Gewonnen.

Es war eine der bewegenderen Wochen in der langen Historie des HSV – und die nähere Zukunft betreffend vielleicht auch eine entscheidende.

Am Montag stellte sich mit Mirko Slomka der neue Trainer vor. Zwar hätte er sich den einen oder anderen Satz in seiner Vorstellungs-PK sparen dürfen („Der HSV gehört in die Top5“), dennoch hatte ich nach langer Zeit mal wieder das Gefühl, dass der rechte Mann zur rechten Zeit am rechten Platz ist. Slomka wirkte aufgeräumt, sympathisch und schien einen Plan zu haben.

Am Dienstag geriet alles Sportliche in Vergessenheit. Wir mussten traurigerweise Abschied von Hermann Rieger nehmen. Sein Tod kam letztlich nicht unerwartet; dennoch hatte man in diesen Tagen nicht unbedingt mit ihm gerechnet. Es mag etwas zynisch klingen, und ich möchte gewiss nicht falsch verstanden werden, doch wenn es einen richtigen Zeitpunkt für einen Tod gibt, dann war es wohl dieser. Die unendliche Traurigkeit der HSV-Fans aller (zerstrittenen) Lager einte sie, und gemeinsam gingen sie die Wege, die zu gehen sind. Der Trauermarsch zu Ehren Hermanns war eine ganz starke Geschichte, die Choreografie am Samstag dürfte in die Geschichte eingehen. Das war wirklich sensationell.

Von den Spielern, die gegen Dortmund auf dem Feld standen, hat kein einziger mehr in den Genuss kommen dürfen, von Hermann behandelt zu werden. Einige aber haben ihn kennengelernt, und vielleicht sind sie für ihn (unterbewusst) ein Stück mehr gelaufen als sonst.

Ob es nun an Hermann lag oder daran, dass Mirko Slomka deutlich mehr als besser hat trainieren lassen als es seine Vorgänger in der Vergangenheit getan hatten: Ich hatte richtig Spaß, dem HSV zuzusehen. Das war zuletzt ein verdammt seltenes Vergnügen. Wir waren auf Augenhöhe mit einer Mannschaft, die in den vergangenen drei Jahren zweimal Meister war, die im Champions-League-Finale stand, den DFB-Pokal gewann – und wir haben ihr den Schneid abgekauft und uns auch von rüden Attacken (warum Herr Aubameyang für seine Aktion an Arslan nur Geld sah, wird für immer das Geheimnis des Schiedsrichters bleiben) nicht aus dem Konzept brigen lassen. Lewandowski wurde noch vor der 70. Minute ausgewechselt, und auch Reus blieb wirkungslos.

Dass Trainer Slomka den Mut hatte, Petr Jiracek und Slobodan Rajkovic aufzustellen, rechne ich ihm hoch an. Ohne mich sonderlich brüsten zu wollen: Ich habe im Laufe der Saison mehr als einmal gehofft, dass diese Jungs ran dürfen und bin meist enttäuscht worden. Slomka hat meine Wünsche nun erhört. Vielleicht versteht er einfach nur mehr vom Fußball als seine beiden Vorgänger bzw. kann Spielertypen besser einschätzen.

Die Verletzung Rafael van der Vaarts erwies sich wie von mir erwartet als Glücksfall. Hakan Calhanoglu, der nur wegen des Ausfalls von Ivo Ilicevic von Beginn an ran durfte, brillierte und durfte Ecken und Freistöße schießen. Sie waren allesamt gefährlich. Hoffentlich hat van der Vaart dies mitbekommen.

Und so gewannen an diesem Samstag viele Menschen: Fans, die in letzten Wochen aufgrund verschiedenster Aktionen Kredit verloren hatten; die Spieler, weil sie endlich wieder gezeigt haben, was in ihnen steckt; und der Trainer, der allen wieder ein großes Stück Hoffnung auf bessere Zeiten gegeben hat.

