Das egalste Spiel der Saison.

Was soll ich großartig schreiben? Vielleicht: nichts. Denn am Wochenende steht ein Spiel auf dem Programm, das mich im Grunde genommen nicht interessiert.

Naja, „nicht interessieren“ ist vielleicht falsch ausgedrückt. Sage ich es so: Falls der HSV am Wochenende gegen die Bayern verliert, hält sich mein Schmerz in Grenzen. Auswärts beim FCB – was um Himmels Willen soll es da schon anderes geben als eine Watsch’n?

Ich rechne mit einem klaren 3:0 oder eventuell sogar mit einem 4:0 für die Bayern. Warum? Weil wir zu viele Nationalspieler haben, die noch von den Länderspieleinsätzen ausgelaugt sind. Weil ich den HSV kenne.

Wenn es also anders kommen sollte, werde ich das zur Kenntnis nehmen, mich eventuell sogar darüber freuen – je nach Ergebnis. Aber überbewerten werde ich das Spiel ganz sicher nicht. Und zwar ganz egal, wie die Partie ausgeht.

Bin ich nun kein richtiger Fan? Nun, wenn man nur dann einer ist, wenn man schlaflose Nächte oder schlechte Laune wegen einer Niederlage bei den Bayern hat, dann bin ich keiner. Damit kann ich dann aber leben.

Für mich gilt: Es ist das egalste Spiel der Saison.

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Sie können’s noch.

Gute vier Tage sind seit dem HSV-„Fußballspiel“ gegen den FC Augsburg vergangen. Ist seitdem etwas nennenswertes passiert?

Ja, es ist. Maxi Beister ist für seinen Hong-Kong-Pfui-Gedächtnistritt berechtigterweise für fünf Spiele aus dem Verkehr gezogen worden und musste heute via Facebook einen halbgaren Entschuldigungsversuch posten. Es täte ihm leid, es war ein großer Fehler, den er nie mehr begehen wird. Sicher, Maxi.

Und sonst? Nun, ich bin umgezogen. Ein von mir sehr geschätzer Twitterer, nennen wir ihn @DerPeder, war nicht in der Lage, Kommentare bei meinem alten Blogpost-Blog zu hinterlassen. Ich bin ja sehr flexibel und habe noch nicht so viele regelmäßige Leser – deshalb dachte ich mir, ziehe ich mit meinem Blog einfach mal hierhin um, importiere alle bisherigen Blogeinträge etc. pp.

Wehe Dir, liebe @DerPeder, wenn Du jetzt nicht regelmäßig kommentierst!

Fernab dieser Tatsache – und das ist der wichtigste Grund diesen ersten Posts auf der neuen WordPress-Plattform – hat sich unser aller HSV heute aus der Krise geschossen. Europa, wir kommen. Bayern, wir fegen Euch zu Ostern aus dem Stadion. In einem 4 x 10 Minuten dauernden Testspiel gegen die eigene U23 reichte es zu einem lockeren 3:1-Erfolg. Die Tore für die Profis schossen Dennis Aogo, nochmal Dennis Aogo und Mattia Maggio. Den Gegentreffer steuerte George Kelbel bei. Das Erfreulichste an dem Kick: Michael Mancienne wurde eingesetzt. Endlich hat unser Hübscher seine Verletzung auskuriert. Damit steigen die Chancen, dass Jeffrey Bruma gegen die Bayern zumindest nicht die vollen 90 Minuten ran muss.

Das war’s. Wer haut den ersten Kommentar raus? Du vielleicht, @DerPeder?

