Europa und die Neuen.

Nein, ich werde nicht anfangen zu träumen.
Hier in Hamburg, beim HSV, ist es verboten, über „Europa“ nachzudenken. Und noch bin auch ich nicht so weit.  Ich würde frühestens darüber nachdenken, ob es eventuell tatsächlich klappen könnte, Platz sechs zu erreichen, wenn:
1.)  am kommenden Wochenende gegen Hannover 96 gewonnen wird.
2.)  am darauffolgenden Wochenende gegen Greuther Fürth gewonnen wird.
Dann nämlich hätte die Nummer eins im Norden vier Spiele hintereinander den Platz als Sieger verlassen – bei einer solchen Serie, einem damit herausgearbeiteten, kleinen Punktepolster auf den Siebtplatzierten und nur mehr zehn Spielen vor der Brust muss es zumindest theoretisch in Betracht gezogen werden dürfen, dass sich der HSV für das internationale Geschäft qualifiziert.
Zumal die Spieler selbst Blut geleckt haben. Der derzeit verletzte Innenverteidiger Michael Mancienne twitterte neulich so etwas wie „Europe, here we come“ – vor der Partie gegen Mönchengladbach, wohlgemerkt. Und Rafael van der Vaart verriet nach eben dieser Begegnung: „Natürlich schaue ich auf die Tabelle.“
Überhaupt macht es derzeit mal wieder richtig Spaß, HSV-Anhänger zu sein. Denn die Zukunft ist zwar nicht rosig, doch die nächste Saison verspricht jetzt schon einiges. Tolle „Neue“ zum Beispiel: Als Zugänge stehen schon vier Spieler fest, auf die ich mich freue. Paul Scharner kehrt von Wigan Athletic zurück und wird darum kämpfen, der Mann neben Heiko Westermann in der Innenverteidigung zu werden. Als seine Konkurrenten sehe ich Michael Mancienne und Slobodan Rajkovic. Dass Jeffrey Bruma noch eine Rolle beim HSV spielen wird, glaube ich nicht.  Seine Ausleihzeit läuft aus, und er hat sich in der jüngsten Vergangenheit nicht gerade für einen Vertrag beworben.
Jonathan Tah, dieser Bär von einem Mann mit gerade einmal 17 Lenzen, darf mit den Profis trainieren und erste Erfahrungen im Profibereich einholen. Eingesetzt werden soll der Innenverteidiger aber zunächst noch in er U23. Meine Prognose: Der wird mal einer. Vielleicht bekommt er in der Rückrunde ein paar Einsätze.
Kerem Demirbay kommt vom Dortmunder Nachwuchs und ist mit einem Vierjahresvertrag ausgestattet worden. Es gibt einige, die behaupten, dass die Tatsache, dass man sich diesen Mann schnappen konnte, den BVB mehr geärgert hat als die beiden Niederlagen in der Bundesliga. Bei so viel Lob ist die Vorfreude groß, auch wenn ich noch nicht recht weiß, welchen Spieler aus dem aktuellen Kader Demirbay verdrängen soll.
Schließlich und endlich kommt Hakan Calhanoglu vom KSC zurück. Zurück? Ja. Eigentlich gehört der uns längst, wir haben ihn nur nochmal verliehen, damit er noch ein wenig reifen kann. Aber Achtung: Neulich hatte er eine Formkrise: In der Partie gegen Arminia Bielefeld war der offensive Mittelfeldspieler mal an keinem Tor beteiligt! Gibt’s doch nicht. Im Ernst: Der Spieler ist ein Juwel, vielen Dank, Herr Arnesen. (Ja, ich war schon immer davon überzeugt, dass die Arbeit Arnesens besser ist als ihr Ruf.)
Und wenn nun auch noch international gespielt werden darf… Ich kann es kaum erwarten, meinen Söhnen, die mit Ach und Krach die Bundesligatabelle kapiert haben, nun auch noch zu erzählen, „wie Europa geht“. Wie erwähnt: Es macht wieder Spaß, ein HSV-Fan zu sein.
Noch vor einem Jahr hätte ich nicht geglaubt, diesen Satz in einen Blog zu tippen. Und das liegt nicht daran, dass ich damals noch keinen hatte.
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