Für eine halbe Stunde Fan von Schalke 04*

Schalke ist Chaos, Chaos ist Schalke. Das war schon in den frühen 80ern so, als ich mich für Fußball zu interessieren begann. Und das ist auch heute noch so. Chaos muss natürlich nicht immer etwas negatives sein.

Im Falle von Chaos Schalke 04 verlief die Saison einmal mehr alles andere als in geregelten Bahnen. Unter Huub Stevens starteten die Gelsenkirchener furios in die Liga. Sechs Siege in den ersten neun Partien, der beste Saisonstart seit 41 Jahren – Schalke-Herz, was willst Du mehr?

Nun: Etwas mehr Stabilität vielleicht. Raúl, der große Raúl, war zwar nicht mehr da, statt seiner zauberten, rannten und kämpften nun Draxler und Holtby. Doch auch diese Jungstars vermochten den Absturz der Schalker zum Ende der Hinserie nicht abzuwenden. Magere zwei Punkte gab es in den letzten sechs Spielen, und in der Tabelle stürzte Schalke auf Platz sieben ab.

Für die Verantwortlichen unverständlicherweise Anlass genug zum Handeln. Stevens musste weg – obwohl die Gruppenphase in der Champions League trotz den starken Gegnern FC Arsenal, Montpellier und Piräus als Erster abgeschlossen wurde.

Wenn man keine Probleme hat, macht man sich halt welche.

„Wir hatten nicht mehr das Vertrauen, in dieser Konstellation eine Wende (in der Bundesliga) herbeiführen zu können“, sagte Horst Heldt. Für den Startrainer installierte der Manager den blassen Jens Keller. Ein Schritt, der vielerorts auf Unverständnis stieß. Dieser Mann sollte den Karren wieder aus dem Dreck ziehen?

Zunächst sah es nicht danach aus. Kellers erstes Pflichtspiel hing in die Hose: Im DFB-Pokal-Achtelfinale gab es eine Heimpleite gegen Mainz. Dann ging es in die Winterpause. Im Trainingslager bezog Schalke dann richtig Prügel: Ein Testspiel gegen die Bayern endete 0:5, in Gelsenkirchen regierte die blanke Angst. Das änderte sich erst recht nicht, als man nach einem 5:4-Erfolg über Hannover bis Mitte Februar, inzwischen ohne den zu Tottenham abgewanderten Holtby, vier Spiele sieglos blieb. Niederlagen gegen Greuther Fürth und die Bayern – diesmal nur mit 0:4 – ließen das Minimalziel Platz vier in weite Ferne rücken.

Das Rückspiel gegen den BVB mag so etwas wie eine Initialzündung gewesen sein. Julian Draxler machte das Spiel seines Lebens, Schalke siegte 2:1 (wie im Hinspiel übrigens) und schöpfte neue Hoffnung im Kampf um Rang vier. Es sollte sich lohnen. Am letzten Spieltag kam es zum Showdown mit dem SC Freiburg, Schalke siegte und sicherte sich den CL-Quali-Platz.

Fazit: Läuft außerhalb des Platzes alles in geregelten Bahnen, ist Schalke offenbar auf dem Grün nicht zu gebrauchen. Das Chaos nimmt man als Fan daher gern mit. Und weil das Saisonziel erreicht wurde, und weil es zwei Derbysiege gab, und weil es auf Schalke Stars wie Draxler, Farfan, Bastos und Huntelaar zu sehen gibt, wäre ich in dieser Serie sicher zufriedener gewesen als beim HSV.

Aktuell:
1. FC Nürnberg > HSV
FC Augsburg > HSV
HSV > Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen > HSV
HSV > VfL Wolfsburg
HSV > Hannover 96
Schalke 04 > HSV

Hier noch einmal die Links zu meinen bisherigen Fanstationen:
1. FC Nürnberg
Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
Bayer Leverkusen
VfL Wolfsburg
Hannover 96

(*In loser Reihenfolge frage ich mich seit ein paar und in den nächsten Wochen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)

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9 Gedanken zu “Für eine halbe Stunde Fan von Schalke 04*

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