Tach, Roger

Zurzeit tut sich ja nicht wirklich viel auf dem Transfermarkt, die Zeit der Testspiele ist auch fast vorüber. Das ist die Gelegenheit für mich, einen der Neuen willkommen zu heißen, den ich bislang mit Missachtung strafte: Roger Stilz.

Roger wer? Das mögen einige von Euch vor ein paar Wochen gedacht haben. Was mich angeht: Ich kenne ihn seit Jahren, den Roger. Wobei „kennen“ nicht persönlich gemeint ist, vielmehr ist es so, dass ich seinen Werdegang seit vielen Jahren verfolge. Nicht, weil ich ein Stalker bin, sondern weil man, wenn man sich für die Hamburger Amateurfußballszene interessiert, gar nicht an ihm vorbeikommt. (Übrigens ist es sogar so, dass wir tatsächlich auch schon einige wenige Worte miteinander wechselten. Wir standen mal für ein paar Minuten bei einem Käffchen nebeneinander, weil wir einen gemeinsamen Bekannten haben. Aber das, meine ich, zählt nicht so richtig.)

Wo war ich? Ach ja: Beim verfolgen seines Werdegangs. Ich sah ihn bei Altona 93 spielen, später jahrelang beim SC Victoria, und immer war er einer der besseren seiner jeweiligen Mannschaft. Und ein Vorbild in Sachen Einsatz. Zwischenzeitlich erfuhr ich, dass er, bevor er nach Deutschland kam, 130 Spiele in der zweithöchsten schweizerischen Spielklasse absolvierte. Respekt! Neben dem Platz fiel Roger mir auch auf: einerseits, weil er denselben Beruf ergriffen hatte wie ich. Wisst Ihr, dass, als sein Landsmann Raphael Wicky beim HSV spielte, er dessen Homepage gepflegt und bearbeitet hatte? Andererseits, weil er sich nebenher als Model verdingt hatte, unter anderem für IKEA und wenn ich mich recht entsinne für irgendein Abführmittel.

Wer immer auf die Idee gekommen ist, Roger Stilz als Co-Trainer zu verpflichten: Man sollte ihm dafür auf die Schulter klopfen. Roger Stilz hat jahrelang hart dafür gearbeitet, in den professionellen Trainerbereich zu gelangen und bringt alle fachlichen Voraussetzungen mit, um die Mannschaft weiterzuentwickeln. Seine Art, Fußball zu leben – aus einer gewissen Distanz betrachtet – ist eine, für die ich mich sehr erwärmen kann. Zudem sollte man nicht außer Acht lassen: Roger kennt die oberen Regionen der Hamburger Amateurszene und die des Hamburger Umlandes wie kaum ein zweiter. Ich würde mich nicht wundern, wenn sein Wort beim HSV mitzählen würde, wenn es darum geht, (endlich mal wieder) Talente aus der Region in die Profimannschaft oder zumindest in die U23 einzubauen. Darüber hinaus sehe ich in seiner Verpflichtung auch ein kleines Zeichen, dass der HSV gesetzt hat: Seht her! Wir verpflichten nicht nur altgediente Co’s mit bekanntem Namen, sondern geben auch dem Nachwuchs eine Chance beziehungsweise glauben daran, dass dieser Nachwuchs uns weiterbringt. Aus Hamburg, für Hamburg.

Ich wünsche Roger Stilz alles erdenklich Gute. Möge er beweisen, dass der HSV mit seiner Verpflichtung den richtigen Weg gegangen ist. (Und wenn er dann noch Zeit findet, kann er mir ja gern meine XING-Nachricht beantworten…)

Nur der HSV!

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Tschüss, Jacopo

Was soll ich sagen, Jacopo?

Du bist einer der „Chelsea-Boys“, die Frank Arnesen im Sommer 2011 nach Hamburg geholt hat. Für wenig Geld. Jetzt gehst Du für wenig Geld. 21mal wurdest Du in Pflichtspielen der Bundesligamannschaft eingesetzt, Deinen großen Moment, Deine 15 Minuten Ruhm, hattest Du, als Du die großen Bayern mit Deinem (einzigen) Tor geärgert hast. Darüber hinaus hast Du zwei Torvorlagen gegeben, an die ich mich nicht erinnern kann.