Die Liga, in der keiner nach Europa will

Freunde, heute gibt es den besten Text, den Ihr jemals auf diesem Blog gelesen habt. Es handelt sich um einen Gastkommentar des von mir sehr geschätzten @xxlhonk
Lest, was er zu sagen hat:
Die Liga, in der keiner nach Europa will
Die Bundesliga ist diese Saison schon komisch. Komisch aber weniger im Sinne von lustig, sondern mehr im Sinne von… komisch. Vorne zieht der FC Bayern endlich mal wieder einsam seine Runden, dahinter kommt erst einmal …nichts. Dann …. noch mal nichts. Irgendwann taucht dann der noch amtierende Doublesieger aus Dortmund auf Platz 2 auf. Mit 20 Punkten Rückstand nach 26 Spieltagen. 20 Punkte. Nach 26 Spieltagen…
So kann der FC Bayern am 27ten Spieltag bereits Deutscher Meister werden und der HSV mal wieder an einer Meisterfeier teilnehmen. Sehr überzeugend, die Bayern. Genau wie Dortmund, zumindest in der Champions League. Doch was kommt dann? Dann kommt Leverkusen und mit 6 weiteren Punkten Abstand dann Frankfurt mit 39 Punkten. Diese Saison ist Platz 4 der erste Platz im Mittelfeld, das wohl fast bis Platz 15, den Fortuna Düsseldorf innehält, geht. Der Abstand zwischen Platz 1 und  4 beträgt 30 Punkte, der zwischen Platz 4 und 15 ganze 10.
Der HSV hat mit 38 Punkten nur einen Punkt Rückstand auf den vierten Platz. Zur Erinnerung: Platz 4 bedeutet Champions-League-Qualifikation! Das ganz, ganz große Geld. Trilliarden Dollars, die es da zu holen gibt. Wie Gladbach es diese Saison gemacht hat. Aber ich schweife ab.
Auch das Torverhältnis ist in der Bundesliga ab Platz 4 eher fragwürdig. Es haben drei Teams außerhalb der Top 3 ein positives Torverhältnis mit +1, +2 und +4.
Stellt sich also die Frage: Ist die Liga so schwach oder einfach nur in der Breite so ausgeglichen? Ich tendiere zu schwach, wie man auch an den europäischen Vergleichen sieht, wo nur die beiden Topteams wirklich mithalten und sich behaupten konnten. So kommt es, dass man trotz nur eines Punktes aus den Heimspielen gegen den Tabellenletzten aus Fürth und den drittletzten Augsburg immer noch auf Champions-League-Kurs liegt. Oder Europa-League-Kurs? Oder doch nur im Niemandsland der Liga? Hätte, ich weiß, Konjunktiv zählt nicht, hätte man also gegen Fürth UND Augsburg gewonnen, wäre man jetzt 4ter mit 4(!) Punkten Vorsprung auf Platz 5. Hat man aber nicht. Weil Augsburg ja nicht Dortmund ist.  Und man hat zu Recht nicht gegen Augsburg gewonnen. Das sich unser „Trainer“ hinterher aufregt „…Freistoß heißt für jede unterklassige Mannschaft aus der Bezirksliga, dass sie gegen uns ein Tor schießen kann…“ ist für mich die Bestätigung meiner These:
Trainer raus.
Denn Standards kann/muss man trainieren. Vorne, wie hinten. Aber wenn man seit eineinhalb Jahren immer noch nichts dagegen gemacht hat, sollte man vielleicht doch lieber Bezirksligaklubs trainieren. Von den anderen Defiziten will ich gar nicht reden. Höchstens eine Frage stellen, die der – Twitterer SvenGZ nach den Auswechslungen stellte: „Warum wechselt er (der Trainer) kurz vor Schluss Kopfballspieler ein und die, die die Flanken schlagen sollen, aus?“ Dass ein eingewechselter Innenverteidiger in der Schlussminute mal ein Tor gemacht hat, soll es gegeben haben. Damals bei Otto Rehhagel. Wenn das der Notplan unseres Trainers bei Rückstand ist und er hat das schon ein paar Mal erfolglos versucht – dann gute Nacht. Wenn dann noch ein Fehleinkauf a la Berg „schmerzlich“ vermisst wird, ist es um den HSV wohl  sehr schlimm bestellt. So schlimm, dass man wohl kaum an Europa, sondern mehr an Klassenerhalt denken sollte. Und wenn ich mir die anderen Truppen anschaue, geht das vielen Teams so.
Und daher bleibe ich bei meinen Meinungen, dass a) die Bundesliga die Europapokalplätze drei bis sechs zurückgeben und b) der HSV bitte nicht in den Europapokal kommen sollte. Wenn man zu Hause nicht mal gegen Fürth oder Augsburg gewinnt, wie will man dann gegen Antschi, Borisov und Co. in der EL bestehen? Und warum?
Höchstens wegen der erstklassigen Fans. Die alle zwei Wochen wieder kommen. Warum auch immer.
Nur der HSV

Spitzenspiel, vor der Tür stehend.

