dong-Won Ji zu Borussia Dortmund und Kevin Vogt wechselt zum 1. FC Köln. Dieses Trio zu ersetzen dürfte schwer werden. Als Neuzugänge wurden Stürmer Tim Matavz vom PSV Eindhoven geholt, der mit einer Empfehlung von zwei Toren in 15 Spielen daherkommt, Shawn Parker von Absteiger 1. FC Nürnberg Mainz 05 und der langzeitverletzte Zweitligamann Nikola Djurdjic von Greuther Fürth verpflichtet. Hmpf. Ach, und der inzwischen 32-jährige Markus Feulner und Caiuby, der bisher allenfalls seine Zweitligatauglichkeit unter Beweis stellen konnte. In meinen Augen ist das mehr Masse als Klasse.

Fazit: Entweder überrascht mich Markus Weinzierl, dem ich es übrigens sehr gönnen würde, verlöre er Matthias Ostrzolek doch noch an den HSV, ein weiteres Mal, oder es geh bergab. Mein Bauchgefühl sagt: letzteres. Womit aber sicher jeder in Augsburg leben könnte. Der Anspruch dort ist sicher nicht, regelmäßig um Europapokalplätze zu spielen.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
2.
3.
4.
5.  Borussia Mönchengladbach
6.
7.
8.
9.   1. FSV Mainz 05
10.
11.
12. Hertha BSC
13. FC Augsburg
14. Eintracht Frankfurt
15.
16.
17.
18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: FC Bayern

Na, was habt Ihr denn gedacht?

Natürlich werden die Bayern Meister. Nicht mit einem solchen Vorsprung wie in der Saison 2013/14. Aber die Hand dürfte ansatzweise am Köcher für das Fernglas nesteln. Die Gründe für die erneute Übermacht der Bayern: Pep Guardiola, Manuel Neuer, Dante, Rafinha, Jerome Boateng, Philipp Lahm, David Alaba, eventuell Holger Badstuber, Thiago, Franck Ribery, Javi Martinez, Arjen Robben, Xherdan Shaqiri, Mario Götze, Bastian Schweinsteiger, Robert Lewandowski, Thomas Müller. Und ein paar weitere. Bungt.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

1. FC Bayern
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5.  Borussia Mönchengladbach
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9.   1. FSV Mainz 05
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12. Hertha BSC
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14. Eintracht Frankfurt
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18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: Eintracht Frankfurt

Was hatte Thomas Schaaf nicht alles für Angebote. Das Ausland lockte, und zwar mit Nationalmannschaften und renommierten Teams. Schaaf entschied sich für Eintracht Frankfurt – warum, weiß ich nicht. In Bremen hatte Schaaf alles, was er wollte: eine überschaubare Presselandschaft und ein im Laufe der Jahre aufgebautes Königreich, das er regierte. Leider blieb der Erfolg aus. Erst ein wenig, dann ein wenig mehr. Bis es irgendwann am besten für alle war, einen Schnitt zu machen.

Ob sich Schaaf mit der Eintracht einen Gefallen getan hat, wird sich zeigen. Zunächst glaube ich nicht daran. In meinen Augen will das nicht passen: der knurrige, eher wortkarge Schaaf, der am liebsten in Ruhe gelassen werden will, und die Eintracht, die – meinem HSV ähnlich – immer (ein Stück) weiter nach oben will, als sie kann. In der vergangenen Saison führte sie zum Schluss das letzte Tabellendrittel an. Damit blieb sie deutlich hinter den Erwartungen zurück, die die Leistungen in der Saison 2012/13 geweckt hatten, als Frankfurt als Aufsteiger im Europapokal landete.

Die Abgänge, die die Hessen zu verzeichnen haben, tun weh: Joselu muss nach seiner Leihe zurück nach Hoffenheim und nimmt Pirmin Schwegler mit, dazu wechselte Sebastian Jung zum VfL Wolfsburg. Und Sebastian Rode geht zu den Bayern. Männer, die für ein Team wie Frankfurt nur schwer zu ersetzen sind. Dagegen stehen die Neuzugänge Timothy Chandler vom 1. FC Nürnberg, der Sebastian Jung ersetzen soll, Makoto Hasebe und Aleksandar Ignjovski. Hasebe muss beweisen, dass er nach seinem Meniskusriss an alte Wolfsburger Zeiten anknüpfen kann – in Nürnberg hat er nicht viel Gelegenheit gehabt, dies zu zeigen. Aleksandr Ignjovski, der von Werder Bremen kam, war dort allenfalls Ergänzungsspieler. Vieles hängt davon ab, ob Alex Meier das erneut aufrufen kann, was er in den vergangenen Jahren gezeigt hat. Falls nicht, könnte das Kapitel Eintracht Frankfurt für Thomas Schaaf ein ganz düsteres werden.

Fazit: Es geht abwärts, wenn auch nicht sonderlich weit. Die Frankfurter Eintracht wird gegenüber der Vorsaison einen Platz einbüßen. Damit dürften zumindest die Offiziellen zufrieden sein.