Saison 12/13:

1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)
14. Spieltag: FC Schalke 04 (H) 3:1, 20 Punkte (-2)
15. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 21 Punkte (-2)
16. Spieltag: 1899 Hoffenheim (H) 2:0, 24 Punkte (0)
17. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 0:3, 24 Punkte (-3)
18. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 1:1, 25 Punkte (-3)
19. Spieltag: Bremen (H) 3:2, 28 Punkte (-2)
20. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 0:2, 28 Punkte (-4)
21. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 4:1, 31 Punkte (-1)
22. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (H) 1:0, 34 Punkte (0)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)
14. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 16 Punkte (-1)
15. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 16 Punkte (-2)
16. Spieltag: FC Bayern (A), 1:3, 16 Punkte (-4)
17. Spieltag: FSV Mainz (H) 2:3, 16 Punkte (-5)
18. Spieltag: Schalke 04 (H) 0:3, 16 Punkte (-8)
19. Spieltag: 1899 Hoffenheim (A) 0:3, 16 Punkte (-11)
20. Spieltag: Hertha BSC (H) 0:3, 16 Punkte (-14)
21. Spieltag: Eintracht Braunschweig (A) 2:4, 16 Punkte (-16)
22. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:0, 19 Punkte (-13)

Veränderung: 15 Punkte schlechter (13 Tore schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 6
2013/14: 16

Veränderung: Zehn Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 9:2
Hamburger SV – FSV Mainz 1:0
Hamburger SV – Schalke 04 3:1
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Fortuna Düsseldorf 2:1
Greuther Fürth – Hamburger SV 0:1
Hamburger SV – Borussia Dortmund  3:2

37 Punkte, 33:34 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 3:1
Hamburger SV – FSV Mainz 2:3
Hamburger SV – Schalke 04 0:3
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hertha BSC* 0:3
Eintracht Braunschweig* – Hamburger SV 4:2
Hamburger SV – Borussia Dortmund 3:0

19 Punkte, 38:51 Tore

Veränderung: 18 Punkte schlechter, 12 Tore schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

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Es ist Morgen und ich liebe Dich noch immer

Wenn es selbst gegen den Tabellenletzten nicht mit einem Sieg hinhauen möchte, hat man eigentlich jedes Recht auf einen Verbleib in der Bundesliga verwirkt. Das 2:4 gegen Braunschweig hat einmal mehr auf schonungslose Art aufgezeigt, dass der HSV in der Beletage derzeit nichts zu suchen hat.

Der Fisch stinkt zwar vom Kopf her, aber auch das Flossenende duftet nicht gerade verführerisch.

Doch was soll ich machen? Trotz aller Kapriolen, die mein HSV zurzeit aufschlägt, trotz aller Peinlichkeiten und Unzulänglichkeiten, trotz allen Ärgers rund um den Vorstand, den Aufsichtsrat und die Mannschaft kommt mir andauernd die alte Michael-Schanze-Weise in den Sinn, deren Name auch gleichzeitig der Titel dieses Blogeintrags ist.

Ich kann nicht ohne die Jungs in den roten Hosen, und ich mag auch nicht. Sie spielen schlecht, ja. Sie geizen mit Toren, und wenn nicht, dann schießen die Gegner mindestens eines mehr, gewiss. Was soll’s? Mit dem Lieblingsverein ist es wie mit der eigenen Frau: Die bekommt – zumindest ist irgendwann mal damit zu rechnen – im Alter eben die ein oder andere Falte. Und man liebt sie trotzdem.

Ich habe es am 1. Februar gebloggt, und ich wiederhole mich gern: Ich glaube nicht daran, dass der HSV in diesem Jahr die Klasse halten kann. Das ist zwar sehr schmerzhaft und traurig, wird mich aber nicht davon abhalten, weiterhin zu ihm zu stehen und mit den Jungs mitzufiebern. Wie man liest, soll Mirko Slomka den glücklosen, aber auch stets ein wenig lethargisch und manchmal sogar lustlos wirkenden Bert van Marwijk als Trainer beerben. Davon ausgehend, dass der Sportdirektor Oliver Kreuzer nicht nur von der Wand bis zur Tapete denkt (öhm…), gehe ich davon aus, dass der Vertrag des neuen Coaches auch in der 2. Liga gilt.

