Für eine halbe Stunde Fan vom FC Bayern*

Dieser Eintrag wird der kürzeste in meiner Bundesligasommerpausenüberbrückungsreihe: Ich komme gleich zum

Fazit: Natürlich wäre ich als Fan des FC Bayern zufriedener gewesen als als HSV-Fan. Mein Verein hätte in seiner 49. Bundesliga-Saison den 22. Titel gewonnen, und zwar: mit 91 Punkten – das ist Rekord. Mit 25 Punkten Vorsprung vor dem Zweitplatzierten – das ist Rekord. Bereits sechs Spieltage vor dem Saisonende – das ist Rekord. Per Start-Ziel-Sieg, die Bayern waren immer Erster – das ist Rekord (wenn auch ein eingestellter). Mit 49 in der Rückrunde geholten Punkten – das ist Rekord. Mit 29 Siegen – das ist Rekord. Mit nur 18 Gegentoren – das ist Rekord. Mit 21 Zu-Null-Spielen – das ist Rekord. Mit nur einer Niederlage – das ist Rekord (wie damals, 1986/87, eine Heimpleite gegen Leverkusen). Mit einer Tordifferenz von +80 – das ist Rekord. Mit mindestens einem Tor in jeder der 34 Partien – das ist Rekord. Und so ganz nebenbei wuren ja noch die Champions League und der DFB-Pokal gewonnen. Kann man mal machen.

Der FC Bayern hat eine Saison gespielt, die jeden Fan restlos zufriedengestellt hat. Wer etwas anderes behauptet, liegt falsch. Ich verneige mich.

Aktuell:
1. FC Nürnberg > HSV
FC Augsburg > HSV
HSV > Borussia Mönchengladbach
Bayer Leverkusen > HSV
HSV > VfL Wolfsburg
HSV > Hannover 96
Schalke 04 > HSV
HSV > Borussia Dortmund
HSV > Fortuna Düsseldorf
HSV > SpVgg Greuther Fürth
HSV > Heiner Bremer
VfB Stuttgart > HSV
FC Bayern > HSV

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1. FC Nürnberg
Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
Bayer Leverkusen
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Borussia Dortmund
Fortuna Düsseldorf
SpVgg Greuther Fürth
Heiner Bremer
VfB Stuttgart

(*In loser Reihenfolge frage ich mich seit ein paar und in den nächsten Wochen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)

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Für eine halbe Stunde Fan des VfB Stuttgart*

Kann ich, wenn ich an den VfB Stuttgart denke, überhaupt unvoreingenommen darüber sinnieren, ob ich als Fan dieses Vereins zufriedener mit der Saison gewesen wäre als als Fan des HSV? Immerhin schwingt dort Bruno Labbadia das Trainerzepter. Ja, ich kann. Denn wenn ich Stuttgart-Fan gewesen wäre, wäre es mir schließlich egal gewesen, was er in Hamburg angestellt hätte und wie sein Ruf dort ist.

Labbadia spielt in meinen Überlegungen letztlich aber sowieso nur eine untergeordnete Rolle.

Zunächst hätte ich mich sehr über die Veränderungen im Kader gefreut: Zwar verließ unter anderem mit Mathieu Delpierre ein mir sehr sympathischer Mensch den Verein, und das auch noch nach Hoffenheim. Es gingen aber auch Khalid Boulahrouz, der seinen Zenit schon vor Jahren überschritten hatte und Timo Gebhart, der zwar außerst talentiert ist, jedoch zu häufig verletzt war. Dafür rückten mit Andre Weis, Raphael Holzhauser, Antonio Rüdiger und Kevin Stöger gleich vier Spieler aus dem eigenen Unterbau in den Profikader. Dazu Rückkehrer Daniel Didavi, der schwerverletzungsbedingt kaum spielte, was man aber freilich nicht wissen konnte. Im Winter ein ähnliches Bild: Maza und Kuzmanovic – teuer und nie ganz überzeugend – gingen ins Ausland, Benedikt Röcker und Rani Khedira kamen aus der U23. Bis auf Khedira und Torwart Weis wurden – und das halte ich Coach Bruno sehr zu Gute, alle Youngster eingesetzt. Ich habe es nicht im Hinterkopf, glaube aber, dass in keinem anderen Bundesligaverein in dieser Saison sechs Spieler aus dem Nachwuchs hochgezogen wurden und zwei Drittel davon spielen durften. Respekt.

