Mach’s gut, und komm‘ gern wieder.

Nun ist er also weg*.

Nur verliehen, und deshalb nicht für ewig. Und doch irgendwie schade, dass er geht: Paul Scharner zieht es auf die englische Insel zurück und schließt sich für ein paar Monate Wigan Athletic an. Wieder mal.

Die Reaktionen auf den Wechsel waren innerhalb der HSV-Fangemeinde verschieden. Viele sind froh, dass er weg ist und hoffen, dass er wegbleibt. Ich teile diese Meinung nicht.

Klar, seine Statistiken sind unterirdisch: @Scharns33, wie er sich selbst auf Twitter nennt – und ich habe keine Ahnung, warum, finde aber, das klingt irgendwie nach österreichischem Schmäh und heiße es gut – kam in bisher vier Bundesligaspielen zum Einsatz. Dreimal eingewechselt, einmal von Beginn an, da aber schon nach 35 Minuten mit Gelb-Roter Karte berechtigt vom Platz geschickt, 49 Minuten Spielzeit. Die gesamten 90 Minuten schaffte Scharner jeweils in seinen beiden Einsätzen in der U23 des HSV, hierbei traf er sogar einmal ins gegnerische Tor. Das ist alles in allem, gemessen an den an ihn gestellten Ansprüchen: schäbig.

Und doch finde ich es schade, dass er geht.

Denn der Scharner Paul ist ein Typ. Kommt mit dem Radl zur Arbeit, obwohl es von Rahlstedt (für die Uneingeweihten: nicht gerade der bevorzugte Stadtteil für Fußball-Millionäre) bis zum Stadion rund 28 Kilometer sind. Bei schlechtem Wetter nimmt er halt die U-Bahn – sein Abo-Kärtchen wurde längst in der Zeitung mit den vier Buchstaben abgebildet. Er sagt seine Meinung, auch wenn diese nicht der Norm entspricht; auch, wenn er sich dadurch Ärger einfängt. Man erinnere sich an den August vergangenen Jahres, als er seine Karriere in der österreichischen Nationalmannschaft spontan beendete (und falls sich jemand nicht erinnert: es ist hier nachzulesen.). Hat eine lockere, unbekümmerte Art, die jedem Team guttut. Deshalb ist es schade, dass er gehen muss.

In England hat Scharner zweifelsohne einen besseren Ruf als hierzulande. In 207 Sielen für Wigan Athletic und West Bromwich Albion haben ihn die Anhänger seiner Klubs lieben und die Fans der anderen Vereine respektieren gelernt. 15 Spiele lang wird er nun für Wigan das machen, was er auch beim HSV so gern getan hätte: sich in jeden gefährlichen Ball reinschmeißen und dafür sorgen, dass die gegnerischen Stürmer verzweifeln.

Ich wünsche ihm dabei alles Gute. Und hoffe, dass er gestärkt zurückkommt und dem HSV beim Erreichen seiner Ziele weiterhilft.

*Nun ja. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Eintrags noch nicht offiziell. Aber fast.

Aktualisierung (31.1., etwa 16.00 Uhr):

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Ein Gedanke zum HSV und zu Werder.

Ein gewonnenes Spiel.

Die Freude meinerseits war groß. Nicht, dass mich das wunderte. Ich mag „meinen“ Verein schließlich, und ich mag den Verein, gegen den am gestrigen Sonntag gewonnen wurde, nicht besonders. Letzteres war mal anders. Ich fieberte eine Zeit lang regelrecht mit. Damals, als der allerbeste Spieler unseres kleinen Amateurvereins dorthin wechselte, man ihm und aus Verbundenheit auch seinen Mitspielern zujubelte und – eine gute Tradition dieses Vereins – der Klub gern und oft ins gegnerische Tor traf und sogar ansehnlichen Fußball bot.

Lange ist es her.

Und irgendwann spielte dieser Verein auch nur noch ganz normalen Fußball, und unser Amateurklubspieler war auch nicht mehr dabei. Ob das miteinander zusammenhängt, kann ich nicht beurteilen, wahrscheinlich nicht.

