Für eine halbe Stunde Fan der SpVgg Greuther Fürth*

Ach, herrje.

Die SpVgg Greuther Fürth hat mehr als eine ganze Saison lang gezeigt, wie man es nicht macht: Schon im Vorwege ging einiges schief, und zwar in der Personalplanung. Trotz des Aufstiegs konnten weder Stürmer Olivier Occean noch Arbeitsbiene Stephan Schröck gehalten werden. Auch Dani Schahin ging, der in Düsseldorf zunächst leistungsexplodierte. Ersetzt wurden diese Spieler mit grauestem Mittelmaß: Edu kam von Schalke, und der zweitteuerste Einkauf Djiby Fall vom KSC Lokeren. Hinzu kam immerhin auch Zoltan Stieber aus Mainz, der aber im Grunde nur in der Hinrunde zur Verfügung stand, ehe er sich schwer verletzte und quasi für den Rest der Saison ausfiel. Edu stand ganze zehnmal auf dem Platz und traf einmal, Fall ganze zweimal.

Diese drei Spieler waren die namhaftesten Verstärkungen. Insgesamt war der Kader somit alles andere als erstklassig besetzt. Das spiegelte sich auch in den Leistungen wider. Als einzige Mannschaft blieben die Fürther ohne Heimsieg. Darüber hinaus schossen sie nur 26 Tore und waren das harmloseste Team der ganzen Liga. Hinten klingelte es dafür umso öfter: 60 Gegentore – nur Hannover (62), Heiner Bremer (66) und Hoffenheim (67) waren noch schlechter.

Der Hauptgrund, warum man aus Fansicht mit der abgelaufenen Saison so gar nicht zufrieden sein kann, ist allerdings nicht die sportliche Misere. Denn die – bei allem Respekt – hatte man erwartet. Schlimm war deshalb, dass es auch bei der SpVgg Greuther Fürth niemand verstand, souverän und abgeklärt mit der Tatsache umzugehen, dass man nun mal den schwächsten Kader aller 18 Bundesligisten hat. Statt sich hinter den Trainer zu stellen, der die Mannschaft nur wenige Monate zuvor sensationellerweise aus der 2. Liga in die Beletage gehievt hatte, wurde Mike Büskens geschasst. Nach dem 22. Spieltag, mit zwölf Zählern auf dem Konto. Haben Präsident Helmut Hack und seine Schergen tatsächlich geglaubt, dass U23-Trainer Ludwig Preis den Karren aus dem Dreck ziehen kann? Oder Frank Kramer, der zuvor nur für zwei Spiele Interimstrainer Hoffenheims war und ansonsten keine Meriten im Profibereich vorzuweisen hatte? Schade.

Immerhin einen Grund zur Freude gab es: Im Derby gegen den 1. FC Nürnberg im April siegte Fürth mit 1:0. Das hatte etwas vom FC St. Pauli, der vor ein paar Jahren auch nichts zustande brachte außer einem Sieg gegen den HSV. Leider ist die SpVgg Greuther Fürth nicht halb so kultig wie der Hamburger St. Adtteilverein. Deshalb droht sie nun, da in der 2. Liga ein Neuaufbau gestartet werden muss, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Aktuell:
1. FC Nürnberg > HSV
FC Augsburg > HSV
HSV > Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen > HSV
HSV > VfL Wolfsburg
HSV > Hannover 96
Schalke 04 > HSV
HSV > Borussia Dortmund
HSV > Fortuna Düsseldorf
HSV > SpVgg Greuther Fürth

Hier noch einmal die Links zu meinen bisherigen Fanstationen:
1. FC Nürnberg
Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
Bayer Leverkusen
VfL Wolfsburg
Hannover 96
Schalke 04
Borussia Dortmund
Fortuna Düsseldorf

(*In loser Reihenfolge frage ich mich seit ein paar und in den nächsten Wochen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)

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9 Gedanken zu “Für eine halbe Stunde Fan der SpVgg Greuther Fürth*

  1. „(…) der die Mannschaft nur wenige Monate zuvor sensationellerweise aus der 2. Liga in die Beletage gehievt hatte (…)“ – und uns damit zum Dino der zweiten Liga gemacht hat. Schönen Dank.

    Jetzt mal Hand auf’s Herz: Hast du wirklich 30 Minuten als Fürther durchgehalten? Hut ab…

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