Kacar, go, go!

Heute geht’s nun also los. Naja, für uns HSVer noch nicht so richtig. Wir müssen uns noch zwei Tage gedulden, bis wir auf Schalke abgeschossen richtig versohlt vier Stück eingeschenkt bekommen auflaufen werden.

Weil die Zeit bis dahin noch so lang ist, möchte ich kurz mal einen Appell loswerden. Nicht an die von Trainer Fink gesetzten Spieler. Nicht an die übrigen Stammspieler. Nicht an die ersten Nachrücker. Und auch nicht an die, die Woche für Woche zwischen Bank und Tribüne hin- und herswitchen. Sondern an die Herren, denen der HSV (namentlich: Trainer Fink und Sportchef Kreuzer) mitgeteilt hat, dass ohne sie geplant wird und sie doch bitte ihren Beratern Bescheid geben mögen, dass diese nach neuen Vereinen Ausschau halten sollen.

Gojko Kacar (ich habe seinen Namen stellvertend für alle anderen, gleich genannten für die Überschrift gewählt, und man möge mir den kleinen Spaß, den ich mir als Remeniszenz an eine mir sehr verehrte Band aus den 80ern erlaubt habe, verzeihen), Paul Scharner, Michael Mancienne, Slobodan Rajkovic, Robert Tesche: Geht doch bitte!

Es kann doch nicht sein, dass sich so gar kein passender Verein für Euch finden mag. Es muss ja kein ukrainischer Drittligist sein. Aber wenn ich lese und höre, dass beispielsweise ein Tesche „schon ganz weit“ mit einem spanischen Verein ist, der Deal dann aber doch noch platzt, oder Slobodan Rajkovic und Michael Mancienne Angebote türkischer Erstligisten in letzter Sekunde doch noch ausschlagen – von einem Paul Scharner ganz zu schweigen, der so lange mit Hull City (aka Hull City Tigers) verhandelt, bis ihm einfällt, das der Klub ja gar nicht in einer Weltmetropole spielt – dann denke ich mir: Kann es sein, dass Ihr Spieler überzeugter von Euren Qualitäten seid als der Rest der Fußballwelt?

Schaut mal objektiv auf Eure (wenigstens beim HSV) erbrachten Leistungen. Stimmen die im Verhältnis zu Euren Gehalts- und ichweißnichtwasnoch-Forderungen? Nein? Seht Ihr. Schließt Euch bitte einem kleineren Verein an und werdet dort glücklich. Hier werdet Ihr es auf keinen Fall mehr. Zumindest nicht, wenn Ihr Profis seid, die spielen wollen. Abkassieren werdet Ihr hier weiter überdurchschnittlich, das steht außer Frage. Ist Euch das genug?

Advertisements

7 Gedanken zu “Kacar, go, go!

  1. Ein mich nicht überzeugender Blogbeitrag. Ich finde, dass Du es Dir hier zu einfach machst. Die von Dir erwähnten Herren haben gültige Arbeitsverträge, sich ein Leben in HH aufgebaut, teilweise Familie mit Kindern, die auch Bedürfnisse haben. Wir kennen die Hintergründe der ganzen Gemengelage nicht, wissen nicht, was alles so vereinbart wurde. Insofern wäre ich hier mit Urteilen (Ihr werdet hier nicht mehr glücklich) wirklich vorsichtig. Wir reden hier von Menschen, man sollte das nicht vergessen, auch wenn sie für ihre Arbeit gut bezahlt werden.

  2. Einerseits habe ich ein gewisses Verständnis für den Tenor des Blogs. Einerseits. Klar, man identifiziert sich mit seinem Verein,liest tagtäglich, dass der Verein zum Sparen gezwungen sei und wie sehr die nicht mehr gebrauchten Spieler den Etat belasten würden.

    Andererseits: (Arbeits-)Verträge sind Ausweis einer Einigung zwischen zwei(!) Seiten. Der HSV war mit den dort festgeschriebenen Konditionen seinerzeit einverstanden. Nun, weil die Verantwortlichen inzwischen anders planen, soll das nicht mehr gelten? Und weiter noch: Damit der inzwischen unliebsame andere Vertragspartner (Spieler) gefälligst mit einer Auflösung des Vertrages einverstanden ist, greift man zu arbeitsrechtlich zweifelhaften Methoden, die mindestens Elemente eines Mobbings enthalten.

