Der Mann des Tages

Hattet Ihr auch so ein schönes Wochenende wie ich?

Herrliches Wetter, freie Zeit, eine hervorragende Laufveranstaltung (nein, ich meine nicht den Marathon in Hamburg, sondern meinen eigenen Versuch, Herr über Fitness und Pfunde zu werden, der ungefähr ein Fünftel einer Marathonstrecke betrug, mich aber dennoch mindestens genauso glücklich machte wie die Teilnehmer des Marathons), ein stets für rechtschaffen gehaltenen Präsidenten eines Fußballclubs, der sich selbst anzeigt, und letztlich der Sieg meines HSV und sein am Tage danach stattfindendes Grillen, das die Welt seiner meisten Fans wieder in rosarot erscheinen lässt.

Ein rundes Wochenende also. Das Sahnehäubchen aus Fußballsicht war schließlich ein Mann, der mit seiner gezeigten Leistung aus meiner Sicht noch mal alle anderen Akteure, die in ihren Vereinen brillierten, in den Schatten stellte.

Rafael van der Vaart war es nicht, auch wenn er endlich einmal wieder gezeigt hat, warum man ihn verpflichtet hat. Mit seinen beiden Treffern, im Durchschnitt aus gefühlten 80 Zentimetern erzielt, ließ und lässt er den HSV und seine Fans weiter von Europa träumen. (Ganz unabhängig davon, dass das für einige ein Albtraum wäre.)

Mario Gomez war es auch nicht, obwohl der – wenn auch gegen ein völlig überfordertes Hannover – unter Beweis gestellt hatte, was für ein Top-Stürmer er ist. Die Art, wie er seinen Körper einsetzt, um den Ball kurz vorm Torschuss zu behaupten, beeindruckt mich. Da sehe ich dann auch gern drüber hinweg, dass er den einen oder anderen Treffer eher reinstolpert.

Der Mann des Tages ist für mich Oka Nikolov. Der inzwischen 38-Jährige, für den Sprecher der NDR-Bundesligashow offenbar immer noch so unbekannt, dass der ihn „der ewige Okalov“ nannte, hielt seinen Kasten gegen Schalke sauber, hielt dabei sogar einen Elfmeter und parierte eine ganze Reihe Bälle, die von seinen jüngeren Kollegen höchstwahrscheinlich nicht alle gehalten worden wären. Am Ende des Spiels stand seinetwegen ein 1:0 seiner Frankfurter gegen die Knappen fest, weshalb die Eintracht trotz zuvor acht siegloser Spiele immer noch auf Kurs Europa ist. Und was macht dieser tadellose Sportsmann nach der Partie? Stellt sich vor die Mikros und spielt seine Leistung herunter und lobt sich nur minimal selbst, indem er sagt, dass er sich freue, der Mannschaft geholfen zu haben.

Ich bin wahrlich kein Fan der Eintracht, spätestens seit diesem Wochenende aber durchaus von Herrn Nikolov.

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