Runderneuerung.

Ich bin ganz ehrlich: Ich habe jetzt schon wieder Lust auf Bundesligafußball. Und das, obwohl die Pflichtspiele der Saison 2015/16 noch nichtmal durch sind. (An dieser Stelle sei übrigens gesagt: Ich drücke in beiden Relegationsduellen den jeweiligen Gegnern der Zweitligisten die Daumen. So leid es mir für Nürnberg und Duisburg tut: Ich könnte es einfach nicht mit ansehen, wenn die Jungs und Damen von Eintr8-Podcast leiden müssten. Ebenso sehr wünsche ich mir, dass Ho-Ho-Hollerbach endlich mal einen Zweitligaklub trainieren darf.) Möglicher Hauptgrund der Vorfreude auf die kommende Saison kann sein, dass der HSV diesmal nicht in die Relegation muss. Und natürlich die Tatsache, dass endlich – oder wieder? – mal Tabula Rasa gemacht wird.

Will sagen: Der Kader wird runderneuert. Und diesmal zunächst: mit jungem Blut versorgt. Bzw.: Es wurden ein paar zu alte (Entschuldigung) und zu teure (tja) Spieler entfernt. Entfernt – dieses Wort halte ich für das richtige, da die Abschiede der Akteure nicht immer so abliefen, wie man sich das als Fan gewünscht hätte. Ihr wisst, was ich meine.

Unabhängig von den Umständen und Durchführungen der Abschiede geht es aber hier um die Wechsel als solche. Und die sehen derzeit wie folgt aus.

Es gehen:
Jaroslav Drobny (TW / 36 / Neuer Klub: unbekannt / ablösefrei)
Gojko Kacar (DM / 29 / unbekannt / ablösefrei)
Ivo Ilicevic (LM / 29 / unbekannt / ablösefrei)
Artjoms Rudnevs (ST / 28 / unbekannt / ablösefrei)
Ivica Olic (ST / 36 / unbekannt / ablösefrei)
Philipp Müller (ST / 21 / unbekannt / ablösefrei)

Es kommen:
Christian Mathenia (TW / 24 / Darmstadt 98 / 0,8 Mio. Euro)
Mohamed Gouaida (LM / 23 / Karlsruher SC / Leihe beendet)
Kerem Demirbay (OM / 22 / Fortuna Düsseldorf / Leihe beendet)
Matti Steinmann (ZM / 21 / Chemnitzer FC / Leihe beendet)
Zoltan Stieber (LM / 27 / 1. FC Nürnberg / Leihe beendet)
Bobby Wood (ST / 23 / Union Berlin / 4,00 Mio. Euro)

Natürlich ist nicht in Stein gemeißelt, dass die Leihspieler, die zurückkommen, auch tatsächlich im Kader verbleiben werden. Ich glaube tatsächlich sogar, dass die Chancen auf einen Verbleib bei der Mannschaft bei allen vieren äußerst gering sind. Dennoch gehören sie erstmal dazu.

Deshalb sehe ich es – aus meiner Sicht als Fan und Laie und ohne vorzugeben, ich hätte großartiges Insiderwissen, einen Maulwurf an prominenter Stelle oder gar eine Quelle, die ich nicht preisgeben dürfte – so:

Der durchschnittliche uns verlassene Spieler ist knapp 30 Jahre alt und wird keine großartigen Topklubs an der Angel haben, tendenziell also einen noch schlechteren Verein finden und schlechter verdienen als bisher. (Eine Ausnahme mag Philipp Müller sein, den ich hier gern mal hätte spielen sehen – ihm wünsche ich alles Gute und dass er seinen Weg gehen und Karriere machen wird.) Der durchschnittliche Neuzugang ist knapp über 23 Jahre alt und verdient deutlich weniger Geld als die sechs Spieler, die den HSV verlassen – selbst wenn ich mir vorstellen kann, dass man Bobby Wood jetzt nicht für ’n Appel und ‘n Ei in den Volkspark gelotst hat.

Im ersten Schritt wurde der Altersschnitt also um etwa sechs Jahre gesenkt und der Etat entlastet. Die knappen fünf Millionen Euro, die als Ablöse herhalten mussten, dürften etwa der Hälfte der Gehälter entsprechen, die unsere neuesten Exspieler kassiert haben.

Kurzum: Mit dem bisherigen Transferergebnissen bin ich zufrieden.

Klar ist, dass noch mehr passieren muss. Falls es die Innenverteidiger Emir Spahic oder Cleber Reis irgendwo hinziehen sollte, braucht es Ersatz, wenn Kerim Carolus noch nicht so weit sein sollte. Ich hoffe, dass der Klub dann ähnlich verfährt wie bisher: Sich nicht aus den allerobersten Regalen bedient, sondern jüngere Spieler mit Entwicklungspotenzial holt. Auch einen linken Verteidiger sähe ich noch gern, aber: Das wollen 80% aller Vereine, und da wir finanziell nicht auf Rosen gebettet sind, ist die aktuelle Variante mit Sakai auf links oder rechts, je nachdem, ob Diekmeier oder Ostrzolek gerade mehr schwächeln, ok.