    Gewiss, gemäß den Formverträgen der DFL für Lizenzspieler muss ein (aussortierter) Profi auf Weisung des Vereins unter gewissen Bedingungen (1. Spielklasse) auch bei der 2. Mannschaft spielen. Da die 2. Mannschaft des HSV in der Regionalliga spielt sind in diesem Punkt die Voraussetzungen erfüllt. Allerdings haben dort beide Trainer keine abgeschlossene Ausbildung zum Fußball-Lehrer (2. Bedingung) vorzuweisen.

    Oft geht die Abschiebung in „die Zwote“ mit weiteren Maßnahmen einher, die den Druck auf den Spieler erhöhen sollen. Ausschluss vom Profitraining, Verlust des Parkplatzes, Verlust der Dauerkarte(e), kein Zugang mehr zum Kabinentrakt der (Ex-)Kollegen. Nicht einmal mehr das Essen in der Vereinskantine ist laut Verein erlaubt. So geschehen nicht nur bei der TSG Hoffenheim.

    Mit allen Mitteln signalisiert man dem Vertragspartner (der Wortbestandteil „Partner“ in diesem Zusammenhang klingt nach blankem Hohn): Mohr, Du hast deine Schuldigkeit getan, Mohr, Du kannst gehen! Näher an die oben dargestellte Realität käme wohl doch die Formulierung: „Verp…. dich endlich, Niete!“

    Sicher, Kacar (auch von mir stellvertretend gemeint) konnte in Hamburg die Erwartungen nicht erfüllen. Und natürlich ist es legitim, dass der Verein darauf reagiert und anders plant. Kacars Vertrag bindet derzeit Kapital. Kapital, von dem der Verein meint, es andernorts gut gebrauchen zu können. Was aber können diese Spieler dafür, dass die (damaligen) Verantwortlichen rückblickend falsche unternehmerische Entscheidungen getroffen haben?

    Gewiss, Profi-Fußball ist kein Ponyhof. Das wissen alle Beteiligten, auch die Spieler (schon bei Vertragsabschluss). Und im günstigsten Fall profitieren alle Beteiligten. Die Vereine kaufen sich Leistung (anstatt sie mühsam in jedem Fall selbst auszubilden), der Profi verdient im Gegenzug vergleichsweise exorbitant. Aber es gibt eben auch die andere Seite, die bereits angesprochene menschliche Ebene. Und um es klar zu sagen: Der FC Bayern München, bei dem nun bekanntlich knallharte Konkurrenz und das höchste Anspruchsdenken dominiert, erfüllt (notfalls) die Verträge mit seinen Angestellten ohne zu murren. Dort fallen beinahe tagtäglich, nimmt man die Nachwuchsmannschaften hinzu, Spieler durch den Rost, ohne dass man von schikanösen Methoden liest oder hört.

    Ich wünsche mir einen HSV, der sich als Hamburger Verein hanseatisch präsentiert. Mit einer gewissen vornehmen Zurückhaltung (in der öffentlichen
    Darstellung), mit seriösem, solidem kaufmännischen Gebahren im Geschäftsverkehr (Kunden, Werbepartner und Angestellte) und – selbstverständlich! – mit einer in jeder Hinsicht erstklassigen Mannschaft. Ich erlebe aber stattdessen seit Jahren:

    Mediale Selbstinszenierungen via Boulevard („Maulwürfe“ und anderes), Zerstrittenheit, groteske Kompetenzmängel und Fehleinschätzungen (stellvertretend Jarchows via Boulevard bei Amtsantritt verkündeter 3-Jahresplan, der uns einst, man glaubt es kaum, für die dieser Tage beginnende Saison die CL als Ziel versprach), ein inzwischen vollkommen unrealistisches, da überhöhtes Selbstbild (der große HSV) nebst dazugehöriger Anspruchshaltung (könnte man auch als Größenwahn bezeichnen), zweifelhaftes Wirtschaften usw. usf.

    Vor diesem Hintergrund, an dem vor allem der Verein selbst, seine Verantwortlichen und nicht zuletzt seine Mitglieder (die haben schließlich gewählt, bzw. nicht gewählt) schuld sind, muss man m.E. die derzeitige Misere sehen. Der zum Verkauf vorgesehene Kacar mag die Erwartungen nicht erfüllt haben – der Rest ist nicht seine Schuld.

