Tah. Und andere.

Hätte mir irgendjemand vor einem Jahr gesagt, dass ich die Vertragsverlängerung eines 17-jährigen Spielers für derart wichtig für den HSV erachte, wie ich es nun tatsächlich tue, hätte ich diesen Irgendjemand wohl für verrückt erklärt.

Tatsächlich ist es aber so.

Dass Jonathan Tah seinen Vertrag beim HSV verlängert hat, freut mich ungemein. Und auch, mit welchen Worten er sie garniert hat: „Für mich stand immer fest, dass ich hier bleiben möchte“. Das nehme ich ihm ab. Diese Verlängerung ist seitens des Vereins und des Spielers gleichermaßen ein Zeichen. Der HSV bindet ein großartiges Talent nun langfristig an sich, und Tah selbst hat mit seiner Unterschrift signalisiert: Ich glaube an den HSV und möchte meine nächsten Schritte mit ihm gehen. Tahs neuer Vertrag läuft bis 2018, das bedeutet: Der Mann (Und ich möchte ihn bewusst so nennen. Nicht nur wegen seines Körperbaus, sondern vor allem wegen seiner Reife.) könnte uns bis 2017 erhalten bleiben. Bis dahin sollte der HSV es geschafft haben, sich konsolidiert zu haben, sowohl sportlich als auch (einigermaßen) finanziell. Wenn Tah dann geht, weil er zu einem wirklich großen Klub möchte, kann ich ihm keine Vorwürfe machen und wünsche ich ihm alles Gute.

Doch von Abschied soll hier eigentlich gar keine Rede sein. Im Gegenteil.

Schauen wir mal auf die Vertragslaufzeiten der meiner Meinung nach wichtigsten Spieler – wann enden die Verträge?

Rene Adler = 2017
Dennis Diekmeier = 2016
Heiko Westermann = 2015
Lasse Sobiech = 2016
Jonathan Tah = 2018
Marcell Jansen = 2015
Hakan Calhanoglu = 2016
Milan Badelj = 2015
Tolgay Arslan = 2015
Maxi Beister = 2016

Vor Sportdirektor Oliver Kreuzer stehen wichtige und spannende Monate. Er muss mit Westermann, Jansen, Badelj und Arslan gleich vier wichtige Stützpfeiler des HSV-Korsetts versuchen, längerfristig an den Verein zu binden. Mit wenig mehr als einem dicken Loch im Geldbeutel. Hinzu kommt, dass Pierre-Michel Lasogga – wenn irgend möglich – gehalten werden soll. Schließlich und endlich wäre da noch Rafael van der Vaart, dessen Vertrag ebenfalls 2015 ausläuft. Aber um ehrlich zu sein: Um den kleinen Engel mache ich mir am wenigsten Gedanken. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es großartige Interessenten für ihn gibt. Er wird bald 31 Jahre alt und kostet viel Geld. Außerdem lebt sein Sohn in Hamburg, und auch Sabia fühlt sich hier wohl – ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass van der Vaart das alles aufgeben will. Tendenz daher meiner Meinung nach: Kreuzer wird ihm deutlich weniger Geld anbieten (wahrscheinlich immer noch so 2,5 Millionen pro Jahr), van der Vaart wird ein paar Wochen beleidigt sein und dann unterschreiben und seine Karriere beim HSV beenden.

Geld für die Korsettstangen könnte aus Spielerverkäufen generiert werden. Michael Mancienne hat wohl tatsächlich interessante Angebote aus seiner Heimat, hier würde ich auf eine runde Million Euro Ablöse im Winter tippen. Und Hannover 96 interessiert sich für Artjoms Rudnevs als Ersatz für Mame Diouf. Da wären wohl zwei bis drei Millionen drin. Beiden Noch-HSVern würde ich eine kleine Träne hinterherweinen. Ich verstehe bis heute nicht, was Rudnevs verbrochen hat. Gut, seine Spielanlage ist limitiert. Und? Hrubesch konnte auch nicht kicken. Und Westermann ja irgendwie auch nicht. Schade, dass man Rudnevs so enteiert hat, ich bin mir sicher, er hätte auch in diesem Jahr seine zwölf Buden gemacht. Und Mancienne? Einer der kopfballstärksten Spieler, die der HSV je hatte. Aber leider auch „gesegnet“ mit dem schwächsten Stellungsspiel aller Zeiten. Ich mag ihn dennoch.

