1:0.

Aufgrund einer wunderbaren Fügung war es mir vergönnt, das Spiel meines HSV gegen Borussia Mönchengladbach live vor Ort zu verfolgen. Ich bin nicht so häufig im Stadion – aus verschiedenen Gründen, die es hier aber nicht besonders zu erwähnen lohnt.

Dreimal habe ich mich am Samstagnachmittag besonders gefreut. In der persönlichen Wertung der Ereignisse zufällig genau entgegen der chronologischen Reihenfolge.

1. Als die Partie abgepfiffen und der Sieg damit amtlich wurde.

Es war bei weitem kein rauschendes Fußballfest. Gute Spielszenen blieben Mangelware, und der harmlose HSV hatte Glück, dass die Gladbacher nach ihrem Europapokalauftritt am Donnerstag offensichtlich zu wenig Zeit zur Regeneration hatten. Ich hätte gern gesehen, was eine fitte Borussia zu leisten imstande gewesen wäre.

2. Als der kleine Engel sich daran erinnert hat, wieviel Technik in seinem linken Füßchen steckt.

Auch objektive Spielbeobachter werden zugeben: Es war schon ein rechtes Traumtor, das der Rafael van der Vaart da in der ersten Halbzeit erzielt hat. Nicht viele Spieler in der Bundesliga schaffen es, so einen präzisen Bums rauszuholen. Schön, wenn man einen solchen Akteur in den eigenen Reihen weiß. Meine Begleitung, ein ausgewiesener Gladbach-Fan übrigens, was mir den Erfolg noch ein wenig versüßte, analysierte nach Schlusspfiff kurz wie treffend: „Das war ein typisches 0:0-Spiel. Mit Ausnahme des Tores.“ Dem füge ich nichts hinzu.

3. Als Jaroslav Drobny von den HSV-Fans bei seiner ersten Ballberührung frenetisch bejubelt wurde.

Ich bin vom Gros der Fans meines Vereins einiges gewohnt. Und oft nicht das beste. Umso erfreulicher war es, dass das Publikum sich zu Benehmen wusste, Drobny entsprechend warm empfing und wie eine Eins hinter ihm stand. Er dankte es mit einer soliden bis guten Leistung. Und hey: Wir haben wieder einen Zu-Null-Torwart. Ohne Übertreibung darf ich wohl behaupten: Wir haben den besten zweiten Keeper der Liga.

Irgendwie habe ich es ihm gegönnt, dass er der letzte HSV-Spieler war, der den Ball vor dem Schlusspfiff in kontrolliertem Besitz hatte. Auch, wenn es vielen völlig nebensächlich erscheinen mag – für mich hatte das eine Aussage. Das (große) Finale bleibt nunmal den Gewinnern überlassen.

Drobny war meiner.

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