Im Mittelfeld hoffe ich darauf, dass Gideon Jung zum Stammspieler wird. Er und Holtby wären meine erste Wahl auf der Sechs, da Ekdal zu … verletzungsanfällig ist. Mit Freude habe ich zur Kenntnis genommen, dass Nabil Bahoui gegen Augsburg an zwei Toren maßgeblich beteiligt war. Sollten wir tatsächlich mal wieder einen Spieler haben, der Ecken treten kann? Ich mag es kaum glauben. Aber: Die kommende Saison muss seine werden, sonst sind seine Tage hier gezählt, befürchte ich. Gut, dass Ilicevic weg ist – er hätte wohl öfter Einsatzzeiten bekommen. Nun kann Bahoui zeigen, ob er sich entwickeln kann. Auf rechts ist Nicolai Müller gesetzt, gar keine Frage. Ein bisschen Sorge macht mir die Zentrale. Ich mag Hunt sehr, aber auch er wird nicht jünger und robuster. Ich hoffe, dass Michael Gregoritsch sich nochmal steigert und das, was er bisher ansatzweise zeigte, konsequent leisten kann.

Und vorn? Es klingt hart, aber: Ich würde mich freuen, wenn Schipplock und Lasogga schnell anderswo unterkommen würden. Wir haben mit Wood eine Ein-Mann-Büffelherde, dazu Batuhan Altintas, der mehr Einsatzzeiten bekommen sollte. Und: Falls Schippo und PML gehen sollten, hätte man noch ein paar Taler übrig, um einen dritten Stürmer zu holen, der wettbewerbsfähig ist und kein Chancentod oder ewig schulterverletzt.

Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Und habe jetzt schon wieder Lust auf die neue Saison, aber das sagte ich ja schon.

Nur keine Panik

Hallo, liebe Freunde des gepflegten Passspiels.

In letzter Zeit ist es hier ja ein wenig ruhiger geworden. Vor allem liegt das daran, dass ich seit dieser Saison drüben bei BLOGTRIFFTGALL blogge.

Nun nutze ich dieses Forum hier aber doch mal – ich habe das Gefühl, mit den 140 Zeichen drüben bei Twitter käme ich nicht hin. Und genau aus diesem Grunde habe ich dieses kleine Projekt hier ja auch überhaupt ins Leben gerufen. Der Titel mag es verraten.

Nun denn.

Ich registriere eine gewisse Panik bei den HSV-Fans und bei denen, die – sei es privat oder beruflich – über den HSV berichten. Und möchte allen ein „Entspannt Euch doch mal“ zurufen.

Der HSV hat sich die Dienste Josip Drmics für den Rest der Rückrunde gesichert. Das ist doch zunächst einmal erfreulich. Aber der Junge wird schon jetzt in der Luft zerrissen, ohne auch nur einmal für den HSV am Ball gewesen zu sein. Der könne nichts, der verdient zu viel. Tja. Er ist Schweizer Nationalspieler, und seine bisherigen Statistiken gefallen mir, möchte ich entgegenbringen.

Der Transfer mache keinen Sinn, lese ich. Wirklich nicht? Fakt ist, dass Bruno Labbadia weder Ivica Olic noch Batuhan Altintas noch Sven Schipplock ernsthaft zutraut, an Pierre-Michel Lasogga vorbei zu ziehen oder ihn zu ersetzen, falls er verletzt ist. Und genau das ist der Grund, warum hier, im Sturm, dringend nachgebessert werden musste. Insofern: ein sinnvoller Transfer. Dass die Baustelle auf anderen Positionen, etwa auf Linksaußen, größer ist, steht auf einem anderen Blatt. Mal sehen, was heute, am Schlusstag des Wintertransferfensters, noch dort geht. Der Plan B zu Mané war Drmic aus meiner Sicht jedenfalls nicht.

Was die bisherigen Auftritte unseres HSV in der Rückrunde angeht: Auch hier muss man keine Panik schieben, wenn man es nicht unbedingt will. Der Auftritt gegen die Bayern war naja bis ok, der gegen Stuttgart furchtbar. Und exakt so war es in der Hinrunde. Nach diesen beiden Spielen darauf zu schließen, dass der HSV schon jetzt als erster Absteiger feststeht (ja, das habe ich gelesen!), halte ich für verfrüht.

Ich gehe davon aus, dass der HSV auch in dieser Rückrunde, in den verbleibenden 15 Partien, Punkte einfahren wird. Sicher nicht gegen Dortmund, Lverkusen oder Gladbach, aber vielleicht gegen Hannover, Hoffenheim und Ingolstadt. Im HSV-Talk vom Sven habe ich neulich prognostiziert, dass der HSV noch 15-17 Punkte holen wird, und das dies reicht, um mindestens 15. zu werden. Dabei bleibe ich.

Es ist Fußballzeit.