Respekt auch für den Kauf von Alexandru Maxim. Wie viele Scouts und Sportdirektoren haben sich bei Pandurii Targu Jiu umgesehen? Eben. Hätten sie es mal gemacht. Maxim ist in meinen Augen ein Rohdiamant, der in Ansätzen schon gezeigt hat, was in ihm steckt. Ich bin gespannt, wohin sein Weg führen wird.

Trotzdem lief natürlich nicht alles rund. Nach den Plätzen sechs, zwölf und sechs in den vergangenen drei Jahren hätte ich mir als Fan mehr erhofft als einen erneuten zwölften Rang. Nach unten waren’s zwölf Punkte Vorsprung, zu einem „internationalen Rang“ acht Zähler – tiefer drin im Niemandsland der Tabelle kann man kaum stecken. Und doch hätte mich der Saisonausgang auf dem letzten Platz des mittleren Tableaudrittels nicht weiter gestört, und zwar aus drei Gründen:

1) Weil es eben nun mal bei einem Miniaturumbruch wie diesem so ist, dass nicht jedes Spiel gewonnen werden kann. Die Jungspunde zahlten ein ums andere Mal Lehrgeld, gewannen dabei aber immerhin an Erfahrung, von der sie und der Rest des Vereins in der kommenden Saison profitieren werden. Trotzdem schaffte es der VfB, einen beträchtlichen Abstand zu den Abstiegsplätzen zu schaffen, so dass die „Jungen Wilden“ problemlos weiter eingesetzt werden konnten.

2) Die Teilnahme an der Europa League. Es war nicht das ganz große Kino, was uns Fans da geboten wurde. Ein 2:2 gegen Steaua Bukarest, ein 0:0 gegen den FC Kopenhagen, ein 0:1 gegen Molde FK, schließlich das 1:1 gegen den KRC Genk und die 0:2-Pleite gegen Lazio – daheim ist man nicht wirklich verwöhnt worden auf der internationalen Fußballbühne. Aber: Der VfB war immerhin dabei. Das hätte mir als Fußballromantiker, dem es erst in zweiter Linie darauf ankommt, ob sich solche Spiele bzw. der Wettbewerb als solcher rechnen/rechnet, zunächst mal gereicht.

3) Der DFB-Pokal-Erfolg. Gibt es etwas besseres, als gänzlich vom Druck befreit in ein DFB-Pokalfinale zu gehen? Die Teilnahme an der Europa League war mit dem Sieg im Halbfinale gesichert, zudem „musste“ der FC Bayern siegen – alles andere wäre für ihn blamabel gewesen. Demzufolge konnte es der VfB – bei allem Ehrgeiz – locker angehen lassen. Ich glaube, dass dies ein Hauptgrund dafür gewesen ist, dass es eben keine Klatsche, sondern nur eine knappe 2:3-Niederlage gab. Wenngelich es zwischenzeitlich nach einer klaren Sache aussah. Natürlich möchte man Titel gewinnen, als Spieler wie als Fan. Letztlich überwog aber die schon seit dem Schlusspfiff des Halbfinals bestehende Freude über das Erreichte. Der einzige, der mich an diesem Pokalfinalabend genervt hatte, war unser Problembär Bruno. Er ließ vor und nach dem Spiel jegliche Souveränität vermissen und tat sich und dem Verein mit seinen Auftritten im Fernsehstudio keinen Gefallen. Letztlich war dies aber nur eine Randnotiz.

Fazit: Ja, ich wäre zufriedener gewesen als beim HSV. Auftritte auf der internationalen Bühne, regelmäßige dazu. Youngster, die immer wieder eingesetzt werden neben charismatischen und torhungrigen Spielern wie Martin Harnik und Vedad Ibisevic. Da hätte ich nichts zu meckern gehabt.

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Tach, Jacques

Nun ist es also amtlich: Der HSV hat seinen ersten Neuzugang, für den der aktuelle Oliver Kreuzer verantwortlich zeichnet, vermeldet. Es handelt sich um keinen Geringeren als… Trommelwirbel… Jacques Zoua.

Ähm: Wer?

Noch vor zwei Wochen kannte ich diesen Namen nicht, und wahrscheinlich wäre dieser Mann mir weiter im Verborgenen geblieben, wenn nicht Oliver Kreuzer sondern noch immer Frank Arnesen Sportdirektor beim HSV gewesen wäre. Nun, da alles in trockenen Tüchern ist, ist es für mich oberste Pflicht, mich mit dieser Personalie zu beschäftigen.

