Ein Gedanke zum HSV und zu Werder.

Ein gewonnenes Spiel.

Die Freude meinerseits war groß. Nicht, dass mich das wunderte. Ich mag „meinen“ Verein schließlich, und ich mag den Verein, gegen den am gestrigen Sonntag gewonnen wurde, nicht besonders. Letzteres war mal anders. Ich fieberte eine Zeit lang regelrecht mit. Damals, als der allerbeste Spieler unseres kleinen Amateurvereins dorthin wechselte, man ihm und aus Verbundenheit auch seinen Mitspielern zujubelte und – eine gute Tradition dieses Vereins – der Klub gern und oft ins gegnerische Tor traf und sogar ansehnlichen Fußball bot.

Lange ist es her.

Und irgendwann spielte dieser Verein auch nur noch ganz normalen Fußball, und unser Amateurklubspieler war auch nicht mehr dabei. Ob das miteinander zusammenhängt, kann ich nicht beurteilen, wahrscheinlich nicht.

Mein Interesse erlosch, und mehrere Faktoren sorgten dafür, dass aus Desinteresse Antipathie wurde. Nicht eine so große wie bei anderen Anhängern „meines“ Vereins, bei weitem nicht. Aber doch so, dass ich es bis heute besser finde, wenn dieser Verein verliert, als dass er gewinnt. Im Vordergrund steht jedoch immer, dass mein eigener Verein seine Spiele gewinnt.  (Das unterscheidet mich von einer ganzen Menge Fußballanhängern, viel mehr, als man so meint und/oder befürchtet. Ich kenne viele, für die die Ergebnisse des eigenen Lieblingsklubs egal oder zweitrangig zu sein scheinen. „Hauptsache, xy hat verloren.“)

Gestern nun kam beides zusammen. In einem Spiel. „Mein“ Verein hat gewonnen, der andere Klub hat verloren.

In einem Anflug von Euphorie ließ ich meine sonst souveräne Haltung fallen, und ich lachte Teile der Fangemeinde des anderes Vereins aus. Via Twitter. Ein schwacher Moment meinerseits, recht stillos, wie ich meine, rümpfe ich doch sonst gern meine Nase, wenn ich Anhänger „meines“ Vereins dabei zuhöre, wenn sie beispielsweise während einer Partie gegen die TSG 1889 Hoffenheim „Scheiß St. Pauli“ skandieren. Was soll das? Sollte man nicht jede Energie in den eigenen Verein stecken? Hauptsache dagegen? Tja, nun war ich kurzzeitig selbst einer dieser Menschen. Doof.

Schnell gelobte ich Besserung. Teils öffentlich, teils mir selbst. Mehr Contenance, weniger den anderen die lange Nase zeigen. Denn schließlich und endlich war es doch nur:

Ein gewonnenes Spiel.

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3 Gedanken zu “Ein Gedanke zum HSV und zu Werder.

  1. Ich bin da bei Dir.Ganz.Vor allem, weil ich nicht zu denen gehören will, die sich über die Schwäche ihres KOntrahenten definieren müssen/wollen.Ich bin es leid, auf Schwächeren rumzuhac… :-)Nein.Es war ein schöner Sieg. Einer der etwas besser schmeckt als einige andere.Aber es war ein Sieg. Und nur drei Punkte.Auch wenn jetzt einige etwas kleinlauter sein werden, in unserer TWittertimeline. und das finde ich großartig.Zumindest solange wir nicht drauf rumreiten.Denn eigentlich waren gestern beide Teams eher schwach.

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