    Klar, Trainer Fink will andere Spieler (legitim!), der Verein hat keine Kohle (wer hat sie verbrannt, Kacar?) und Sportdirektor Kreuzer soll die Aussortierter möglichst schnell von der Gehaltsliste bekommen. Alles gut.
    Aber sind die Spieler tatsächlich, und wenn ja alleine, für ihren z.T. drastischen Marktwertverlust und die mangelhafte Nachfrage verantwortlich? Rechtfertigt das derartige Methoden? Muss eine Spieler, nur weil es bei seinem Verein finanziell drückt, zu fast jedem evtl. interessierten Verein wechseln, sofern, wie Du einschränkend zugestehst, dieser ein sportliches Mindestniveau besitzt? Wären wir Fans denn bereit einen gültigen gut dotierten Arbeitsvertrag aufzulösen, nur weil unser Arbeitgeber in der Vergangenheit Misswirtschaft betrieben und permanent Führungspersonal und damit kostspielig die Richtung gewechselt hat? Sagte wir dann (an ihrer Stelle): „Ja, klar! Dafür habe ich Verständnis und pfeif auf die Kohle! Ich wechsele sofort einvernehmlich z.b. von Audi zu Honda in Japan. Ist auch ein schönes Land. Reiß‘ meine Familie aus ihrem Umfeld (müssen die verstehen) und lerne Japanisch. Erstklassig zahlen die Japaner auch. Und was machen schon ein Paar Erdbeben, Tsunamis und das Bisschen Radioaktivität. Alles Prima!

    Rin in die Kartoffeln, raus aus die Kartoffeln – das Problem eines Kacars, eines Tesches etc.?

    Wir Fans möchten, dass sich Spieler mit dem Verein möglichst identifizieren. Auch gut kommt, wenn ein Spieler via Interview Hamburg zur angeblich schönsten Stadt der Welt erhebt und erklärt, er sehe in jedem Fall seinen Lebensmittelpunkt nach Abschluss der Karriere in der Stadt. Und wir beklagen ggf. die Brutalität des Geschäfts, dessen Seelenlosigkeit mit echten oder auch nur Krokodilstränen. Aber bitte! Das gilt alles nur, solange wir noch glauben, dass der Spieler uns nützt. Ansonsten gilt: Hau endlich ab, Kacar, Du Legionär und überbezahlter Söldner! Ich nenne das Doppelmoral. Hanseatischer als der HSV, das beklage ich ausdrücklich, sind leider die tatsächlich großen Bayern.

  3. Hallo, Ihr beiden, endlich finde ich mal ein paar Minuten Zeit, um auf Eure Kommentare zu reagieren, für die ich Euch sehr danke.

    Dass ich nicht immer den Geschmack aller Lesenden treffe, liegt in der Natur der Sache. Man ist eben nicht immer derselben Meinung. Allerdings gibt es auch den Fall, dass man sich missverstanden zu haben scheint, sei es, weil der Blogger sich unklar ausgedrückt hat oder der oder die Leser ihn falsch deuten. Ich glaube mal an Ersteres.

    Zuvorderst: Natürlich weiß ich, dass Verträge zwischen dem HSV und den Spielern bestehen, die im Grundsatz beiderseitig einzuhalten sind. Ich verstehe auch, dass die Spieler auf die Einhaltung dieser Verträge bestehen.

    Ich heiße auch bei weitem nicht alles gut, was der HSV in diesen Tagen mit seinem Personal anstellt und finde einige Vorgehensweisen fragwürdig. Was diese Spieler dafür können, dass die (damaligen) Verantwortlichen rückblickend falsche unternehmerische Entscheidungen getroffen haben? Nichts! Nur: Darum ging es mir in dem Blogeintrag gar nicht. Die Spieler Tesche, Rajkovic, Mancienne und Scharner hatten in diesen Tagen bzw. Wochen fast unterschriftsreife Angebote anderer Vereine, Kacar in der vergangenen Saison. Welche Gründe auch immer dazu führten, dass es am Ende doch nicht zur Unterschrift kam, weiß ich nicht. Aber hätten die jeweiligen Angebote gepasst, hätte doch kein einziger der Spieler auf den bis dahin bestehenden HSV-Vertrag gepocht und gesagt: „Nein, ich unterschreibe nicht bei Hull City (oder wo auch immer), denn schließlich habe ich noch einen gültigen HSV-Vertrag.“ Und nun, da es nicht geklappt hat – vielleicht bot der potenzielle neue Verein zu wenig Geld oder zu wenig Perspektive oder keinen Stammplatz – wird über den HSV gejammert, der einen loswerden will. Den Schwarzen Peter nur auf den (abgebenden) Verein zu schieben ist mir hier ein wenig zu einfach.