Für Mancienne haben wir nun – und da schließt sich der Kreis – Tah. Ein Spieler, von dem ich überzeugt bin, dass er der übernächste Kapitän werden kann und unter Umständen, unter sehr glücklichen Umständen, versteht sich, eine neue Ära beim HSV einleiten kann. Ich gehe sogar soweit, dass ich ihm gute Chancen ausrechne, bei der EM 2016 dabei zu sein. Die Anlagen dazu bringt er allemal mit. (Und hey, Lasse Sobiech: Gib Dir ordentlich Mühe. Dann könnte die DFB-Abwehr 2016 theoretisch aus Adler, Westermann, Tah, Jansen und Dir bestehen. Wie lustig wäre das denn?)

20 Dinge über mich

Ich habe mich breitschlagen lassen. Es hatten sich auf einen meiner Blogeinträge hin ein paar Menschen gemeldet und sich in netter Form darüber beschwert, dass ich keine „20 Dinge über mich“-Liste erstellen werde, weil ich nicht daran glaube, dass es so viele interessante Dinge über mich zu erzählen gibt.

Nun denn, ich bin jetzt doch ein bisschen in mich gegangen und in die Vergangenheit gereist, habe aber auch in der Gegenwart gesucht. Ich habe mich von einer Reihe lieber und interessanter Menschen inspirieren lassen. Und ich habe ein paar Sachen gefunden, die Euch eventuell doch interessieren. Und falls nicht: Ich habe es Euch doch gleich gesagt. Gleichwohl – bitte sehr:

1. Mich fasziniert alles, was mit Symbolen, Geheimnissen, Zeichen, Verstecken, Magie, Zaubereien, Illusionen, Verschwörungen, Rätseln etc. zu tun hat. Ich glaube, ich wäre ein guter Spion geworden. Es ist toll zu sehen, dass mein größerer Sohn in genau die selbe Richtung einzuschlagen scheint.

2. Ich bin ein Spätzünder und ein Angsthase, was Technisches angeht. Ich twittere erst seit kurzem, blogge seit noch viel kürzerer Zeit und erst jetzt, in meiner zweiten Lebenshälfte, beschäftige ich mich erstmals ernsthaft mit dem Gedanken, einen Podcast zu betreiben. Wahrscheinlich werde ich noch ein paar Monate darüber nachdenken und die Geschichte anschieben, bis ich sie zehn Jahre lang vergesse.

3. Ich mag Gitarrenmusik. Damit meine ich nicht James Blunt mit seiner Klampfe, sondern eher Aerosmith, Metallica und so. Und gerne härteres Zeug wie von Pantera und Sepultura oder Düsteres wie von Type O’Negative. Ich bin Guns ’n‘ Roses hinterhergereist und habe mich damals bei einem Konzert über Transvision Vamp und Billy Idol als Support mehr gefreut als über den Hauptact Simple Minds. Sehr gut leiden kann ich aber auch deutschen HipHop (Oder ist es Rap? Ihr wisst schon, diesen Sprechgesang.). Ganz, ganz selten höre ich Musik gern, die in den Top10 der Charts zu finden sind. Grundsätzlich hat sich mein Musikgeschmack in den vergangenen 30 Jahren nur marginal verändert.

4. Ich leide an chronischem Fernweh. Ich habe einige wirklich schöne Orte dieser Welt bereist, teils privat, teils beruflich, und schwelge in Erinnerungen an Madrid und Monaco, Kopenhagen und Kyoto, Hvide Sande und Venedig, Las Vegas und Los Angeles, Neuwerk und Neukölln, Tokio und Tampa, etc. In den vergangenen Jahren hat sich meine Reisefreudigkeit aus mehreren Gründen auf wenige Orte in der relativen Nähe meines Wohnortes beschränkt (denkt Euch einen 400-km-Umkreis um Hamburg, dann kommt das in etwa hin.).

5. Früher besaß ich eine stattliche Autogramm(karten)sammlung. Es waren wohl mehrere tausend Stück. Heute nenne ich nur noch einige wenige liebgewonnene Exemplare mein Eigen. Ein Autogramm von Muhammad Ali beispielsweise, oder eines von Jürgen Sparwasser. Lustig: Einmal habe ich sogar selbst schon Autogramme geben müssen.