Nun also endlich. Alle Testspiele sind vorüber, die erste DFB-Pokalrunde, die für viele auch eher unwichtig ist, da der eigene Verein entweder rausfliegt oder man diese nur als Zwischenstation zum Finale sieht, liegt ebenfalls hinter uns. Kurzum: Jetzt gilt’s. Für mich einmal mehr: in doppelter Hinsicht.

Da wäre einerseits der HSV. Ihr wisst schon: Der HSV, der mich seit Jahren so unpfleglich behandelt, mich immer wieder kopfschüttelnd zurücklässt, auch mal enttäuscht. Er wird wieder eine Grottensaison abliefern. Vermutlich werde ich irgendwann im April 2016 mehr oder minder ausufernd erklären, warum er diesmal tatsächlich absteigt. Um mich im Mai darüber zu freuen, dass ich Unrecht hatte.

Ich werde den HSV auch in der kommenden Saison bloggend begleiten. Allerdings wird es diesbezüglich eine Veränderung geben. Wie diese Änderung genau aussehen wird? Darüber sage ich jetzt noch nichts.

Was ich aber unbedingt vor dem ersten Spiel loswerden möchte: Meine Prognose zur Aufstellung. Wochenlang habe ich gemutmaßt und geraten, nun lege ich mich für die Partie gegen den FC Bayern fest. Beginnen wird folgende Elf:

Adler – Sakai, Djourou, Spahic, Ostrzolek – Diaz, Ekdal, Holtby, Ilicevic, Olic – Lasogga

Das ist nicht unbedingt meine Lieblingsstartelf, aber die, die ich erwarte.

Andererseits ist da meine kicker-Managerliga. Ich habe in dieser Saison wieder die alte „kick&tweet“-Liga aufleben lassen. Was soll ich sagen? Sie ist proppevoll geworden, was mich sehr freut. 100 Menschen, von denen die meisten hier aufgeführt sind, messen sich in der „Interactive“-Variante miteinander, spielen Trainer und Sportdirektor in Personalunion. Mein Kader sieht übrigens so aus:

Bildschirmfoto 2015-08-13 um 17.26.16

Für den HSV wie für die Managerliga gilt: Ich freue mich, dass es endlich wieder losgeht. Blut, Schweiß, Tränen werden fließen, es wird gepöbelt, geliebt, geschrien, gestreichelt und gefeiert. Es wird analysiert, kolportiert, demontiert. Es wird… ach, Ihr wisst schon:

Es ist Fußballzeit.

Der HSV-Kader (5)

Au revoir, Jacques Zoua.

Deine Zeit beim HSV stand unter keinem guten Stern.

Zur Saison 2013/14 kamst Du für 1,5 Millionen Euro vom FC Basel zu uns, womöglich erdrückten Dich die Summe und auch die Vorschusslorbeeren, mit denen Dich Dein Trainer Thorsten Fink und Dein Sportdirektor Oliver Kreuzer geschmückt haben. Letzterer wusste, dass Du trotz Deines jungen Alters – 21 seinerzeit – schon „viele Erfahrungen in der Super League gesammelt“ hast, Ersterer hielt Dich gar für einen „Schnapper“ und sagte über Dich: „Ich weiß, was er kann. Ich habe ihn zweieinhalb Jahre als Spieler gehabt.“

Was immer Fink und Kreuzer in Dir gesehen oder zu sehen geglaubt haben – Du konntest es nicht zeigen. Technisch bist und warst Du irgendwo zwischen Jürgen Klinsmann und Artjoms Rudnevs einzuordnen, vom Esprit her wohl auch. Nach einer Saison, in der Du auf 27 Einsätze gekommen bist und in der Dir zwei Treffer geglückt waren, verlieh Dich der HSV in der Saison 2014/15 an den türkischen Klub Kayseri Erciyesspor. Dort hattest Du am Ende des Engagements respektable acht Tore in 23 Spielen vorzuweisen.

Beim HSV, zu dem Du anschließend zurückkehrtest, gab man Dir dennoch keine Chance mehr. Zurecht, wie ich leider konstatiere. Die Konkurrenz (siehe unten) ist für Dich schlicht zu groß. Aber ich freue mich, dass es einen Markt für Dich gibt: Ich las vom Interesse mehr als eines Vereins. Nun wechselst Du in die französische Ligue 1, zum Aufsteiger GFC Ajaccio. Nach „Abfindungen kassieren und kurz darauf einen neuen Verein präsentieren“ sind „Wechsel zu Aufsteigern in die höchste Spielklasse“ offensichtlich der neue heiße Scheiß – siehe van der Vaart und wohl auch Westermann.

Ich wünsche Dir viel Erfolg, dass Du Dich weiterentwickelst und Deinem neuen Team zu dem verhilfst, was es sich erträumt.

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel, Andreas Hirzel

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Gojko Kacar, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic, Albin Ekdal

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Michael Gregoritsch, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Batuhan Altintas, Sven Schipplock

Bundesligaabschlusstabellentipp

Angestachelt von Ned Fuller, der hier vor kurzem seine wunderbare Bundesligasaisonvorschau veröffentlicht hat, möchte auch ich meine diesbezügliche Prognose zum Besten geben. Wobei das im Grunde Quatsch ist: Ich bin nicht angestachelt, sondern eher daran erinnert worden, dass es ja mal wieder an der Zeit für (m)einen Blick in die Glaskugel wäre. Also bitte nicht falsch verstehen, ich meine das durchaus positiv.

