Win-Win-Win-Win-Situation

Es war nicht das beste Spiel, das der HSV jemals gespielt hat, und Trainer Bert van Marwijjk sah wohl auch nicht zu Unrecht die eine oder andere Schwäche, wie er es den Reportern nach Schlusspfiff in die Blöcke diktierte. Ich möchte aber gar keine Worte über Schwächen des HSV verlieren – ich freue mich viel zu sehr über die gewonnenen Punkte gegen den SC Freiburg, den der HSV (von den ersten 20 Minuten mal abgesehen) im Grunde im Griff hatte. Und dabei hatte ich zuvor befürchtet, dass er mal wieder als Aufbaugegner dienen und als erste Truppe in dieser Saison gegen den SCF verlieren würde. Aber: nix da. 3:0, eine klare Angelegenheit.

Zu den Toren möchte ich sagen bzw. schreiben: Ja, Oliver Baumann hatte großen, größten Anteil an ihnen. Jedoch: Die HSV-Offensiven haben etwas getan, was jedem Fußballer von kleinauf gepredigt wird, und das doch noch viel zu selten umgesetzt wird. Sie gingen Bällen hinterher, die aussichstlos schienen. Das machte – neben der Tatsache, dass der arme Baumann einen rabenschwarzen Tag erwischt hat – den Unterschied in diesem Spiel aus. Manchmal entscheiden Kleinigkeiten Spiele.

Das Schöne daran ist: Noch vor Wochen hätte ich nicht daran geglaubt, dass HSV-Spieler in der Lage sind, auch mal einen Weg zu gehen, der umsonst zu sein scheint. Die Einstellung scheint sich unter Bert van Marwijk komplett geändert zu haben – ein Umstand, den ich mit großer Freude zur Kenntnis nehme. Ebenso wie die Tatsache, dass nun ein ganz bestimmter Verein hinter uns steht. Ihr wisst schon: der, dessen Spiel am Wochenende auch 3:0 endete. (Man möge mir diesen kleinen Schlag in die Magengrube verzeihen.)

Nun zählt der HSV zu den torgefährlichsten Teams der Bundesliga. Und wer erinnert sich nicht noch an die Wehgesänge zu Saisonbeginn: Son weg, Rudnevs auf der Bank – wer soll die Tore schießen? Tja, zumindest die letzten Spiele haben gezeigt, wer: Maxi Beister, Pierre-Michel Lasogga und Rafael van der Vaart, die allesamt nun schon zum zweiten Mal hintereinander trafen. Lasogga und van der Vaart haben nun je sechs Treffer, Beister schon drei – darauf lässt sich aufbauen. Erleben wir es in dieser Saison etwa, dass es sogar drei Spieler gibt, die am Ende eine zweistellige Anzahl geschossener Tore vorweisen könnten? Es wäre zu schön. Zweiflern und Kritikern, die mahnen wollen, man stünde in der kommenden Saison wieder vor einem Problem, weil Lasogga ja fgehen wird, entgegne ich hiermit: Na und? Dann holt Kreuzer eben einen anderen, der trifft.

Wo ich gerade bei Kreuzer und Lasogga bin: Was ist unser Sportdirektor für diesen Transfer belächelt worden? Ich allerdings bin der Meinung: Kreuzer hat (gemeinsam mit seinem Berliner Pendant, versteht sich) eine Win-Win-Win-Win-Situation geschaffen. Der HSV, die Hertha, Skjelbred und Lasogga profitieren bislang von diesem Leihgeschäft der besonderen Art. Das soll ihm erstmal einer nachmachen. Und wer weiß: Vielleicht gibt es ja doch noch eine Chance, Lasogga zu verpflichten, auch wenn man dafür eventuell Skjelbred „opfern“ muss. Doch bis dahin fließt noch viel Wasser die Elbe herunter, damit befasse ich mich ein anderes Mal.

Zum Abschluss dieses Eintrags wieder etwas Statistik. Bevor Ihr es selbst merkt: Wir sind – gemessen an den Duellen gegen die selben* Klubs in der Saison zuvor – besser als in der Saison 12/13.

Saison 12/13:
1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)

Veränderung: Ein Punkt schlechter (vier Tore besser)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 9
2013/14: 12

Veränderung:
Drei Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
12 Punkte, 14:15 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
12 Punkte, 23:22 Tore

Veränderung:
Gleich viele Punkte, zwei Tore besser

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

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