6. Das erste Fußballspiel, das ich bewusst besucht habe, war die Partie Hamburger SV – SV Waldhof Mannheim am 17.11.1984. Ich war elf Jahre alt, es hat geschneit, und der HSV führte bereits nach zehn Minuten durch Tore von Thomas von Heesen, Mark McGhee und Michael Schröder 3:0. Am Ende hieß es 5:2, weil Günter Sebert ins eigene Tor traf und auch Wolfgang Rolff noch einnetzte, ehe Fritz Walter und Jürgen Makan für Mannheim Ergebniskosmetik betrieben. Zuvor hatte ich natürlich oft Fußball im Fernsehen verfolgt. Bei der WM 1982 durfte ich erstmals länger wach bleiben, um Fußball zu gucken. Das war der Startschuss für meine bis heute andauernde Begeisterung für diesen Sport.

7. Ich werde stets für jünger gehalten, als ich bin. Das hat mich früher geärgert, beispielsweise, als es darum ging, in Discos hineinzukommen. Heute ist es mir egal. Überhaupt ist mir Alter relativ egal.

8. Man sagt mir eine gewissene Affinität zu Sprachen nach. Ich schaue mir gern fremdsprachige Internetseiten (italienische, kroatische, welche auch immer) an und versuche, Details aus den Artikeln herauszulesen. Oft schaffe ich das auch. Französisch lesen, verstehen oder gar sprechen kann ich allerdings kaum.

9. Die längste Distanz, die ich bisher an einem Stück gelaufen bin, sind 21,1 Kilometer. Dafür benötigte ich 1:47:48 Stunden. Das war vor deutlich mehr als zwölf Jahren, und ich bin noch heute stolz darauf.

10. Ich habe mal mit Linda Perry von den 4 Non Blondes getanzt.

11. Ich mag Serien. Sitcoms, Krimis, Dramen. Vor allem aus den USA. Da steckt kein Plan dahinter, das ist einfach so. Früher war ALF ganz toll, später die Bundys. Inzwischen auch etwas anspruchsvoller, Breaking Bad und so. Dazwischen: Ganz viel anderes Zeugs. Im Moment schaue ich „24“.

12. Überhaupt die Glotze: Ich liebe Trash. Ich wäre ein hervorragender Telefonjoker bei Herrn Jauch, ginge es um die Geissens, die Glööcklers und die von Bauern gesuchten Frauen dieser Welt. Ich kann mich nicht daran sattsehen, wenn alte Damen Schwiegertöchter suchen oder blonde Damen Vermisste suchen und finden. Oder wenn Peter Zwegat zwar andauernd den Kopf schüttelt, seine Schützlinge dann aber doch irgendwie von ihren Schulden befreit. Die erste „Big Brother“-Staffel könnte ich sowohl nochmals ansehen als auch auswendig nacherzählen.

13. Ich mag die Filme Klaus Kinskis und seine immer wiederkehrenden Wutausbrüche ebenso. Leider scheint er privat ein dummes Arschloch gewesen zu sein. Ich hoffe noch immer, dass der ganze Mist nicht wahr ist und seine Tochter Pola irgendwann gesteht, dass das alles eine große PR-Lüge für ihr Buch war – glaube aber nicht dran. Traurig. Neben Kinski gibt es einen weiteren Schauspieler, den ich sehr mag. Diejenigen, die mich etwas näher kennen, dürften kaum Schwierigkeiten haben zu erraten, welcher Schauspieler das sein könnte.

14. Ich habe einen Rückversicherungskomplex (so hat das mal jemand genannt, und ich mag dieses Wort): Wenn ich aus dem Haus gehe, in eine Bahn steige, aus einer Bahn aussteige, also irgendwo an einer Tür vorbeikomme, muss ich überprüfen, ob ich mein Handy, meine Schlüssel und meine Geldbörse immer noch bei mir habe.

15. Ich liebe alles, was mit Disney zu tun hat.

16. Ich mache gern Komplimente und meine diese immer ernst. Und ich freue mich darüber, wenn man sich über meine Komplimente freut.

17. Ich bin HSV-Fan und habe Titelgewinne meiner Lieblingsmannschaft tatsächlich bewusst erlebt!

18. Ich besitze ein paar Fußballschuhe von Dennis Aogo, die mir 1a passen und die ich hin und wieder zum Buffen anziehe.

19. Mein Lieblingssatzzeichen ist das Interrobang.

20. Eines dieser Dinge, vielleicht auch nur ein Teil eines Dinges, ist erstunken und erlogen.

Heiko Flanke, ich Kopf, Tor.

