Traumelf, meine

Neulich saß ich mit Kollegen zusammen, wie man nun mal so mit Kollegen zusammensitzt. Wir schwelgten in Erinnerung bzw. dachten laut darüber nach, welche Spieler denn schon für den HSV die Stiefel geschnürt hatten. Nicht die Klingbeils, Tesches und Sassens, sondern die richtigen, die Guten, die absoluten Topeinkäufe. Da kamen schon wirklich ein paar ganz interessante Namen zusammen, eine illustre Liste von Spielern, die in Ihrer Hochzeit absolutes Weltklasseniveau, wenigstens aber gehobenes Bundesligaformat hatten.

Das Problem war oft: Diese Hochzeiten hatten die Spieler meist nicht, als sie für den HSV spielten.

Sei’s drum. Ich habe mir die Transfers der vergangenen zehn Jahre angesehen und hieraus meine ganz persönliche HSV-Traumelf zusammengebastelt. Und wären die genannten Akteure ausnahmslos zur selben Zeit beim HSV gewesen, und jeder von ihnen auf dem Zenit seines Schaffens: Der HSV wäre Meister geworden. Locker. Mit 15 Punkten Vorsprung vor dem Zweiten. Und zwar mit folgender Elf:

Torwart:
Rene Adler
Kam 12/13 ablösefrei von Bayer Leverkusen

Rechter Verteidiger:
Jerome Boateng
Kam 07/08 für 1,1 Mio. von Hertha BSC

Innverteidiger:
Vincent Kompany
Kam 06/07 für 10,5 Mio. vom RSC Anderlecht

Innenverteidiger:
Daniel van Buyten
Kam 04/05 für 3,8 Mio. von Olympique Marseille

Linker Verteidiger:
Juan Pablo Sorin
Kam 06/07 für 3 Mio. vom FC Villareal

Defensives Mittelfeld:
Nigel de Jong
Kam 05/06 für 1,5 Mio. von Ajax Amsterdam

Rechtes Mittelfeld:
Sidney Sam
Kam 07/08 ablösefrei aus der U23

Zentrales Mittelfeld:
Rafael van der Vaart
Kam 05/06 für 5,1 Mio. von Ajax Amsterdam und 12/13 für 13 Mio. von Tottenham Hotspur

Linkes Mittelfeld:
Zé Roberto
Kam 09/10 für 4 Mio. von Nacional Montevideo

Sturm:
Mladen Petric
Kam 08/09 für 7,3 Mio. von Borussia Dortmund

Sturm:
Ruud van Nistelrooy
Kam 09/10 ablösefrei von Real Madrid

Bei fünf Spielern war der HSV eine Durchgangsstation auf dem Weg zum Weltruhm: Jerome Boateng, Vincent Kompany, Daniel van Buyten, Nigel de Jong und Rafael van der Vaart spielten danach bei Weltklassevereinen.

Für drei Spieler war der HSV eine gute Gelegenheit, auf die alten Tage noch mal so richtig abzukassieren. Unabhängig davon, ob sie hier anständige Leistungen brachten oder eher durch Verletzungen oder schlechte Spiele glänzten: Juan Pablo Sorin, Zé Roberto, Ruud van Nistelrooy.

Für die restlichen drei Spieler ist und war der HSV mehr oder minder eine ganz normale Station in der Karriere: Rene Adler ist dem Klub sicher auf eine Weise dankbar, dass dieser den Mut hatte, ihn zu verpflichten; Sidney Sam hatte bei jeder seiner weiteren Stationen mehr Spaß als beim HSV und ist inzwischen Nationalspieler; Mladen Petric erlebte seine beste Zeit hier und denkt sicher oft mit Wehmut an die schöne Zeit zurück – ihm würde ich aus dieser kompletten Riege als einzigem glauben, sagte er so etwas wie: „Der HSV ist eine Herzensangelegenheit.“

Vielleicht ist meine kleine Auflistung ja Anlass für Euch, werte Leser, Eure Traumelf aus den Transfers ver vergangenen zehn Jahre hier in die Kommentare abzulegen. Ich würde mich freuen.

Nur der HSV.