Deshalb:
Herzlich willkommen im Haifischbecken Hamburg, und herzlich willkommen im Fegefeuer der Eitelkeiten HSV, werter Herr Slomka. Ich freue mich, dass Sie da sind und gestehe, dass in mir noch ein klitzeklitzekleines Restfünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt lodert. Vielleicht schaffen Sie es ja, daraus wieder eine große Flamme zu machen. Doch selbst, wenn nicht: Seien Sie stark, haben Sie Rückgrat und stehen Sie zu Ihren Entscheidungen und vor allem über den Dingen. Nur dann werden Sie hier Erfolg haben. Ich gönne es Ihnen.

Denn trotz aller oben angesprochenen Dinge zählt im Fußball für mich:

Nur der HSV!

Saison 12/13:

1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)
14. Spieltag: FC Schalke 04 (H) 3:1, 20 Punkte (-2)
15. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 21 Punkte (-2)
16. Spieltag: 1899 Hoffenheim (H) 2:0, 24 Punkte (0)
17. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 0:3, 24 Punkte (-3)
18. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 1:1, 25 Punkte (-3)
19. Spieltag: Bremen (H) 3:2, 28 Punkte (-2)
20. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 0:2, 28 Punkte (-4)
21. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 4:1, 31 Punkte (-1)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)
14. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 16 Punkte (-1)
15. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 16 Punkte (-2)
16. Spieltag: FC Bayern (A), 1:3, 16 Punkte (-4)
17. Spieltag: FSV Mainz (H) 2:3, 16 Punkte (-5)
18. Spieltag: Schalke 04 (H) 0:3, 16 Punkte (-8)
19. Spieltag: 1899 Hoffenheim (A) 0:3, 16 Punkte (-11)
20. Spieltag: Hertha BSC (H) 0:3, 16 Punkte (-14)
21. Spieltag: Eintracht Braunschweig (A) 2:4, 16 Punkte (-16)

Veränderung: 15 Punkte schlechter (15 Tore schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 7
2013/14: 17

Veränderung: Zehn Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 9:2
Hamburger SV – FSV Mainz 1:0
Hamburger SV – Schalke 04 3:1
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Fortuna Düsseldorf 2:1
Greuther Fürth – Hamburger SV 0:1

34 Punkte, 30:32 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 3:1
Hamburger SV – FSV Mainz 2:3
Hamburger SV – Schalke 04 0:3
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hertha BSC* 0:3
Eintracht Braunschweig* – Hamburger SV 4:2

16 Punkte, 35:51 Tore

Veränderung: 18 Punkte schlechter, 14 Tore schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

Alles gleich, alles anders.

So, nun hätten wir dieses Spiel auch endlich hinter uns gebracht.

Wir haben verloren. Das ist nichts Neues. Wir haben hoch verloren. Auch daran hat man sich in gewisser Weise gewöhnt, so bitter es ist. Wir haben 0:5 gegen die derzeit beste Mannschaft der Welt verloren. Das war auch in dieser Höhe weder unverdient noch unerwartet. Mehr ist zurzeit eben nicht drin, und jedem, der vor dem Spiel der Meinung war, es läge womöglich eine Überraschung in der Luft, möchte ich fast ein wenig Sachverstand absprechen. Klar: Zu Beginn steht es immer 0:0, und seit Gertjan Verbeek wissen wir, dass bei den Bayern unten das gleiche herauskommt wie bei uns auch. Das war es dann aber auch schon. Ein gewisser Zweckoptimismus in allen Ehren, aber wer dem HSV tatsächlich eine Chance eingeräumt hat, den FCB besiegen zu können, hat schon einen arg verklärten Blick auf das große Ganze.

Umso besser gefielen mir die Reaktionen zumindest einiger HSV-Fans im Stadion auf das Dargebotene. Da gab es zunächst die „Nie mehr Niemals 2. Liga“-Gesänge. Das, finde ich, ist großes Kino. Mit diesem Gesang haben die Fans vor Ort bewiesen, dass sie gecheckt haben, worauf es ankommt: Der Pokalwettbewerb war schon vor dem Anpfiff abgehakt, jetzt gilt es, der Mannschaft zu zeigen, dass man hinter Ihr steht und ihr helfen möchte, das einzig verbliebene Ziel der Saison noch zu erreichen – den Nichtabstieg.