Überhaupt kann ich mich nicht wirklich daran erinnern, was Du geleistet hast. Warst Du ein schneller Spieler oder ein eher langsamer? Warst Du technisch versiert oder nicht? Wie war Dein Auge für den Mitspieler, Deine Sicht aufs Ganze? Ich weiß es nicht. Du fielst mir zwei Jahre lang nicht auf. Deshalb weine ich Dir keine Träne nach, wünsche Dich aber auch nicht sonstwohin. Du bist mir gleich, wobei ich dies nicht negativ meine.

Du wechselst zu Hellas Verona, jenem Klub, den Hans-Peter Briegel groß gemacht hat, bevor er (der Klub) wieder in der Versenkung verschwunden ist. Es wäre zu vermessen zu sagen: Führe den Verein wieder zu altbekanntem Glanz. Denn ich glaube nicht, dass Du dazu in der Lage bist. Ich weiß es natürlich nicht genau, denn dafür kenne ich Dich nicht gut genug, ich hatte es bereits erwähnt. Vielleicht hat Thorsten Fink Dein Talent verkannt, vielleicht hattest Du keines. (Wobei das natürlich gemein klingt und nur in Relation zu anderen Bundesligaspielern zu sehen ist – im Vergleich zu mir bist Du eine Bombe.)

Ich wünsche Dir alles Gute, viel Erfolg, einen Stammplatz. Und ich danke Dir, dass Du eine zeitlang der Meinung warst, zum HSV zu wechseln wäre eine richtige Entscheidung gewesen.

Laut Presse gab es eine Vorgabe, Oliver Kreuzer möge bitte bis zur Schließung des Transferfensters zehn Millionen Euro „reinholen“. Durch das nicht mehr zu zahlende Gehalt Marcus Bergs hatte er die ersten beiden Milliönchen geschafft. Blieben noch acht. Jacopo Sala wurde für kolportierte 100000 Euro verscherbelt, sein bisheriges Gehalt schätze ich auf 400000 Euro. Macht eine Einsparung von einer halben Million, bleiben noch siebeneinhalb. Who’s next?

Für eine halbe Stunde Fan von Eintracht Frankfurt*

Erbarmen! Zu spät, „die Hesse komme“!

Kennt irgendjemand noch den Song der Rodgau Monotones aus den 80ern? Als das Lied auf dem Höhepunkt der Neuen Deutschen Welle ein Hit war, waren die meisten Spieler der aktuellen (sprich: gerade abgelaufenen) Saison noch nicht geboren. Dennoch passte der Titel auf die Eintracht. Denn auch sie kam, und zwar gewaltig.

Der Abstieg in die Zweite Liga war ein Betriebsunfall, der schnell wieder behoben wurde. Als Saisonziel wurde dennoch erst einmal der Klassenerhalt ausgegeben. Angesichts der vielen Neuzugänge, die Trainer Armin Veh einzubauen hatte, war das auch durchaus angebracht. Zwölf Spieler holte Frankfurt zu Saisonbeginn, darunter Akteure wie Olivier Occean und Vadim Demidov, die den Beweis der Erstligatauglichkeit schuldig blieben. Das große Glück  (oder das große Können der Abteilung Einkauf, je nachdem, wie man mag): Es gab weitaus mehr Neuzugänge, die einschlugen. Kevin Trapp, Takashi Inui, Stefan Aigner und Carlos Zambrano beispielsweise erwiesen sich als Top-Transfers, und selbst Dorge Kouemaha und Martin Lanig haben mich mehr begeistert als ich es für möglich gehalten hätte.

Um diese Spieler herum erlebte Alex Meier, der alte HSVer, seinen zweiten Frühling. Einige hätten ihn sogar am liebsten in der Nationalmannschaft gesehen. Nun ja, so weit wäre ich nicht gegangen, allerdings bleibt ihm eine überragende Saison zu konstatieren. Sebastian Rode und Sebastian Jung begeisterten dazu im Mittelfeld bzw. hinter rechts.