Mein Interesse erlosch, und mehrere Faktoren sorgten dafür, dass aus Desinteresse Antipathie wurde. Nicht eine so große wie bei anderen Anhängern „meines“ Vereins, bei weitem nicht. Aber doch so, dass ich es bis heute besser finde, wenn dieser Verein verliert, als dass er gewinnt. Im Vordergrund steht jedoch immer, dass mein eigener Verein seine Spiele gewinnt.  (Das unterscheidet mich von einer ganzen Menge Fußballanhängern, viel mehr, als man so meint und/oder befürchtet. Ich kenne viele, für die die Ergebnisse des eigenen Lieblingsklubs egal oder zweitrangig zu sein scheinen. „Hauptsache, xy hat verloren.“)

Gestern nun kam beides zusammen. In einem Spiel. „Mein“ Verein hat gewonnen, der andere Klub hat verloren.

In einem Anflug von Euphorie ließ ich meine sonst souveräne Haltung fallen, und ich lachte Teile der Fangemeinde des anderes Vereins aus. Via Twitter. Ein schwacher Moment meinerseits, recht stillos, wie ich meine, rümpfe ich doch sonst gern meine Nase, wenn ich Anhänger „meines“ Vereins dabei zuhöre, wenn sie beispielsweise während einer Partie gegen die TSG 1889 Hoffenheim „Scheiß St. Pauli“ skandieren. Was soll das? Sollte man nicht jede Energie in den eigenen Verein stecken? Hauptsache dagegen? Tja, nun war ich kurzzeitig selbst einer dieser Menschen. Doof.

Schnell gelobte ich Besserung. Teils öffentlich, teils mir selbst. Mehr Contenance, weniger den anderen die lange Nase zeigen. Denn schließlich und endlich war es doch nur:

Ein gewonnenes Spiel.

Bemerkenswerte Vereinsnamen (1)

Wer hat das nicht schon mal gemacht?

Sich über einen Vereinsnamen amüsiert, nur weil dieser nicht den gängigen Normen entspricht. Eine gängige Norm wäre etwa, einen Verein „1. FC Irgendwo“ zu nennen oder auch „Irgendwoer SV“.

Natürlich macht man so etwas nicht – über einen Vereinsnamen herziehen. Warum auch? Die nicht der Norm entsprechenden Namen sind doch in Wahrheit die viel schöneren. Heute stieß ich per Zufall auf den mir seit langem im Gehirn verankerten Vereinsnamen PEC Zwolle.

Dass Zwolle eine niederländische Stadt ist, war mir bekannt. Viel mehr aber auch nicht. Ich hatte keine Ahnung, dass der Verein früher PEC Zwolle hieß, dann aber 1990 bankrott ging und als FC Zwolle neugegründet wurde. Und im April des vergangenen Jahres wieder in PEC Zwolle umbenannt wurde.

Doch wofür genau steht nun dieses „PEC“? Ein Blick auf die englischsprachige Wikipedia-Seite brachte Aufschluss:

Aaaaah, ja. Prins Hendrik war mir ein Begriff, mein Niederländisch jedoch zu schlecht, um alles zu verstehen. Bei Twitter, diesem verrückten Medium, fand ich Hilfe. Ich fragte zwei Twitterer, von denen ich der Meinung war, dass sie des Niederländischen mächtig sind. Francois Duchateau war dann so nett, mir zu helfen.

Es war eine ausufernde und perfekte Erklärung, die ich hier gar nicht im exakten Wortlaut wiedergeben mag. Der Verein PEC, so weiß ich nun, ist aus der Fusion zweier Vereine entstanden: „Prins Hendrik“ und „Ende Despereert Nimmer“ („Und niemals verzweifeln“, an sich schon mal eine nette Bezeichnung für einen Sportverein) eben. Und so eine Fusion ist nichts weiter als eine „Combinatie“.

Schade fast, ich hatte mir insgeheim eine schaurig-schöne Geschichte über einen verzweifelten Prinzen erhofft. Na, da habe ich wohl PEC gehabt.

