Gastbeitrag

Es folgt ein Gastbeitrag des von mir geschätzten Thomas zur Zukunft des HSV:

2014 – Dino passe dich an oder auch Du stirbst

Ich bin Fan des HSV. Und Mitglied im Supporters Club. Das eine schon seit über 40 Jahren, das andere seit etwa 4 Jahren. Ich war früher in einem Fanclub, und nur die Entfernung zwischen Wohnort und Volkspark verhindert eine Dauerkarte, was nicht bedeutet, dass ich nicht dennoch 5-8 Spiele des HSV pro Jahr live sehe; die meisten auswärts und nur wenige daheim.

Ich bin SC-Mitglied, weil ich Flagge zeigen will und weil ich es wichtig finde, dass die Fans eine Stimme im Verein haben. Und mit Verein meine ich tatsächlich eher den Verein, denn die Fußballabteilung des HSV ist inzwischen ein „Mehrere hundert Mio. €“-Business und sollte und muss als solches auch genauso geführt werden. Ich bin für mehr Kompetenz, für mehr Verantwortung und dafür, dass wir uns als HSV den Marktgegebenheiten anpassen. Tun wir das nicht, werden wir als letzter Dino früher oder später (und ich befürchte früher und dann vor allem richtig) sterben.

Daher bin ICH für eine Satzungsänderung und Ausgliederung der AG.

Der HSV braucht Führung, führungsfähige Strukturen und er braucht eine Menge frisches Geld und den Zugang zu diesem Geld. In der jetzigen Struktur haben wir davon weder das eine noch das andere, sondern nur selbstgefällige AR-Mitglieder, die sich um ihre Pöstchen und ihre Macht kümmern. Und einen Vorstand, der als Übergangsvorstand kam und solange bleiben sollte, bis wir einen kompetenten Vorstand gefunden hätten. Gut, das haben wir mit dem Grundgesetz gemeinsam, das ja auch bei einer Wiedervereinigung neu geschrieben werden sollte.

Der HSV hat das Problem, dass die Mehrheit der Mitglieder nicht wählen kann bzw. mangels nicht vorhandener Briefwahl nicht wählt und dadurch durch ein paar starke Gruppierungen quasi regiert wird. Dass das nicht funktioniert, haben wir die letzten Jahre gesehen. Weder sportlich, noch wirtschaftlich. Es wurden zu viel Mio. rausgeschleudert und in „Ideen“ gesteckt, die keine guten Ideen waren. Mir ist klar geworden, dass der jetzige Weg eine Sackgasse ohne Rückfahrtschein ist. Leider sehen das viele Mitglieder anders. Viele wollen den Status Quo erhalten und darüber sind dann auch in den letzten Monaten diverse Diskussionen/Foren geführt worden. Freunde bekamen sich in die Haare, ich selber habe viele HSV-Fans bei Twitter gemutet, weil mir die Stimmungsmache (in alle Richtungen) nicht gefällt. Der Verein ist bei dieser ganzen Diskussion gerade dabei, in sich zu implodieren. Die Zahlen sind mies, niemand will uns Geld geben, weil niemand weiß, wer wir eigentlich (in der Führung) sind.

Wir brauchen Führung und Kompetenz.

Viele haben Angst vor dem Wandel, weil sie Hoffenheimer-Verhältnisse befürchten. Dabei sind Wolfsburg, Hoffenheim, Leverkusen, Dortmund, Bayern (und sogar Schalke mit den 100 Mio. von Gazprom) ein klares Zeichen, wo die Reise hingehen wird. Und hingehen muss. Leider. Sozialromantik ist schön, aber ich habe keine Lust, unterzugehen. Und nein, ich bin kein Erfolgsfan, der kein Bock auf Liga 2 hat. Wenn wir absteigen werden wir mit den Bilanzen und den Schulden direkt durchgereicht in den Amateurbereich. Die Leute haben Angst vor den Michael Kühnes dieser Welt, die uns Geld leihen und die deswegen auch immer wieder gefragt werden, was sie zum aktuellen HSV sagen. Was da an Antworten kommt, ist in der Tat fragwürdig, aber dass man ihn fragt und dass er antwortet (und sein Geld gesichert sehen will), ist Alltag. Auch ich bin kein Fan davon, wie er sich gibt und ich denke nicht, dass der HSV sich einen Gefallen getan hat, von ihm van der Vaart kaufen zu lassen. Das alles wäre nicht passiert, wenn die Führung stark genug wäre, um sich dem zu widersetzen. Und das kann sie nur, wenn sie autark ist und nicht wegen jedem Kleinkram zum AR gehen muss, der sich aus 13 Menschen zusammensetzt, die alle mehr oder weniger keine Ahnung vom Fußball haben. Aber Kühne ist halt nicht nur in Hamburg ein rotes Tuch. Er spaltet den ganzen Verein. Und von daher halte ich es fatal, dass er sich heute pro HSVPlus geäußert hat. Damit hat er, wenn er es denn wirklich gesagt und gemeint hat, der Initiative deutlich mehr geschadet als geholfen. Wegen Kühne werden die meisten Unentschlossenen jetzt dann wohl eher gegen die neue Satzung stimmen. Anders ausgedrückt: Ein vllt. nur etwas gelangweilter Milliardär ist am Ende schuld daran, wenn der letzte Dino auch noch stirbt.