Die Mannschaft als solche funktionierte, und das war Armin Veh – auch wenn ich aufgrund seiner HSV-Vergangenheit ein gespaltenes Verhältnis zu ihm habe – hoch anzurechnen. Bereits in der Hinrunde hatte Frankfurt den Klassenerhalt im Grunde gesichert. Nach 17 Spielen standen 30 Punkte zu Buche, das hätte am Saisonende immerhin zum Relegationsplatz gereicht. Die Rückrunde lief nicht mehr ganz so stark für die Hessen, jedich noch immer so gut, dass es – wenn auch kanpp – zum Einzug in den Europapokal langte. Und als ob das nicht schon schön genug wäre, gab es da ja noch die Geschichte um Oka Nikolov, jenen Torwart, der seit gefühlten einhundert Jahren bei der Eintracht war, der seine Rolle als Nummer zwei irgendwann akzeptierte und stets zu 100% bei der Sache war, wenn er gebraucht wurde. Der einen Elfer gegen Schalke und viele Punkte festhielt, als Kevin Trapp verletzt war. Der eine lebende Legende ist und der sich nun im Spätherbst seiner Karriere seinen Traum erfüllen darf, in den USA arbeiten zu können. So einen Spieler wünscht sich jeder Fan in seinen Reihen. Wäre ich ein richtiger Eintracht-Fan und nicht nur einer für eine halbe Stunde, ich hätte wohl ein Tränchen verdrückt, als Oka fortging.

Fazit: In dieser Saison stimmte aber auch alles. Toller Fußball, tolle Ergebnisse und tolle Spieler auf dem Rasen – es wäre kein Wunsch offen geblieben. Ja, ich wäre durchaus zufriedener gewesen als als HSV-Fan.

Endstand:

1. FC Nürnberg > HSV
FC Augsburg > HSV
HSV > Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen > HSV
HSV > VfL Wolfsburg
HSV > Hannover 96
Schalke 04 > HSV
HSV > Borussia Dortmund
HSV > Fortuna Düsseldorf
HSV > SpVgg Greuther Fürth
HSV > Heiner Bremer
VfB Stuttgart > HSV
FC Bayern > HSV
HSV > 1899 Hoffenheim
SC Freiburg > HSV
HSV > Mainz 05
Eintracht Frankfurt > HSV

Daraus ergibt sich, dass ich achtmal zufriedener und neunmal unzufriedener gewesen wäre. Der HSV landet damit im Mittelmaß. Das lasse ich so stehen.

Ich hoffe, Ihr habt ein bisschen Spaß mit meiner kleinen Serie gehabt. Ich hatte ihn, auch und gerade wegen der viele Reaktionen. Dafür danke ich jedem einzelnen, der sich Zeit dafür genommen hat.

Hier noch einmal die Links zu meinen bisherigen Fanstationen:
1. FC Nürnberg
Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
Bayer Leverkusen
VfL Wolfsburg
Hannover 96
Schalke 04
Borussia Dortmund
Fortuna Düsseldorf
SpVgg Greuther Fürth
Heiner Bremer
VfB Stuttgart
FC Bayern
1899 Hoffenheim
SC Freiburg
Mainz 05

(*In loser Reihenfolge fragte ich mich in den vergangenen Wochen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)

Für ein halbe Stunde Fan von Mainz 05*

Ach, Mainz. Ich bin nur für eine kurze Zeit Dein Fan gewesen, dennoch hast Du mich enttäuscht.

Nicht unbedingt in der Hinrunde. Da war die Fußball-Welt noch in Ordnung, Du nach 17 Spielen auf Platz sechs und ich als Dein Fan träumte vom internationalen Geschäft, zumal ich mir sicher war, dass die vor Dir stehenden Teams aus Frankfurt und Freiburg schon noch ihre Schwächephasen bekommen werden. Leider schwächeltest Du, und zwar gewaltig. In der Rückrunde holtest Du zehn Punkte weniger als in der Hinrunde, nur die Absteiger Düsseldorf, Greuther Fürth und so ein grün-weißer Verein aus dem Norden Deutschlands waren schlechter. Woran lag das?

Vielleicht am mir zu dünnen Kader. Offiziell eingesetzt wurden zwar 29 verschiedene Kicker. Man muss aber vier Spieler abrechnen, die nur je einmal zum Einsatz kamen (teils nur für zwölf Minuten), ebenso den 3-Spiele-66-Minuten-Mann Ivan Klasnic und seinen Kompagnon Chinedu Ede, der neun Einsätze mit sage und schreibe 188 Minuten hatte. Und schließlich die vom Verletzungspech verfolgten Jan Kirchhoff und Eric-Maxin Choupo-Moting. Bleiben 21 Mann, die „wirklich“ eingesetzt wurden. Diese waren leider nicht gleichstark, es gab den einen oder anderen Spieler, der „mitgezogen“ werden musste. Zu wenig, wie sich gerade in der Rückrunde zeigte, zumal die Neuzugänge wie erwähnte Klasnic und Ede oder auch Nikita Rukavytsya sich nicht als die erhofften Verstärkungen heraustellten.