Im Gegensatz zum Vorjahr gibt es hier bei mir eine kleine Veränderung. Habe ich seinerzeit noch ein Geduldspiel aus meiner Tabelle gemacht, in dem ich mich eher stückweise zu den Vereinen geäußert und diese dann in das Tableau eingeordnet hatte, haue ich diesmal alles komplett heraus. Das hat verschiedene Gründe, unter anderem den, dass ich nicht Jahr für Jahr dasselbe machen möchte (so wie der HSV). Oder dass ich bald in den Urlaub fahre. Oder, oder, oder.

Entscheidende Faktoren für die Einordnung der Klubs in die Tabelle sind übrigens wie immer meine subjektive Bewertung der aus meiner Sicht relevanten Zu- und Abgänge, gewisse Sym- und Antipathien und vor allem mein Bauchgefühl. Dieser Mix führt mich zu folgender Prognose:

1.) Bayern München
Ja, es ist langweilig, die Bayern auf Platz eins zu tippen. Nein, es ist nicht zu vermeiden. Denn sie werden nun mal Meister. Die zehn Punkte, die der FCB 2014/15 Vorsprung hatte, waren einzig und allein deshalb nur zehn Punkte, weil die Saison eben so lief, wie sie lief. Die Münchner haben ihren Erfolg, der auch daraus resultierte, dass sich die „Konkurrenten“ die Punkte gegenseitig wegnahmen, am Ende verwaltet, taten nur noch das Nötigste und manchmal sogar noch weniger. Drei Niederlagen in Folge wie an den Spieltagen 31 bis 33 wird es in dieser Saison nicht nochmal geben. Die Verluste sind bis auf den Bastian Schweinsteigers sportlich irrelevant. Und mit Douglas Costa und Arturo Vidal kommen jetzt auch keine ganz Schlechten an die Isar. Und sowieso wird Julian Green einschlagen wie eine Bombe.

2.) VfL Wolfsburg
Weil es niemand anderer tut, klopfe ich mir selbst auf die Schulter: Ich habe den VfL schon vor der vergangenen Saison als Vizemeister gesehen. Auch diesmal holt er Platz zwei. Was fast ein wenig ärgerlich ist, denn die Mannschaft ist sehr ausgewogen und homogen zusammengestellt worden, verfügt über einen qualitativ hochwertigen Kader und hat diesen mit Max Kruse noch einmal verstärkt. Abzüge in der Karma-Wertung gibt’s für die Personalie Xizhe Zhang (Gedächtnisprotokoll: „Nein, das ist kein Marketing-Gag, er soll uns sportlich weiterhelfen.“).

3.) Bayer Leverkusen
Mein Freund Frank möge es mir verzeihen: Ich bin kein großer Leverkusen-Fan. Das liegt aber nicht daran, dass uns der Klub regelmäßig die Spieler wegkauft, sondern einzig und allein am schwer zu ertragenden Rudi Völler. Sollte er jemals den Verein verlassen, habe ich Leverkusen wieder lieb. Versprochen, Frank. Aus sportlicher Sicht sage ich: Gute Arbeit. Admir Mehmedi, Jonathan Tah, Kyriakos Papadopoulos (jetzt fest) und André Ramalho halte ich für starke Einkäufe. Hinzu kommt Weltmeister Christoph Kramer. Es geht auch schlechter. Abgegeben hat Leverkusen unter anderem einen unzufriedenen Gonzalo Castro, Stefan Reinartz, der nur in 17 Spielen zum Einsatz kam, und Josip Drmic. Simon Rolfes hat seine Karriere beendet. Die Qualität wurde enorm verbessert, weshalb ich Bayer auch die direkte Champions-League-Qualifikation zutraue.

4.) Borussia Mönchengladbach
Gladbach ist Gladbach: Lieb, freundlich, stört mich nicht. Dort wird hart und exzellent gearbeitet. Ich habe das Gefühl, dass Neuzugang Josip Drmic sehr gut ins System passt. Königstransfer für mich ist Lars Stindl, der in Hannover überragend gespielt und sich diesen persönlichen Aufstieg verdient hat.

5.) Borussia Dortmund
Dortmund wird besser abschneiden als in der vergangenen Saison und am Ende sogar vor Schalke landen. Trotz Tuchel, den ich für überschätzt halte. Oder sage ich es so: Er hat noch nicht bewiesen, dass er der Trainer ist, den viele in ihm sehen wollen. Und nein, meine Meinung habe ich nicht deshalb, weil es mit dem HSV nicht geklappt hat. Dass Dortmund am Ende auf Rang fünf einlaufen wird, liegt zum einen daran, dass es „gewarnt“ ist und dort niemand mehr glauben wird, dass es irgendwann von selbst laufen wird, stimmen die Ergebnisse mal nicht. Und zum anderen daran, dass es durch die Abgänge nicht an Qualität eingebüßt hat. Ich bin gespannt, ob sich Jonas Hofmann endlich durchsetzen kann.