Auch nicht so übel.

Normalerweise passiert es dem gemeinen HSV-Fan eher zu Saisonbeginn, beziehungsweise dort ist die Chance am allergrößten, dass eine Begegnung, in der sein blau-weiß-schwarzer Verein mitspielt, zum Spitzenspiel ausgerufen wird.

Nun steht der 26. Spieltag an – und ein Spitzenspiel vor der Tür. Und der HSV ist ein Teil dessen.

Spitze – was ist das eigentlich? Dass der HSV am vergangenen Wochenende einen für mich unerwarteten und nicht eingeplanten Sieg eingefahren hat, finde ich beispielsweise spitze. Weniger spitze war die Art und Weise, wie der Sieg zustande kam. Nämlich nicht überzeugend. Immerhin: Mein Artjoms Rudnevs, den – ich betone es gern – ich auch in Zeiten der Krise stets für einen saustarken Stürmer gehalten habe, hat ein wahres Traumtor geschossen. Das war wieder äußerst spitze. Aber ich schweife ab.

Bundesliga-Spitze, das bedeutet für mich das obere Tabellendrittel. Am kommenden Samstag treffen sich im Volkspark zwei Teams aus ebendieser: Der HSV ist Vierter, der FC Augsburg Sechster. Der Rückrundentabelle. Die wiederum hat für mich in Sachen Form eine deutlich höhere Aussagekraft als die Gesamttabelle, auch wenn letztere natürlich am Ende entscheidend ist.

Die viertbeste Rückrundentruppe empfängt also die sechstbeste. Was bedeutet das? Nun, für mich: Ein Heimsieg ist nicht selbstverständlich. Falls es dennoch mit einem Sieg gegen die Augsburger hinhauen sollte, glaube ich sogar wieder ein bisschen daran, dass Platz sechs erreicht bzw. gehalten werden kann. Denn das Restprogramm ist: in Ordnung. Gut, gegen die Bayern, Schalke und Leverkusen muss man damit rechnen, dass man am Ende den Kürzeren zieht.

Aber dann sind da noch weitere fünf Partien, in denen es gegen Mannschaften geht, vor denen man sich nicht verstecken muss. Schon gar nicht, wenn man so einen Dusel hat wie kürzlich. Zuhause gegen Freiburg, Düsseldorf und Wolfsburg, in Mainz und Hoffenheim – da darf gern gewonnen werden. Mit diesen 18 Punkten (der Dreier gegen Augsburg ist da schon eingerechnet) hätte der HSV am Ende 56 Zähler. Ein Wert, der in der vergangenen Saison locker zum Erreichen eines internationalen Wettbewerbs gereicht hat.

Doch ganz egal, ob es am Ende reichen wird oder nicht: Allein die Tatsache, dass ich zu diesem Zeitpunkt der Saison noch rechnen und dabei nach oben schielen darf, stimmt mich froh. Es gab auch mal andere, viel schlechtere Zeiten. Und die sind noch gar nicht so lange her.

Zum Spiel in Stuttgart.

Was soll ich sagen, was ich in den letzten Tagen nicht schon über den HSV gesagt hätte? Eben: nichts.

Dass es nichts mit Europa wird, steht für mich nun fest. (Nun ja, es bleibt eine Resthoffnung. Woraus sich diese nährt, weiß ich allerdings nicht.) Denn derzeit traue ich ihm, so leid es mir tut und so schade ich es finde, nichts zu.

Weil nun am Wochenende gegen den VfB Stuttgart gespielt wird, jenem Klub, dem der Chef-Reimer und Premiumblogger Heinz Kamke besonders zugetan ist, habe ich versucht, den von mir befürchteten Spielverlauf im Reimform niederzuschreiben. Man möge mir etwaige Holprigkeiten verzeihen. Hauptsächlich wollte ich auf diese Weise nur dem eben angesprochen Herrn Kamke huldigen.

