Gute Nacht, John, Bouy.

Eines kann man unserem HSV wirklich nicht nachsagen: dass es mit ihm langweilig wird.

Die Fan- und Funktionärslager zerreißen sich im Hinblick auf die am Sonntag stattfindende Mitgliederversammlung gegenseitig, fürchten eine etwaige Fremdbestimmung – einige Fans wollen eventuell gar nicht mehr ins Stadion; Günter Netzer spricht von jahrelangen Versäumnissen in der Führungsetage; Carl-Edgar Jarchow ist trotz der mehr als angespannten finanziellen Lage guter Dinge; Pierre-Michel Lasogga sagt, er sei kein Muttersöhnchen, zeitgleich wird Mama Lasogga im Wolfsburger Hotel gesichtet; Jos Luhukay hatte PML sowieso schon immer lieb. Tah hat Schnupfen und Djourou ’nen Muskelfaserriss, Maxi Beister holt sich einen Kreuzbandriss; Kerem Demirbay trumpft erst auf, dann reißt er sich die Bänder; Jansen könnte für fünf Millionen weg – wovon Herr Kreuzer nichts weiß – während Schalke 2,5 Millionen für Aogo zuviel sind; ein Finanzsenator schlägt Alarm, der HSV könne das Steuerrecht verletzen; Tolgay Arslan wird für unverkäuflich erklärt. Und das war nur ein kleines Resümee der vergangenen paar Tage.

Seit heute lässt sich hinzufügen: Der HSV hat auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Zuerst eisten wir Ola John von Benfica Lissabon los, dann Ouasim Bouy von Juventus Turin, dem Klub, mit dem ein grün-weißer Bundesligaverein vor weniger als zwei Monaten stolz verkündete, man habe eine Kooperation mit ihm vereinbart. Hihi.

Wie gut die beiden jungen Niederländer sind bzw. wie gut sie dem HSV helfen können, weiß ich nicht. Dennoch begrüße ich sie herzlich und freue mich darüber, dass sie den Weg in die schönste Stadt der Welt gefunden haben. Bert van Marwijk wird die Spieler kennen, und da unser Trainer sagte, er wolle nur Spieler, die dem HSV weiterhelfen können, vertraue ich ihm und den Jungs mal.

Ein bisschen Sorge macht mir die Dauer der bislang festgelegten Wirkzeit. Sowohl John als auch Bouy bleiben erstmal nur bis Saisonende. Bei John ist inzwischen bekannt, dass der HSV keine Kaufoption besitzt; ich könnte mir vorstellen, dass bei Bouy ähnlich verhandelt wird. Leider. Wer läuft denn dann überhaupt noch mit der Raute auf der Brust herum? Das Schreckensszenario zum 30.6. sähe so aus: John, Bouy und Lasogga kehren zu ihren Vereinen zurück (oder wohin auch immer), Beister ist weiter verletzt, Hannover kauft Rudnevs, und mit Aogo und Jansen fehlt uns die linke Defensive. Klingt gar nicht mal so toll.

Machen Sie was, Herr Kreuzer. Vor allen Dingen: Lassen Sie das mal mit diesem Verzicht auf Kaufoptionen. Sonst heißt es bald: Gute Nacht.

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