So konntest Du Dich zwar auf Deine routinierte Abwehrreihe verlassen – wusstest Du, dass Du die viertwenigsten Gegentore kassiert hast? Nur die Bayern, Dortmund und Leverkusen waren besser. Nach vorn sah es aber dünn aus, wenn Adam Szalai mal nicht Normalform gezeigt hatte. Nur 42 Tore – nicht besser als der HSV, aber schlechter als zehn andere Mannschaften.

Ich habe mich ein ums andere Mal gefragt, ob Thomas Tuchel noch der geeignete Trainer für Dich ist. Und ich konnte mir keine vernünftige Antwort darauf geben. Er hat viel von seinem „Jugend-Charme“ verloren – was daran liegen mag, dass er eben älter geworden ist. Ich finde, er ist in seinem nun schon vierten Jahr als Chefcoach verkniffener, bärbeißiger, unzufriedener als je zuvor gewesen. Vielleicht deshalb, weil kein Gegner mehr sonderlich vom Mainzer Spielstil überrascht ist, so wie damals, als er neu war?

Fazit: Irgendwie war das nicht Deine Saison, Mainz. Deshalb bin ich froh, doch nur für so kurze Zeit Dein Fan gewesen zu sein. Ich wünsche mir für Dich, dass die nächste Saison besser laufen wird. Auch wenn ich glaube, dass bislang mehr Masse als Klasse eingekauft wurde. Aber von der nächsten Saison soll hier ja gar nicht die Rede sein, deshalb: Nee, als Mainz-Fan wäre ich sehr, sehr unzufrieden gewesen.

Aktuell:

1. FC Nürnberg > HSV
FC Augsburg > HSV
HSV > Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen > HSV
HSV > VfL Wolfsburg
HSV > Hannover 96
Schalke 04 > HSV
HSV > Borussia Dortmund
HSV > Fortuna Düsseldorf
HSV > SpVgg Greuther Fürth
HSV > Heiner Bremer
VfB Stuttgart > HSV
FC Bayern > HSV
HSV > 1899 Hoffenheim
SC Freiburg > HSV
HSV > Mainz 05

Hier noch einmal die Links zu meinen bisherigen Fanstationen:
1. FC Nürnberg
Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
Bayer Leverkusen
VfL Wolfsburg
Hannover 96
Schalke 04
Borussia Dortmund
Fortuna Düsseldorf
SpVgg Greuther Fürth
Heiner Bremer
VfB Stuttgart
FC Bayern
1899 Hoffenheim
SC Freiburg

(*In loser Reihenfolge frage ich mich seit ein paar und in den nächsten Wochen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)

Für eine halbe Stunde Fan vom SC Freiburg*

Die vergangene Saison des SC Freiburg ist – nicht nur aus Fansicht – mit einem Wort zu beschreiben: SENSATIONELL.

Vielleicht wäre sie sogar noch ein wenig sensationeller geworden, hätte es für die Qualifikation zur Champions League gereicht und nicht „nur“ zu Platz fünf. Doch auch so sprang am Ende viel mehr raus, als man an der Dreisam zu Saisonbeginn je zu hoffen gewagt hätte. In der vorverganenen Serie erreichte der SC Freiburg Platz zwölf. Das entsprach auch in der abgelaufenen Saison in etwa der Erwartungshaltung der Fans – zumindest mir. Schließlich wurde nicht sonderlich viel in den Kader investiert. Gerade einmal 1,5 Millionen gab man insgesamt aus, die 500000 Euro für Hendrick Zuck in der Winterpause schon mit eingerechnet.

Als Königstransfer und entscheidendes Puzzlestückchen sollte sich der Wechsel Max Kruses von FC St. Adtteilverein zum SCF herauskristallisieren. Der Mittelfeldspieler erwies sich als perfekter Spieler in einem perfekten Christian-Streich-System, war Denker, Lenker und Torschütze par excellence. Und avancierte völlig zu Recht zum Nationalspieler. Um ihn herum spielten alle weiteren über ihre Verhältnisse. Vielleicht aber auch: ihren Verhältnissen entsprechend, nur dass man sie zuvor unterschätzte. Spieler wie Oliver Sorg, Matthias Ginter, Jonathan Schmid, ja selbst Johannes Flum waren zuvor einer eher kleineren Fangemeinde rund um Freiburg bekannt — nun kennt und schätzt sie ganz Fußballdeutschland. Selbst Cedrick Makiadi blühte endlich einmal auf und trug seinen Teil zur Erfolgsgeschichte bei.