Nun denn:

Recht nahe dem* Cannstatter Wasen,
auf heiligem Stuttgarter Rasen,
wird Hamburg statt siegen,
auf’s Fresserchen fliegen.
Ich fürchte, es sind nicht nur Phasen.
Der Annahme Grund ist – wie bitter –
die Form der Hamburger: Gezitter
statt ’ner Brust, die so breit,
wie Beth Ditto ihr Kleid.
Ich fürcht’, es gibt Toregewitter.
Nun ja. Ich hoffe, es war nicht ganz schlecht. Und ich hoffe, ich habe Unrecht.

* In einer früheren Version stand hier „der“. Ich habe es nicht besser gewusst. Ich schäme mich. Danke für die Hinweisgeber.

Übersprunghandlung.

Es ist noch gar nicht so lange her.

Da schrieb ich hier in diesem Blog, dass ich nur dann daran glaube, dass der HSV Chancen auf die Qualifikation für die internationalen Wettbewerbe hat, wenn er erst in Hannover und anschließend zuhause gegen Greuther Fürth gewinnt.

Nun: Beides ist nicht geschehen. Und da ich ja nur dann ein Stück weit dran geglaubt hätte, wenn beides eingetreten wäre, letztlich sich aber nicht einmal eines davon zugetragen hat, habe ich also doppelte Gewissheit: Mit dem HSV und Europa wird das mal wieder nichts.

Ich sollte mich darüber ärgern, fiebere ich doch mit dem Verein mit und gönne ihm nur das Beste: Tolle, internationale Begegnungen mit starken, angesehen Mannschaften, die auf eine ebenso erfolgreiche (oder sogar bessere) Historie wie der HSV zurückblicken. Das Komische aber ist: Ich ärgere mich kein Stück. Nein, vielmehr macht sich eine Art von Erleichterung breit. Denn in der Europa League gibt’s, wenn man mal genauer hinsieht, doch eh nur recht wenige Teams, wegen derer man sich die Teilnahme an internationalen Wettbewerben wirklich wünscht. Nichts gegen AIK Solna, NK Maribor oder Maritimo Funchal. Aber es sind eben nur AIK Solna, NK Maribor oder Maritimo Funchal. Und nicht der AC Mailand, Manchester United oder der FC Barcelona.

Wenn es eine Erkenntnis gibt, die ich schon jetzt aus dieser Bundesligasaison ziehen kann, dann diese: Es wird immer leichter, sich für die Champions League zu qualifizieren. Klar, da sind die Bayern und der Verein mit diesem unsagbar unsympathischen Trainer, die zwei Plätze reserviert haben. Aber dann? Im Grunde fängt das Mittelfeld der Tabelle bei Bayer Leverkusen an. Der HSV ist, wie besonders in den vergangenen beiden Partien eindrucksvoll unter Beweis gestellt, Mittelmaß und steht folgerichtig genau dort, wo er hingehört. In diesem Jahr ist er einfach noch zu schwach, um sich für internationale Aufgaben zu empfehlen.

Gern überlasse ich als Fan also in der nächsten Saison den anderen Klubs das Feld. Sollen doch Eintracht Frankfurt, der SC Freiburg und Schalke 04, vielleicht sogar Mainz 05 gegen AIK Solna, NK Maribor oder Maritimo Funchal ran. Irgendwann wird sich die Doppelbelastung bemerkbar machen. Und dann muss der HSV da sein. Als ausgeruhte, hoffentlich gereifte und bitte, liebe Verantwortliche, nicht ausverkaufte Mannschaft die Schwächen der anderen Klubs konsequent ausnutzen. Und Punkte gewinnen, die er in dieser Saison noch allzu regelmäßig liegenlässt.

Dann könnte – siehe meine Erkenntnis, dass es immer leichter wird, sich für die Champions League zu qualifizieren – die Europa League übersprungen werden. Für Übersprunghandlungen ist der HSV ja bekannt. Das wäre mal eine, mit der ich leben könnte.