Videos schaue ich seit Eljero Elia nicht mehr, beziehungsweise messe ich diesen keinen Wert mehr bei. Was war ich damals begeistert! Habe gedacht, wir kriegen einen Spieler, um den uns die halbe Liga beneiden wird. Nun ja, das Ende ist bekannt.

Also versuche ich, Zouas nackte Zahlen zu bewerten.

Zoua ist Kameruner, bald 22 Jahre alt und laut www.transfermarkt.de Mittelstürmer. Mit 1,86 Metern keine riesige Kante, aber auch nicht zu klein. Einen athletischen Körperbau hat er allemal. In der abgelaufenen Saison kam er beim FC Basel in 24 Spielen zum Einsatz, traf dabei genau ein Mal und gab eine Torvorlage. Das soll unser neuer Mittelstürmer sein? In diesen 24 Partien hat er genau 961 Minuten absolviert, wurde 17-mal eingewechselt. Offensichtlich kam er nicht am Kapitän Marco Streller und an Alexander Frei vorbei. Sein Marktwert berägt eine Million Euro, dies hat der HSV in etwa bezahlt.

Kurzum: Ich bin skeptisch. Wie immer ist mein Vertrauen in das Scouting (hust…) und in den Sportdirektor des HSV zu Saisonbeginn groß. Irgendetwas wird Herr Zoua haben, was die Herren Fink und Kreuzer überzeugt hat. Das bloße Auffüllen des Kaders kann nicht die Prioriät gewesen sein. Und immerhin ist Zoua inzwischen auch Nationalspieler seines Landes. Ich gehe davon aus, dass er in seinem ersten Bundesligajahr in etwa auch dieselbe Zahl von Einsätzen kommen wird, wie zuletzt in Basel. Dass er Artjoms Rudnevs hier und da ersetzen und sich an die Liga gewöhnen soll.

Ich hoffe, dass dieser Plan aufgeht.

Ich bin sehr gespannt, heiße Jacques Zoua als ersten Neuzugang der Ära Kreuzer herzlich willkommen und wünsche ihm viel Erfolg. (Wer noch nicht weiß, wie der Neue ausgesprochen wird, möge hier klicken. Hihi.)

Für eine halbe Stunde Fan von Heiner Bremer*

Im zehnten Teil meiner kleinen Bundesligapausenüberbrückungsserie widme ich mich diesmal einem ganz besonderen Verein. Das Wort „besonders“ muss ja nicht immer zwangsläufig positiv behaftet sein.

Ich stelle mir vor, wie es gewesen wäre, wäre ich Fan von Heiner Bremer gewesen. Ihr wisst schon: von diesem Verein mit den Trikots in dieser bemerkenswerten Farbe, meiner 32-liebsten Farbe Grün. Geht das überhaupt? Nun ja, ich versuche es:

Zunächst einmal ging die Saison ja noch ganz gut los: Im Feindesland, um genauer zu sein: im Volkspark, gewann Bremen nach Siegen gegen den FC Bayern und Borussia Dortmund den prestigeträchtigen „Liga total! Cup“. Gegen den HSV wurde nicht gespielt, dennoch war dies auch ein wenig ein Triumph über den ungeliebten Nordrivalen, fand das Turnier doch in dessen Zuhause statt.

Danach allerdings gab es kaum noch Grund zum Feiern.

Im Vorwege der Saison prognostizierten einige der jungen Bremer Mannschaft eine rosige Zukunft. Nun, zumindest in der abgelaufenen Saison hat diese noch nicht begonnen. Spieler wie Füllkrug, Ekici, Bargfrede, Akpala, Trybull, Kroos und Hartherz konnten die in sie gesetzten Hoffnungen und Erwartungen nicht erfüllen; teils – das sei ihnen zugute gehalten – wegen Verletzungen unterschiedlicher Ausmaße. Andere wiederum enttäuschten auch im topfitten Zustand maßlos: Arnautovic und Elia seien hier genannt. Gab es das in der Bremer Bundesligahistorie eigentlich schon mal, dass Spieler wegen vereinsschädigen Verhaltens suspendiert wurden?