Wie mir zugetragen wurde, gab es nach Schlusspfiff dann sogar Applaus von den Rängen. Applaus! Was angesichts einer 0:5-Niederlage erstmal etwas höhnisch anmuten mag, ist nichts anderes als eine schöne Geste und ein Zeichen: Wir haben erkannt, dass ihr da unten alles gegeben habt. Gerade im Hinblick auf das kommende Wochenende eine unerwartete, aber richtige und wichtige Reaktion, über die ich mich sehr gefreut habe.

In den nächsten Tagen wird es im Umfeld wieder sehr hektisch. Kommt Magath, geht der Vorstand, zahlt Kühne oder hält er wenigstens den Mund, tritt der Aufsichtsrat ab, wird Kreuzer gefeuert? Ich hoffe, dass sich die Spieler trotz des drohenden Chaos auf die Aufgabe am Wochenende konzentrieren können.

Nichts.**

**Mea culpa, ich dachte, ich hätte diese Zeilen schon am Montag veröffentlicht. Aber dem war nicht so, ich habe sie eben in den Entwürfen gefunden. Shit happens.

Zu den Geschehnissen am Wochenende, und damit meine ich nicht nur die sportlichen, sondern vor allem die, die sich diesen anschlossen, möchte ich nichts schreiben, sondern nur auf Frau Schnattertasch von der Sitzkissenfraktion verweisen.

Saison 12/13:
1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)
14. Spieltag: FC Schalke 04 (H) 3:1, 20 Punkte (-2)
15. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 21 Punkte (-2)
16. Spieltag: 1899 Hoffenheim (H) 2:0, 24 Punkte (0)
17. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 0:3, 24 Punkte (-3)
18. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 1:1, 25 Punkte (-3)
19. Spieltag: Bremen (H) 3:2, 28 Punkte (-2)
20. Spieltag: Eintracht Frankfurt (H) 0:2, 28 Punkte (-4)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)
14. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 16 Punkte (-1)
15. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 16 Punkte (-2)
16. Spieltag: FC Bayern (A), 1:3, 16 Punkte (-4)
17. Spieltag: FSV Mainz (H) 2:3, 16 Punkte (-5)
18. Spieltag: Schalke 04 (H) 0:3, 16 Punkte (-8)
19. Spieltag: 1899 Hoffenheim (A) 0:3, 16 Punkte (-11)

Veränderung: Zwölf Punkte schlechter (neun Tore schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 9
2013/14: 17

Veränderung:
Acht Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 9:2
Hamburger SV – FSV Mainz 1:0
Hamburger SV – Schalke 04 3:1
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Fortuna Düsseldorf 2:1

31 Punkte, 29:32 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 3:1
Hamburger SV – FSV Mainz 2:3
Hamburger SV – Schalke 04 0:3
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hertha BSC 0:3

16 Punkte, 33:47 Tore

Veränderung:
15 Punkte schlechter, elf Tore schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

#Aktion100Abos

Wer sich (hin und wieder) auf Twitter tummelt, hat in den vergangenen Tagen und Wochen eventuell den oben zitierten Hashtag gelesen.

Hashtags werden von vielen Twitterern zur Kenntnis genommen, andere muten sogar welche. Dieser ganz besondere Hashtag sollte nicht gemutet oder nur zur Kenntnis genommen werden, sondern viel Beachtung bekommen. Er dient nämlich ein ganz besonderen Zweck: Der Rettung des Magazins „DER TÖDLICHE PASS„.

DTP, so möchte ich das Magazin in diesem Eintrag der Einfachheit halber nennen, versteht sich als Magazin zur näheren Betrachtung des Fußballspiels. Diese Beschreibung ist sinnbildlich für den Inhalt und den Geist des Magazin: Keine Anzeigen (!), kein künstliches Aufbauschen, kein großes Bohei. Kein „Das beste Magazin der Welt“, kein „Das muss man gelesen haben“. Dabei stimmte das sogar: Ausgabe für Ausgabe – es gibt vier pro Kalenderjahr – finden sich immer wieder gute und sehr gute Texte zum Thema Fußball, aus allen Ecken betrachtet. Facettenreich, amüsant, nachdenklich. Von einer kompetenten Redaktion geschrieben, mit Gastbeiträgen ehrenwerter Edelfedern garniert. Beispiele gefällig? Hier kommt Erbauliches aus den Heften 61 und 62. Kurzum: Es gibt eigentlich keinen Grund, sich das Magazin nicht zu kaufen.