6.) Schalke 04
Die Gelsenkirchener machen mir in diesem Transfersommer besonders Spaß. Felipe Santana und seine Schussverletzung an der Hand, der verlorene Sohn Sidney Sam, der kommende Weltstar Thilo Kehrer – dagegen läuft beim HSV alles in geordneten Bahnen ab. Dann wird Sascha Riether verpflichtet, der mit seinen letzten drei Klubs abgestiegen ist. Wirklich gut ist der Kauf von Johannes Geis, der allerdings teuer war. Oh, und natürlich die Tatsache, dass Franco Di Santo nun nicht mehr in Bremen spielt. Ob André Breitenreiter der geeignete Trainer ist, wage ich zu bezweifeln. Immerhin: Er ist besser als sein Vorgänger, was aber wiederum kein Kunststück ist.

7.) 1. FC Köln
Dem Effzeh traue ich den größten Satz nach vorn zu. Das, was in Köln passiert, finde ich super. Sportdirektor Schmadtke tütet Transfers ein, ohne dass es jemand vorher mitbekommt. Und es sind nicht die schlechtesten. Leonardo Bittencourt kommt für wenig Geld aus Hannover, der meines Erachtens in Dortmund unterschätzte Milos Jojic bereichert das Mittelfeld, und wenn ein Anthony geht, kommt eben ein anderer. Dazu kommt Verteidiger Dominique Heintz aus Lautern – top. Genau wie Peter Stöger.

8.) 1899 Hoffenheim
Die TSG landet genau da, wo sie am Ende der Saison 2014/15 auch stand. Es ist halt schwer, einen Mann wie Roberto Firmino gleichwertig zu ersetzen. Aber: Markus Gisdol ist ein schlauer Mann. Ich nehme daher an, dass er diese Last auf mehrere Schultern verteilen wird. Einen 1:1-Ersatz hat er deshalb gar nicht erst holen lassen. Dafür den guten Jonathan Schmid aus Freiburg für die rechte Außenbahn, Fabian Schär und Pavel Kaderabek (für Andy „Kadera“ Beck, den es in die Türkei zog) für hinten. Mark Uth – auf den ich sehr gespannt bin – und der mir unbekannte, aber 2,2 Milioonen Euro teure Joelinton sollen vorn Anthony Modeste ersetzen, zudem erhält Kevin Volland eine noch offensivere Rolle. Kann alles hinhauen und für einen Sprung in der Tabelle sorgen. Muss aber nicht.

9.) VfB Stuttgart
Neben den Kölnern traue ich auch dem VfB einen Satz um fünf Plätze nach vorn zu – und damit habe ich hoffentlich die Meute der VfB-Fans ruhiggestellt, die mich vor einem Jahr lynchen wollten, als ich in ihrem Klub einen Absteiger sah. (So schlecht war das im Nachhinein gar nicht getippt, es fehlten ganze zwei Pünktchen.) Der VfB Stuttgart 2015/16 ist runderneuert. Auf der Torwartposition gab es zwei Wechsel. Folgerichtig, möchte ich meinen. Wenn ich sehe, dass sich Sven Ulreich lieber als Rentner betätigen möchte als im VfB-Tor zu stehen, ist ein Wechsel vonnöten. Und egal, ob zukünftig Tytom oder Langerak im Kasten steht: Stuttgarts Fans sehen einen motivierten Torwart. Auch auf dem Feld wurde kräftig ausgemistet: Haggui, Rausch, Sakai – weg. Romeu, Leitner, Sararer – weg. Tendenziell geht noch Antonio Rüdiger, wobei dessen Verletzunf für einen Verbleib spricht. Richten sollen es Exzweitligakicker Heise, Beinahezweitligakicker Rupp, der international erfahrene Insua sowie das 21-jährige, tschechische Talent Kliment. Das kann hinhauen, wenn sich auch alte Haudegen wie Martin Harnik oder Christian Gentner wieder auf ihre Qualitäten besinnen. Gut für Stuttgart: Alexandru Maxim wird wohl bleiben.

10.) FC Augsburg
Fünf Plätze nach unten geht es für den FC Augsburg. Begründen kann ich das leider nicht genau. Und wenn, dann vielleicht so: Ich glaube eben, dass die Belastung Europapokal dem Verein nicht gut tut und neun andere Teams mehr Punkte holen werden. In Augsburg wird toll gearbeitet, und als HSV-Fan bin ich neidisch darauf. Ich bin gespannt darauf, ob Piotr Trochowski seine Chance nutzt. Ich traue es Trainer Markus Weinzierl zu, auch Troche wieder hinzubekommen. Mögen alle die überrascht werden, die sich auch darüber gewundert hatten, warum Weinzierl sich Altintop antut. (Ich schließe mich da mit ein.)

