Ein komisches Gefühl.

Morgen entscheidet sich, ob der HSV nach dem Ende dieser vermaledeiten Saison den Tabellenplatz 16 halten kann oder nicht. Ob er in die Relegation darf oder (gleich) in die zweite Liga muss. Und es ist schon ein verdammt komisches Gefühl: sich vorzustellen bzw. sich dessen bewusst zu werden, dass dies der letzte Blogeintrag vor dem Abstieg des HSV sein könnte.

Ich möchte das nicht, aber drin ist es durchaus.

Die Mannschaft ist so furchtbar abwehrschwach. Trotz der Nationalspieler Adler, Westermann, Jansen, Djourou. Und so furchtbar statisch und leicht ausrechenbar im Spiel nach vorn. Trotz der Nationalspieler van der Vaart, Zoua, Ilicevic. Und deshalb so erfolglos trotz Diamanten wie Calhanoglu, Lasogga.

Ich wünsche mir, dass ich auch in der kommenden Saison wieder über Erstligafußball schreiben darf. Ich möchte schreiben über Calhanoglu-Freistöße gegen Dortmund, am liebsten auch, dass sich Lasogga gegen zwei, drei Abwehrspieler der Bayern durchzusetzen weiß und über tolle Soli von Maxi Beister. Ich möchte schreiben, wie sehr es mich freut, dass Badelj die ollen Bremer fair ausgrätscht und dass Diekmeier jedem Gladbacher auf zehn Metern fünf abnimmt. Und ich möchte, dass ich meinen Vergleich, den ich in dieser Saison angesetzt habe, auch ab August führen kann.

Allerdings habe ich ein komisches Gefühl.

Ich weiß nicht, ob wir in der Lage sind, den Mainzern einen oder drei Punkte zu klauen. Und ich finde es furchtbar, auf die Ergebnisse unserer Konkurrenten schielen zu müssen. Ich möchte das nicht. Und mit jeder Fan-Aktion („Heute ist Flaggentag“, „Heute ist Trikottag“), aus der ich nichts mehr als den blanken Zweckoptimismus herauszulesen vermag, verliere ich den Glauben daran, dass unser HSV tatsächlich etwas reißen kann.

Vielleicht ist diese Sorge unbegründet. Vielleicht steht es morgen nach 30 Minuten schon 3:0 für uns, weil van der Vaart einen guten Tag erwischt hat und seine Mitspieler gekonnt in Szene gesetzt hat. Weil Maggio sein erstes, zweites und drittes Bundesligator erzielt hat. Vielleicht aber auch nicht.

Und was passiert, wenn nicht? Und wenn Nürnberg auf Schalke die Sensation schafft? Oder Braunschweig in Hoffenheim gewinnt? Was dann? Ich möchte es mir kaum vorstellen. Aber: Ich habe ein komisches Gefühl.

 

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Ein Gedanke zu “Ein komisches Gefühl.

  1. Ich drück dem HSV als großen Bundesliga-Dino die Daumen! Allerdings muss man auch den Tatsachen ins Auge sehen, leider. Vielleicht ist ein Abstieg erforderlich um die Hierarchie im Verein wieder neu zu Ordnen und um das Wesentliche wieder in den Fokus zu rücken. Vielleicht schafft es der HSV aber auch mit ach und krach, dann hoffe ich, dass diese Botschaft vom Verein erhört wurde.

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