Im gesamten Saisonverlauf hatte ich sehr selten das Gefühl, dass eine Mannschaft auf dem Platz steht, die diesen Namen verdient. Die Bremer Großfamilie, die mannschaftliche Geschlossenheit, die Heiner jahre- wenn nicht jahrzehntelang ausgemacht hatte: weg. Leitwölfe wie Tim Rasen, Naldo und Claudio Pizarro hinterließen eine zu große Lücke und wurden nicht adäquat ersetzt.

Sicher, es gab auch Spieler, die sich positiv hervorhoben. Nils Petersen zum Beispiel, der wegen fehlender Anspiele oftmals einen schweren Stand hatte und trotzdem das Beste, sprich: elf Tore, gemacht hat. Kevin de Bruyne, den ich für einen der besten Bundesliga-Akteure der abgelaufenen Saison halte, der allerdings kaum eine Gelegenheit ausließ zu betonen, dass er so gar keinen Bock auf den Verein hat. Aaron Hunt natürlich, der endlich einmal bewiesen hat, dass er keine starken Leute neben sich braucht um zu glänzen. Und Sokratis, der einzige Lichtblick in der löchrigen Abwehr. Insgesamt konnten aber auch sie nichts daran ändern, dass der SVW die mit Abstand schlechteste Saison seit vielen Jahren ablieferte.

Das fing schon in der 1. Runde des DFB-Pokals an. Preußen Müster, sicherlich ein unangenehmes Los. Dennoch sollte man sich als Bundesligist in einem Duell gegen einen unterklassigen Gegner durchsetzen. Und keine vier Tore kassieren. (Lustig, dass ich diese Sätze auch hätte schreiben können, wäre es um den HSV gegangen.)

In der Bundesliga lief es zwei Spieltage lang nach Plan: Gegen Borussia Dortmund kann man verlieren, und der Heimsieg gegen den HSV durfte vollkommen zurecht bejubelt werden. Beim 2:0 gegen die Rothosen war Bremen die klar bessere Mannschaft. Danach allerdings ging es im Grunde nur noch bergab. Im gesamten Saisonverlauf schaffte es Bremen nicht ein einziges Mal, einen Europapokalplatz zu belegen (sieht man einmal davon ab, dass es viermal Siebter war und dieser Rang bei entsprechender Konstellation eventuell zum Einzug in die Europa League gelangt hätte.). Die letzten neun Spiele dümpelte Bremen auf Rang 14 herum. Folgerichtig verpasste Bremen zum dritten Mal hintereinander den Einzug ins internationale Geschäft. Und, nicht minder schlimm: Die aktuelle „Ewige Tabelle“ im kicker, die ja gerade in Jahren ohne Titelgewinne (beim HSV sind jetzt schon achichweißgarnichtwievieleJahre, und in Bremen wurde ja auch länger nichts mehr gewonnen) gern herangezogen wird, weist nur noch kümmerliche drei Punkte Vorsprung auf den HSV auf. Prognose: Spätestens nach fünf Spieltagen sind wahrscheinlich auch diese nicht mehr da.

Neben der sportlichen Misere bröckelte es auch gewaltig an der Funktionärsfassade: Klaus Allofs verabschiedete sich trotz zahlreicher Dementi und Liebesbekenntnisse Richtung Bremen noch im November nach Wolfsburg. Nach Wolfsburg! Und auch Thomas Schaaf, der die Geschicke seit 14 Jahren als Cheftrainer leitete, hielt es in Bremen nicht bis zum Saisonende aus: Nachdem der Klassenerhalt gesichert am 33. Spieltag war (!), verließ er den Laden einen Tag später. Den Bremer Neuaufbau soll der Mitte Februar installierte neue Sportdirektor Thomas Eichin vollziehen, der – man höre und staune – genauso viele Siege mit Werder wie Bundesligatore als Spieler vorweisen kann: genau NULL. Mein Tipp an Herrn Eichin: Holen Sie Verteidiger. Davon liefen viel zu wenige herum (auch w´hier wieder ein erstaunliche Parallele zum HSV).

Fazit: Die sportliche Offenbarung und die Wechsel in der Führungsriege waren zwei dicke Nackenschläge. Deshalb wäre ich als Bremen-Fan nie und nimmer zufriedener gewesen als als HSV-Fan. Schon gar nicht in diesem hässlichen Stadion. ;-)

Wenn ich eines anmerken darf: Die Derbys gegen Bremen gehören für mich als HSV-Fan zur Bundesliga. Und ich kenne einige Bremer Fans, die ich durchaus nett und sympathisch finde. Deshalb wünsche ich Euch da drüben an der Weser zwar keinen großartigen Erfolg, möchte aber, dass Ihr stets in der Liga bleibt. Wir brauchen Euch.