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Win-Win-Win-Win-Situation

Es war nicht das beste Spiel, das der HSV jemals gespielt hat, und Trainer Bert van Marwijjk sah wohl auch nicht zu Unrecht die eine oder andere Schwäche, wie er es den Reportern nach Schlusspfiff in die Blöcke diktierte. Ich möchte aber gar keine Worte über Schwächen des HSV verlieren – ich freue mich viel zu sehr über die gewonnenen Punkte gegen den SC Freiburg, den der HSV (von den ersten 20 Minuten mal abgesehen) im Grunde im Griff hatte. Und dabei hatte ich zuvor befürchtet, dass er mal wieder als Aufbaugegner dienen und als erste Truppe in dieser Saison gegen den SCF verlieren würde. Aber: nix da. 3:0, eine klare Angelegenheit.

Zu den Toren möchte ich sagen bzw. schreiben: Ja, Oliver Baumann hatte großen, größten Anteil an ihnen. Jedoch: Die HSV-Offensiven haben etwas getan, was jedem Fußballer von kleinauf gepredigt wird, und das doch noch viel zu selten umgesetzt wird. Sie gingen Bällen hinterher, die aussichstlos schienen. Das machte – neben der Tatsache, dass der arme Baumann einen rabenschwarzen Tag erwischt hat – den Unterschied in diesem Spiel aus. Manchmal entscheiden Kleinigkeiten Spiele.

Das Schöne daran ist: Noch vor Wochen hätte ich nicht daran geglaubt, dass HSV-Spieler in der Lage sind, auch mal einen Weg zu gehen, der umsonst zu sein scheint. Die Einstellung scheint sich unter Bert van Marwijk komplett geändert zu haben – ein Umstand, den ich mit großer Freude zur Kenntnis nehme. Ebenso wie die Tatsache, dass nun ein ganz bestimmter Verein hinter uns steht. Ihr wisst schon: der, dessen Spiel am Wochenende auch 3:0 endete. (Man möge mir diesen kleinen Schlag in die Magengrube verzeihen.)

Nun zählt der HSV zu den torgefährlichsten Teams der Bundesliga. Und wer erinnert sich nicht noch an die Wehgesänge zu Saisonbeginn: Son weg, Rudnevs auf der Bank – wer soll die Tore schießen? Tja, zumindest die letzten Spiele haben gezeigt, wer: Maxi Beister, Pierre-Michel Lasogga und Rafael van der Vaart, die allesamt nun schon zum zweiten Mal hintereinander trafen. Lasogga und van der Vaart haben nun je sechs Treffer, Beister schon drei – darauf lässt sich aufbauen. Erleben wir es in dieser Saison etwa, dass es sogar drei Spieler gibt, die am Ende eine zweistellige Anzahl geschossener Tore vorweisen könnten? Es wäre zu schön. Zweiflern und Kritikern, die mahnen wollen, man stünde in der kommenden Saison wieder vor einem Problem, weil Lasogga ja fgehen wird, entgegne ich hiermit: Na und? Dann holt Kreuzer eben einen anderen, der trifft.

Wo ich gerade bei Kreuzer und Lasogga bin: Was ist unser Sportdirektor für diesen Transfer belächelt worden? Ich allerdings bin der Meinung: Kreuzer hat (gemeinsam mit seinem Berliner Pendant, versteht sich) eine Win-Win-Win-Win-Situation geschaffen. Der HSV, die Hertha, Skjelbred und Lasogga profitieren bislang von diesem Leihgeschäft der besonderen Art. Das soll ihm erstmal einer nachmachen. Und wer weiß: Vielleicht gibt es ja doch noch eine Chance, Lasogga zu verpflichten, auch wenn man dafür eventuell Skjelbred „opfern“ muss. Doch bis dahin fließt noch viel Wasser die Elbe herunter, damit befasse ich mich ein anderes Mal.

Zum Abschluss dieses Eintrags wieder etwas Statistik. Bevor Ihr es selbst merkt: Wir sind – gemessen an den Duellen gegen die selben* Klubs in der Saison zuvor – besser als in der Saison 12/13.

Saison 12/13:
1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)
10. Spieltag: Bayern München (H) 0:3, 13 Punkte (-3)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)
10. Spieltag: SC Freiburg (A) 3:0, 12 Punkte (1)

Veränderung: Ein Punkt schlechter (vier Tore besser)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 9
2013/14: 12

Veränderung:
Drei Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
SC Freiburg – Hamburger SV 0:0
12 Punkte, 14:15 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
SC Freiburg – Hamburger SV 0:3
12 Punkte, 23:22 Tore

Veränderung:
Gleich viele Punkte, zwei Tore besser

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

Lambertus nach wie vor unschlagbar.

