Eigentlich.

Das Wort „eigentlich“ benutze ich äußerst selten und darüber hinaus sehr ungern. Nach meinem Empfinden kehrt es dahintergestellte Aussagen ins Gegenteil, und das mag ich nicht.

Heute muss ich das Wort aber aus gegebenen Anlässen verwenden. Denn eigentlich wollte ich etwas über den HSV schreiben. Ich wollte schreiben, dass ich gelesen hatte, dass Frank Arnesen seine Angel nach Claudio Pizarro ausgeworfen hat, und dass ich ebenjenen Pizarro zwar für einen sympathischen Menschen halte und er sicher – trotz seines relativ hohen Fußballeralters – in der nächsten Saison für den HSV fast genauso oft getroffen hätte wie Heung-Min Son oder Artjoms Rudnevs es in der noch aktuellen Serie tun. Dass der HSV dann einen Spieler im Kader hätte, der das angekratzte Image des Vereins allein durch seine bloße Anwesenheit aufpoliert. Die Untervertragnahme Pizarros mich aber letztlich doch nicht richtig glücklich gemacht hätte, weil ich finde, dass der HSV zukünftig einen anderen Weg gehen sollte, als alte Stars zu holen. Zehn Millionen Euro, las ich, würde das Gesamtpaket kosten. Wieviel mehr möchte Son haben, damit er bleibt?

Eigentlich.

Nun aber schreibe ich über Thomas Schaaf.

Ich bin nicht dicht genug an seinem Exverein dran, um beurteilen zu können, was da vorgefallen ist. Ich finde nur: Wenn jemand, der vierzig Jahre im Verein war und alles für diesen gegeben hat, für den einen oder anderen Erfolg (sei es ein Meistertitel, ein Pokalsieg oder eine Champions-League-Teilnahme) verantwortlich war – wenn ein solcher Mann auf eine anständige Beendigung einer Saison samt verdienter Verabschiedung verzichtet und nur noch weg will (und anders interpretiere ich den Wortlaut der Mitteilung auf der vereinseigenen Homepage, „der 52-Jährige wird auf seinen Wunsch nicht mehr beim Spiel in Nürnberg auf der Bank sitzen„, nicht):

Dann hat der Verein einiges falsch gemacht.

Hier schließt sich übrigens der Kreis zum HSV, dann darin, einiges falsch zu machen, ist auch mein Leib-und-Magen-Verein ganz große Klasse.

Ich habe ihn nie wirklich gemocht, den Schaaf, wünsche ihm aber alles Gute, und dass er einen Verein finden wird, mit dem er ähnliches aufbauen kann, wie er es dort drüben am verbotenen Fluss gemacht hat. Es muss ja nicht unbedingt der FC St. Pauli sein.

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2 Gedanken zu “Eigentlich.

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