Es ist ja, wie es ist: Manchmal bekomme ich vom Spiel meines HSV nur sehr wenig zu sehen. Widrige Umstände wie zum Beispiel Weihnachts- oder Familienfeiern, Theaterbesuche und andere Vergnügen, die mangels genügend Freizeit unter der Woche auf deren Ende gelegt werden müssen, tragen ihre Schuld daran.

Von der Partie gegen Hannover 96 habe ich nur ein paar Schnipsel gesehen, um genau zu sein: die Berichterstattung um 21.45 Uhr auf N3.

Zwischen dem Ende des Spiels und dem Beginn des Berichtes las ich hier und dort ein paar Sätze über Begebenheiten der Partie; dass sie wenigstens in der ersten Halbzeit nicht sonderlich hochklassig war, in der zweiten Hälfte mein HSV aber schon (für Jogi: scho au) besser war als der Gast aus Hannover. Dass Spieler meines Vereins in bester Lennart-Thy-Manier zu oft Bodenkontakt suchten und mindestens drei, vier, fünf Mal nahe des Todes gewesen sein mussten. (Das prangere ich an, aber das nur nebenbei.) Wie erwähnt: Ich habe nur eine kurzminütige Zusammenfassung gesehen, die keine großen Rückschlüsse auf taktische Entwicklungen oder ähnliches zuließ, etwaige Schutzschwalben wurden ebenfalls nicht gezeigt. Wohl aber: die Tore. Zu denen kann und mag ich meine Meinung kundtun:

Das 0:1 durch Szabolcs Huszti geht meiner Meinung nach auf die Kappe René Adlers. Sein Pass in die Mitte auf Tomas Rincon erwies sich als schlechtestmögliche Entscheidung. Mindestens stand Johan Djourou links deutlich freier als Rincon, der sich innerhalb von Bruchteilen von Sekunden von drei 96ern umringt sah und keine Chance hatte, den Ball wirklich unter Kontrolle bzw. an einen besser postierten Nebenmann zu bringen. Huszti nahm ihm den Ball ab und überwand schließlich Adler.

Die wichtigste Erkenntnis des Spiels aus meiner Sicht: Es wird wieder geflankt, und zwar gefährlich. Ob mit ruhenden Bällen oder aus dem Spiel heraus. Kapitän Marcell Jansen (das ist übrigens etwas, woran ich mich gewöhnen könnte) gab öfter scharf von links herein, und Hakan Calhanoglus Freistoß, ebenfalls von links, konnte Hannovers Torwart Ron-Robert Zieler nur sehr unglücklich fausten. Unglücklich deshalb, weil der Ball so direkt vor Milan Badelj landete. Und der zeigte, was ihn von vielen anderen Bundesligaspielern unterscheidet: eine perfekte Ballbehandlung. Mit einer schönen Direktabnahme traf er per Bogenlampe zum 1:1.

Auch das 2:1 fiel nach einer scharfen Hereingabe, diesmal von der rechten Seite. Und so komisch es klingt, wenn ich über eine Flanke Heiko Westermanns und einen Kopfball Maxi Beisters resümiere: Dieses Tor erinnerte mich spontan an die gute, alte „Manni Flanke, ich Kopf, Tor“-Geschichte. Westermann und Beister als Reinkarnationen von Kaltz und Hrubesch? Ein Gedanke, der mir gleich aus mehreren Gründen Gänsehaut bereitete.

Das 3:1 gehört zu großen Teilen Maxi Beister, der sich im Mittelfeld den Ball erkämpfte, 15, 20 Meter ging und dann überraschenderweise nicht aufs Tor ballerte, sondern Hakan Calhanoglu fein bediente, der mit seinem Tor zwei Dinge bewies: dass er auch mit dem linken Fuß zu schießen vermag, und dass er nicht nur Freistöße kann. Mann, hat dieser Junge eine Technik.

Insgesamt, so meine ich, war der Sieg verdient. Wobei ich, wie erwähnt, nur die N3-Bilder kenne. Im Laufe des Tages werde ich mir versuchen, ein endgültiges Bild über das Spiel zu machen, wenn ich Fachlektüre lese: ich baue stark auf Berichte von Tim und Florian.