    Ich halte auch nichts davon, Fußballprofis mit „normalen“ Arbeitnehmern zu vergleichen (schon gar nicht, wenn sie so polemisch sind, wie das Beispiel mit dem Arbeitsplatz in Japan). Denn sie sind es definitiv nicht. In wohl 95% der Fälle ist das Leben eines Fußballprofis das eines Nomaden. Seit jeher (spätestens seit Bosman) ist bekannt, dass Vertragslaufzeiten eher Verhandlungsargumente statt wirklicher zeitlicher Abmachungen sind. Welcher Spieler bleibt denn noch für vier Jahre, wenn er einen Vierjahresvertrag besitzt? Da wird nach drei Jahren um noch mehr Geld gepokert oder der Verein gewechselt. Handgeld inklusive. Dieses Geld nehmen die Spieler gern mit. Im umgekehrten Falle – wenn der Verein sie vorzeitig loswerden möchte – winden sie sich wie ein Aal und pochen auf ihre Rechte.

    Nein, kein Spieler muss, nur weil es bei seinem Verein finanziell drückt, zu fast jedem evtl. interessierten Verein wechseln. Bei den genannten Spielern ist es doch aber so, dass sie durchaus Interesse hatten, den HSV zu verlassen – sonst wären sie kaum Verhandlungen mit anderen Klubs eingegangen.

    Abschließend: Mein Blogeintrag sollte kein Bashing in Richtung der genannten Spieler sein. Sondern ein frommer Wunsch, die kleine Hoffnung eines unwichtigen Fans, dass die Klubkassen schnell wieder etwas mehr gefüllt sind und der Boulevard nicht wieder und wieder darüber berichten darf, wie angeblich unfähig die HSV-Macher sind. Mehr nicht.

  4. Danke für deine Replik. Ich denke, wir liegen in der Sache gar nicht so weit auseinander.

    Wie Du selbst im letzten Absatz schreibst, ist es dein Anliegen, dass sich die klammen Kassen des Vereins (durch möglichst zügige Abgänge der Aussortierten) füllen. Zudem äußerst Du die Hoffnung, dem Boulevard sie es in diesem Fall nicht mehr möglich tagtäglich über die (angebliche) Unfähigkeit der Verantwortlichen zu berichten. Mit all dem habe ich grundsätzlich gar kein Problem. Ja, ich teile sogar die Hoffnung, dass der Verein möglichst schnell in der Lage ist, seine (neuen) Wunschspieler zu verpflichten, da ich weitere Verpflichtungen für wünschenswert, ja sogar notwendig halte. Da die Finanzierung offenbar nur nach erfolgten Gehaltseinsparungen möglich ist besteht, dies ist unschwer zu erkennen, ein logischer Zusammenhang. Ohne Abgang der Kacars keine neuen Spieler (die wir m.E. brauchen!).

    Und ich gestehe Dir gerne zu, dass der von mir gewählte Vergleich (mit normalen Arbeitnehmern) mindestens hinkt, wie die viele Vergleiche. Doch egal ob man die Herren Profis als freischaffende „Künstler“ (so wurden sie jahrelang in Spanien besteuert), als Ich-AGs, als selbständige Unternehmer in eigener Sache oder sonst etwas bezeichnet – sie sind und bleiben auch Menschen! Und wenn Du schreibst, ein Profi führe in 95% aller Fälle (ohnehin) das Leben eines Nomaden, dann ist das bei der heute üblichen durchschnittlichen Verweildauer eines Spielers bei einem Verein sicher richtig, verkennt m.E. jedoch z.B. im konkreten Fall Scharner, dass sich dessen Karriere tendenziell dem Ende nähert. Damit meine ich: Dieser Spieler wird vermutlich nicht mehr den großen Karriere-Masterplan verfolgen. Dessen ganz große Träume, denke ich, sind ausgeträumt. Der wurde nach Hamburg geholt weil er so ist, wie er ist. Dann wurde er auf das nächste Jahr vertröstet, und ihm wurde bedeutet, er solle sich zwischenzeitlich in der PL Spielpraxis holen. Dann kam er wieder zurück und in einer Art Salamitaktik wurde ihm scheibchenweise signalisiert: April, April! Dich brauchen,nein, Dich wollen wir hier gar nicht mehr. Das kritisiere ich.

    Ein anderer Fall: Tesches Vertrag hat man erst freiwillig und ohne wirkliche Not verlängert, um ihn kurz darauf wie Sauerbier anzubieten. Warum?

