Öztunali geht.

Ich finde das komisch. 

Heute morgen machte die Runde, dass Levin Öztunali, eines der größten Talente, die beim Hamburger SV in der Jugend herumlaufen soll, den Verein verlassen wird*. Dass Talente einen Verein verlassen, dem sie jahrelang angehört haben, passiert. Daran ist nichts Verwerfliches.

Bei Levin Öztunali ist das etwas anderes.

Levins Opa ist, das weiß wahrscheinlich jeder, kein Geringerer als HSV-Legende Uwe Seeler. Uwe Seeler hat drei Töchter, eine davon ist mit Mete Öztunali verheiratet. Eine andere mit Michael Schröder, dem ehemaligen HSV-Profi und jetzigem „Fußballabteilungsleiter“. (Habe gerage gelesen: Schröder ist mit einer Tocher der verstorbenen Dieter Seeler, Uwes Bruder, verheiratet. Ich meinte zu wissen, dass auch er ein Schwiegersohn Uwes ist. Sorry.)

Dass Schröder etwas damit zu tun hat, dass Öztunali, der Ältere, HSV-Scout wurde, ist ein offenes Geheimnis. Dass Öztunali, der Ältere, der Berater seines Sohnes Levin ist, ist kein Geheimnis, sondern Fakt.

Wie kann es nun angehen, dass der HSV dieses Jahrhunderttalent Levin Öztunali, dessen Vater Scout des HSV ist und dem HSV seit Jahren verbunden ist, nicht halten kann? Hat der Berater Öztunali zu hohe Forderungen gestellt, die Frank Arnesen nicht erfüllen mochte? Und wenn das so ist: Ist der Scout Öztunali dann noch für den Verein tragbar?

Ich bin ratlos.

* Seit wenigen Momenten ist bekannt: Bayer Leverkusen schnappt sich den Spieler. Aus Sicht Öztunalis wohl eine gute Entscheidung. Mit Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä verfügt der Klub über ein junges, dynamisches und nicht unerfolgreiches Trainerteam, das bekannt dafür ist, junge Spieler ins Team einbauen zu können. Schürrle, Bellarabi, Wollscheid, Carvajal, Lars Bender – die Herren sind das beste Beispiel. Dazu spielt Leverkusen einen hübsch anzusehenden Ball. In der nächsten Saison aller Voraussicht nach sogar in der Champions League. Schade für den HSV, den Spieler zu verlieren. Mach’s gut, Levin.

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3 Gedanken zu “Öztunali geht.

  1. Vorweg: Man kann nur spekulieren. Ich kann zumindest Levins Entscheidung (sofern es seine eigene war) nachvollziehen. Es ist für mich sicher, dass er bei dieser familiären Vorbelastung unter besonderer Beobachtung steht, mit ständigen Kommentaren und der Einflussnahme von Opa Uwe (so ist das geschätzte Idol nun mal) rechnen muss. Das ist schwer auszuhalten. Talent hin oder her, ich halte den Wechsel jetzt für sinnvoll – wenn Levin eigene Leistungen als Profi erbracht hat, gibt es immer einen Weg zurück. Aber dann aufgrund seiner Leistung und nicht weil er Enkel ist.

  2. Mete hat laut Medienberichten auch in Leverkusen einen Job als Scout bekommen. Ich gehe mal ganz stark davon aus, dass sicher das Paket Sohn+Vater den Ausschlag gegeben hat und Leverkusen bessere Ressourcen hat Mete ein ordentlich üppiges Gehalt zusätzlich zu dem seines Sohnes zu zahlen.LG Kuehles_Blondes

  3. Wenn das so ist, hätte wieder mal ein Spielerberater über die Interessen seines Mandanten entschieden, nur, um seinen eigenen Vorteil zu sichern. Das finde ich in höchstem Maße bedenklich. Und gut seitens des HSV, dass er diesen Weg dann nicht mitgegangen ist.

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