Tschüss, ein Paul

Jetzt geht es Schlag auf Schlag.

Vorgestern transferierte der HSV Herrn Nörgaard in dessen Heimat, nun darf ein Paul Scharner gehen. Wohin? Das weiß ich nicht, das weiß vielleicht nicht mal er selbst. Weg halt.

Lieber Paul, als Du zum HSV gekommen bist, habe ich Dich zunächst kritisch beäugt: Ein Ösi? In dem Alter? Den ich nicht mal kenne? Dann lösten sich meine Zweifel auf, als ich las, dass Du in der englischen Liga ein solider Fußballer warst, mit einer relativ großen Fangemeinde. Englische Fans mochten Deine Art – zu spielen und zu leben. Auch ich fand es ganz prima, dass Du hier in Hamburg einfach mal mit dem Rad von Rahlstedt aus zum Training gefahren bist (das ist eine verdammt lange Strecke), oder auch mit dem HVV. Und dass Du auch dann immer alles gegeben hast, wenn Du in der U23 spielen musstest. Der etwas andere Profi, das war ein Paul Scharner.

Ein Paul Scharner war aber auch jemand, der mir in den vergangenen Wochen ein wenig auf den Senkel ging. Da war von fehlendem Respekt die Rede, von einer bodenlosen Frechheit, die der HSV – Dein Arbeitgeber – sich geleistet hätte in Bezug auf die Abfindung. Und es war die Rede davon, dass ein Paul Scharner nicht mit der U23 trainiert, weil das dortige Personal nicht entsprechend ausgebildet ist. Ich wurde das Gefühl nicht los, dass es Dir bei allem nur um eines ging: ordentlich Kohle rauszuschlagen, weil Du eingesehen hattest, dass die eigene Qualität eben doch nicht für die Bundesliga reicht. Das fand ich nun wieder: respektlos.

Dennoch: Du hast mir gefallen. Du hast Leben in den Laden gebracht. Und deshalb wünsche ich auch Dir alles Gute auf Deinem weiteren sportlichen Lebensweg.

Laut Presse gab es eine Vorgabe, Oliver Kreuzer möge bitte bis zur Schließung des Transferfensters zehn Millionen Euro „reinholen“. Durch das nicht mehr zu zahlende Gehalt Marcus Bergs hatte er die ersten beiden Milliönchen geschafft. Blieben noch acht. Jacopo Sala wurde für kolportierte 100000 Euro verscherbelt, sein bisheriges Gehalt schätze ich auf 400000 Euro. Macht eine Einsparung von einer halben Million, bleiben noch siebeneinhalb. Christian Nörgaard wurde für rund 350000 Euro verkauft, er hätte wohl etwa 100000 Euro verdient. Macht eine Einsparung von einer knappen halben Million, bleiben noch sieben. Paul Scharner dürfte rund 500000 Euro verdient haben, die aber wohl größtenteils für die Auflösung des Vertrags draufgegangen sind. Seitens des HSV wird sich das aber irgendwie gerechnet haben müssen, daher gehe ich von 450000 Euro Abfindung aus. Bleiben noch 6,95 Millionen. Who’s next?

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