    Bei Kacar, Rajkovic und Mancienne halte ich es für völlig legitim, dass der Verein sagt: „So, ihr hattet mindestens 1 ½ Jahre (oder länger) eure Chance. Für uns reicht es nicht. Bitte sucht euch einen anderen Verein“. Aber diese öffentliche Demontage, die haben sie, egal als was man sie einstuft (s.o.) nicht verdient. Nebenbei vernichtet man hier von Vereinsseite Marktwerte und schwächt die eigene Verhandlungsposition. Kein Wunder, dass beispielsweise Rubin Kasan auf Zeit zu spielen scheint (sollen ja an Kacar Interesse zeigen). Überspitzt formuliert: Einen Spieler, den ich nicht mehr halten will, den poliere ich auf Hochglanz und stelle ihn ins Schaufenster anstatt ins staubige Lager. Auch das kritisiere ich.

    Sicher hat sich das Kräfteverhältnis nach dem Bosman-Urteil zugunsten der Spieler verschoben. Da stimme ich Dir zu. Aber ist das zu beklagen? Wie war es denn vorher? Vereine konnten mittels (über)langer Vertragslaufzeiten den Spieler im Hinblick auf sein grundsätzliches Recht auf freie Arbeitsplatzwahl praktisch knebeln. Die damalige Rechtslage hat offenbar nicht nur in meinen Augen (sondern auch in denen des Gerichts) einseitig die Vereine bevorteilt. Natürlich ist das aus Sicht der Vereine negativ, weil es das ganze damalige System von Verträgen und Ablösen in Frage stellte. Das gerne von Vereinsseite angeführte Argument, wir bilden die Spieler aus und dann verduften die (und stecken auch noch die fette Kohle ein), kann für die damaligen Verhältnisse nicht vollumfänglich durchschlagen, da mindestens in Deutschland die systematische Nachwuchsförderung (mit kostspieligen Internaten etc.) gar nicht existierte.

    Und Du irrst, so Du das denn glauben solltest, dass jeder Spieler heute eine Art selbstbestimmter Unternehmer in eigener Sache ist. Das sind viele nicht. Schauen wir nach Südamerika, Afrika oder nach Leverkusen. Bayer ist nicht der Leibhaftige, aber seit Jahren bekannt dafür, dass sie regelmäßig dutzende, z.T. blutjunger Spieler verpflichten (und wieder abstoßen). Das Geschäft zeigt unverändert Züge eines modernen Menschenhandels, in dem keineswegs die (im Sinne von allen) Spieler nach Bosman das stärkste Glied der Kette sind.

    Die N11-Spieler stehen vermutlich weit überwiegend auf der Sonnenseite, aber ein Ergänzungsspieler wie Tesche? Sicher, der hat beim HSV vermutlich mehr verdient als unsereiner. Dass aber bei ihm die Interessenten Schlange stünden und damit seine Perspektive klar wäre, das wäre mir neu. Beide Seiten haben damals den für ihn heute günstigen Vertrag verlängert. Beide. Natürlich will er nicht freiwillig in die 2. Liga, wo er wohl unschwer unterkommen könnte. Natürlich will er nicht auf das Geld verzichten, dass ihm dieser Vertrag einst zugesichert hat. Ob nun Arbeitnehmer oder Ich-AG – würde irgend ein Mensch freiwillig und ohne Umschweife auf Hunderttausende Euro verzichten? Es hieß, er sei sehr weit mit dem italienischen Verein. Meines Wissens handelte es sich um einen Aufsteiger, der letztlich nicht die Kohle zusammenbekam, bzw. sich aus unbekannten Gründen anders orientierte. Damit möchte ich sagen: Es muss also keineswegs an Tesche gelegen haben, dass er immer noch auf unser Gehaltsliste steht. Das gleiche könnte für Kacar gelten. Wer von uns saß mit am Verhandlungstisch in Hannover? Keiner. Und weil dem so ist, finde ich es unfair dem Spieler einseitig und ohne wirkliche Kenntnisse der Umstände die Verantwortung zu zuschieben.

    • „Wer von uns saß mit am Verhandlungstisch in Hannover? Keiner. Und weil dem so ist, finde ich es unfair dem Spieler einseitig und ohne wirkliche Kenntnisse der Umstände die Verantwortung zu zuschieben.“

      Richtig. Keiner. Darum finde ich es unfair, dem Verein einseitig und ohne wirkliche Kenntnisse der Umstände die Verantwortung zu zuschieben. :-)

  5. Du bist aber hartnäckig! Gut so

    Ich schiebe aber mitnichten allein dem Verein die Schuld zu. Ich kritisiere allerdings grundsätzlich die Art und Weise, wie man mit den Leuten umgeht.

    Für das permanente schmierige Boulevard-Theater bin ich auch nicht verantwortlich, dafür sorgt ein Teil der Beteiligten. In schlimmster Hamburger Traditon.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s