11.) Hertha BSC
Ich wiederhole mich Jahr für Jahr gern: Ich finde Hertha BSC scheiße. Leider schafft es der Klub immer wieder, nicht abzusteigen. Diesmal wohl, weil man erkannt hat, dass Johnny Heitinga eben doch kein Heilsbringer ist. Und weil mit Vladimir Darida und Mitchell Weiser gute Männer fürs Mittelfeld kommen. Jedes weitere Wort über Berlin wäre zuviel.

12.) Werder Bremen
Fünf Jungs steigen aus der U23 auf. Viele Neulinge aus dem Unterbau gab es beim HSV in der vorigen Saison auch – mögen die Weseraner ähnliche Probleme bekommen. Allein: Ich glaube nicht dran. Ich befürchte, dass Anthony Ujah Davie Selke irgendwie ersetzen wird und Bremen auf einem gesicherten Mittelfeldplatz landet. Der Verlust Franco Di Santos allerdings kam unerwartet und könnte nachhaltig für Probleme sorgen. Aber im Zweifel wird es der Eishockeyfachmann richten.

13.) Hamburger SV
Tadaaaa! Nein, der HSV schafft das Triple nicht. Diesmal muss er deutlich kürzer um den Klassenerhalt bangen. Es wird schwer, und es wird jede Menge Mist über uns geschrieben werden (meistens wahrscheinlich wieder völlig zu Recht). Am Ende sind es aber wir, die lachen. Weil Schipplock und Lasogga jeweils die Zehn-Tore-Marke knacken und wir die Saison mit einem positiven Torverhältnis abschließen. Und mit Bruno Labbadia als Trainer.

14.) Mainz 05
Es wird schwer für Mainz. Der Wechsel Shinji Okazakis zu Leicester City und vor allem der Verkauf von Johannes Geis an Schalke 04 wiegen schwer. Für diese beiden überdurchschnittlichen Spieler wurden der Zweitligastürmer Florian Niederlechner und – tja, wer eigentlich? – verpflichtet. Fabian Frei, der vom FC Basel kam, soll wohl Geis‘ Rolle übernehmen. Ich bin skeptisch. Gespannt hingegen bin ich, ob Maxi Beister fit ist und wenn ja, ob er der Mannschaft weiterhelfen kann. Wenn die Mainzer immerhin Platz 14 erreichen, dann auch deshalb, weil andere Teams noch schlechter sind.

15.) Eintracht Frankfurt
Da isser wieder. Armin „Ich trainiere nie wieder einen Bundesligaklub“ Veh. Nach einem knappen Dreivierteljahr auf der heimiligen Couch hat er allen Ärger vergessen, den er damals in Frankfurt hatte und heuerte erneut bei den Hessen an. Der Eintracht stehen damit harte Zeiten bevor. Auch die Einkäufe helfen nicht wirklich, diesen Umstand zu verbessern: Königstransfer ist ein gewisser Luc Castaignos, der 2014/15 für Twente Enschede stürmte. Dazu wurde die Defensive mit Innenverteidiger David Abraham (Hoffenheim) und Stefan Reinartz (Leverkusen) solide verstärkt. Aber reicht das, zumal mit Jetzt-Ex-Keeper Kevin Trapp ein starker Schlussmann fehlt und auch Sturmtank Alex Meier nicht jünger und verletzungsunanfälliger wird? Ich wage es zu bezweifeln.

16.) Hannover 96
So bitter es ist: Ich glaube daran, dass Hannover 96 absteigen wird. Schon in der vergangenen Saison hatte ich das Gefühl, dass wenn die noch zwei Spieltage länger gedauert hätte, die 96er statt des HSV hätten in der Relegation spielen müssen. Michael Frontzeck gilt ja – warum auch immer – als unterschätzt. Ich finde dennoch, dass er nicht genug Qualität mitbringt, um einen Verein aus den unteren Tabellenregionen nach oben zu führen. Hinzu kommt, dass ich der Meinung bin, dass die die neuen Spieler die Abgänge nicht ansatzweise ersetzen können. Man verliert Joselu, Stindl und Bittencourt und holt dafür Erdinc, Klaus und Bech? Ok… Ein guter Einkauf ist Oliver Sorg. Aber ob ein neuer rechter Verteidiger die Probleme lösen kann, sei mal dahingestellt.

17.) FC Ingolstadt
Hallo Ingolstadt. Schau‘ Dich in aller Ruhe um und genieße die Saison. Du wirst nur ein Jahr hier bleiben. Wer Felgenralle keinen neuen Vertrag gibt, hat aus meiner Sicht eh‘ jegliche Sympathien verspielt. Nein, im Ernst: Ich kann Ingolstadt schwer einschätzen. Und genau das ist der Punkt. Der Verein ist mir, der ich zugegebenermaßen auch kein wirkliches Auge auf die Zweite Liga werfe, über weite Strecken nicht aufgefallen. Schlagzeilen wie „Ingolstadt mischt die Liga auf“ habe ich nicht registriert. Insofern habe ich es irgendwann überraschend zur Kenntnis genommen, dass der Tabellenführer der Zweiten Liga eben Ingolstadt ist. Aufsteiger haben es immer schwer, und ich freue ich für den FCI, sollte ich danebenliegen. Aber ich glaube, er hat es ganz schwer.