Wer soll so etwas denn wissen, herrje?

Spätestens seit „Wer wird Millionär?“ ist Deutschland ein Volk von Quiz-Fans. Der TV-Sender Eurosport ist sich nicht zu schade, auf diesen Zug aufzuspringen und erhofft sich durch sein Frage-und-Antwort-Spiel auf der firmeneigenen Homepage erhöhte Aufmerksamkeit durch den Surfer, zumindest aber den einen oder anderen Klick.

Aber mal ehrlich, liebe Internet-Gurus von Eurosport: Wenn Ihr Klicks wollt, dürft Ihr die Fragen nicht so schwer machen!

Klar, Ihr weist darauf hin, dass es sich um ein „Quiz für Tennis-Asse“ handelt und freut Euch ob der Doppeldeutigkeit des Wortes. Aber herrje: Wer zum Henker weiß denn wirklich, was ein „Break“ ist? Doch noch nicht einmal ausgewiesene Tennis-Asse! So wird das nichts mit den Klicks.

Spitze Spitznamen (1)

Kann man mal machen.

Ich habe keine Ahnung, wie und warum das mit den Spitznamen angefangen hat. Es muss in einer Zeit gewesen sein, als es vor Horsts, Wilhelms, Christians oder meinetwegen auch Thomas‘ oder Karl-Ottos nur so wimmelte. Und es – verschiedene Nachnamen hin oder her – einer phonetischen Unterscheidung bedurfte.

Nun ist es beim SV Babelsberg 03 so, dass außer dem Mannschaftsbetreuer niemand, nicht mal ansatzweise, Detlef heißt. Dieser Mann jedoch hat dennoch einen Spitznamen bekommen. Einen sehr schönen sogar. Was allerdings nicht unbedingt mit seinem Vornamen zu tun haben dürfte.

Wir machen das schon. Spielen Sie Fußball.

Wir kennen das.

Fußballvereine leisten sich heutzutage alles und jeden, damit es die Herren Profis im täglichen Leben leicht haben und sich ganz auf ihre Arbeit konzentrieren können. Ich erinnere mich da beispielsweise an einen Herrn B. aus H., der unter anderem die persönliche Post eines anderen Herrn B. aus H. öffnete. Nicht, weil der erste Herr B. aus H. auf das Postgeheimnis pfiff, sondern einfach nur deshalb, weil der zweite B. aus H. nicht dazu kam – so sehr konzentrierte der sich scheinbar auf seine Arbeit. Vielleicht war es ihm aber auch egal, dass er für Strom oder sonstige Kleinigkeiten zahlen sollte.

Nun ja.

Der FC Erzgebirge Aue denkt da noch einen Schritt weiter, wie ich unlängst bei einem abermaligen Blick in das aktuelle kicker-Sonderheft bemerkt habe. Wer posiert da zwischen dem Kapitän Rene Klingbeil und dem Torwarttrainer Russi Petkov? Richtig:

Die Auer leisten sich also einen mannschaftsverantwortlichen Zimmermann. Wieso ist darauf noch kein anderer Verein gekommen? Und wozu braucht man den? Bauen sich Fußballprofis ihre Betten im Allgemeinen selbst? Und was kommt als nächstes? Ein mannschaftsverantwortlicher Friseur (was angesichts mancher „Frisuren“ heutzutage ganz ratsam wäre)? Ich bin gespannt.

Volkswagen macht in Rallye.

Im Dezember war ich in Monaco.

Volkswagen nimmt seit 2013 — um genau zu sein: seit gestern — erstmals an einer Rallye-WM teil. Deshalb stellte der Automobilkonzern im Dezember 2012 bei frühlingshaften 14 Grad Außentemperatur seinen Renner und die drei dazugehörigen Teams vor. Ich war vor Ort und habe einen Artikel für das im Saarland wöchentlich erscheinende Magazin FORUM verfasst, der am 11. Januar 2013 abgedruckt wurde.

Wer ihn lesen möchte, braucht nur diesem Link zu folgen: Auf zu neuen Fahrten