Es ist Mittwoch, und damit sind wir näher am nächsten Bundesligaspieltag dran als am vergangenen. Eigentlich viel zu spät, das Spiel meines HSV gegen den VfB Stuttgart noch Paroli laufen zu lassen. Das trifft sich gut, denn tatsächlich fehlt mir, um ehrlich zu sein, auch gerade die Zeit dazu.

Ein Mini-Resümee sei aber doch erlaubt: Im Vorwege hatte ich meiner Stuttgarter Twitter-Timeline gewünscht, sie möge genau so viel Spaß mit dem Spiel haben wir wir Hamburger – mit dem Unterschied, dass die Punkte natürlich hier bleiben mögen. Nun, das hat nicht ganz hingehauen. Das Spiel an sich aber geriet so, wie ich es mir erhoffte und erwartete: ein ansehnlicher Kick mit vielen Toren und ein wenig Brisanz. So darf es weitergehen, auch wenn ich mir wünsche, dass wir zukünftig weniger Tore kassieren. Aufgrund der Torfolge bin ich aber zufrieden mit dem Punkt. Fazit: siehe Titel.

Aus dem Spielresultat ergibt sich folgendes:

Saison 12/13:
1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)
9. Spieltag: FC Augsburg (A) 2:0, 13 Punkte (0)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)
9. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 3:3, 9 Punkte (-2)

Veränderung: Vier Punkte schlechter (zwei Tore schlechter)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 7
2013/14: 15

Veränderung:
Acht Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
Hamburger SV – VfB Stuttgart 0:1
11 Punkte, 14:15 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
Hamburger SV – VfB Stuttgart 3:3
9 Punkte, 20:22 Tore

Veränderung:
Zwei Punkte weniger, ein Tor schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

Ich gehe von Punktgleichheit aus.

Sonntag, kurz vor 18 Uhr. Das fußballlose Wochenende neigt sich dem Ende entgegen. Und während ich hier gerade bei einer wärmenden und leckeren Tasse Kaffee sitze, denke ich daran, dass ich am nächsten Sonntag zur selben Uhrzeit eventuell ein kleines Siegerbierchen zu mir nehmen werde.

Der Schlusspfiff der Partie meines großartigen HSV gegen den VfB Stuttgart ist dann gerade mal ein paar Minuten her, und entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, bei Spielausgängen erstmal grundsätzlich von der negativsten aller Möglichkeiten auszugehen, glaube ich, Stand heute, fest an einen Heimsieg und gehe deshalb davon aus, dass der HSV und Stuttgart am Ende des neunten Spieltags mit je elf Punkten einträchtig in der Bundesligatabelle nebeneinanderstehen und sie nur das Torverhältnis trennt.

Das Torverhältnis. Es ist wieder mal ein ganz komisches bei meinem HSV. Früher, also vor der Chelsea-Zeit, war die Abwehr relativ sattelfest und 19 Gegentore nach acht Spieltagen wären schlicht nicht denkbar gewesen. Nun ja, man gewöhnt sich an alles. Woran ich mich gern gewöhnen würde: die Anzahl der geschossenen Tore. Noch vor wenigen Spieltagen habe ich mich gefragt, wer denn bitteschön jemals beim HSV ein Tor schießen soll, und wer wohl am Ende mit wie vielen Treffern bester HSV-Torschütze wird. Ich tippte auf Rafael van der Vaart, acht Tore, davon sechs Elfer. Urks.

Dann kamen Pierre-Michel Lasogga und Bert van Marwijk. Aus der Sicht eines absoluten Fußballlaien wie mir ist es immer wieder verwunderlich, wieviel kleine Veränderungen manchmal bewirken können. Das war so, als der kleine Engel zurückkam und Erstaunliches in den Köpfen seiner Mitspieler freisetzte. Das ist so, seit die beiden eben genannten beim HSV sind.