18.) Darmstadt 98
Für Darmstadt gilt dasselbe wie für Ingolstadt: Ich halte den Kader für zu schwach, um eine tragende Rolle in der Bundesliga zu spielen. Ich freue mich aus statistischen Gründen, die jeder HSV-Fan kennen dürfte, sehr darüber, dass Darmstadt in der Liga ist. Das war es dann aber auch schon. Um sich zu verstärken, wurden Vrancic, Caldirola, Rausch und Holland geholt. Tja. Ich wünsche den Lilien alles Gute.

 

Hier nochmal zum ausdrucken und Ins-Portemonnaie-stecken die kompakte Version:

1.) Bayern München
2.) VfL Wolfsburg
3.) Bayer Leverkusen
4.) Borussia Mönchengladbach
5.) Borussia Dortmund
6.) Schalke 04
7.) 1. FC Köln
8.) 1899 Hoffenheim
9.) VfB Stuttgart
10.) FC Augsburg
11.) Hertha BSC
12.) Werder Bremen
13.) Hamburger SV
14.) Mainz 05
15.) Eintracht Frankfurt
16.) Hannover 96
17.) FC Ingolstadt
18.) Darmstadt 98

 

Der HSV-Kader (4)

Nichts ist älter als der Blogeintrag von gestern. Habe ich mich damals dazu hinreißen lassen, nach Tagen Pause mal wieder etwas über den HSV-Kader zu schreiben, war der Text schon Stunden nach Veröffentlichung hoffnungslos veraltet. Dank eines kleinen Austausches mit dem Übersteiger, der sich sicher freut, in einem HSV-Blog erwähnt zu werden, möchte ich zunächst erwähnen, dass ich im gestrigen Eintrag einen kleinen Zusatz zu Michael Gregoritsch eingebaut habe, den ich aber hier nochmal wiederhole: Möge er in den vergangenen Jahren charakterlich gereift sein. Und noch etwas: Gestern hatte ich Gregoritsch noch als Mittelfeldspieler eingestuft. Offiziell ist er aber wohl Stürmer.

Der eigentliche Grund meines erneuten Bloggens ist aber Sven Schipplock, der als nächster Neuzugang vorgestellt wurde. Was mich bei diesem Transfer über alle Maßen freut: Kein Experte hat ihn vorausgesehen, niemand hat etwas „gerochen“. Jüngst hatten alle Jörg Schmadtke völlig zu Recht dafür gelobt, dass er Leonardo Bittencourt ohne Nebengeräusche von Hannover zum 1. FC Köln lotste. Der Transfer Schipplocks zum HSV lief ganz ähnlich und ich zolle Sportdirektor Peter Knäbel meinen Respekt dafür. Das erste Pflichtspiel, das ich in der vergangenen Saison live gesehen habe – und hier gilt mein besonderer Dank dem werten Julian – war die DFB-Pokal-Erstrundenpartie USC Paloma vs. 1899 Hoffenheim, die 0:9 endete. Ich stand in der Gästekurve, musste aus nächster Nähe teils widerliche Sprüche tumber und besoffener Paloma-Fans auch über mich ergehen lassen und sah, wie Schipplock fünf Tore schoss. Zwar haben fünf gegen einen Amateurklub erzielte Treffer nur bedingt Aussagekraft hinsichtlich der Qualität eines Stürmers. In diesem Fall habe ich mich aber für den Spieler mitgefreut, galt er doch – zumindest habe ich dies stets so empfunden – in seiner Hoffenheimer Zeit nie als gesetzter Stürmer. Hier schoss er sich nun einen eventuellen Frust von der Seele und legte die Basis für seinen ersten persönlichen Titel: Mit insgesamt sechs Treffern im Wettbewerb wurde er (gemeinsam mit Stefan Kießling von Bayer Leverkusen) Torschützenkönig des Wettbewerbs. Rückblickend viel wichtiger für mich: Ab da hatte ich – wenn man so will – ein besonderes Auge auf Schipplock, fragte mich hier und da, ob er nicht öfter hätte spielen können, zumal mich die Leistungen seiner Konkurrenten nicht immer vom Hocker rissen. Nun ist Sven Schipplock hier, und darüber freue ich mich. Ich weiß nicht, ob er nun die neue Nummer eins im Zentrum wird. Aber das Angriffsspiel des HSV wird variabler, Bruno Labadia hat mehr Möglichkeiten.

Wie geht es nun weiter? Ich finde: Bevor es weitere neue Spieler geben soll (und ich bin nicht mal der Meinung, dass diese unbedingt vonnöten sind), sollte der Kader verkleinert werden. Stand jetzt haben wir 33 Mann – das ist viel. Ich hoffe, dass beispielsweise Jacques Zoua und Artjoms Rudnevs neue Klubs finden. Nicht, dass ich irgendetwas gegen diese Spieler hätte. Ich glaube nur nicht mehr daran, dass sie Chancen auf Einsätze haben. Die Spieler Mickel, Hirzel, Götz, Marcos, Cigerci und Philipp Müller verstärken wohl eher die U23. Somit stehen wir am Ende noch immer bei 25 Akteuren für elf Plätze. Ein, zwei weitere Verkäufe außer den eben genannten wären aus meiner Sicht notwendig. Insofern bin ich gespannt, ob sich beispielsweise bei Petr Jiracek etwas tut.