Ich lasse mich sehr gerne vom Gegenteil überzeugen.

Zeigt mir am 19.1., dass ich Unrecht hatte. Zeigt mir, dass ihr eine eigene Meinung habt und das sich auch ein Dino ändern und anpassen kann. Und das es nicht um einzelne Personen, sondern um den Verein geht.

Nur der HSV!

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3 Gedanken zu “Gastbeitrag

  1. Wow, Thomas, du sprichst mir aus der Seele. Ich bin auch fassungslos darüber, wie sich Fans EINES Vereins so in die Haare kriegen können. Das habe ich in all den Jahren HSV-Fandasein nicht mal mit den Werder-Fans geschafft. Einzig das Argument mit Kühnes PM heute sehe ich anders. Jeder wusste, dass Kühne nach einer Ausgliederung dabei sein würde. Selbst Ertel hat gesagt, dass Kühne doch den Stadionnamen kaufen könne. Also hätten die e.V.-Bewahrer auch auf Kühne zugehen müssen. Ob er sich bei einer AG oder in einem e.V. einmischt, ist am Ende egal.
    Trotzdem: Vielen Dank für den in meinen Augen sehr gelungenen Beitrag.

  2. Ich verstehe diesen Beitrag nicht. Am Ende steht, dass es um den Verein geht, und doch ist der Text ein Aufruf, den Verein zugunsten einer Firma abzuschaffen. Ich verstehe auch nicht, wieso man davon ausgeht, dass etwas automatisch besser wird, nur weil es dann anders ist. Wenn die Führung schlecht ist, ist sie es auch dann noch, wenn sie nicht mehr kontrolliert wird. Nur dass sie dann nicht mehr kontrolliert wird. Wenn sie denn nicht mehr kontrolliert wird. Und wenn sie doch noch kontrolliert wird, ist die Chance, dass sie von irgendjemandem, der dann gerade falsch liegt, behindert wird, ebenso groß, wie jetzt.

    Kurz: Qualität ist m.E. keine Frage der Form.

  3. Naja, wie es bisher lief, kann es ja nicht weitergehen.
    Bzw. kann es schon, nur führt der Weg in den Abgrund.
    Der HSV steht halt am Abgrund und macht jetzt den nächsten Schritt. Die Frage ist nur in welche Richtung, Meiner Meinung nach sind Änderungen die letzte Chance für den Verein, auch um
    a. einen Vorstand zu etablieren, der in Ruhe arbeiten kann und nicht wegen jedem Kram 13 AR Mitglieder fragen und überzeugen muss, wie bisher. Das führte bisher immer dazu, dass die falschen Leute kamen (u.a. Schmadtke ginge lieber nach Köln)´und b. es immer Kompromisse gab. Und die sind, wie man in der Politik sieht, nicht immer das Beste.
    b. gibt es keine klare strategische Ausrichtung, sondern man lässt sich viel zu schnell viel zu sehr von außen von den geplanten Wegen abbringen und opfert Vorstände (Beiersdorfer wurde seiner Zeit vom AR geopfert, Arnesen auch) und kann damit auch kein
    c. verlässlicher Partner für Spieler sein. Wenn schon die Spielergewerkschaften davon abraten zum HSV zu wechseln, ist das ein klares Zeichen.
    d. Kann man einen starken stragtegischen Partne rgebrauchen und den bekommt man nur mit richtigen Strukturen.

    Außerdem hat der bisherige Weg es auch nicht gebracht den Verein zu etablieren und mal in ruhigere Gewässer zu bringen. Und ich will nicht zu sehen, wie man im Stilstand untergeht. Das haben die Dios damals gemacht. Sie konnten sich auch nicht anpassen. Und wo sind sie in der Evolution geblieben?
    Nein, ich will, dass der HSV nicht von emotional aufegregten Fans gesteuert wird. Ich will Sachverstand und Kompetenz. Und keinen 13 köpfigen AR.
    Es ist mein VErein, ich will nicht dass er untergeht. Und ich will nicht, dass er in diesen Tagen innerlich auseinanderbricht. Und das tut er. Die eigenen Fans gehen untereinander (und nicht immer nur verbal) aufeinander los. Das ist total falsch.

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