Oliver Kreuzer wurde belächelt, für geisteskrank gehalten und mehr, als er den Deal Skjelbred/Lasogga festmachte. Auf der einen Seite musste ein Sympathieträger gehen, der kaum Einsatzzeiten bekam. Auf der anderen Seite bekamen wir einen Spieler, der in der letzten Zeit ausschließlich mit Verletzungen statt Gegenspielern zu kämpfen hatte. Mit ein wenig Abstand muss man sagen (zumindest sehe ich das so): Dieser Deal war grandios. Skjelbred wird mit gestärktem Selbstvertrauen aus Berlin zurückkehren, und mit der Gewissheit, dass der Trainer, der ihn so gar nicht mehr gebrauchen konnte, fort ist. Lasogga, der mit seinen Treffern großen Anteil daran hat, dass die HSV-Offensive zurzeit besser ist als die der Bayern, wird den HSV, sollte seine Formkurve auch nur annähernd anhalten und er verletzungsfrei bleiben, aus der Abstiegszone hinaus ins gesicherte Mittelfeld schießen. Leider konnte sich Kreuzer für ihn keine Kaufoption sichern. Doch vielleicht muss Hertha ja am Ende der Saison runter in die 2. Liga, und PML ist nicht mehr zu halten… ach, lasse ich es erstmal sein, darüber zu sinnieren.

Bert van Marwijk ist der Typ Trainer, den der HSV in seiner jetzigen Situation am ehesten gebrauchen konnte. Hut ab und danke, Herr Kreuzer, dass Sie es geschafft haben, den Mann davon zu überzeugen, dass der HSV genau der richtige Verein für ihn ist. Wie immer Sie das hinbekommen haben. Sicher nicht mit Kühne-Millionen. Van Marwijk nimmt Kritiker (sei es die Journalistenschar oder Fans) zur Kenntnis, lässt sich von ihnen aber nicht verrückt machen. Und wenn es nötig ist, ärgert er sie auch mal (etwa mit einem Geheimtraining). Das finde ich sehr gut. Er ist auch keiner, der von „dieser tollen Stadt mit den tollen Fans“ spricht. Bert van Marwijk sprach in seiner Antrittsrede davon, dass er hier einen Job erledigen möchte und die Attraktivität der Stadt dabei so überhaupt keine Rolle spielt. Herrlich.

Typen wie diese und die auch dank ihnen zuletzt erzielten Ergebnisse lassen mich positiv in die nähere Zukunft blicken. Ein Heimsieg gegen den VfB liegt deshalb durchaus drin. Ein dreckiges 1:0 reicht mir hierbei. Wobei ich gegen ein 5:0 wie gegen den 1. FC Nürnberg natürlich auch nichts einzuwenden hätte. Zwar würde den HSV und die Stuttgarter weiterhin das Torverhältnis trennen. In dem Fall aber durchaus anders als erwartet…

HSV unter van Marwijk immer noch ungeschlagen.

Neue Besen kehren gut. Dieser alte, ausgelutschte Spruch hat sich zumindest beim HSV in diesen Tagen bewahrheitet. Auch im zweiten Spiel unter Bert van Marwijk, dem zweiten Auswärtsspiel wohlgemerkt, blieb der HSV ungeschlagen. Mehr noch: es reichte sogar zum Sieg. Der 5:0-Erfolg beim 1. FC Nürnberg war Balsam auf die Seelen leidgeplagter HSV-Fans, sollte jedoch auch nicht überbewertet werden. Gewinnen ist schön, fünf Tore zu sehen ist grandios. Doch der Gegner war halt auch nur der 1. FC Nürnberg, und zwar ein 1. FC Nürnberg in einer unsagbar schlechten Verfassung. Gut, dass hier dreifach gepunktet wurde, denn falls nicht, wäre das rückblickend schon irgendwie blamabel gewesen.

Nun ist erst einmal Länderspielpause, im Anschluss daran erlebt Bert van Marwijk seine Heimpremiere als HSV-Trainer gegen den VfB Stuttgart. Angesichts der jüngsten Spielergebnisse dürften ihm ein warmes Willkommen sicher sein. Und vorab von mir: Ich danke Ihnen, lieber Bert, dass Sie vielen HSV-Fans zehn Tage lang ein wohliges Gefühl in die Bäuche legen. So lange ungeschlagen zu sein, kennen wir nicht mehr. Ich will ja gar keinen Druck aufbauen, aber: Machen Sie gern so weiter. Ein Sieg gegen die Stuttgarter, und wir sind im Grunde schon wieder auf Augenhöhe mit den Schalkern. 