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HSV > Heiner Bremer

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(*In loser Reihenfolge frage ich mich seit ein paar und in den nächsten Wochen, ob ich als Fan jeweils eines anderen Vereins zufriedener mit dem Saisonverlauf “meines” Teams gewesen wäre.)

Du redest zu viel.

„Nicklas Bendtner ist kein Thema.“ (19.6.)

„Es ist ein guter Spieler. Ich verlasse mich ganz auf die Aussage von Thorsten Fink. Der hat ihn zweieinhalb Jahre in Basel trainiert. Der kann die Qualitäten am besten einschätzen.“ (18.6.)

„Roque ist ein sehr interessanter Spieler, da muss ich kein Geheimnis draus machen.“ (17.6.)

„Natürlich kann man in Wolfsburg gutes Geld verdienen, aber auch beim HSV wird niemand arm.“ (15.6.)

„Ein interessanter Spieler. Wenn so ein Mann auf dem Markt ist, sollte man sich darum kümmern.“ (12.6.)

„Der HSV ist ein schlafender Riese“ (6.6.)

„Es wäre schön, mal wieder die Schale hochzuheben.“ (4.6.)

Oliver, Du redest zu viel.

Für eine halbe Stunde Fan der SpVgg Greuther Fürth*

Ach, herrje.

Die SpVgg Greuther Fürth hat mehr als eine ganze Saison lang gezeigt, wie man es nicht macht: Schon im Vorwege ging einiges schief, und zwar in der Personalplanung. Trotz des Aufstiegs konnten weder Stürmer Olivier Occean noch Arbeitsbiene Stephan Schröck gehalten werden. Auch Dani Schahin ging, der in Düsseldorf zunächst leistungsexplodierte. Ersetzt wurden diese Spieler mit grauestem Mittelmaß: Edu kam von Schalke, und der zweitteuerste Einkauf Djiby Fall vom KSC Lokeren. Hinzu kam immerhin auch Zoltan Stieber aus Mainz, der aber im Grunde nur in der Hinrunde zur Verfügung stand, ehe er sich schwer verletzte und quasi für den Rest der Saison ausfiel. Edu stand ganze zehnmal auf dem Platz und traf einmal, Fall ganze zweimal.

Diese drei Spieler waren die namhaftesten Verstärkungen. Insgesamt war der Kader somit alles andere als erstklassig besetzt. Das spiegelte sich auch in den Leistungen wider. Als einzige Mannschaft blieben die Fürther ohne Heimsieg. Darüber hinaus schossen sie nur 26 Tore und waren das harmloseste Team der ganzen Liga. Hinten klingelte es dafür umso öfter: 60 Gegentore – nur Hannover (62), Heiner Bremer (66) und Hoffenheim (67) waren noch schlechter.

Der Hauptgrund, warum man aus Fansicht mit der abgelaufenen Saison so gar nicht zufrieden sein kann, ist allerdings nicht die sportliche Misere. Denn die – bei allem Respekt – hatte man erwartet. Schlimm war deshalb, dass es auch bei der SpVgg Greuther Fürth niemand verstand, souverän und abgeklärt mit der Tatsache umzugehen, dass man nun mal den schwächsten Kader aller 18 Bundesligisten hat. Statt sich hinter den Trainer zu stellen, der die Mannschaft nur wenige Monate zuvor sensationellerweise aus der 2. Liga in die Beletage gehievt hatte, wurde Mike Büskens geschasst. Nach dem 22. Spieltag, mit zwölf Zählern auf dem Konto. Haben Präsident Helmut Hack und seine Schergen tatsächlich geglaubt, dass U23-Trainer Ludwig Preis den Karren aus dem Dreck ziehen kann? Oder Frank Kramer, der zuvor nur für zwei Spiele Interimstrainer Hoffenheims war und ansonsten keine Meriten im Profibereich vorzuweisen hatte? Schade.