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel, Andreas Hirzel

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Gojko Kacar, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic, Albin Ekdal

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Michael Gregoritsch, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Jacques Zoua, Batuhan Altintas, Sven Schipplock

Der HSV-Kader (3)

Dass sich Torwart Tom Mickel einen Vertrag erkämpft hat, hatte ich beim letzten Mal schon in einem kleinen Nachtrag erwähnt. Hier aber nochmal: Herzlich willkommen zurück!

Auf derselben Position gab es außerdem einen weiteren Zugang, nämlich den Schweizer Andreas Hirzel. Dessen bisherige Vereinshistorie ist bemerkenswert: Hirzel ist 22 Jahre alt, hat im Herrenbereich aber bereits für neun verschiedene Klubs gespielt. Beziehungsweise: nicht immer gespielt. Nach acht Partien für das Team Aargau, laut Wikipedia einem „Zusammenschluss zur Talentförderung der drei Verein FC Aarau, FC Baden und FC Wohlen“, das in der fünften Liga angesiedelt war, wurde er, um Spielpraxis zu bekommen (Ein für Torhüter kein unbekanntes Leid: mangelnde Spielpraxis.), zum SC Zofingen verliehen. 2012 zu seinem Stammverein FC Aarau (nicht verwechseln mit Team Aargau) zurückgekehrt, verlieh ihn auch dieser ganze vier Mal, ehe sich Hirzel 2014 dem liechtensteinischen FC Vaduz anschloss – der ihn zwischenzeitlich wiederum an den FC Tuggen (3. Liga) auslieh. Ich hoffe, dass diese ganze Verleiherei ein Ende gefunden hat und Andreas Hirzel nun seine sportliche Heimat gefunden hat. Auch Dir sein ein herzlicher Willkommensgruß entgegengebracht, lieber Andreas.

Verabschieden müssen wir uns dagegen von Matti Steinmann. Der Mittelfeldspieler wird an den Drittligisten Chemnitzer FC verliehen. Aus dieser Personalie werde ich nicht ganz schlau. Natürlich werde ich sowieso nicht mehr schlau, aber was ich meine, ist: Der 20-jährige Steinmann spielt, seit er 14 Jahre alt ist, beim HSV, durchlief von der U15 bis zur U20 sämtliche DFB-Nationalmannschaften – und man kann einen solchen Mann dennoch nicht im Kader gebrauchen? Verdient er so viel Geld, dass man ihn nicht einfach behalten und ihm endlich eine faire Chance geben kann, sondern ihn verleihen muss, damit er woanders Spielpraxis sammeln soll? Die Spielpraxis kann er auch hier in der U23 bekommen – wenn man denn nach all den Jahren immer noch unsicher ist, ob er den Bundesligakader bereichert oder nicht. Oder andersrum: Wenn man ihm das tatsächlich noch nicht zutraut – was soll dann eine Leihe, und warum verkauft man ihn nicht gleich? Andere mögen anders denken, selbstverständlich. Tschüß, Matti, komm‘ bald wieder.

Endlich durch ist der Wechsel von Michael Gregoritsch vom VfL Bochum zu uns. Prima, dass es sich sämtliche Verantwortlichen nicht doch noch anders überlegt haben. Über die genauen Ablosemodalitäten herrscht noch Uneinigkeit, nichts Genaues weiß man nicht. Da muss ich mich erst noch informieren. Unabhängig davon: Ich heiße Michael herzlich willkommen und freue mich auf einen jungen, entwicklungsfähigen Linksfuß für die Offensive. (Zusatz, 23.7., nachmittags: Möge er in den vergangenen Jahren charakterlich gereift sein.)

 

Der aktuelle HSV-Kader sieht wie folgt aus (fettgedruckt: die Elf, die ich im ersten Punktspiel erwarte):

Tor:
Rene Adler, Jaroslav Drobny, Tom Mickel, Andreas Hirzel

Abwehr:
Dennis Diekmeier, Ashton Götz, Johan Djourou, Emir Spahic, Cleber Reis, Matthias Ostrzolek, Gotoku Sakai, Ronny Marcos, Gideon Jung

Mittelfeld:
Gojko Kacar, Petr Jiracek, Marcelo Diaz, Kerem Demirbay, Tolgay Cigerci, Lewis Holtby, Michael Gregoritsch, Zoltan Stieber, Mohamed Gouaida, Nicolai Müller, Ahmet Arslan, Ivo Ilicevic, Albin Ekdal

Angriff:
Philipp Müller, Pierre-Michel Lasogga, Artjoms Rudnevs, Ivica Olic, Jacques Zoua, Batuhan Altintas