DTP gibt es schon seit 1995, noch bevor beispielsweise die 11Freunde oder der Ballesterer mit ihren ersten Ausgaben auf den Markt kamen.

Nach fast zwei Jahrzehnten geht DTP, der sich und seiner Leserschaft in dieser Zeit stets treu geblieben ist, gelinde gesagt, am Stock. Der Wille, ein tolles Magazin zu produzieren, ist weiterhin vorhanden. Die Mittel aber drohen zu schwinden. Oder anders: Die Auflage könnte besser sein. Deshalb rief DTP die #Aktion100Abos ins Leben. Sollten sich in der nächsten Zeit 100 Fußballfans finden, die Lust auf gute Fußballgeschichten haben und in der Lage sind, ein Abonnement abschließen (Preis für ein Jahr mit vier Ausgaben im Inland: 28 Euro), würde das zum Erhalt des DTP beitragen.

Deshalb mein Appell an alle Leser: Rafft Euch auf und tut ein gutes Werk. Ihr flattrt, Ihr unterstützt Crowdfunding, Ihr zahlt überteuerten Sprit für Euer Auto und gebt für manch anderen Quatsch viel Geld aus. Helft dem Magazin mit einem Abo, am Leben zu bleiben.

Gastbeitrag: Eine Frage der Ehre.

Hallo, liebe Leser, heute erfährt mein Blog eine deutliche Aufwertung: Astrid, die Anchorwoman vom RautenTV, hat sich ihre Gedanken rund um die aktuelle Situation des HSV gemacht.

Viel Spaß beim Lesen.

 

Eine Frage der Ehre.

Dieses Jahr ist es also so weit, wenn man den Meinungen in der weitläufigen Welt Fußballdeutschlands folgen würde. Experten, Medien, Fans anderer Vereine, sogar ein Großteil der eigenen Fans und auch alle, die sich eigentlich außerhalb der internationalen Turniere nicht für Fußball interessieren, sind sich erstaunlich einig – die Saison 2013/2014 wird als der größte Meteoritenhagel der Neuzeit in die Geschichte eingehen. Der Dino stirbt aus.

Nun ja, noch ist es ja nicht so weit. Gut, die Leistungen sind bescheiden. Ok, die Leistungen wurden konstant schlechter seit dem uns der FCA besucht hat. Ja, ihr habt alle Recht – wieso sollte man annehmen, dass es sich bessern würde?

Ganz einfach: Ich bin ein Fan. Ich glaube immer – jedes einzelne Spiel bevor der Schiri anpfeift glaube ich. Auch nach einem Rückstand glaube ich. Und solange es noch möglich ist werde ich an diese Jungs glauben, dass sie es schaffen. Am 33. Spieltag bei 7 Punkten Rückstand auf Platz 15 können wir darüber sprechen. Aber: sich auf einen Abstieg einzustellen, nur damit es bei einem eventuell eintretenden Fall dann nicht „so weh tut“?

Ich versau mir doch nicht selber die nächsten 4 Monate.

Wie mag wohl der Support aussehen, wenn man eigentlich jetzt schon innerlich abgeschlossen hat? Vielleicht geht man dann ja nach einem 0:1 Rückstand schon in der Pause nach Hause. Bringt ja eh nichts. Ich bin mir übrigens sicher, dass die Mannschaft heute einen dreimaligen Rückstand nicht mehr in ein 3:3 ausgleichen würde. Ja, richtig – sie wollten an diesem Tag. Aber das Publikum wollte auch.

Mir persönlich ist das Phänomen „Ich habe bezahlt, und wenn mir das Spiel nicht gefällt, dann pfeif ich eben. Im Zweifel schon nach 10 Minuten“ ein großes Mysterium. Wenn man ehrlich zu sich selber ist, dann hat das nichts mit den Jungs auf dem Rasen zu tun. Sondern mit eigenen –falschen– Erwartungen, mit simplen Überschätzungen der Leistungsfähigkeit der aktuellen Protagonisten. Ein Phänomen seit Jahren in Hamburg. Ein Phänomen seit 2009. Hat die Fanseele die vier Derbys gegen Bremen mit den entscheidenden Niederlagen nicht verkraftet? Tatsache ist: Gab es in der Saison 08/09 noch 13 Heimsiege, so waren es 09/10 nur noch 8, ein Jahr darauf nur noch 7. Und in der Zittersaison 11/12 gar nur 3. Noch gravierender ist die Statistik der Heimniederlagen. In der Saison 09/10 waren es 3 Niederlagen, ein Jahr später schon 5 und seit der Saison 11/12 konstant 7. Gut, in der letzten Saison konnten wir uns zumindest hinsichtlich der Heimsiege wieder stabilisieren (8) – aber das wohl nicht zuletzt dank eines starken Rene Adler, der uns mindestens 3 mal den knappen Sieg festhalten konnte. 7 Niederlagen konnte aber auch er nicht verhindern.