Immerhin einen Grund zur Freude gab es: Im Derby gegen den 1. FC Nürnberg im April siegte Fürth mit 1:0. Das hatte etwas vom FC St. Pauli, der vor ein paar Jahren auch nichts zustande brachte außer einem Sieg gegen den HSV. Leider ist die SpVgg Greuther Fürth nicht halb so kultig wie der Hamburger St. Adtteilverein. Deshalb droht sie nun, da in der 2. Liga ein Neuaufbau gestartet werden muss, in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

Aktuell:
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HSV > Hannover 96
Schalke 04 > HSV
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HSV > SpVgg Greuther Fürth

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Für eine halbe Stunde Fan von Fortuna Düsseldorf*

„Wer kann schon sagen, was mit uns geschieht? Vielleicht stimmt es ja doch: dass das Leben eine Prüfung ist, in der wir uns bewähren sollen.“ Diese Zeilen stammen aus dem Lied „Paradies“ der Toten Hosen, deren Sänger Campino bekanntermaßen großer Fan der Düsseldorfer Fortuna ist. Und sie, die Zeilen, passen wirklich sehr gut zur abgelaufenen Saison der Düsseldorfer.

Wie wäre es mir ergangen, wäre ich nicht HSV-Fan gewesen, sondern hätte mit den 95ern mitgefiebert?

Ich hätte meine Mannschaft wohl zumindest an den ersten Spieltagen mit dem 1. FC Kaiserslautern verglichen, der damals als Zweitligaaufsteiger die großen Bayern ärgerte und Meister wurde. Nun will ich nicht sagen, dass die Fortuna das Zeug zum Meister gehabt hätte. Aber immerhin gab’s in den ersten fünf Partien der Saison keinen Gegentreffer, die ersten sechs Spiele keine Niederlage. Entsprechend wurde gepunktet – das lässt einen Fan eines Aufsteigers schon mal von mehr als nur dem Abstiegskampf hoffen.

Ich hätte mich darüber gewundert und natürlich auch sehr gefreut, dass Norbert Meier es geschafft hat, die gefühlt 35 Neuzugänge so schnell zu integrieren und aus dem Haufen eine schlagkräftige Mannschaft zu formen. Und vielleicht hätte ich auch das eine oder andere Mal „Tage wie diese“ vor mich hingesummt, in der Hoffnung bzw. mit dem Glauben daran, dass die derzeitige Form unendlich anhält.

Doch dem war nicht so.

So erfolgreich die Hinrunde auch verlief: Die Rückrunde war bis auf die Spiele gegen Stuttgart und Greuther Fürth ein einziges Desaster. Ganze neun Punkte holten die Düsseldorfer in den letzten 17 Begegnungen – so verspielten sie neun Punkte Vorsprung auf Platz 16 bzw. sogar zwölf auf Platz 17. Unfassbar. Fabian Giefer, Dani Schahin, Stefan Reisinger – Helden der Hinrunde. In der Rückrunde dafür größtenteils nur ein Schatten ihrer selbst. Natürlich hatten die 95er auch mit Verletzungspech zu kämpfen. Die schlimme Rückrunde war nach meinem Empfinden jedoch eher eine Kopfsache. In der Hinrunde lief es offenbar zu gut, so dass man sich nicht mehr mit Abstiegsängsten herumplagen musste/wollte. Schade.

Was deshalb am Ende bleibt, ist nicht die Erinnerung an die tolle erste, sondern an die üble zweite Saisonhälfte. Aufgrund der guten Hinrunde hatte sich die Fortuna trotz allem nämlich ein solches Polster erspielt, dass sie bereits am 28. Spieltag die Klasse hätte halten können. Ein Sieg in Hoffenheim hätte die Saison noch zu einer guten machen können. Doch es gab eine 0:3-Klatsche. Auch alle anderen Matchbälle wurden vergeben, es gab keinen einzigen Sieg mehr. Auch nicht im letzten Heimspiel gegen Nürnberg, das 1:2 endete. Letztlich landete Düsseldorf, das weite Teile der Saison in der oberen Tabellenhälfte verbracht hatte, nach einem 0:3 in Hannover am 34. Spieltag erstmals auf einem direkten Abstiegsplatz. Tragisch.

Fazit: Ich weiß, dass es Fans gibt, die dennoch mit der Saison ihren Frieden geschlossen haben. Denn: Die Fortuna war Aufsteiger, und mit nichts anderem als Abstiegskampf habe man gerechnet, dieser wurde leider verloren. Ich sehe das nicht so. Selten war es so leicht wie in dieser Saison, die Klasse zu halten. Die Fortuna hatte sich selbst 17 Spiele lang exzellente Voraussetzungen dafür geschaffen. Und hat dann kläglich versagt.

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