Für eine halbe Stunde Fan von Hannover 96*

„Ich finde, dass ein Platz unter den ersten Zehn der Liga für Hannover ein hervorragendes Ergebnis ist.“ Dieses Zitat stammt nicht von mir, sondern von 96-Trainer Mirko Slomka.

Wäre ich in der abgelaufenen Saison Fan der Niedersachsen und nicht des HSV gewesen, hätte sich mir spätestens nach dieser Aussage der Magen umgedreht. Zum zweiten Mal in Folge holte Hannover weniger Punkte als in der Spielzeit zuvor. Erst waren es fantastische 60 Zähler, dann nur noch 48, die immerhin noch für’s Erreichen der Europa League reichten. Und zuletzt schafften die 96er nur noch magere 45 Punkte und Platz neun – und hinkten den eigenen Ansprüchen und den Hoffnungen und Erwartungen der Fans meilenweit hinterher.

Und Mirko Slomka spricht von einem hervorragenden Ergebnis.

Ein Grund für die Misere an der Leine ist die Heimschwäche. In der vorvergangenen Saison gab es keine einzige Heimniederlage, diesmal drei. Damit konnte die chronische Auswärtsschwäche nicht kompensiert werden.

Ein anderer Grund: das Verletzungspech. An vorderster Stelle sei Szabolcs Huszti erwähnt, der am 23. Spieltag seine letzte Partie absolvierte (man erinnere sich: er verletzte sich beim Elfmeter gegen den HSV), außerdem zum Beispiel Leon Andröööösen, der sich am 5. Spieltag seinen nächsten Kreuzbandriss zuzog. Zuvor hatte er brilliert, und zwangsläufig muss man sich fragen, wie wohl die Saison gelaufen wäre, wären er und Huszti nicht so lange ausgefallen. Und hatte ich Lars Stindl schon erwähnt?

Hier sehe ich übrigens auch einen Fehler des damaligen Sportdirektors Jörg Schmadtke: Warum gab es keine Spieler im Kader der 96er, die die drei adäquat ersetzen konnten?

Stattdessen liefen mit da Silva Pinto, Schmiedebach, Haggui und auch Cherundolo zu oft Spieler auf, die ihren Leistungszenit offensichtlich überschritten haben. Auch Mo Abdellaoue war oft ein Schatten seiner selbst. So viele Spieler kann kein Team verlustfrei durchschleppen.

Zu den sportlichen Misserfolgen gesellte sich das Theater der Männer auf den wichtigen Positionen. Slomka mag Schmadtke nicht, Schmadtke mag Slomka nicht. Und über diesem Duo infernale thront ein kleiner Kind, der seinen Verein trotz allem auf Augenhöhe mit den ganz Großen der Liga sieht. Für die kommende Spielzeit wünscht er sich – nein: fordert er – „einen Platz im ersten Drittel der Tabelle.“ Sicher, Martin.

Fazit: Diese Saison hat eindrucksvoll bewiesen, dass Hannover 96 eben doch nur der kleine HSV ist. Nein, es hätte mir keinen Spaß gemacht, Hannover-Fan zu sein.

Aktuell:
1. FC Nürnberg > HSV
FC Augsburg > HSV
HSV > Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen > HSV
HSV > VfL Wolfsburg
HSV > Hannover 96

Hier noch einmal die Links zu meinen bisherigen Fanstationen:
1. FC Nürnberg
Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
Bayer Leverkusen
VfL Wolfsburg

(*In loser Reihenfolge frage ich mich seit ein paar und in den nächsten Wochen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)

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10 Gedanken zu “Für eine halbe Stunde Fan von Hannover 96*

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