War ja klar: Minuten, nachdem ich diesen Text veröffentlicht habe, begrüßt Frankfurt einen Neuzugang. Lucas Piazon wird für ein jahr vom FC Chelsea ausgeliehen. Leihspieler aus Chelsea sind nicht immer die beste Entscheidung, sage ich da mal als HSV-Fan.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

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5.  Borussia Mönchengladbach
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9.   1. FSV Mainz 05
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12. Hertha BSC
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14. Eintracht Frankfurt
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18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau: SC Paderborn

Hätte ich einen sportlichen Wunsch frei, und dürfte dieser nichts mit dem HSV zu tun, so entschiede ich mich wohl dafür, dass der SC Paderborn die Klasse hält. Ich mag den Verein. Hauptsächlich deshalb, weil dort jemand zur Stammformation zählt, der aus meinem kleinen Leib- und Magen-Verein der Hamburger Amateurfußballszene stammt. Und der kein blasiertes Sonstwas ist, sondern immer schön auf dem Boden geblieben ist. Inzwischen ist er alt. Fußballalt. Ich hoffe, dass Bohne ein paar mal spielen darf.

Unabhängig davon: Der SC Paderborn ist zu schwach, um die Klasse zu halten. Der Aufstieg war ein Betriebsunfall und der Tatsache geschuldet, dass alle anderen Zweitligavereine schlicht zu dumm waren, um an Paderborn vorbeizuziehen. Und ich befürchte, dass die Neuzugänge Marvin Ducksch, Idir Ouali und Lukas Rupp das Qualitätsniveau nicht unbedingt anheben werden. Kürzlich kam die Meldung, dass der 1. FC Kaiserslautern bzw. dessen Trainer Kosta Runjaic ohne den ehemaligen Paderborner Enis Alushi plant. Vielleicht kommen der Ehemann unseraller Lira Bajramaj (oder eben nun Alushi) und der SCP ja zusammen. Eine Verschlechterung des Kaders würde das sicher nicht bedeuten.

Fazit:
Der erste Absteiger steht fest. Paderborn wird die Saison sang- und klanglos auf Platz 18 abschließen. Wenn die Herren Entscheider schlau genug sind, werfen sie Trainer André Breitenreiter nicht raus, um nach einer Niederlagenserie, die es sicher geben wird, neue Reizpunkte zu setzen. Ich halte ihn für einen guten Mann – immerhin hat er mit „Nichts“ den Aufstieg geschafft.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

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5.  Borussia Mönchengladbach
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9.   1. FSV Mainz 05
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12. Hertha BSC
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18. SC Paderborn

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Meine kleine Bundesligavorschau (3)

Heute: Hertha BSC.

Ich mag Hertha nicht. Ich finde die Trikots diesen Vereins traditionell hässlich, ich finde die meisten ihrer Spieler unsympathisch, ich finde Michael Preetz eigenartig. Ich kann das alles nicht erklären, aber ich empfinde nun mal so. Und dennoch sage ich gern: Hertha hat mich in der vergangenen Saison positiv überrascht, phasenweise hat sie mir sogar gefallen. Das ist ein Verdienst Jos Luhukays, der in meinen Augen als einer der wenigen Bundesligatrainer in der Lage ist, „aus wenig viel zu machen“, Spielern ein System zu vermitteln und diese zu Höchstleistungen anzutreiben. Dennoch glaube ich nicht daran, dass Berlin in der Lage ist, den elften Platz aus der Vorsaison zu wiederholen. Denn manchmal wiegen Abgänge einfach zu schwer. Mit Adrian Ramos ist der Taktgeber und Topscorer weg – daran wird Berlin zu knabbern haben. Stand jetzt muss die Hertha auch auf Per Skjelbred verzichten. Wenn auch dieser Verlust nicht so schwer wie der von Ramos wiegen mag, fehlen Luhukay zwei enorm wichtige Männer. Die Neuzugänge Valentin Stocker, Marvin Plattenhardt, Jens Hegeler und auch John Heitinga, dessen Zeit ich für längst abgelaufen halte, bringen in meinen Augen eher Quantität als Qualität in den Kader. Bei Julian Schieber bin ich mir noch unsicher. Er hat mir in Nürnberg und Stuttgart gut gefallen, Dortmund war einfach eine Nummer zu groß für ihn. Vielleicht tut ihm die Berliner Luft gut und wird zur Verstärkung. Vielleicht.

Fazit:
Insgesamt ist der Kader der Hertha schwächer als im Vorjahr. Aber wie gesagt: Jos Luhukay ist das dicke Plus der Hauptstädter. Daher geht es nur minimal nach unten.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

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5.  Borussia Mönchengladbach
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9.   1. FSV Mainz 05
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12. Hertha BSC
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Meine kleine Bundesligavorschau (2)

Heute: Borussia Mönchengladbach.