Seit 2009 waren diverse Trainer bei uns beschäftigt, es gab einen Umbruch im Kader und im Vorstand. Das Publikum dürfte im Großteil das Gleiche sein.

Man sagt ja gern, „der Fisch stinkt vom Kopf“.

In Hamburg schwimmt der stinkende Fisch aber auch noch in einem vergifteten Teich.

Ich möchte hier natürlich nicht allein die Fans für die Misere verantwortlich machen, den sportlichen Niedergang haben andere zu verantworten: eine katastrophale Kaderplanung verursacht durch wechselnde Sportdirektoren und Trainer, ausgehandelte Gehälter, die man nicht nachvollziehen kann, kein Geld und keine Perspektiven, die man bieten könnte, der Trainerstuhl, der heißer nicht sein könnte. Ein Aufsichtsrat, der zu einem Großteil die Position für eigene Geltungssucht und Networking nutzt und verschiedene Verlage, die sich gegenseitig gern in ihrer Exklusivität überbieten möchten (bad news sells) – nein, der HSV ist für einen Arbeitnehmer im Profifußball wahrlich keine erste Wahl mehr.

Diese Probleme lassen sich kurzfristig jedoch nicht ändern. Und Stand heute brauchen wir eine schnelle Lösung.

Wenn sich doch bloß jeder ein wenig hinterfragen würde… Es wird gepfiffen, weil man der Meinung ist, da unten auf dem Platz stimmt der Einsatz nicht. Was ist mit dem eigenen Einsatz? Warum verlangt man etwas, was man selber nicht geben kann? Weil man dafür gezahlt hat? Kleines Beispiel:

Wenn ich in mein Lieblingsrestaurant gehe und der Koch hat einen schlechten Tag, dann kann ich nach dem Essen meinen Unmut dem Kellner gegenüber äußern, aber ich bezahle und komme wieder. Beim nächsten Mal ist es wieder etwas lasch gewürzt, auch gab es mittlerweile einen Personalwechsel. Aber ich mag das Restaurant einfach. Ich bezahle und: komme wieder. Irgendwann hat der Koch sicher mehr Routine und das Essen schmeckt wieder.

Wenn ich den neuen Koch aber nun bepöbel, dann hat er doch beim nächsten Mal schon Angst, wenn er weiß, dass ich im Restaurant sitze und dem Kellner lautstark sage, dass ich hoffentlich nicht solch einen Fraß wie beim letzten Mal vorgesetzt bekomme. Und nun will es der Koch natürlich besonders gut machen, damit ich ja nicht enttäuscht bin und wieder komme. Am Ende ist das Essen total versalzen.

Was ich euch mit auf den Weg geben möchte: Wir sind in der aktuellen Situation die Einzigen neben der Mannschaft, die kurzfristig zur Verbesserung beitragen können. Bei anderen beteiligten Protagonisten fehlt zum Teil der Wille, oder auch die Möglichkeit etwas zu ändern.

Es soll für die Spieler eine Ehre sein mit der Raute auf der Brust aufzulaufen, kein Spiessrutenlauf. Lasst es sie doch auch spüren und beschimpft sie nicht.

Nur der HSV!

Abstieg.

Seit Samstag nachmittag, 17.20 Uhr, bin ich mir sicher: Der HSV wird sich diesmal nicht retten können und steigt aus der Bundesliga ab. Gegen Hoffenheim gab es die fünfte Niederlage hintereinander, die vierte in Folge mit drei Gegentoren, womit unsere Abwehr nun auch offiziell die schlechteste der Liga ist. Hinzu kommt die chronisch schwache Torausbeute; der HSV ist an Harmlosigkeit nicht zu überbieten. Den ersten Torschuss gab er im letzten Fünftel des Spiels ab. Beschämend. Ach, hatte ich schon erwähnt, dass die HSV-Spieler rund acht Kilometer weniger gelaufen sind als die Hoffenheimer?