Vater eben dieses Erfolgs ist der oben kurz erwähnte Christian Streich. Warum man ihn so lange als Coach der eigenen Jugend versteckte bzw. nur als Cotrainer fungieren ließ: ich weiß es nicht. Der Mann hat Charme, Witz, Biss und jede Menge Ahnung von seinem Job. Er formt aus normalen Fußballern Stars, ohne dabei das Kollektiv als solches zu vernachlässigen – noch immer und auch weiterhin wird der Star die Mannschaft sein. Streichs verdienter Lohn: Die Vertragsverlängerung, die im Mai bekanntgegeben wurde, und die mich als Freiburg-Fan noch glücklicher gemacht hätte, als ich eh schon gewesen wäre.

Fazit: Wie oben erwähnt – die Saison war sensationell. Ein Jahr voller von Erfolg gekröntem, ansehnlichen Fußball. Was hatten wir noch zeitgleich in Hamburg?

Aktuell:

1. FC Nürnberg > HSV
FC Augsburg > HSV
HSV > Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen > HSV
HSV > VfL Wolfsburg
HSV > Hannover 96
Schalke 04 > HSV
HSV > Borussia Dortmund
HSV > Fortuna Düsseldorf
HSV > SpVgg Greuther Fürth
HSV > Heiner Bremer
VfB Stuttgart > HSV
FC Bayern > HSV
HSV > 1899 Hoffenheim
SC Freiburg > HSV

Hier noch einmal die Links zu meinen bisherigen Fanstationen:
1. FC Nürnberg
Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
Bayer Leverkusen
VfL Wolfsburg
Hannover 96
Schalke 04
Borussia Dortmund
Fortuna Düsseldorf
SpVgg Greuther Fürth
Heiner Bremer
VfB Stuttgart
FC Bayern
1899 Hoffenheim

(*In loser Reihenfolge frage ich mich seit ein paar und in den nächsten Wochen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)

Tach, Lasse

Herzlich willkommen und schön, dass Du da bist, lieber Lasse.

Ich kenne Dich noch nicht allzu gut, deshalb verlasse ich mich bei meiner Einschätzung auf mir zur Verfügung stehende Daten: Du bist im Januar 22 Jahre alt geworden, bist U21-Nationalspieler und hast in den vergangenen beiden Jahren Erfahrungen in den höchsten deutschen Spielklassen sammeln können. Bei Borussia Dortmund unter Vertrag stehend, ließt Du Dich zunächst zum St. Adtteilverein ausleihen – dieser Fehler sei Dir verziehen, Du wolltest halt im Profibereich Fuß fassen. Es waren ja auch nur 13 Spiele, dann war der Spuk schon vorbei.

In der gerade abgelaufenen Saison spieltest Du erneut auf Leihbasis bei einem anderem als Deinem Stammverein: diesmal bei der SpVgg Greuther Fürth in der Bundesliga. 24mal insgesamt, 23mal davon als Innenverteidiger, einmal – ausgerechnet im Hinspiel gegen den HSV – für drei Minuten als Mittelstürmer. Die 0:1-Niederlage konntest Du allerdings nicht abwenden.

Nun bist Du nicht nur ausgeliehen, sondern gekauft worden. Du musst also keine etwaigen Umzüge mehr im Hinterkopf haben, kannst das Hotelleben vergessen. Konzentriere Dich auf Deinen Job. Wenn Du das gut machst, hast Du sogar beträchtliche Chancen, von Beginn an zu spielen. Wie schlecht ich Deine Konkurrenten um die Posten in der Innenverteidigung tatsächlich finde, merkt man allein schon an der Tatsache, dass ich mir wünsche, dass der Stamm aus Dir und Johan Djourou besteht und nicht etwa aus Spielern, die schon länger da sind als Du. Ich vertraue und hoffe auf Euch.