Ich freue mich sehr darüber, dass der HSV drei wichtige Punkte gewonnen hat. Der Negativtrend wurde somit gestoppt, und Oliver Kreuzer bekommt seine megahilfreiche Aussage von neulich erstmal nicht von der Presse um die Ohren gehauen.

Nur der HSV.

Saison 12/13:
1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)
11. Spieltag: SC Freiburg (A) 0:0, 14 Punkte (-3)
12. Spieltag: Mainz 05 (H) 1:0, 17 Punkte (-2)
13. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A) 0:2, 17 Punkte (-4)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)
11. Spieltag: Bor. M’gladbach (H) 0:2, 12 Punkte (-1)
12. Spieltag: Bayer Leverkusen (A) 3:5, 12 Punkte (-3)
13. Spieltag: Hannover 96 (H) 3:1, 15 Punkte (-1)

Veränderung: Fünf Punkte schlechter (ein Tor schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 10
2013/14: 11

Veränderung:
Ein Platz schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
Hamburger SV – Bor. M’gladbach 1:0
Bayer Leverkusen– Hamburger SV 3:0
Hamburger SV – Hannover 96 1:0
18 Punkte, 16:18 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
Hamburger SV – Bor. Mönchengladbach 0:2
Bayer Leverkusen – Hamburger SV 5:3
Hamburger SV – Hannover 96 3:1
15 Punkte, 29:30 Tore

Veränderung:
Drei Punkte schlechter, ein Tor schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

Schmerzen als Chance.

Eine Verletzung, eine schwere dazu, ist nun wahrlich nichts, worüber man sich freuen sollte.

Der Verletzte an sich freut sich nicht, hat er ja nun mal Schmerzen. Und nebenbei allerlei Umstände, je nach Art und Schwere der Verletzung: Menschen, die sich beide Arme gebrochen haben, können zum Beispiel nicht mal aufs Klo, bzw. vielleicht das – aber die Hose zuknöpfen geht nicht mehr ohne fremde Hilfe.

Verletzt sich ein Fußballprofi, sollte man meinen, dass sich eventuell ein paar Leute freuen dürfen. Seine Kritiker beispielsweise, die schon damals seinen Kauf nicht gutgeheißen hatten. Spieler anderer Vereine, die in der Zeit, in der der Verletzte nun verletzt ist, gegen diesen seinen Verein spielen und sich nun nicht mehr mit dem Gedanken daran herumplagen müssen, wie sie den nun Verletzten stoppen können. Fans anderer Vereine, die dem Verein des Verletzten eh die Pest an den Hals wünschen. Mitspieler, die in der vergangenen Zeit zu wenig Einsatzzeiten bekommen hatten, weil der damals noch unverletzte Jetzt-Verletzte in den Augen des Trainers wichtiger war und deshalb statt ihrer auf dem Feld stand. Sie alle tun gut daran, sich aus Gründen des Respekts und des höflichen Umgangs miteinander (wir sind ja alle Menschen) nicht über die Verletzung zu freuen.

Ich aber freue mich – ein ganz, ganz klitzekleines bisschen – darüber, dass Rafael van der Vaart jüngst verletzt wurde.

Eigentlich schäme ich mich fast ein wenig dafür, dass ich so denke. Allerdings, so möchte ich mich rechtfertigen, ist es mitnichten so, dass ich dem kleinen Engel per se Schmerzen oder ähnlich Schlimmes wünsche. Da möge man mich nicht falsch verstehen. Es ist nur so, dass ich mich über die Auswirkungen dieser Verletzung freue. Van der Vaart laboriert nun an angerissenen Bändern und wird dem HSV rund vier Wochen fehlen. Wir sehen den Mann also praktisch erst Mitte Januar oder was weiß ich, wann der HSV nach der Winterpause wieder mit dem Training beginnt, auf dem Rasen. Dass er es noch vor Weihnachten wieder in den Kader schafft, halte ich Stand heute für ausgeschlossen. Für seine Mannschaft – und deshalb, und nur deshalb, freue ich mich über diese Verletzung – kann das eine Riesenchance sein.

Als Rafael van der Vaart von Sky du Mont Klaus-Michael Kühne gekauft und an den HSV weiterverschenkt wurde, habe ich mich sehr darüber gefreut. Nicht weil der Spieler mit seinen fraglos vorhandenen fußballerischen Qualitäten ein großer sportlicher Gewinn für die Mannschaft war, sondern wegen der Sogwirkung, die sich aus dem Transfer ergab: Verunsicherte Spieler gewannen durch seine bloße Anwesenheit wieder neues Selbstvertrauen und leisteten demzufolge mehr, als sie ohne van der Vaart zu leisten imstande gewesen wären.