Wie ich neulich schon schrieb: Derzeit fehlen mir die Zeit für ausufernde Spielanalysen (die aber andere eh besser können als ich) und andere Gedanken zum HSV. Deshalb schließt dieser Blogeintrag jetzt. Allerdings nicht ohne die Spieltagsstatistik: 

Saison 12/13:
1. Spieltag: Nürnberg (H) 0:1, 0 Punkte (Torverhältnis: -1)
2. Spieltag: Bremen (A) 0:2, 0 Punkte (-3)
3. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:3, 0 Punkte (-4)
4. Spieltag: Borussia Dortmund (H) 3:2, 3 Punkte (-3)
5. Spieltag: Borussia Mönchengladbach (A) 2:2, 4 Punkte (-3)
6. Spieltag: Hannover 96 (H) 1:0, 7 Punkte (-2)
7. Spieltag: Greuther Fürth (A) 1:0, 10 Punkte (-1)
8. Spieltag: VfB Stuttgart (H) 0:1, 10 Punkte (-2)

Saison 13/14:
1. Spieltag: Schalke (A) 3:3, 1 Punkt (Torverhältnis: 0)
2. Spieltag: 1899 (H) 1:5, 1 Punkt (-4)
3. Spieltag: Hertha BSC (A) 0:1, 1 Punkt (-5)
4. Spieltag. Eintr. Braunschweig (H) 4:0, 4 Punkte (-1)
5. Spieltag: Borussia Dortmund (A) 2:6, 4 Punkte (-5)
6. Spieltag: Werder Bremen (H) 0:2, 4 Punkte (-7)
7. Spieltag: Eintracht Frankfurt (A) 2:2, 5 Punkte (-7)
8. Spieltag: 1. FC Nürnberg (A) 5:0, 8 Punkte (-2)

Veränderung: Zwei Punkte schlechter (torgleich)

Platzierung nach dem Spieltag:
2012/13: 10
2013/14: 15

Veränderung:
Fünf Plätze schlechter

Saison 12/13:
Schalke – Hamburger SV 4:1
Hamburger SV – Hoffenheim 2:0
Fortuna Düsseldorf* – Hamburger SV 2:0
Hamburger SV – SpVgg Greuther Fürth* 1:1
Borussia Dortmund – Hamburger SV 1:4
Hamburger SV – Werder Bremen 3:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 3:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 1:1
11 Punkte, 14:14 Tore

Saison 13/14
Schalke – Hamburger SV 3:3
Hamburger SV – Hoffenheim 1:5
Hertha BSC* – Hamburger SV 1:0
Hamburger SV – Eintracht Braunschweig* 4:0
Borussia Dortmund – Hamburger SV 6:2
Hamburger SV – Werder Bremen 0:2
Eintracht Frankfurt – Hamburger SV 2:2
1. FC Nürnberg – Hamburger SV 0:5
8 Punkte, 17:19 Tore

Veränderung:
Drei Punkte weniger, zwei Tore schlechter

*Hertha ersetzt in diesem Vergleich Düsseldorf, Braunschweig Greuther Fürth.

Kurzer Hinweis

Ich blogge gern. Ob ich auch gern gelesen werde, weiß ich nicht. Zumindest weiß ich nicht, ob ich vom Gros derer, die sich hierhin verirren, gern gelesen werde. Was aber eigentlich auch gar nicht weiter wichtig ist. Zumindest nicht in Bezug darauf, was ich in diesem Eintrag loswerden möchte:

In den nächsten Wochen – vielleicht sogar im kompletten Rest des Monats – wird hier tendenziell wenig los sein. Weniger als sonst. Über die Gründe muss ich mich nicht weiter auslassen. Die sind vielleicht gar nicht so interessant. Tatsache ist aber nun mal, dass ich minimum in den kommenden drei Wochen kaum oder gar keine Zeit finden werde, mich in dem Maße mit meinem Blog zu beschäftigen, in dem ich es gern tun würde.

Die Statistiken, die ich nach jedem Bundesligaspiel einpflege, werde ich womöglich schaffen. Für mehr kann und mag ich nicht garantieren.

Ich hoffe, dass Ihr mir nach dieser Zeit der Abstinenz noch immer gewogen sein werdet. Ich freue mich über jeden einzelnen Leser und jede Leserin, der/die mich weiterhin ansteuert.

Bis dahin und sowieso immer: Nur der HSV.