Was wirst Du in Hamburg vorfinden? Nun, eine Medienlandschaft, die ihresgleichen sucht. Und einen Aufsichtsrat, der mehr plappert als handelt. Geh‘ mal davon aus, dass um Dich herum ein schönes Chaos entstehen wird und versuche so gut es geht, dieses auszublenden. Darüber hinaus wirst Du auf einige begnadete und einige talentfreie Mitspieler treffen. Ich würde mich freuen, wenn Du dafür sorgst, dass die Waagschale mit den Begnadeten schwerer wird.

Ich wünsche Dir viel Glück für Dein erstes HSV-Jahr. Mögen noch viele glorreiche folgen. Nur der HSV!

PS: Falls Dir wegen der rauen Luft Norddeutschlands mal der Hals kratzt, nimm das hier.

Tschüss, Marcus

Vor vier Jahren bist Du zum HSV gekommen, und nicht wenige haben Dir und damit auch irgendwie dem HSV eine goldene Zukunft prophezeit. Kein Wunder: Bei der U21-EM 2009 hast Du alle in den Schatten gestellt, wurdest Torschützenkönig und zum besten Spieler des Turniers gekürt.

Vom damaligen Ruhm ist nichts geblieben. Zu analysieren, woran dies liegt, ist fast müßig. Vielleicht lag es an Deinem Verletzungspech: Hüftprobleme, Oberschenkelprobleme, Schlüsselbeinbruch beim Versuch eines Fallrückziehers. Vielleicht lag es auch am HSV, der es eventuell nicht geschafft hat, Dein Talent zu fördern. Vielleicht lag es aber auch an Deiner mindestens optischen Lethargie, Deinem nicht vorhandenen Elan. In Deiner Zeit beim HSV hast Du unter Bruno Labbadia, Michael Oenning und Thorsten Fink trainiert, keiner sah in Dir einen Stammspieler – irgendetwas wirst auch Du falsch gemacht haben. Auch, als Du ein Jahr nach Eindhoven ausgeliehen wurdest. Acht Tore in 25 Spielen hören sich einigermaßen gut an, aber auch dort, unter Fred Rutten, spieltest Du nur vier mal durch.

Es ist sehr schade und traurig, aber: Es freut mich dass Du gehst. Denn nun wird der Etat meines HSV, der irgendwie nie Dein HSV war, entlastet. Du sollst zwei Millionen Euro pro Jahr verdient haben, die sparen wir nun ein. Vielen Dank. (Übrigens: Weil ja alle sagen, wir hätten für Berg zehn Millionen gezahlt, aber nichts wieder herausbekommen – Eindhoven kostete die Leihe damals eine Million Euro. Immerhin. Ablöse kostet er jetzt keine, aber man sollte eben nicht behaupten, dass wir nichts für ihn bekommen hätten.)

Ich glaube, Du bist einer, der Top-Leistungen bringen kann, wenn das Umfeld stimmt und wenn Dir Vertrauen geschenkt wird. Ich befürchte nur, dass Klubs, die Dir dies bieten können, in der heutigen Zeit rar gesät sind. Nun soll es also Panathinaikos Athen werden. Der Verein ist gerade Sechster geworden – die schlechteste Platzierung seit Ich-weiß-nicht-wann. Die Fans haben eine gewisse Erwartungshaltung. Sollte Panathinaikos diese nicht erfüllen, geht man, befürchte ich, nicht allzu freundlich mit Dir um. Wenn es anders kommt: Ich würde mich für Dich freuen. Allein: Mir fehlt der Glaube.

Weil Du gestern Vater geworden bist (Herzlichen Glückwunsch!), kam es nicht zur geplanten Vertragsauflösung. Gleichwohl gab Panathinaikos Athen bekannt, dass sie Dich mit einem Vierjahresvertrag ausstatten werden. Auch hierfür: Herzlichen Glückwunsch. Ich gratuliere Dir von ganzem Herzen und wünsche Dir und Deiner Familie viel Glück beim Neustart in Griechenland.

Vor ein paar Tagen gab es laut Presse eine Vorgabe, Oliver Kreuzer möge bitte bis zur Schließung des Transferfensters zehn Millionen Euro „reinholen“. Durch das nicht mehr zu zahlende Gehalt Marcus Bergs hat er die ersten beiden Milliönchen geschafft. (Hinzu kommt, dass es bei einem eventuellen Weiterverkauf Bergs seitens Panathinaikos eine Beteiligung ausgehandelt wurde. Das soll hier aber mal außer Acht gelassen werden.) Bleiben noch acht.