So’n Vater-Sohn-Ding.

Wenn ich den frühen Abend des Sonntags herbeisehne, dann bedeutet das nicht, dass ich keine Lust auf ein Wochenende, womöglich noch eines mit schönem Wetter, viel Freizeit, guter Laune etc. pp. habe. Nein, dieses Herbeisehnen hat einen ganz anderen Grund: Der erste Stadionbesuch meines zwar größeren, aber dennoch immer noch so kleinen Sohnes steht an. Mit mir an seiner Seite.

Ich gehöre seit jeher zu der Sorte HSV-Fan, die eher selten ins Stadion pilgert. Pro Saison schaffe ich es so drei, vier Mal, was wie ich finde immer noch ok ist bei Alternativen wie Sky, 90elf, Live-Tickern und – weder zu verachten noch zu unterschätzen – der Familie, die trotz allen Fantums natürlich stets an erster Stelle steht. Am Sonntag nun verbinden sich Familie (zumindest ein Teil derer) und Fußball nun auf ganz wunderbare Weise. Ich habe lange überlegt, wann ich ihn, meinen Kleinen, wohl mal mit ins Stadion nehmen werde. Wann er alt genug ist für einen kleinen Fußmarsch bis zum Ort des Geschehens, alt genug für zweimal 45 Minuten plus Nachspielzeit auf einer Sitzschale (ja, wir sitzen!), alt genug, um nicht nach zehn Minuten wieder nach Hause zu wollen, weil es ihm zu warm oder zu kalt ist, er zu müde oder zu durstig ist oder einfach viel lieber mit Lego spielen würde.

Ich habe nun entschieden: Ich halte ihn jetzt für alt genug.

Zugegebenermaßen sieht er den HSV nun erstmals live in einer Phase, in der man sich nicht unbedingt in diesen Verein verlieben muss. Er spielt unattraktiv, erfolglos und ohne Struktur. Dennoch glaube ich nicht, dass er sich anderweitig orientieren wird. Dafür ist er dank diverser TV-Übertragungen inklusive mitreißendem Torjubels des Vaters (Ja, der HSV hat mal Tore geschossen. Und Spiele gewonnen!) schon zu infiziert. Hinzu kommt, dass ich ihm erklären werde, wer die Fans der Guten (alle, vor allem die Stehenden hinter dem Tor) und der Bösen (die Zusammengepferchten in dem Block da) sind. Dass ich ihm erzählen werde, was es mit dem übergroßen Fuß vor dem Stadion auf sich hat – auch wenn der Herr, um den dieses Brimborium einst gemacht wurde, mich zurzeit eher nervt. Und in weiser Voraussicht: dass es gar nicht schlimm ist, wenn man mal verliert, Hauptsache, man hat alles gegeben. Für aktuelle und zukünftige HSV-Fans ein sehr wichtiger Aspekt.

Meine Stadionbesuchbilanz in dieser Saison kann sich sehen lassen: Es gab bislang ausschließlich Zu-Null-Siege des HSV (Besuche bei U23-Spielen sind hier nicht eingerechnet). Einen solchen würde ich mir auch diesmal wünschen. Denn wie schon im letzten Blogeintrag kurz angerissen: Nicht, dass am Ende der VfL Wolfsburg brilliert und mein Sohnemann deshalb Fan dieser Mannschaft wird. Ich würde nie wieder mit ihm ein Wort über Fußball wechseln.

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2 Gedanken zu “So’n Vater-Sohn-Ding.

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