Gleichwohl kristallisierte sich in den folgenden Monaten jedoch aus heraus, dass der Spielstil van der Vaarts nicht der modernste ist; dass es für van der Vaart im Grunde kein System gibt, in das er wirklich passt, in dem er einer Mannschaft dauerhaft weiterhelfen kann – zumindest nicht beim HSV. Weil van der Vaart aber nun mal zum Kapitän ernannt wurde, schwanden die Chancen zu Beginn dieser Saison, dass sich auch eine Elf finden kann, die ohne ihn auskommt, die ohne ihn eventuell sogar schwerer auszurechnen sein könnte, die nicht nur zehn, sondern elf Männer auf dem Feld hat, die in ein bestimmtes Spielsystem passen bzw. die Ideen des Trainers umsetzen.

Diese Chance ist nun da.

In den nächsten Wochen erhält der HSV eine fast schon historische Möglichkeit. Nämlich die, zu zeigen, dass es auch ohne Rafael van der Vaart möglich ist, attraktiven und erfolgreichen Fußball zu spielen. Oder eben: gerade, weil er nicht dabei ist. Ich hätte nichts gegen eine Wachablösung – bevor der Heilsbringer zum Unheilsbringer wird. Soll Hakan Calhanoglu doch mehr Verantwortung bekommen und mehr Freistöße schießen. Soll Milan Badelj doch endgültig zum Hirn der Mannschaft avancieren. Und sollen alle anderen, die gerade hintan stehen, doch ihre Chancen auf (längere) Einsatzzeiten wittern. Zum zweiten Mal binnen weniger Jahre könnte Rafael van der Vaart nun für eine positive Sogwirkung sorgen – auch, wenn ihm diese nicht unbedingt schmecken dürfte.

Ich wünsche unserem kleinen Engel, dass er wieder gesund wird. Es muss – und ich bitte nochmal darum: nicht falsch verstehen –  nur nicht unbedingt eine Blitzheilung sein. Lass‘ Dir Zeit, Kapitän, auf dass Dein Kahn die richtige Richtung einschlage.

Denn am Ende zählt: Nur der HSV.

20 Dinge über mich?

Ihr kennt die gute Tradition des Blogstöckchens und des Werfens desselbigen. Ich hatte immer Zweifel, ob ich diese von vielen Seiten geworfenen Stöckchen wirklich auffangen soll. Derzeit geistert ein ganz besonderes umher, nämlich die „20 Dinge über mich“.

Ich mag es, wenn mir bekannte Twitterer und Blogger und Menschen ein paar seit vielen Jahren gut gehütete Geheimnisse preisgeben und/oder einfach nur Döntjes aus der heutigen Zeit erzählen. Mike hat ebenso Interessantes geschrieben wie Sarah, Heinz, Marco oder Tim und nochmals Tim. Erstaunlicherweise erkenne ich sehr häufig Parallelen zu mir.

Nun habe ich mich entschieden, auch mal eine solche Liste anzufertigen. Sie ist aus bestimmten Gründen etwas kürzer geworden als die Listen der oben erwähnten. Bitte sehr:

1. Ich liebe diese Listen, wie sie gerade wieder zuhauf in den Weiten des Internets zu finden sind. Und gern würde ich auch eine solche Liste über mich erstellen. Aber ich finde mich nicht halbwegs so interessant wie die Personen, deren Listen ich gelesen habe, und ich befürchte, andere würden genauso über mich denken. Deshalb lasse ich es sein.

Ob wohl irgendjemand dieses Stöckchen aufnimmt?

Dilemma.

Ich bin nun wahrlich kein Fan der ehemaligen britischen Band Supertramp. Dennoch beißt sich in mir in diesen Minuten gerade ihr Hit „Dreamer“ als Ohrwurm fest. Und schuld ist unser Präsi.