Es hakt an so vielen Stellen, dass ich nicht mehr daran glaube, dass wir uns noch retten können.

Wo liegt nun der Hauptgrund für die Misere? Ich glaube, dass es mit der Verpflichtung Oliver Kreuzers angefangen hat, bzw. mit der Beurlaubung Frank Arnesens. Letztere war ein großer Fehler, das habe ich seinerzeit gesagt, und das wird nun immer deutlicher. Leider hatte Arnesen von Beginn an einen schlechten Stand in Hamburg; er musste damit leben, dass ihm versprochene finanzielle Möglichkeiten nicht eingehalten werden konnten. Aus dieser Not heraus wurden damals die Chelsea-Boys geholt, und Arnesen hatte schon zu Beginn einen gewissen Ruf weg. Zudem war er der Presselandschaft gegenüber wortkarg. Arnesen war eigen, ich mochte das. Die Pressemeute und der glorreiche Aufsichtsrat unseres Vereins leider nicht. So wurde Arnesen erst in Grund und Boden geschrieben und dann geschasst.

Auf der Suche nach einem passenden Nachfolger hatten die HSV-Verantwortlichen schon einen guten Riecher bewiesen, als mit Jörg Schmadtke verhandelt wurde. Doch auch dieser Klassemann passte den feinen Herrn Entscheidern nicht. So entschied man sich für die günstige Lösung Oliver Kreuzer, die angeblich mit ihrem Konzept überzeugte.

Ich habe Oliver Kreuzer lange Zeit verteidigt und es ihm oft nachgesehen, wenn er gegenüber den Medien mal wieder viel zu viel erzählt hat. Inzwischen glaube ich aber, dass er mit dieser Plapperei von seinen kaum vorhandenen Qualitäten als Sportdirektor ablenken wollte. Ich nehme ihm den harten Hund ebenso wenig ab, wie ich glaube, dass er noch irgendetwas bewirken kann, um den Absturz des HSV zu verhindern – zumal das Transferfenster bereits geschlossen ist. Kreuzer hat es geschafft, dass Jonathan Tah verlängert hat. Dafür gebührt ihm Dank. Aber Spieler auszuleihen ohne Kaufoption mit der Begründung, „wir wissen eh nicht, ob wir sie uns leisten können“? Ehrlich, Herr Sportdirektor? Muss man nicht zumindest darauf hoffen, eine zu verhandelnde Ablöse stemmen zu können? Erst gar nicht daran zu glauben, kommt einem Armutszeugnis gleich.

Hinzu kommt die Personalie Artjoms Rudnevs. Wir erinnern uns: ein Spieler, der uns in der vergangenen Saison mit zwölf Toren einige wichtige Punkte beschert hat. Rudnevs hatte trotz seiner starken Torquote in der aktuellen Serie weder unter Thorsten Fink noch unter Bert van Marwijk eine echte Chance erhalten. So bat der Stürmer um Luftveränderung. Dass Kreuzer dem unzufriedenen Spieler diese gestattet, ist nachzuvollziehen und kein Fehler, zumal Rudnevs nur verliehen wurde. Allerdings ist es ein grober Fehler auch des Sportdirektors, dass es überhaupt zu dieser Unzufriedenheit kam. Gute Spieler hegt und pflegt man, und man redet sie noch stärker. Man stellt sie nicht aufs Abstellgleis. Dass die Leihgebühr (man spricht von läppischen 300.000 Euro) und die etwaige Ablösesumme (nur 2 Millionen Euro) extrem schlecht verhandelt wurden, kommt erschwerend hinzu.