Die Gladbacher machen vieles richtig, und in dieser Saison gilt das besonders für die Ein- und Verkaufspolitik. Womöglich lässt sich ein Marc-André ter Stegen nicht gleichwertig ersetzen, aber der ehemalige Basler Keeper Yann Sommer ist gewiss keine Laufkundschaft. Der Königstransfer dürfte André Hahn werden, der vom FC Augsburg losgeeist wurde – wenn Hahn wieder zu der Form zurückfindet, die er in der Vorrunde der abgelaufenen Saison hatte. Die Rückrunde verlief für ihn ok. Ich gehe aber davon aus, dass Lucien Favre viel aus ihm herausholen kann. Die Einkäufe Fabian Johnson und Ibrahima Traoré halte ich ebenfalls für gut. Ich mochte Traoré schon damals in Augsburg. In Stuttgart stagnierte er erst und wurde zuletzt besser. Das lässt für die Zukunft hoffen. Die Personalie Thorgan Hazard ist zumindest sehr interessant. Lässt er nur halbwegs die Qualität seines Bruders aufblitzen, ist er ein Gewinn. Und warum sollte er nicht? Seine letzte Empfehlung: Er ist der aktuelle Gewinner des „Belgischen Goldenen Schuhs“, der Auszeichnung für den herausragendsten Spieler der belgischen Liga. Weil die Borussia es sogar noch geschafft hat, Luuk de Jong loszuwerden, gibt es aus meiner Sicht nicht mal einen Brandherd für eine mögliche schlechte Stimmung. Die vorderste Offensive mit Raffael, Max Kruse und Branimir Hrgota ist auch ohne ihn saustark.

Fazit:
Gladbach verfügt über einen sehr ausgeglichenen, qualitativ hochwertigen Kader. Deshalb geht es einen kleinen Schritt bergauf.

 

Und so wird die Bundesligatabelle nach dem 34. Spieltag aussehen:

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5.  Borussia Mönchengladbach
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9.   1. FSV Mainz 05
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Das glaubt Ihr nicht? Dann kommentiert meine kleine Vorschau gern und gebt mir Saures.

Tschüss, Michael

Was für eine Woche.

Oliver Kreuzer wurde entlassen, Bernhard Peters wurde gewonnen – zwei Personalentscheidungen, die ich gutheiße.

Schade finde ich, dass Michael Mancienne gehen muss. Blickt man auf seine Zeit zurück, muss man wohl konstatieren, dass er nie so richtig beim HSV angekommen ist.
Das Standing, das man als Innenverteidiger benötigt, hatte er nie – wenigstens nicht bei all‘ seinen Trainern, die Michael in seiner Zeit hatte. Lag es eventuell an seinem unfassbar schlechten Stellungsspiel? Oder am mangelnden Interesse an Integration? Mancienne spricht auch nach drei Jahren eher schlecht als recht Deutsch.

Was mich angeht: Ich mochte ihn von Beginn an, diesen unschuldig dreinblickenden, aber wenn es sein musste kompromisslosen Kerl. Mancienne war darüber hinaus der kopfballstärkste Verteidiger, der in diesem Jahrtausend für uns aufgelaufen ist. Und, ganz wichtig: Er ist ein Profi, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Wir alle wissen, wie der Verein mit ihm umgegangen ist. Wie professionell Mancienne das alles weggesteckt hat, und wie loyal er dem HSV stets gegenübergetreten ist, verdient größten Respekt. Michael, ich danke Dir für Deine Zeit beim HSV und weine Dir ein bisschen hinterher.

Dass Mancienne zu Nottingham Forest wechselt, wenn er denn schon gehen muss, habe ich mit Freude zur Kenntnis genommen. Die Reds sind so etwas wie mein Lieblingsverein auf der Insel, zudem der einzige Verein, der den Europapokal der Landesmeister öfter gewonnen hat als den nationalen Meistertitel. Eat this, FC Bayern, Manchester United, FC Barcelona und wie Ihr alle heißt. Die zweite englische Liga könnte Mancienne gut tun. Ich hoffe es und wünsche ihm das Beste.

Apropos „das Beste“: Eingangs schrieb ich ja, was für eine Woche diese sei. Auch, wenn ich Michael Mancienne gern weiter bei uns gesehen hätte, finde ich seinen Verkauf ok. Im Gegensatz zu anderen Innenverteidigern hatte er wohl zumindest dieses eine Angebot, und wenn es wirklich darum geht, Gehälter einzusparen, dann ist dieser Transfer gerade vor dem Hintergrund, dass ein Überangebot an Innenverteidigern vorherrscht, kaufmännisch absolut nachzuvollziehen. Insofern: well done. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte diese Woche aber mit der Meldung, dass Adidas und der HSV den Ausrüstervertrag um zehn Jahre verlängert haben. 40-50 Millionen Euro, die der HSV dafür einstreicht, mögen sich für einige Zweifler nicht viel anhören. Für einen Klub, der beinahe abgestiegen wäre und knapp bei Kasse ist, ist der Deal aber beispielsweise sehr hilfreich im Hinblick auf Lizenzvergaben. Außerdem macht sich der HSV ein Stück weit unabhängiger von Herrn Kühne. Eine gute Entscheidung.