Für eine halbe Stunde Fan von Bayer Leverkusen*

Wäre ich Leverkusen-Fan – und gehörte damit zu einer sehr speziellen, weil kaum vorhanden Spezies – hätte ich in der abgelaufenen Saison sehr viel Spaß gehabt.

Meine Mannschaft hätte mir größtenteils sehr ansehnlichen Fußball angeboten; technisch versiert, schnell, trickreich, torreich. Mit Stefan Kießling hätte ich den Torschützenkönig der Bundesliga feiern dürfen. (Mehr noch: Mit seinen 25 Treffern hat er sogar den ollen Kirsten überholt und ist nun Leverkusens Rekordmann.) Dazu hätte ich einen Lars Bender gesehen, der sich mehr und mehr zur Leaderfigur entwickelt hätte. Und am Ende hätte ich den Wiedereinzug in die Champions League bejubelt. Dass Bayer den Donnerstag als Spieltag nicht mag, hat man ja gesehen…

Alles gut also? Nicht ganz. Denn da ist ja noch die Aussicht auf die kommende Saison, die mir die Laune schon im Laufe der vergangenen Serie ein bisschen verhagelt hätte. Ich hätte erleben müssen, dass das Trainer-Traum-Duo gar kein solches, sondern nur eine Zweckgemeinschaft war. Ich glaube, dass Hyypiä/Lewandowski so etwas war wie Klinsmann/Löw: der eine ein großer Motivator, der andere der Stratege an seiner Seite. Es wird sich zeigen, ob es eine gute Entscheidung war, Sascha Lewandowski zurück zum Nachwuchs zu schicken und Hyypiä allein weitermachen zu lassen. Ich befürchte: nein.

Ebenso hätte ich das Schürrle-Chelsea-Gerangel miterleben müssen. Schürrle gehörte für mich zu den vier wichtigsten Spielern der Saison. Ich hätte gern gewusst, was er noch zu leisten imstande gewesen wäre, wenn das leidige Wechselthema nicht immer in seinem Hinterkopf umhergespukt wäre. Hätte man dadurch eventuell ein paar Pünktchen mehr geholt und wäre vor Dortmund geblieben (wobei ich mich als Fan darüber sicher geärgert hätte, denn dann hätte es wieder die eine oder andere „Vizekusen“-Schlagzeile gegeben.)? Nun, nach Saisonende, darf Schürrle endlich gehen. Und wen bekommen wir? Heung-Min Son. Puh.

Letztlich überwog natürlich das Positive. Dazu zählt auch, dass meine Mannschaft die einzige gewesen wäre, die den FC Bayern in einem Punktspiel besiegt hätte. Das 2:1 in München war zwar schmeichelhaft, aber das hätte mich nich gestört.

Fazit: Trainernovizen, die mein Team in die Königsklasse führen, eine Mannschaft, die ansehnlichen Fußball spielt und immer genug Geld für sinn- oder manchmal auch unsinnige Transfers. Fanherz, was willst Du mehr?

Aktuell:
1. FC Nürnberg > HSV
FC Augsburg > HSV
HSV > Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen > HSV

(*In loser Reihenfolge werde ich mich in den nächsten Wochen fragen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)

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14 Gedanken zu “Für eine halbe Stunde Fan von Bayer Leverkusen*

  1. […] Rebiger fragt sich, wie es denn so als Fan von Bayer Leverkusen wäre. Besser als beim HSV. Fanherz, was willst Du mehr, meint der umtriebige Blogger | John Brewin schaut bei ESPN auf die medialen Abläufe eines Transfers. Es gibt kaum Unterschiede zwischen England und der Bundesliga, so das Fazit beim Lesen. | Die Stehplatzhelden haben den neuen Aljoscha Pause gesehen und finden Trainer ziemlich gelungen. | Kevin Keegan wirbt für Pirelli-Slipper. Damals 1981. Was es nicht alles gab. (Football Attic) | Was macht eigentlich Robert Prytz, fragt sich Zum Runden Leder. Der ehemalige Bayer Uerdingen-Spieler arbeitet jetzt als “Zügelmann” in Malmö und ärgert sich immer noch über seinen ehemaligen Berater. | Ein kurzer Bericht über die gemeinsamen Proteste der Fußballfans Istanbuls (youtube) |When Saturday Comes über die Red Bull-Invasion in Österreich. | Teamworx arbeitet an einer Dokumentation über das Leben von Franz Beckenbauer. (DWDL) | Die Bundesliga soll jünger werden, die DFL will die Altersgrenze senken (u.a. kicker) | Stahlwerk stellt Alemannia Waldalgesheim vor. Neu in der Oberliga Südwest. | Das Alex-Alves Memorial Match im Ludwig-Jahn-Sportpark in Berlin. Turus.net war da | Lars Reckwitz, HSV, über die Social Media Strategie des Vereins (youtube) |  Und schwatzgelb.de-Historiker CHS blickt auf die Borussia-Spielzeit 1977/1978 zurück […]

    • Ich zitiere mal Wikipedia. „Als umtriebig werden sehr betriebsame Menschen charakterisiert, die ihre Tätigkeiten außerdem mit Umsicht und Gerissenheit betreiben. Umtriebiges Verhalten stößt oft auf Vorbehalte, kann aber für Ehrenämter ein wichtiges Motiv sein. Das zugehörige Substantiv Umtriebigkeit gehört der gehobenen Umgangssprache an. Umtriebigkeit ist nicht mit ‚krankhafter Getriebenheit‘ zu verwechseln. Das trifft auch auf die soziale Umtriebigkeit zu.

      Als Umtriebigkeit werden auch krankhafte Verhaltensweisen bezeichnet, die bei psychischen Störungen entstehen können. Die Betroffenen sind ruhelos, geschäftig, ohne eigentliche Handlungslinie, lassen sich treiben und werden von vielfältigen Reizen der Umwelt angeregt. Man spricht auch von dranghaftem Verhalten, welches im gerontopsychiatrischen Bereich zu den 20 häufigsten Auffälligkeiten und Störungen des Verhaltens infolge psychischer Erkrankung gezählt wird, dort als psychomotorische Unruhe beschrieben.“

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