Kreuzer war es auch, der Bert van Marwijk zu uns geholt hat. Ein weiterer großer Fehler, wie sich immer mehr herauskristallisiert. Für Bert van Marwijk gilt in meinen Augen dasselbe wie für Oliver Kreuzer: Die Bundesliga ist (inzwischen) eine Nummer zu groß. Klar, Herr van Marwijk ist nach außen ein smarter Typ und hat auch gewisse Reputationen – wenngleich der letzte große Erfolg nun fast vier Jahre zurückliegt. Aber innerlich sieht es so aus: Er identifiziert sich kein Stück mit dem HSV, für ihn ist das Engagement nur eine gute Gelegenheit, kurz vor der Rente nochmal Geld zu verdienen. Mit so einer Einstellung kannst Du kein Prozent mehr Leistungswillen aus den Spielern herauskitzeln.

Abstieg also. Alle, die den HSV nicht mögen, werden Kübel der Häme über uns Fans und den Verein ausschütten. Das ist in Ordnung, schließlich stehen wir in der kommenden Saison auf einer Stufe mit dem FC St. Pauli. Wie wird es weitergehen? HSVplus wird kommen, die Entwicklung spielt dem Reformvorschlag in die Karten. Aber ist ein Zweitligist für potenzielle Investoren auch so interessant wie ein Erstligist? Sicher nicht. Könnte bedeuten: weniger Geld. Können wir das Stadion weiter abbezahlen, können wir einen Campus bauen?

Welche Spieler haben Verträge, die auch in der zweiten Liga gelten bzw. welche Spieler können als Zweitligist überhaupt gehalten werden? Das sind Fragen, die der Sportdirektor beantworten muss; leider kennt der die Verträge der Spieler nicht ganz so gut („Ich weiß nichts von einer Ausstiegsklausel in Marcell Jansens Vertrag.“).

Welches ist der geeignete Trainer? Ich möchte keinen – Entschuldigung – alten Trainer mehr haben, der seinen Schein anno dazumal gemacht und sich in den letzten 20 Jahren nicht wirklich weitergebildet hat. Ich möchte einen frischen, jungen Trainer. Einen mit einer Spielidee, mit Kreativität, mit Einfallsreichtum und mit einem guten Auge für Talente. Einen, dem Namen egal sind, Skills dafür umso wichtiger. Einen, der mehr als viermal pro Woche trainieren lässt. Einen, dessen Prüfung noch nicht so lange her ist, der nicht zuvor bei einem Weltverein war und entsprechend hohe Ansprüche stellt. Einen wie Gisdol, Weinzierl und, ja, auch Tuchel. Vielleicht einen wie Korkut.

Wird es in näherer Zukunft Funktionäre beim HSV geben, die Hand in Hand arbeiten im Sinne des Vereins (oder was wir auch immer sein werden)? Dann, und nur dann sehe ich Hoffnung. Falls nicht, kommen wir da nie wieder hoch.

Saison 12/13:
1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)
14. Spieltag: FC Schalke 04 (H) 3:1, 20 Punkte (-2)
15. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 21 Punkte (-2)
16. Spieltag: 1899 Hoffenheim (H) 2:0, 24 Punkte (0)
17. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 0:3, 24 Punkte (-3)
18. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 1:1, 25 Punkte (-3)
19. Spieltag: Bremen (H) 3:2, 28 Punkte (-2)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)
14. Spieltag: VfL Wolfsburg (A) 1:1, 16 Punkte (-1)
15. Spieltag: FC Augsburg (H) 0:1, 16 Punkte (-2)
16. Spieltag: FC Bayern (A), 1:3, 16 Punkte (-4)
17. Spieltag: FSV Mainz (H) 2:3, 16 Punkte (-5)
18. Spieltag: Schalke 04 (H) 0:3, 16 Punkte (-8)
19. Spieltag: 1899 Hoffenheim (A) 0:3, 16 Punkte (-11)

Veränderung: Zwölf Punkte schlechter (neun Tore schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 9
2013/14: 17

Veränderung:
Acht Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 9:2
Hamburger SV – FSV Mainz 1:0
Hamburger SV – Schalke 04 3:1
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 1:4

28 Punkte, 27:31 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
VfL Wolfsburg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – FC Augsburg 0:1
FC Bayern – Hamburger SV 3:1
Hamburger SV – FSV Mainz 2:3
Hamburger SV – Schalke 04 0:3
1899 Hoffenheim – Hamburger SV 3:0

16 Punkte, 33:44 Tore

Veränderung:
Zwölf Punkte schlechter, sieben Tore schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.