Der HSV steht derzeit auf Rang 14 der Bundesligatabelle. Mit vier Punkten Vorsprung vor dem ersten Direktabsteiger, aber sechs Punkten Rückstand zu Platz 6. Und was macht Carl-Edgar? Dem fällt nichts besseres ein, als seine vor ein paar Wochen getätigte Aussage, Ziel des HSV wäre die Qualifikation für die Europa League, zu wiederholen. Was soll man dazu nun noch sagen? Ich könnte entgegnen, dass der Herr ja auch den HSV auf einer Augenhöhe mit Schalke sieht und daraus meinen eigenen Schluss ziehen, nämlich den, dass man Herrn Jarchow nicht zu ernst und schon gar nicht für voll nehmen sollte. Aber:

Er ist der Vorstandschef des HSV, und als solcher hat sein Wort Gewicht, ob mir das passt oder nicht. Und weil das so ist: schäme ich mich ein bisschen für den HSV – zumindest für seine Führungsriege, an deren Spitze Jarchow steht.

Als Begründung für die weiterhin gleichbleibende Zielvorgabe gibt er „die sportliche Entwicklung unter Bert van Marwijk“ an. Das hört sich super an. Tatsächlich erkenne auch ich eine gewisse Richtung, die mir gefällt. Ich bezweifle aber, dass Jarchow so etwas tatsächlich sehen kann – schließlich war er bis zuletzt auch von Thorsten Fink überzeugt.

Im Winter soll der Kader verkleinert werden, sagt Carl-Edgar. Damit kann er hoffentlich nur meinen, dass Sportchef Oliver Kreuzer versuchen soll, die Spieler loszuwerden, die es schon seit Monaten und Jahren gilt, loszuwerden. Kacar, Tesche, etc. Falls nicht, und er, der Jarchow, dabei beispielsweise an Jonathan Tah denkt, mit dem eine schnelle Mark zu machen wäre, oder jedem anderen, der zu den ersten 17 Spielern gehört, wäre ich stinksauer.

Nein, ich bin nicht wirklich überzeugt von Carl-Edgar Jarchow. Das Schlimme ist: Ich sehe nur einen einzigen Weg, wie wir den Präseidenten wegbekommen. Nämlich den, dass der HSV noch lange sportlich erfolglos bleibt, weiter Schulden aufbaut und doppelt am Abgrund steht. Dann, und nur dann, befürchte ich, wird er sich selbst hinterfragen und womöglich sein Amt zur Verfügung stellen. Wie kommen wir bloß aus diesem Dilemma?

Die anderen.

Es ist ja nicht so, dass es mir an Themen mangeln würde – wohl aber manchmal (oder: oft) an der Zeit. Und so blogge ich eben nicht täglich über meinen HSV, obwohl ich es gern machen würde. (He, vielleicht sollte ich mich doch einfach Tag für Tag an den HSV-Trainingsplatz stellen und mein Blog in „Sascha ab“ umbenennen, wie wäre das?)

Andere schaffen es, täglich zu bloggen – oder zumindest öfter als ich. Und eine Reihe diesen mir liebgewordenen Bloggern möchte ich kurz und knapp mittels der folgenden kleinen Liste huldigen.

Hier sind ein paar – meiner bescheidenen Meinung nach – tolle Blogs mit aktuellen, sprich: gestern oder heute (oder vor ein paar Tagen, siehe Tim) veröffentlichten Einträgen. Versteht mich nicht falsch: Ich bin nicht Fokus Fußball und habe weder den Anspruch noch die Möglichkeiten noch die Qualität, um am FF-Thron zu rütteln. Diese Linkliste ist eine einmalige Geschichte – zumindest ist dies so geplant. Es geht hier ja auch nur um den HSV und nicht über Fußball im allgemeinen. Und darum, dass ich auf ein paar HSVer aufmerksam machen möchte, die ihr Herz auf die Tastatur legen. Also: Klickt die Links und genießt die Texte, wie ich es tat.

HSV-Arena resümiert den Auftritt Manfred Ertels bei Hamburg 1.

Der gute Ned lässt das 0:2 gegen Leverkusen Paroli laufen.

Nix zu lesen, aber zu hören gibt’s bei den Rothosen.

Yeah. Tim rockt. Und hier erfährt man interessante Dinge über ihn.

So wertvoll wie ein kleines Steak: die Sitzkissenfraktionäre.

Abschließend: Rene bloggt irgendwie nicht mehr – er sollte aber. Weil er es gut macht. Vielleicht ist diese kleine Werbung ja ein wenig Ansporn. Genau wie für Maik, der auch mal wieder etwas schreiben sollte.

Nachtrag
Peinlicherweise vergessen: Den wunderbaren Sven mit seinen Zwergenwerken. Sorry, altes Reime-Monster.